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Archiv Besinnung und Glaube

Worte der Besinnung – Stephan Schwarz Geistlicher Beirat von 1996 – 2010

»Das Leben entdecken« – Stephan Schwarz Geistlicher Beirat von 1996 – 2010

Seit seiner Gründung nimmt der Katholische Leseverein Koblenz seine Selbstverpflichtung, die religiöse Festigung und Vertiefung seiner Mitglieder zu fördern, sehr ernst. Diesem Ziel dienen in besonderer Weise die seit 1986 regelmäßig durchgeführten Besinnungsnachmittage, je einmal in der Advents- und Fastenzeit.
Drei Elemente – Besinnung, Begegnung mit Gott im gemeinsamen Gottesdienst, Begegnung im mitmenschlichen Zusammensein – bestimmen diese Treffen. Sie sind die wesentlichen und notwendigen Schritte, wenn wir unser Leben in seiner Wahrheit und Tiefe klarer erkennen wollen.
Die durch die Hochfeste Weihnachten und Ostern geprägten Tagesthemen dienten durch all die Jahre der Einsicht: Wahrhaft Mensch ist der Mensch nur in seiner Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen. Nur in der Begegnung mit dem Du kann sich mein Ich entfalten.
Eine Feststellung des Soziologen Wolf Lepenies in der „Süddeutschen Zeitung“ verdeutlicht die Bedeutung unserer Besinnungstage, wenn er sagt: „Einer Welt, die sich ihrer Gottlosigkeit rühmt, kommen…auch die weltlichen Glaubens- gewißheiten abhanden. Der vielbeschworene neue Mensch hat sich als der alte Adam erwiesen. An nichts zu glauben und dennoch seinem Leben einen Sinn zu geben, ist ein heroischer Vorschlag für Romanhelden. Der Kitt aber, der Gemeinschaften zusammenhält, lässt sich aus dem Programm der Gleichgültigkeit nicht formen.“ Der alte Adam ist der aus der Sündenfallgeschichte in Gen 3, der Gott nicht braucht, weil er sein eigener Gott sein will.
Unsere Besinnungstage wollen helfen, das Bild vom wahren Menschsein zu entdecken; denn der selbstherrliche Mensch macht sich zu einer Insel und zerstört so sein Leben, das diesen Namen verdient. Der Mensch ist eine freie Kreatur in beständiger und wesentlicher Beziehung zu Gott. Die Existenz des aus der Erde hervorgegangenen Adam hängt an dem Geiste des Lebens, in dem Gott sich dem Menschen mitteilt.
So wird er zu einem persönlichen und zugleich zu einem in Abhängigkeit vitaler Natur, die im Gehorsam zum Ausdruck kommt. Der sündige Adam kann nur dann wieder ganz nach dem Bilde Gottes werden, wenn er nach dem Bilde Jesu Christi neu gestaltet wird, nach dem Bilde des wegen der Offenbarung der Liebe Gottes Gekreuzigten, des Siegers über Sünde und Tod. Das einzige Werk, das wir Menschen zu leisten haben, ist der Glaube an den, den Gott gesandt hat (Joh 6,29). Denn es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Menschen Christus Jesus (1. Tim 2,5).
Und es gibt nur einen Vater, dem die Glaubenden entgegengeführt werden, damit sie durch den Sohn das Leben in Fülle haben. Dieses Leben immer wieder neu zu entdecken, lohnt sich!

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Adventbesinnung – Dr. Manfred Entrich, Dominikaner – 2009

»Wissen um Gestern, Hoffen auf Morgen« – Dominikaner Dr. Manfred Entrich

„Wissen um Gestern, Hoffen auf Morgen“

Am Nikolausabend versammelte sich die Lesefamilie im großen Saal des Eltzerhofs zu einem Besinnungstag, durch den der Dominikaner Dr. Manfred Entrich, Leiter des Bereichs „Pastoral“ der Deutschen Bischofskonferenz, führte.

»Wissen um Gestern, Hoffen auf Morgen«, so hieß das Thema. Er sprach von den Krisen des Lebens, die nicht nur einen Abschluß bedeuten, sondern auch einen Aufbruch zu neuen Ufern. Wer hoffe und auch Wünsche habe, der habe Zukunft und den unbändigen Willen zum Leben. Ob und wie man bete, daran könne man seine eigene Befindlichkeit erkennen. Ein Kreuzzeichen am Morgen oder wann auch immer, sei ein hoffnungsfrohes Innewerden; jeden Tag solle man als Geschenk und als Geburtstag empfinden. 

Der Besinnungstag war umrahmt vom Flötenspiel der Susanne Burgschweiger, der Tochter des Vorsitzenden.

Nach dem Gottesdienst in der Basilika St. Kastor war man noch eine Weile im Eltzerhof bei einem Glas Wein zu gutem Gespräch versammelt.