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aus dem Vereinsleben

Mitgliederversammlung 2008

Mitgliederversammlung 2008

Mitgliederversammlung 2008 Vorstand

Wie in allen Jahren zuvor, begann die Mitgliederversammlung mit einem Gemeinschaftsgottesdienst in der Basilika St. Kastor, der von Pfarrer Helmut Kusche zelebriert wurde. In besondere Weise gedachte er in der heiligen Messe unserer verstorbenen Mitglieder. Hiernach fand man sich im großen Saal des Eltzerhofs zusammen, wo Vorsitzender Dr. Ewald Thul die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder begrüßen konnte. Dabei freute er sich besonders über die Anwesenheit unseres geistlichen Beirats, Domkapitular i.R. Stephan Schwarz und unseres Innenstadtpfarrers Helmut Kusche.
111 Personen waren gekommen, davon 66 stimmberechtigte Mitglieder und 45 Gäste. Da keine Wahlen anstanden, konnte der Vorsitzende die anstehenden Regularien zügig abwickeln. Er gab einen Rückblick über die im vergangenen Jahr stattgefundenen Veranstaltungen, Besinnungstage , und besonders auf die Fahrt ins Frankenland und eine Vorschau auf den bevorstehenden Ausflug nach Darmstadt und Heppenheim. Er verwies auf das erfolgreiche Neujahrskonzert 2008 mit dem großartigen Empfang bei Mercedes – Benz und kündigte an, dass für Neujahr 2009 nochmals der junge, erfolgreiche Cellist Benedict Klöckner gewonnen werden konnte.
Der Mitgliederbestand beläuft sich zum 31.12.2007 auf 466 Personen.
Auch hier gedachte Dr. Thul namentlich der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder. Den 21 Mitgliederabgängen stehen Zugänge von 17 gegenüber, so dass sich der Bestand zum Vorjahr stabilisiert hat. Soweit anwesend, wurden die neuen Mitglieder vorgestellt.
Es folgte der Bericht des Schatzmeisters Heinz-Dieter Maahs über die Vermögens- und Finanzlage des abgelaufenen Geschäftjahrs 2007.
In der Gesamtsumme aller vier Betriebsbereiche schließt das Vereinsjahr 2007 mit einem Jahresüberschuss von 18.200,76 € ab.
Da das Wohngebäude in der Waisenhausstraße 28 einen erheblichen Sanierungsstau im Sanitär- und Elektrobereich aufweist, schlug der Schatzmeister der Versammlung vor, einen Betrag in Höhe von 13.830,72 € einer „Rücklage Gebäudesanierung“ und die verbleibende Summe von 4.370,04 € der „Rücklage Cusanus-Stele“ für Beleuchtung, Bau einer Brunnenanlage mit Brunnenkammer und Sitzgruppe zuzuführen.
Die Versammlung stimmte diesen Vorschlägen einstimmig zu.

Mitgliederversammlung 2008


Die Kassenprüfer Heinz Adams und Manfred Kilian bescheinigten eine einwandfreie und solide Finanz- und Vermögensführung und beantragten durch ihren Sprecher Heinz Adams Entlastung für den gesamten Vorstand.
Franz Böringer, der hierfür die Versammlungsleitung übernommen hatte, konnte die Zustimmung der Mitglieder bei Enthaltung des Vorstands feststellen. Er dankte für die geleistete Arbeit und übergab an den Vorsitzenden, der die Regularien der Mitgliederversammlung beendete.
Den Abschluss bildete ein Lichtbildervortrag von Adolf Meinung über die Lesefahrt in die Fänkische Schweiz, technisch unterstützt von Manfred Diehl. Mit dem traditionellen Umtrunk endete die Versammlung in Harmonie.

Heinz-Dieter Maahs

Fotos: Wolfgang Brennig

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2008 – ins Land der Franken

Die Lese in Deutschlands Schatzkästlein - Franken

Die Lese in Deutschlands Schatzkästlein

 »Ins Land der Franken fahren«

Der Katholische Leseverein fuhr in Deutschlands Schatzkästlein. Vier Tage verbrachte die Lese in einer der schönsten Kulturlandschaften unseres Vaterlandes; über siebzig Mitglieder des Vereins waren mit von der Partie. Und Petrus war mit seinem sonnigen Wetter uns stets wohlgesonnen. Erstes Ziel war die barocke Wallfahrtskirche St. Mauritius in Wiesentheid, dann das mittelalterlich geprägte Städtchen Prichsenstadt mit seiner Stadtmauer. In Ebrach beeindruckte die Klosterresidenz mit ihrem prachtvollen Treppenhaus und dem Kaisersaal. Der zweite Tag führte die Lesefamilie nach Pottenstein in die geheimnisvolle Teufelshöhle, eine Tropfsteingrotte mit wundersamen Kalkgebilden. Sodann ging es nach Gößweinstein mit seiner von Balthasar Neumann erbauten Basilika und Wallfahrtskirche. Ein Orgelkonzert war der Höhepunkt des Tages. Am dritten Tag durchwanderte die Lese die Kaiserpfalz Forchheim und wurde mittags von dem dortigen Oberbürgermeister zu einem Glas Sekt eingeladen. Den Abschluss bildete der Besuch des Schlosses Seehof, die einstige Sommerresidenz der Baberger Bischöfe. Nach dem Besuch des Gottesdienstes in Ebermannstadt machte die Lesefamilie Station im fränkischen Wallfahrtsort Dettelbach. Mit einem Glas Frankenwein im alten Rathaus endete der Besuch am Main. 

Dr. Ewald Thul

Fotos: B. Rademacher

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2008

"Lese" machte Gecken glücklich

Niveauvolle Vorträge zum Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals – Organisatoren wählten genau die richtige Mischung. Es ist schon eine Kunst, zum Finale des Sitzungskarnevals ein Programm zu präsentieren, das über weite Strecken ohne Wiederholungen auskommt. Dem Katholischen Leseverein ist es gelungen, genau diese Kunst zu perfektionieren. 

Eine Narrengala, die für Liebhaber des karnevalistischen Vortrags maßgeschneidert ist: So könnte man die Sitzung des Katholischen Lesevereins charakterisieren. Zum Finale der Sitzungssession 2008 ist es der Gesellschaft gelungen, erneut bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Der Mittwochabend zeigte, warum beim närrischen Stelldichein die Zahl der Gäste seit Jahren kontinuierlich steigt. 

Die Organisatoren um den routinierten Präsidenten Michael Hörter hatten das Glück des Tüchtigen. Die Tollitäten und ihr Niederberger Gefolge drängten gleich zu Beginn auf die Bühne, dass es schon in der ersten halben Stunde richtig bunt wurde. Neben treuen Gästen von den Stadtsoldaten und der Blaskapelle St. Servatius Güls waren schon beim Auftakt neue Gesichter zu sehen. Sie gehörten zur Showgruppe der Coblenzer Turngesellschaft. Die Formation ging volles Risiko und zeigte einen Leistungsstand, der zurzeit in Koblenz nur schwer zu toppen ist. Dass die CTG-Truppe trotzdem in närrischen Kreisen weitgehend unbekannt ist, liegt daran, dass sie sonst nur auf Cheerleader-Turnieren tanzt. Dass die Gruppe nun eine Ausnahme machte, lag wohl an Präsidentensohn Sebastian. Die „Lese“ ist eben für Überraschungen gut und bereit, Grenzen zu überschreiten. Das zeigte sich zur späten Stunde erneut, als Knacki Deuser der Heimatstadt Koblenz seine Reverenz erwies. Der Komiker mit Arbeitsschwerpunkt Köln verriet auch, warum er immer wieder gerne nach Hause zurückkommt: In der Domstadt sind alle dauernd gut drauf. Man muss schon nach dem Aufstehen schunkeln. „Das hält auf Dauer keiner aus“, bekannte Knacki Deuser. Auch die grün-weißen Funken aus Büllesbach wissen seit Jahren den Respekt zu schätzen, denen ihnen das Koblenzer Publikum entgegenbringt. Die Frauen und Männer dankten mit einem Finale voller tempogeladener und halsbrecherischer Gardetänze. 

Zurück zum Anfang: 2007 als Hoffnungsträgerin der „Lese“ gestartet, zeigte Kerstin Sopp, dass ihr Einstieg in die Bütt keine Eintagsfliege war. Vom Klimawandel über beißende Sozialkritik bis hin zum Dauerthema Zentralplatz spannte die Protokollaria ihren Bogen. Mit ihren Reimen und einem Lied kam Kerstin Sopp so gut an, dass eine Zugabe fällig wurde – und das bei einem Protokoll! 

Auch Lothar Hoffmann traf den Nerv – dieses Mal als Babysitter, dessen Schützling die halbe Wohnung verwüstete und die Grenzen männlicher Einflussmöglichkeiten aufzeigte. Eine Steilvorlage für die Niederberger „Mauerblümchen“, die sich eben nicht nur mit Schönheit und Alter, sondern auch mit der Entsorgung von Ehemännern befassten. Über gestörte Beziehungen wusste auch Dr. Albert Esser am Beispiel der Feinheiten in der Koblenzer Grammatik zu berichten. Anders „Eifelbauer“ Stefan Vogt, der sich in gewohnter Manier mit Geschichten über sein „Ehegespenst“ zur Wort meldete. Noch bissiger im wahrsten Sinne des Wortes präsentierte sich Werner Laube, der die mögliche Einführung eines „Gebiss-Sharings“ analysierte und mit seiner Klamaukpartei wieder einmal am guten Ruf der „Lese“-Sitzung arbeitete, die mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. 

Reinhard Kallenbach 
Quelle: http://rhein-zeitung.de/08/02/01/BK/00000173.html 
01.02.2008 © RZ-Online

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Musikalisches

Neujahrskonzert 2008

Matinee des Lesevereins bei Mercedes-Benz: Junger Cellist meistert leicht technische Finessen

Virtuos: Klöckner-Brüder mit Gallardo

Auf den Musik-Bühnen der Region gehört er zu den Stammgästen. Und fast jedes Mal, wenn Benedict Klöckner, der mittlerweile weit mehr als ein nur hoffnungsvolles cellistisches Nachwuchstalent und Schüler Martin Ostertags ist, wieder auftaucht, ist die beachtliche Liste seiner Preise und Erfolge noch ein bisschen länger geworden. Die Matinee des Katholischen Lesevereins bei Mercedes-Benz bildet da keine Ausnahme. Zu der ist Klöckner mit einem weiteren Bundessieg bei „Jugend musiziert“ und einem Stipendium der Wagner-Stiftung Baden-Baden angereist.

Da wäre es denn eigentlich gar nicht notwendig, einen so jungen, gerade mal 18 Jahre zählenden Musiker, der nicht nur viel verspricht, sondern dies auch bereits hält, nur mit ausgesprochen virtuosen Schmankerln vorzuführen. So etwa mit den A-Dur-Variationen über ein Rokoko-Thema, das op. 33 Peter Tschaikowskys, und den Variationen Niccolò Paganinis über „Dal tuo stellato“ aus Rossinis Oper „Mosé“ (für Violoncello von dem französischen Cellisten Maurice Gendron bearbeitet).

Werke, die mit allen technischen Finessen regelrecht gespickt sind, in denen es von akrobatischen Sprüngen, Flageolets, Doppelgriffen und Spiccati nur so wimmelt. Es spricht für die Qualitäten des in Koblenz geborenen Klöckner, dass sich trotzdem nicht der Eindruck beinahe zirzensischer Artistik einstellt, sondern das Gefühl, hier einem Interpreten zuzuhören, der selbst aus solchen Stücken Momente von beachtlicher Tiefe des Ausdrucks hervorzuzaubern vermag und auch in den extremsten Lagen, in der hauchzarten Höhe und in der sinnlichen Tiefe, klangschön bleibt.

Brüderliche Unterstützung erhält Benedict durch seinen acht Jahre älteren Bruder Philipp, der gleichzeitig Jura und Geige studierte (unter anderem bei Zakhar Bron und Ida Bieler). Zum Trio wird das Geschwisterpaar durch den in Mainz lehrenden, aus Buenos Aires stammenden Pianisten José Gallardo. Gallardo, als Begleiter gerade in den Cello-Stücken pure Zurückhaltung, fällt gleich in Joaquin Turinas Klaviertrio h-Moll Nr. 2 op. 76 durch seinen leichten, kultivierten Anschlag auf, wohl bekömmlich der impressionistischen Basis der Komposition, apart mit spanisch-folkloristischen Elementen versetzt. Den noch etwas unausgewogenen, da zu Cello-lastigen ersten Satz balanciert ein atmosphärisch dichtes, Stimmungen im Minutentakt wechselndes, bewegliches Finale aus.

Im „Tanz der Kobolde“, in „La Ronde des Lutins“ op. 25 Antonio Bazzinis (1818-1897) wandert Philipp Klöckner auf den virtuosen Spuren seines Bruders, intonatorisch jedoch nicht immer ganz sauber und klanglich seltsam spröde, fast zerbrechlich. Eigenheiten, die sich auch in der d-Moll-Sonate op. 108 für Klavier und Violine von Johannes Brahms bemerkbar und aus dem Werk einen Brahms mit gebremstem Schaum machen. Am schönsten gerät das D-Dur-Adagio, das wesentlich vom gefühlvollen Klang der Geige lebt, die hier ihre Zartheit eindrucksvoll ausleben kann. Etwas mehr Kraft entwickeln erst, vor allem auch dank des nun energischer zupackenden Klaviers, der scherzoartige dritte und der heftig bewegte Finalsatz.

Frédéric Chopins Walzer in A-Dur op. 34 Nr. 1, den Gallardo tänzerisch beschwingt auf die Tasten legt, und ein treibender Trio-Tango Astor Piazzollas, sein „Primavera Porten?a“, in dem die drei zu ungetrübter Spielfreude auflaufen, runden das Programm spätneujährlich animiert ab.

Lieselotte Sauer-Kaulbach  
15.01.2008 © RZ-Online,
http://rhein-zeitung.de

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aus dem Vereinsleben

Mitgliederversammlung 2007

Mitgliederversammlung am 12. Oktober 2007

Pastor Josef Müller feierte zu Beginn mit den Mitgliedern und Gästen in der Basilika St. Kastor die hl. Messe, in der er besonders unserer verstorbenen Mitglieder gedachte. In seiner Predigt fand er anerkennende Worte zur Ökumene und appellierte, nicht nachzulassen, für die Einheit der Kirche zu beten. Anschließend eröffnete der Vorsitzende des Kath. Lesevereins Dr. Ewald Thul die Mitgliederversammlung im großen Saal des Eltzerhofs und begrüßte sehr herzlich die Teilnehmer. Sein besonderer Gruß galt unserem geistlichen Beirat, Domkapitular Stephan Schwarz, der trotz körperlicher Beschwerden gekommen war. Anwesend waren 71 stimmberechtigte Mitglieder und 23 Gäste.
In seinem Rechenschaftsbericht ging der Vorsitzende rückblickend auf die Veranstaltungen des vergangenen Jahres ein. Als Höhepunkt des Vereinsjahres bezeichnete er den Festakt der Aufstellung und Segnung der Cusanus-Stele auf dem Platz vor St. Florin.
Er lobte besonders die große Resonanz bei den Fahrten in das Weserbergland und nach Lorch/ Worms.Er dankte Adolf Meinung für die Vorbereitung und Planung der durchgeführten Ausflugsfahrten und gab Adolf Meinung auch Gelegenheit, eine Vorschau für den Mehrtagesausflug 2008 in die Fränkische Schweiz aufzuzeigen.
Um das „Debbekoche-Esse“ attraktiver zu gestalten und die Teilnehmerzahl zu steigern, stellte der Vorsitzende ein kleines Unterhaltungsprogramm in Aussicht.
Er bedauerte auch den Rückgang der Mitgliederzahlen auf 462 und bat um verstärkte Werbung neuer und jüngerer Mitglieder. Hieran schloss sich der Bericht des Schatzmeisters an. Heinz-Dieter Maahs ging zunächst auf die Kosten und Finanzierung der Cusanus-Stele ein, die sich nach Fundamentierung und Platzgestaltung auf über 100.000.- Euro belaufen und aus der angesammelten zweckgebundenen Rücklage finanziert werden. Er dankte besonders den Mitgliedern und Förderern, die sich mit rd. 12.000.- Euro an Spenden beteiligt haben. Maahs bezeichnete das Kunstwerk als eine Bereicherung für unsere Stadt, das die Erinnerung an eine der bedeutendsten Persönlichkeiten zwischen Mittelalter und Neuzeit, der hier gelebt hat, wachhält.
Der Finanz- und Vermögensbericht für das Vereins- und Geschäftsjahr 2006 schließt mit einem Jahresüberschuss von 12404,96 Euro ab, der nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung der zweckgebundenen Rücklage zur Finanzierung der Cusanus-Stele zugeführt wird. Die Kassenprüfer Manfred Diehl, Heinz Adams und Manfred Kilian bescheinigten eine einwandfreie und solide Vermögensführung und beantragten die Entlastung für den gesamten Vorstand, die einstimmig von der Versammlung erteilt wurde.
Zur Durchführung der Neuwahl des Vorstands wurde als Versammlungsleiter Gerd Klöckner gewählt. Er dankte dem bisherigen Vorstand für seine geleistete Arbeit und bat um Vorschläge für das Amt des ersten Vorsitzenden. Als einziger Kandidat wurde Dr. Ewald Thul vorgeschlagen, der einstimmig gewählt wurde und die Wahl annahm. Die übrigen Vorstandsmitglieder, mit Ausnahme von Dr. Klaus Peter Grommes, der nicht mehr kandidierte, wurden alle wiedergewählt. Neu gehört dem Vorstand Manfred Diehl an.
Der neue Vorstand setzt sich nunmehr wie folgt zusammen:
Vorsitzender Dr. Ewald Thul, Stellvertreter Michael Hörter, geistlicher Beirat Stephan Schwarz, Schatzmeister Heinz-Dieter Maahs, Beisitzer: Gerhard Genzler, Hans-Eugen Lambert, Hans Breuer, Bernd Rademacher, Alfred Schweitzer, Günther Zenzen und Manfred Diehl. Zu Kassenprüfern wurden Heinz Adams und Manfred Kilian gewählt.
Hiernach schloss sich die Ehrung für treue und langjährige Mitgliedschaft im Verein an.

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2007 – Worms im Herbst

Herbstfahrt nach Worms

Als die Lesefamile 75 Mann stark, am Morgen des 8. September 2007 gen Worms aufbrach, war der Himmel grau verhangen. Aber Petrus meinte es gut mit uns: Den ganzen Tag über kein Tropfen Regen.

Herbstfahrt nach Worms

Unser erstes Ziel war die gotische Martinskirche in Lorch. Die meisten von uns kannten sie nicht. Um so mehr waren sie erstaunt und begeistert von der Schönheit dieses Gotteshauses. Einem spätgotischen, reich geschnitzten Altar, einem mächtigen romanischen Triumphkreuz mit dem gekrönten Heiland und einem kuriosen Chorgestühl aus der gleichen Zeit galt unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Pointe aber war das so genannte Riesling-Register der neuen Orgel. Wenn dieses Register gezogen wird, öffnet sich an der Orgelbank ein Türchen, und zum Vorschein kommt eine Flasche Wein mit einem Glas, dazu ertönt das lustige Gezwitscher eines Vogels.

Weiter ging es nach Bechtheim in Rheinhessen. 
Der Bürgermeister dieses Ortes, ein Freund unseres Reisemarschalls Adolf Meinung, brachte, an der Ambo stehend, uns die romanische St. Lambertus Basilika in launigen Worten näher. Mittelalterliche Zeitverschiebungen führten nach seiner Ansicht zu einem Knick in der Ostung dieser Kirche: Ein Kuriosum seltener Art. Große Heiterkeit erregten die Bemühungen einer Frau, die während des Vortrags des Bürgermeisters ungerührt mit einem Besen um selbigen herum Laub zusammenfegte. 

Herbstfahrt nach Worms

Vor der Kirche war eine große Menschenmenge versammelt, die zur Kür des „Bechtheimer Pilgers“ gekommen war.

Was wir nicht wussten: An diesem Wochenende wurde der Bechtheimer Pilgerpfad gefeiert, eine weltberühmte Weinlage. In einer großen Scheune stärkten wir uns zu Mittag. Die Laune stieg, und manche wollten nicht mehr nach Worms: So gut und auch preiswert war der Wein!
In Worms angekommen, wurde uns vom Domorganisten Dan Zerfaß ein kurzes Orgelkonzert dargeboten. Danach führten uns kundige Leute durch den Dom. Nach einem Lied zu Ehren der Gottesmutter, es war ja Maria Geburt, fuhren wir nach Schwabenheim und kehrten im Landgasthof Engel ein. Essen und Trinken hat allen gemundet, nur diejenigen von uns, die Tafelspitz bestellt hatten, brauchten besonders kräftige Zähne. Auf die Minute genau kamen wir entsprechend unserer Planung heil und froh wieder in unserer Vaterstadt Koblenz an. 
Dr. E. Thul

Fotos: Dr. Anton Reichl

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2007 – ins Weserbergland

Lesefahrt ins Weserbergland

Am 17. Mai 2007 brach die Lesefamilie mit zwei Bussen auf zur Fahrt ins Weserbergland. Erste Station war die Fachwerkstadt Hannoversch-Münden, die uns von fachkundigen Führern näher gebracht wurde. Bad Karlshafen war unser nächstes Ziel, das uns mit seinen klassischen Bauten und den Weseranlagen beeindruckte.

Lesefahrt 2007 – Bad Karlshafen

Das Hotel Villa Mosler in Stadtoldendorf war unser Quartier, in welchem wir uns für vier Tage sehr wohlfühlen. Am nächsten Tag fuhren wir nach Hameln, wo uns der Touristik-Chef, ein Freund unseres Reisemarschalls Adolf Meinung, mit einem Glas Sekt und einer Dia-Schau überraschte. 

Der Rattenfänger persönlich, im historischen Gewand, spielte uns auf seiner Flöte mittelalterliche Weisen und wünschte uns einen gesegneten Weg durch das kommende Jahr.
Eine Straße Hamelns war schöner als die andere. Prachtvolle Fachwerkbauten von seltener Schönheit haben bleibende Eindrücke hinterlassen.

Der Nachmittag führte uns durch das Schloss Hämelschenburg und seine Geschichte und sodann nach Bad Pyrmont, wo uns Stadtführer die Historie dieses weltberühmten Orts näher brachten. Ein Besuch des evangelischen Zisterzienserklosters Amelungsborn rundete den Tag.

Lesefahrt 2007 – Reisegruppe

Am folgenden Tag erlebten wir in der Nähe Beverns eine Ölmühle, dessen Inhaber mit seiner Ernährungsphilosophie uns in großes Erstaunen versetzte. Die Lesefamilie war von seinem Vortrag derart angetan, dass fast jeder mit einem Fläschchen köstlichen Öls die Stätte verließ. Eine Besichtigung des Schlosses Fürstenberg, hoch über der Weser gelegen, schloss sich an. Das Porzellanmuseum hat den Besuch gelohnt.

Dann ging es hinunter zur Weser, wo uns ein Schiff aufnahm, das uns an reizvollen Ufern vorbei zur geschichtsträchtigen Abtei Corvey brachte. Ein wohlschmeckendes Bier weitete Schönheiten der Landschaft. Dieses ehemalige Kloster mit seiner überreichen Geschichte alleine hätte die Reise gelohnt. Nach dem Abendessen in unserem Hotel erlebten wir eine recht sehenswerte Licht- und Tonschau im Innenhof des Renaissance-Schlosses Bevern.

Der Sonntagmorgen sah uns fromm in der Kirche von Stadtoldendorf, in der Diaspora gelegen. Der Pfarrer begrüßte uns sehr freundlich und meinte, dass selbst an Weihnachten dieses Gotteshaus nicht so viele Menschen sähe. Wir nahmen Abschied von unserem Quartier und fuhren zur ältesten deutschen Bierstadt: Einbeck, ein besonderes Erlebnis.

Lesefahrt 2007 – Reisegruppe – Einbeck

Auch diese Stadt, durch die wir kundig geführt wurden, ist eine Reise wert. Herrliche Fachwerkbauten und eindrucksvolle Kirchen, aber auch ein gutes Bier, unter Schirmen am sonnigen Marktplatz genossen, lassen uns diese schöne Stadt Einbeck („Beck-Bier“) in bester Erinnerung. Die Heimfahrt war problemlos, gesund und munter sah uns Koblenz am Abend wieder.

Dr. E. Thul

Fotos: H. D. Maahs u. B. Rademacher

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2007

Wohlfühl-Karneval mit guten Freunden

Sitzung des Katholischen Lesevereins erfüllte die hohen Erwartungen Karneval zum Wohlfühlen. Dafür steht der Katholische Leseverein seit vielen Jahren. Und die traditionelle „Lese-Sitzung“ machte wieder einmal besonders viel Spaß.

„Hier fühl“ ich mich wohl, hier will ich sein.“ Mit diesen Worten sprach „Eigengewächs“ Prinz Stephan wohl allen aus der Seele, die sich in der Rhein-Mosel-Halle versammelt hatten, um ihre „Lese“ zu feiern – und das mit einer hohen Erwartungshaltung. Genießt doch der Katholische Leseverein seit einigen Jahren den Ruf, eine der besten Sitzungen der Stadt zu präsentieren.

Um es vorweg zu sagen: Der hohe Anspruch wurde auch dieses Mal erfüllt. Und die anderen Vereine brauchen deswegen nicht zu grollen. Waren es doch die eigenen Aktiven, die entscheidend zum Erfolg der Narrenrevue beitrugen. Erneut präsentierte die „Lese“ eine Auswahl des Besten, was Bütt“ und Tanzparkett in Koblenz zu bieten haben. Obwohl so mancher – was in der Endphase des Koblenzer Sitzungskarnevals in der Natur der Sache liegt – die eine oder andere Nummer das zweite oder dritte Mal sah, kam nie Langeweile auf. Und das lag nicht zuletzt am Sitzungspräsidenten. Michael Hörter zeigte einmal mehr, dass er ein „Händchen“ für unkonventionelle Programmfolgen hat. Ein Männerballett direkt am Anfang zu bringen, gehört dabei zum Kalkül. Die „Blumenwiese“ der Narrenzunft Gelb-Rot enttäuschte dabei nicht. Die Herren der Schöpfung sorgten für viel Heiterkeit und bereiteten Kerstin Sopp einen lockeren Einstieg in den wohl schwierigsten Part der Sitzung: die närrische Rückschau auf ein überaus ereignisreiches Jahr.

Wie bei ihrer Premiere 2006 machte die Protokollaria der „Lese“ ihre Sache ausgezeichnet und las nicht nur dem „Traumpaar“ Beck/ Merkel gehörig die Leviten, sondern monierte auch den Zeitverzug bei der Stadtgestaltung. „Wenn es so weitergeht, wird man erst nach der Buga mit dem Pflanzen fertig“, so ein Fazit von Kerstin Sopp, die vielen aus der Seele sprach und dafür tosenden Beifall erhielt. „Ein Protokoll, wie man es sich wünscht, lobte der Sitzungspräsident, der noch eine weitere Überraschung auf Lager hatte: Trotz Krankheit trat Knacki Deuser doch noch bei der „Lese“ auf.

Der Komiker unternahm eine Reise durch ein „neues“ Deutschland, in dem seit der WM kein Arzt mehr das Lächeln auf den Gesichtern wegbekommt. Sogar der Klimawandel hat da seine gute Seiten. „Zum Meer ist es nicht mehr so weit und durch Holland braucht man auch nicht mehr“, meinte Knacki, der einmal mehr zeigte: Klassischer Karneval in der Bütt“ und Comedy liegen gar nicht so weit auseinander – wenn beides gut gemacht ist. Und bei der „Lese“ waren wieder einmal Meister ihres Faches am Werk.

Ein dickes Lob verdienten sich „Eifelbauer“ und Eheschreck Stefan Vogt („25 Jahre waren wir glücklich, dann haben wir uns kennengelernt“) und Werner Laube. Der Mann von der Klamaukpartei macht sich die Mühe, seine Beiträge von Sitzung zu Sitzung zu verändern. Und so unterschied sich der Klamauk der Inthronisation doch deutlich von dem bei der „Lese“, was jedoch nichts an der Tatsache änderte, dass die Mitglieder des Elferrats wieder einmal jede Menge abbekamen. Auch „Pastor“ Achim Bergen von den Kapuzemännern brach alle Tabus. Sein elftes Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Es sei denn, sie besteht darauf.“ Um die weltlichen Begierden ging es auch bei „Conflutsche-Uhm“ Monika Kräber, die sich gekonnt an die dunkle Seite der karnevalistischen Macht wagte.

Bei allem kam die Show nicht zu kurz. Während die „Skyliners“ und die Musikkapelle St. Servatius Güls für Schunkellaune sorgten, krönten die Tänzerinnen und Tänzer vom HCV und den Rheinfreunden die wirklich gute Sitzung, deren Finale die fantastische Gardeshow der grün-weißen Funken aus Kölsch-Büllesbach war.

Reinhard Kallenbach
Quelle: http://rhein-zeitung.de/07/02/13/BK/00000136.html
13.02.2007 © RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2006

Große Narrengala beim Leseverein

Pointierte Büttenreden und flotte Tänze sorgten für einen runden Genuss

Als sich die Mitglieder des Katholischen Lesevereins 1863 erstmals offiziell „zu guter Lektüre“ versammelten, hatten sie natürlich nicht nur die Kultur im Sinn. Die altehrwürdige Gesellschaft gab schon immer rauschende Feste. Ihre Kappensitzung gehört schon seit Jahren zum Besten, was man sich im Koblenzer Karneval antun kann. Und am Samstagabend gab es schon wieder eine Steigerung.

Sonderlich verwöhnt werden die Schängel vom Koblenzer Sitzungskarneval derzeit wirklich nicht. Aber jeder Verein hat starke Akteure, die auch den überregionalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Beim Katholischen Leseverein ist es eine gute Tradition geworden, zum großen Finale des Sitzungskarneveals noch ein-mal die Besten der Besten auf die Bühne der Rhein-Mosel Halle zu holen. Und die „Lese-Organisatoren“ wie Stephan Otto und Sitzungspräsident Michael Hörter haben bekanntlich das richtige „Händchen“, wenn es um die richtige Mischung geht.

Auch wenn die „Lese“ wenig Eigengewächse auf die Bühne schickt, ist es dem Verein gelungen, der Kowelenzer Faasenacht einen eigenen Stempel aufzudrücken. Auch am Samstagabend verschmolzen Elemente des klassischen Karnevals und Comedy – das anspruchsvolle Publikum dankte es mit guter Laune und prächtiger Stimmung, die in der Rhein-Mosel-Halle alles andere als selbstverständlich ist. Es war der Abend der närrischen Poeten und der Spötter, denen der Fanfarenzug Grün-Gelb von der Karthause den Weg bereitete.

Der Sitzungspräsident ließ zunächst einer Dame den Vortritt: „Protokollaria“ Kirstin Sopp gab ihr närrisches Debüt in der Lesebütt und ließ vergangene „Untaten“ in Berlin und Koblenz Revue passieren. Dabei fehlte auch der seherisch-mahnerische Blick nach vorn nicht. Und es gab den Traum, dass Politiker als Angestellte bei Ikea geläutert werden. Dazu passte die Vision vom Zentralplatz als blühendem Buga-Schängelpark und der Umbau des maroden Stadtbads zum Tropengarten.

Aber auch die Männer zeigten sich als Meister des geschliffenen Vortrags. So präsentierte sich Heimwerker Lothar Hoffmann als „Mann für alle Fälle“. Kurt Mendyka von den Kapuzemännern Kesselheim war seine Verzweiflung über die Machtübernahme der Frauen deutlich anzusehen: Es sei zum Haare raufen, sogar am Vatertag gingen sie jetzt wandern und saufen. Er fühle sich nur noch als halber Mann, seitdem seine Gemahlin die Fernbedienung des Fernsehers kontrolliere.

Auch Heri Lehnert von der Blauen Bütt hat sich eine Dame ausgesucht: „Deutschland ist in den Wechseljahren, denn die Regierungsperioden sind unregelmäßig. Jetzt soll Ängie sehen, wie sie damit klarkommt“. „Knacki“ Deuser zeigte zunächst Macho-Qualitäten, riss aber dann mit seiner Interpretation von Romeo und Julia und mit verblüffender Jonglage das Narrenvolk von den Stühlen.

Nach der Brautschau des „Eifelbauers“ Stefan Vogt schlug die Stunde des gewohnt grandiosen Werner Laube als Speerspitze der Klamaukpartei gegen den Werteverfall. Es war aber auch ein Abend der tänzerischen Höchstleistungen. Mit dabei: Die Engel und Teufel vom HCV, die 13 Zwerge vom gelb-roten Männerballett und die feurigen Piraten, die ebenfalls von der Narrenzunft entsandt worden waren. Akrobatisches Glanzlicht der vierstündigen Gala war jedoch das Gastspiel der Grün-Wei-ßen-Funken aus Kölsch-Büllesbach, die ihre Mariechen mit atemberaubenden Würfen von einer Gruppe zur nächsten schweben ließen.

(sil/ka)
Quelle: http://rhein-zeitung.de/06/02/20/BK/00000202.html
 20.02.2006 © RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2005

Show-Mix für verwöhnte Narren

Traditioneller und alternativer Karneval trafen sich bei der hochkarätigen Sitzung des Lesevereins in der Rhein-Mosel-Halle.

Der politische Karneval lebt! Allerdings kommen die „bösartigsten“ Beiträge aus dem „blauen“ Lager. Die Mittwochs-Sitzung des Katholischen Lesevereins zeigte einmal mehr, dass traditionelle Kowelenzer Faasenacht und „Blaue Bütt“ gut zusammenpassen. Diese Mischung ist ein Rezept gegen leere Säle!

Die Koblenzer Narren schöpften zum offiziellen Abschluss des Sitzungskarnevals noch einmal so richtig aus dem Vollen. Viele derjenigen, die in der Stadt auf dem närrischen Parkett Rang und Namen haben, waren der Einladung des Katholischen Lesevereins in die Rhein-Mosel-Halle gefolgt – um auf der Bühne zum fröhlichen Finale zu blasen. Obwohl das anspruchsvolle Publikum vieles sah, was man in dieser Session bereits auf anderen Bühnen gesehen hatte, wurde die Narretei recht spannend.

Der straffe Fahrplan und die intelligente „Sitzungschoreografie“ sorgten für einen kurzweiligen Abend, den der wortgewandte Michael Hörter (MdL) auch in seinem 17. Jahr als Sitzungspräsident souverän meisterte. Dass bei der „Lese“ einiges anders ist, zeigte sich schon zu Beginn. Das vom Fanfarenzug „Grün-Gelb“ Karthause, den Stadtsoldaten und Gästen vom KV Waldfischbach in der Pfalz gestaltete traditionelle Auftaktsbild wurde abrupt durch den „Lese-Prolog“ von Melina Möhlich unterbrochen. Die „zwangsmaskierte Antikarnevalistin“ nahm die „Beklopptenzeit“ unter Beschuss und erntete wie bereits bei den Husaren-Sitzungen viel Beifall – ebenso wie Leo Wingen, der seine Leidenschaft fürs Protokoll dieses Mal in einer französisch akzentuierten Bistroatmosphäre auslebte. Der Mann von der „Großen“ brach mit Konventionen, während sein Vereinskollege Hans Nobel ganz klassisch seine Koblenzer Kostbarkeiten zum Besten gab. Dieser Spannungsbogen stand für ein kontrastreiches Programm, das Organisatoren und Aktive strikt durchzogen. Die Entdeckung des Abends war jedoch Christoph Hartmann von den Metternicher Funken. Laut und furchtlos würdigte der Schüler vor großer Kulisse die Vorzüge eines antiautoritären Unterrichts für die Entwicklung von frühreifen Genussmenschen. Auch hier gab es einen Kontrapunkt. Und den verkörperte „Felix“ alias Wladi Elsner, dem das Witzrepertoire niemals auszugehen scheint.

Gegensätzliches war auch in Sachen Schautanz zu erleben. Währen die „Hexen“ von den „Rheinfreunden“ und die „Indianer“ vom Horchheimer Carneval Verein gekonnt Party feierten oder in den Wilden Westen reisten, wagte sich die Showtanzgruppe der rot-weiß-goldenen Funken an der Grenze zu Neuland. Markenzeichen: schwierige Schrittfolgen und absolut synchrone Bewegungsabläufe.

Exzellente Vorträge lieferten auch die Gäste ab, die nicht zur Koblenzer Karnevalsszene gehören, allen voran Sparkassen-Mann Lothar Hoffmann, der in fein geschliffenen Reimen über die Katastrophen beim Aufbau eines in 36 Raten finanzierten Campingzeltes berichtete. Sehr politisch wurde Heri Lehnert, Alterspräsident der „Blauen Bütt“. Kostprobe: „Hartz IV ist wie ein String-Tanga. Das Allernotwendigste wird abgedeckt, den Rest kann man sich in den […] schieben.“

Ein verbales Feuerwerk zündete „Knacki“ Deuser, der aus einem Pärchen-Spieleabend mit gewinnsüchtigen Männern und streitsüchtigen Frauen folgenden Extrakt zog: „George Bush führt deshalb Kriege, weil er beim Memory die zweite gelbe Ente nicht bekommen hat.“ Auch der unvermeidliche Ausflug nach Köln fehlte nicht. Den gestalteten Adi Kurtscheid von den „Kapuzemännern“ mit der Kapelle Hommen, während die „kölsche“ Grün-Weißen Funken das spektakuläre Finale der „Lese-Sitzung“ krönten.

Reinhard Kallenbach

Quelle: Zeitungsarchiv RZ-Online