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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2004

Narren in der Rhein-Mosel-Halle (er)lebten die Zukunft des Karnevals

Toller Büttenzauber erneuerte die „Lese“

Damit hatten selbst Kenner nicht gerechnet: Dass ausgerechnet der Katholische Leseverein dem Koblenzer Sitzungskarneval ein neues Gesicht geben würde, war in der Tat eine Überraschung. Die „Lese“ sorgte mit einem Büttenzauber der Sonderklasse einen Abend lang für viele glückliche Gesichter.

Schulterklopfen, Gratulationen und warme Worte für einen fröhlich grinsenden Präsidenten: So viele Komplimente taten gut – sie waren übrigens nicht übertrieben. Michael Hörter (MdL) und seine Mitstreiter hatten dieses Mal bei der Organisation ein besonders glückliches „Händchen“ gezeigt. Ergebnis: Vier Stunden voller knackiger Reden und feuriger Tänze, darunter gleich mehrere Premieren.

Doch nun der Reihe nach: Beim farbenfrohen Auftakt mit Stadtsoldaten, Fanfarenzug Karthause und der Garde der Rheinfreunde schien noch alles wie immer zu sein. Aber schon Stephan Ottos (zweites) Protokoll deutete an, dass sich nicht nur in der „Lese-Bütt“ ein Generationswechsel vollzieht.

Mit griffigen Reimen frei nach Wilhelm Busch blies der Protokoller den Regierenden den Marsch und gab ihnen mit auf den Weg: „Lügen haben kurze Beine. Man sieht sich im Leben zweimal“ (in der Wahlkabine).

Lothar Hoffmann war für viele die Entdeckung des Abends. Als „Rentner“ sinnierte der Sparkassen-Kommunikationschef über die privaten Folgen des Ruhestands mit Dauergegenwart der Ehefrau („Was da an Liebe übrig bleibt, ist Stoff, aus dem Mann Dramen schreibt“). Köstlich auch der Beitrag von Manfred Molitorisz, der den Klassiker „Ein Münchner im Himmel“ auf seine Art interpretierte.

Als weise erwies sich der Vorstoß der „Lese“, die „andere“ Szene mit ins Boot zu holen. Das hat es in Koblenz so noch nicht gegeben. Und so konnte Heri Lehnert aus der Blauen Bütt seelenruhig vorschlagen, dass man den Kaiser den Holländern schenken solle, damit die nicht mehr das Eck zu parken. Klasse auch die Premiere von „Knacki“ Deuser mit flotten Sprüchen („Zwei Kannibalen essen einen Clown. Sagt der eine: Das schmeckt aber komisch“) und seinem „Rollschuh-Tisch-Stepptanz“. Die Gemeinde war begeistert, ebenso von den rhetorisch perfekten Beiträgen von Werner Laube und Militärdekan Carl Ursprung. Nachdenklich stimmte dagegen Hans Nobel, weil er Missstände in Land, Kommune und Altstadt anprangerte. Obwohl es ein Abend der Bütt war, gab’s viel Musik und Tanz. Die Damen der „Kapuze“, die Rot-Weiß- Goldenen und die die „fliegenden“ Funken vom Zippchen aus Asbach faszinierten nicht nur die Männer. Besonders schön: Die Wüsten- und Puppenshow der Ballettschule Stützer (Gabriele Mertens) mit perfekter Technik und schönen Kostümen. Unbegreiflich, dass es Vereine gibt, die auf solche Gäste verzichten wollen.

 Reinhard Kallenbach

Quelle: Zeitungsarchiv RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2003

Lese-Sitzung 2003

Närrische Aus-„Lese“ Koblenzer Kostbarkeiten

Katholischer Leseverein präsentierte das Beste aus dem Karneval der Stadt – Spritzige Sitzung in bewährter Tradition begeisterte das Publikum in der Rhein-Mosel-Halle.

Du glückliches Koblenz! Welch tolle Weine wachsen doch an den Rebhängen von Rhein und Mosel. Welch närrischen Gewächse sind hier zu Hause. „Kellermeister“ Michael Hörter weiß nur allzu gut, in welchem Keller die besten Tropfen lagern. So präsentierte er in der „guten Stube der Stadt“ eine Aus-„Lese“ der Besten des Koblenzer Karnevals. Und das in wohltuenden drei Stunden – und elf Minuten.

KOBLENZ. Es war eine „Weinprobe“ der Spitzenklasse, zu der die Koblenzer Stadtsoldaten, der Fanfarenzug Grün-Gelb Karthause und das Showorchester Hommen den passenden Rahmen stellten. Auftakt der Redner-Probe: ein ehrlicher Qualitätswein aus dem „Weingut“ Stephan Otto. Und wie’s bei QbA-Weinen zulässig: Angereichert durch Wilhelm Busch, ließ er im Protokoll das Jahr Revue passieren. Als leichter Kabinett präsentierte sich Walter Weiler aus Kesselheim mit Anekdoten, die das Leben schreiben. Etwas für Liebhaber besonderer Weine: Die „trockene Spätlese“ von Rolf Perscheid, der Lese- „Entdeckung des Jahres“ 2002. Kostprobe: „Liebst du mich?“, fragt Eva. Adam: „Wen dann sonst!?“ Oder: Der Mann geht als Halbfertigprodukt in die Ehe. „Und dann wird er fertig gemacht!“

In der Abteilung „Classic“-Weine kredenzte Wladi Elsner von der KG Funken Rot-Weiß-Gold Metternich als „Felix“ Klassiker des Humors: „Fraue sen wie Krawatte: Ma wählt se bei schlechter Beleuchtung – on dann hat ma se am Hals!“

Auslesen sind „Kostbarkeiten“ – auch im Karneval. Eine solche ist Hans Nobel: Nahezu ein halbes Jahrhundert in der Bütt, brilliert er mit Klasse und Charakter – vom „rot-grünen Fallobst“ bis zum Geschäftesterben in der Koblenzer City.

Das kann nur noch eine Beerenauslese toppen: „Im Jahre 20 nach Denzer“ begrüßte der Redner der Klamauk-Partei alle Kowelenzer: Werner Laube, eine Rarität der Spitzenklasse, geschliffen wie eh und je! Da zergeht auch bei den „enttäuschten Fremd-wählern“ jede Pointe auf der Zunge. Thema Sparen: In St. Kastor läuft jetzt ein Anrufbeantworter: „Bitte beichten Sie nach dem Pfeifton“.

Doch nicht nur die Redner überzeugten. Alle Sinne betörten die Tanzformationen: Die „Hoschemer Pänz“ und die Showtanzgruppe des HCV unter Karin Klinke, der Gardetanz der Gülser Seemöwen unter Anita Schmidt, die „Fiesta Mexicana“ der Rheinfreunde Neuendorf unter Nicolina Kurz, „What a feeling“ – die GM-Showtanzgruppe der Ballettschule Stützer unter Gaby Mertens und – leider zum letzten Mal – Heike Adler und Udo Eulgem von den Funken Rot-Weiß-Gold Metternich mit ihrem „Geheimnis des Bildes“.

Nach so viel Berauschendem auf der Bühne und aus der Bütt klang die große Weinprobe des Katholischen Lesevereins traditionell mit dem Schängellied aus – und für „Kellermeister“ Michael Hörter und seinen elf Kellergeistern – mit einem frisch gezapften Pils!(bur)

Quelle: Zeitungsarchiv RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2002

Freche und schillernde Sitzung beim Katholischen Leseverein als großes Sitzungs-Finale

Die Klamaukpartei will den OB stellen

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das einzige Mitglied der Klamaukpartei wird sich um den Chefsessel im Rathaus bewerben. „Wir versprechen nix, aber das halten wir auch“, so der Spitzenkandidat, der als besondere Qualifikation für dieses Amt mehrere Jahre Stammgasterfahrung im „Deutschen Kaiser“ nennt.

Frech, witzig und erstaunlich ausgeschlafen präsentierten sich die Narren am offiziellen Ende der Sitzungsfastnacht. Traditionell hatte ihnen der Katholische Leseverein noch einmal ein Riesenforum im großen Saal der „guten Stube“ präsentiert. Um es vorweg zu sagen: Die Lese steigerte im Vergleich zu den Vorjahren das Niveau ihrer Sitzungen noch einmal erheblich. Und das lag nicht allein am brillanten, nach der Inthronisation noch einmal umgeschriebenen Vortrag von Werner Laube.

Besonders erfreulich war, dass wirklich alle Redner sich in einer hervorragenden Form präsentierten. Dabei kann die „Lese“ besonders stolz auf ihr Eigengewächs Rolf Perscheid sein. Als Banker mit 40 Jahren Berufserfahrung ging er ans Eingemachte. „Vielstimmig“ widmete er sich dem Thema (T)Euro und brachte durch den fiktiven Dialog mit einem Großmütterchen den Saal zum Toben.

Zweite Überraschung des Abends war, dass die GM-Showtruppe nach der Inthronisation noch einmal in die närrische Rhein-Mosel-Halle zurückkehrte und bei der „Lese“ mit ihrer „Best-of-Show“ einen tollen Einstand feierte. „Es war eine gute Idee, Euch hierher zu holen“, so der sichtlich angetane Präsident Michael Hörter. Und Spitzenleistung muss nicht immer zwangsläufig mit großen Namen der Szene verbunden sein. Beweis hierfür war das geschliffene, „astrein“ gereimte Protokoll von Georg Salkow.

Dass Leseverein und Kapuzemänner freundschaftlich verbunden sind, zeigte gerade die Sitzung am Mittwochabend. Die Tollitäten hatten nicht nur ihren imposanten Hofstaat mitgebracht, sondern auch ihre närrischen Aktivisten: Die Funken aller Größen legten eine Gardeshow vom Feinsten hin, Walter Weiler sinnierte gekonnt über die wirklich weltbewegenden Dinge – Alkohol und Frauen. Bemerkenswert war, dass Hofnärrin Doris Mendyka und Hofmarschallin Renate Weiler noch die Muße fanden, um als „Karl und Karlchen“ ein Zwiegespräch zu führen, das so manchem der kostümierten Mitnarren im Saal die Lachtränen in die Augen trieb.

Es war aber auch der Abend der „Denkmäler“ der Kowelenzer Faasenacht. Diese Feststellung gilt ganz besonders für Hans Nobel, der aus den „Koblenzer Kostbarkeiten“ und einer Stadt im Dornröschenschlaf berichtete. Mit geschliffenen Reimen und beißender Ironie überzeugte der Mann von der „Großen“. Kein Wunder, dass viele Sitzungen ohne ihn nicht denkbar sind. Klar, dass dies auch für Karl Rosenbaum gilt. Auch im 55. Jahr auf der Bühne ist er Stammgast bei der Lese. Alle guten Dinge sind drei: Und so bereitete zur späten Stunde Wladi Elsner von den Metternicher Funken mit seinen Kalauern noch viel Freude.

Das Erfolgsrezept der „Lese“ ist einfach: Die Mischung macht’s eben. Neben viel Musik vom Fanfarenzug Grün-Gelb, von Rolf und Michael Fischer sowie den „Flying Bongos“ zelebrierten die Aktiven Tanz der Spitzenklasse. Eine Feststellung die sich für die Showtanzgruppe Gelb-Rot und das Tanzpaar Heike Adler/Udo Eulgem (Metternich) von selbst versteht. Für viele war jedoch neu, dass die „Hexen“ der Rheinfreunde unter der Leitung von Nicolina Kurz auf einem guten Weg sind. Bei soviel Farbenpracht machte es Gerd Kesseler und den Stadtsoldaten sichtlich Spaß, den gelungenen Abend mit dem Schängellied zu beenden. (ka)

Quelle: Zeitungsarchiv RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2001

"Klamaukpartei" wieder da

Leseverein zog alle Register – Kappensitzung mit vielen Überraschungen – Geschliffene Vorträge

Zurück zu den Wurzeln! Es war ein Abend der geschliffenen Vorträge und der Freude. Denn Prinz Franz-Josef hatte sich nun auch offiziell aus dem Krankenhaus zurückgemeldet, um der „Lese-Gemeinde“ in der Rhein-Mosel-Halle seine ganz persönliche Referenz zu erweisen.

KOBLENZ. Die traditionell letzte Veranstaltung des Koblenzer Sitzungskarnevals besaß einmal mehr ihren besonderen Charme, zumal der Leseverein sein Versprechen gehalten hatte und Akteure präsentierte, die niemand auf der Rechnung hatte. So verkündete der gewohnt souveräne Präsident Michael Hörter zur völligen Überraschung aller die Wiederauferstehung der Klamaukpartei – mit Werner Laube. Der hatte sich vor elf Jahren eigentlich aus der Bütt‘ zurückgezogen, um nur noch beim 175. Jubiläum der Kowelenzer Faasenacht ein kurzes Zwischenspiel zu geben. Jetzt wetterte er wieder gegen alles und jeden. Mit perfekter Rhetorik nahm er Nationales und Regionales aufs Korn, das Spektrum reichte vom kondomlosen Boris bis zur Rivalität von St. Kastor und Liebfrauen.

Ein weiterer Trumpf war Walter Weiler. Der „Kapuzemann“ brillierte in seinem völlig freien Vortrag als „angetrunkener Karnevalist“. Perfekt organisiert und choreografiert zeigten außerdem Garden und Showtanzgruppe, dass auch im nördlichsten Stadtteil die Nachwuchsarbeit stimmt.

Die dritte Überraschung des Abends war Sylvia Möhlich, die selbst ihren Prinzgemahl Franz-Josef vorübergehend sprachlos machte. Die Ex-Confluentia klagte ihr Leid: Kochen, Waschen, lange Nächte und ein eitler Pfau, der im Stechschritt durch die Wohnung marschiert, waren die Inhalte ihres toll gereimten und lautstark vorgetragenen närrischen Berichts.

Überhaupt waren die Männer an diesem Abend richtig dran. Unter der Devise „so ist nicht nur meiner, so sind sie all'“ blies auch Caroline Christ von der KAJU St. Josef zum Angriff auf das vermeintlich starke Geschlecht – das Klischee vom rücksichtslosen Rüpel wurde intensiv gepflegt.

Mitten aus dem Leben berichtete auch Karl Rosenbaum. Eines seiner Lieblingsthemen: Haarausfall. Doch der Altmeis~ter spendete Trost: Die Haare kommen wieder, bei den Männern wachsen sie aus Nase und Ohren, bei den Frauen auf den Zähnen . . . 

Doch was wäre eine Sitzung ohne Tanz und Einlagen zum Mitmachen! Die Europameister Heike Adler und Udo Eulgem, die Showtanzgruppe der Rheinfreunde und der Kirchenchor St. Peter sorgten für beste Stimmung ebenso wie die „Pädagogik“ von Thomas Flöck (Heimatfreunde Lay) und der klerikale Humor von Detlev Pilger (Gelb-Rot).

Die Besucher erlebten aber auch einen Abschied: Dr. Ewald Thul stieg zum letzten Mal als Protokoller in die Bütt‘, wo er frei nach Wilhelm Busch das Zeitgeschehen aufs Korn nahm.

Klar, dass am Ende auch das Schängellied nicht fehlen durfte. Diesen Part übernahm (schon traditionell) AKK-Ehrenpräsident Gerd Kesseler.

Reinhard Kallenbach

Quelle: Zeitungsarchiv RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2000

„Die Erde ist ein Jammertal, doch Frohsinn herrscht in diesem Saal“

Viele neue Gesichter in der Bütt
Katholischer Leseverein glänzte mit Überraschungen – auch Tollitäten hatten sichtlich Spaß an der Kappensitzung

„Die Erde ist ein Jammertal, doch Frohsinn herrscht in diesem Saal.“ Getreu dieser Devise zelebrierten die Aktiven der „Lese“ den offiziellen Abschluss des Koblenzer Sitzungskarnevals. Mit ihren Gästen setzten sie dabei auch noch neue Maßstäbe.

Jeder, der die Kappensitzung des Katholischen Lesevereins gesehen hatte, verließ die Rhein-Mosel-Halle mit einem zufriedenen Gesicht und der Gewissheit, dass er die wohl bislang beste närrische Show der „Lese“ erlebt hatte.

Diese schwelgerische Erkenntnis kommt nicht von ungefähr: Der Veranstalter tat gut daran, diejenigen zum Zug kommen zu lassen, die sonst in der lokalen Fastnachtszene eher Geheimtipps sind. Die Entdeckung des Abends war dabei zweifellos Caroline Christ von der Katholischen Jugend St. Josef, die den Männern gehörig die Leviten las.

„Das Häufchen Elend, das nennt sich dann Mann“: Die wortgewaltige „Krankenschwester“ berichtete von großspurigen Möchtegern-Rambos und James Bonds, die sich angesichts bevorstehender Therapien in ein schlaffes Bündel verwandeln.

„Wer sich nicht wehrt, endet am Herd.“ Emanzensprüche wie diese waren für Thomas Flöck kein Thema. Von innigster Liebe zum eigenen Ego entflammt, berichtete der verschleierte Mann von den Heimatfreunden Lay über seinen steinigen Soloweg zum Traualtar – ohne Frau.

„Das höchste Glück auf Erden ist, mit sich selbst vermählt zu werden“, folgerte der wirklich exzellente Redner, dem eine Lachsalve nach der anderen gewiss war. Auch der dritte Trumpf stach. Detlev Pilger, im wirklichen Leben Pastoralreferent, gab eine vollends überzeugende Vorstellung. Der „karnevalistische Beauftragte des Heiligen Vaters“ gab perfekt geschliffene Reime rund um die Irrungen und Wirrungen von Liebe und Religion zum Besten, die die „Gemeinde“ ergänzen musste. „Pfarrer“ Pilgers Worte machten Spaß. Der Mann dürfte künftig nicht nur bei den Gelb-Roten und den Lützelern zu sehen sein. Aber auch die traditionellen Elemente der Lese-Sitzung erschienen im leicht veränderten Gewand. So stürmte das Arzheimer Bergvolk unter Führung von Prinz Hermann-Joseph von Fun-tasien mit einem großen Aufgebot die Halle in der festen Absicht, den Koblenzern zu zeigen, wie man richtig Karneval feiert. „Tretet erst mal in die AKK ein, dann könnt Ihr auch einmal einen richtigen Prinz stellen“, frotzelte daraufhin Sitzungspräsident Michael Hörter zurück. Natürlich gab’s neben dem geschliffenen Vortrag jede Menge weitere Attraktionen für Augen und Ohren. So schickte die „Lese“ mit dem Kirchenchor St. Peter wohl die närrische Überraschung der Saison ins Rennen.

Dafür, dass die tänzerische Komponente nicht zu kurz kam, sorgten die Abonnements-Landesmeister von der Narrenzunft Gelb-Rot und die Tanzgarde der Kesselheimer Kapuzemänner. Einen würdigen Rahmen garantierten zudem die Altmeister Dr. Ewald Thul als Protokoller, Karl Rosenbaum, Wladi Elsner und Manfred Gniffke. Dass es um den Rednernachwuchs der Stadt gar nicht so schlecht bes~tellt ist, zeigte schließlich auch Sebastian Crecelius.

Von den „Flying Bongos“ und den Stadtsoldaten umrahmt, verging die knapp vierstündige Sitzung wie im Fluge. Auch für die Tollitäten galt das Fazit: „Bei der Lese ist es wieder schön gewese.“
 (ka)

„Lese“ zelebrierte professionelle Faasenacht – Tolles Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals

Was für ein Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals! Die Aktiven der „Lese“ und ihre Freunde präsentierten sich bei ihrer närrischen Show in absoluter Hochform.

Von Reinhard Kallenbach
Das dürfte wohl die beste Sitzung gewesen sein, die der Katholische Leserverein bislang „abgeliefert“ hat. Unter Leitung des blendend aufgelegten Präsidenten Michael Hörter zelebrierte man Faasenacht von professioneller Qualität.

Tolle Stimmung von Anfang an, dazu Redner und Tänzer, die trotz mehrwöchigen Sitzungsmarathons keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigten. Im Gegenteil: Schon beim Einmarsch ließen sich Stadtsoldaten, „Gelb-Rote“, Jugendspielmannszug Arzheim und die goldigen Juppi-Girls der Pfarrei St. Josef von der locker-familiären Atmosphäre anstecken.

Und dann kam er: Dr. Ewald Thul. Diesmal nicht als Landgerichtspräsident, sondern als singender und reimender Protokoller. Lieblingsthemen: Reformstau und Euro. Sein heißer Tip gegen Krisen aller Art: Investiert in Sachwerte, kauft Wein vom Leseverein! Natürlich widmete sich der „Lese-Vorsitzende“ auch dem nackten Bacchus von Kobern-Gondorf und bot der gedemütigten Figur Asyl auf dem Denkmal am Görresplatz an.

Was die Pflege karnevalistischer Freundschaften wert ist, zeigte schon der Auftakt des Showprogramms. Keine geringeren als die Vizeeuropameister Udo Eulgem und Heike Adler von den Metternicher Funken begeisterten mit akrobatischen Einlagen, bevor mit Sonja Werner erneut ein Eigengewächs der „Lese“ in die Bütt stieg. Jetzt setzte es für den Elferrat richtige verbale Prügel. Jetzt wissen wir es: Wer in den Rat will, muß dümmer sein als der Durchschnittsbürger.

Fröhlich ging’s weiter: Die närrischen Regenten und ihr Gefolge, vor allem Hofnarr Michael Fischer brachten den Saal zum Kochen. Mal nicht unter Termindruck nahmen sie sich viel Zeit für Musik und für ihren Fahrer Helge Greib, der lauthals sein Leid über den Karnevalsstreß und liebestolle Regenten klagte. Übrigens: Greib ist die Entdeckung der Session für die Bütt.

Längst kein Geheimtip mehr ist Kurt Mendyka von den Kesselheimer Kapuze, der als erfolgloser Angler begann und zum Schluß den „Weißen Hai“ an der Leine hatte. Daß das Ganze auf ho hem Niveau blieb, ist auch der Tanzgarde „Gelb-Rot“ zu verdanken, die mal in traditioneller, mal in spanischer Kluft erschien, warum sie zu den Besten im Land gehört.

Traditionell gab’s dann Blödeleien vom „Lesequatschtett“, frei nach dem Motto „Ein Kind ist uns geboren. Dank dem Herrn, der über uns wohnt.“ Dann kam er – der fleischgewordene Beweis für einen äußerst toleranten Stadtvorstand: Manfred Gniffke, der als Stadtführer traditionell die Grenze dessen auslotete, was er unter Humor versteht.

Der schöne, von den Flying Bongos begleitete Abend klang mit der bezaubernden „Hochzeitsnacht im Hühnerstall“ der Rot-Weißen Funken und Rolli Diells tiefen Griff in die Klamaukkiste aus. Den Schlußpunkt setzte Gerd Kesseler mit dem „Schängellied“.

Quelle: RZ-Online Zeitungsarchiv

Confluentia 2000
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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1999

Stadthistorie endet vor 1000 Jahren

Närrische Show und geschliffene Reden bei der Prunksitzung des Katholischen Lesevereins

Sturmerprobt und grippetrotzend zelebrierte der Katholische Leseverein einmal mehr ein Pontifikalamt des Frohsinns. Das Sitzungsfinale der altehrwürdigen Gesellschaft hatte es in sich, zumal es den Organisatoren gelang, für eine faustdicke Überraschung zu sorgen.

Die „Lese“ hatte es geschafft, fast die gesamte närrische Elite der Koblenzer Redner in die Bütt zu locken. Dabei legten die Gastgeber die Meßlatte sehr hoch, denn sie schickten mit Dr. Ewald Thul einen Routinier ins Rennen. Der schoß sich auch prompt auf den Torso der Historiensäule und das damit verbundene Ende der Koblenzer Stadtgeschichte vor 1000 Jahren ein. Thul spielte auch auf die Gefahrenabwehrverordnung und die damit verbundene Anleinpflicht für Hunde an. Sein Rat: „Laß sie doch im Freien laufen, ich trete gern in jeden Haufen.“ Der Exkurs in die Weltpolitik endete mit dem Fazit zur Clinton-Affäre: „Die über ihn die Nase rümpfen, waten selbst in tiefen Sümpfen.“

Es war nicht nur der Abend des geschliffenen Vortrags. Die „Flying Bongos“ und die Lieder der Gruppe WAD, die Sieger der Büttparade, sorgten für eine ausgelassene Stimmung in der Gemeinde, die vor allem über die Aktionen der Narrenzunft Gelb-Rot staunten: Die zwölfköpfige Garde glänzte mit schwierigen Hebefiguren, während die Showtanzgruppe in die Welt des Meeres entführte.

Mit einem Blick ins Familienalbum meldete sich „Kapuzemann“ Walter Weiler als armer Teufel zu Wort. Seine Diagnose lautete schlicht und ergreifend: „Die Oma hat ein Porzellansyndrom“ – zu deutsch: Sie hat nicht alle Tassen im Schrank.

Mit den Worten „Ich habe fertig, Flasche leer“ meldete sich noch ein Kesselheimer zu Wort. Büttenas Kurt Mendyka glänzte mit seinem Bericht über den Bau seines Hauses und den mißlungenen Eigenanteil, während Altmeister Karl Rosenbaum die Bemühungen der FDP, die Titanic zu heben, am Herzen lagen. Rosenbaum: „Die suchen nach der Bordkapelle, die spielt auch noch beim Untergang so schön.“ Uschi Leber von den Metternicher Funken Rot-Weiß-Gold plagten da schon realere Probleme: Ihre Hochzeitsnacht fiel aus, Indianerbräuche und defekte Wasserbetten hatten dafür gesorgt. Auch „Felix“ Wladi Elsner beschäftigte sich mit Wasser. Seine Neuigkeit: „Bei der Marine nimmt man nur noch Nichtschwimmer, weil die das Schiff länger verteidigen.“

Den unbestrittenen Höhepunkt der Show setzte Werner Laube als Präsident der fidelen „Lützelländer Duckhusaren“. Denn Sitzungspräsident Michael Hörter war es gelungen, den ehemaligen Redner der Klamauk-Partei noch einmal zu reaktivieren. Laube revanchierte sich mit bissigen Anspielungen auf die Vergreisung des Vereinswesens und den „sozialen Faktor“ des Karnevals. Trotz dieser „Auferstehung“ gelang es Rolli Diell, die gute Stimmung bis zum Schluß zu bewahren. Gerd Kesseler hatte zum Schluß die ehrenvolle Aufgabe, die von Stadtsoldaten und Spielmannszug Arzheim begonnene Show abzurunden. Reinhard Kallenbach

Quelle: RZ-Online Zeitungs-Archiv

Confluentia 1999
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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1998

»Asyl für den nackten Bacchus?«

„Lese“ zelebrierte professionelle Faasenacht – Tolles Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals

Was für ein Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals! Die Aktiven der „Lese“ und ihre Freunde präsentierten sich bei ihrer närrischen Show in absoluter Hochform.

Das dürfte wohl die beste Sitzung gewesen sein, die der Katholische Leserverein bislang „abgeliefert“ hat. Unter Leitung des blendend aufgelegten Präsidenten Michael Hörter zelebrierte man Faasenacht von professioneller Qualität.

Tolle Stimmung von Anfang an, dazu Redner und Tänzer, die trotz mehrwöchigen Sitzungsmarathons keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigten. Im Gegenteil: Schon beim Einmarsch ließen sich Stadtsoldaten, „Gelb-Rote“, Jugendspielmannszug Arzheim und die goldigen Juppi-Girls der Pfarrei St. Josef von der locker-familiären Atmosphäre anstecken.

Und dann kam er: Dr. Ewald Thul. Diesmal nicht als Landgerichtspräsident, sondern als singender und reimender Protokoller. Lieblingsthemen: Reformstau und Euro. Sein heißer Tip gegen Krisen aller Art: Investiert in Sachwerte, kauft Wein vom Leseverein! Natürlich widmete sich der „Lese-Vorsitzende“ auch dem nackten Bacchus von Kobern-Gondorf und bot der gedemütigten Figur Asyl auf dem Denkmal am Görresplatz an.

Was die Pflege karnevalistischer Freundschaften wert ist, zeigte schon der Auftakt des Showprogramms. Keine geringeren als die Vizeeuropameister Udo Eulgem und Heike Adler von den Metternicher Funken begeisterten mit akrobatischen Einlagen, bevor mit Sonja Werner erneut ein Eigengewächs der „Lese“ in die Bütt stieg. Jetzt setzte es für den Elferrat richtige verbale Prügel. Jetzt wissen wir es: Wer in den Rat will, muß dümmer sein als der Durchschnittsbürger.

Fröhlich ging’s weiter: Die närrischen Regenten und ihr Gefolge, vor allem Hofnarr Michael Fischer brachten den Saal zum Kochen. Mal nicht unter Termindruck nahmen sie sich viel Zeit für Musik und für ihren Fahrer Helge Greib, der lauthals sein Leid über den Karnevalsstreß und liebestolle Regenten klagte. Übrigens: Greib ist die Entdeckung der Session für die Bütt.

Längst kein Geheimtip mehr ist Kurt Mendyka von den Kesselheimer Kapuze, der als erfolgloser Angler begann und zum Schluß den „Weißen Hai“ an der Leine hatte. Daß das Ganze auf ho hem Niveau blieb, ist auch der Tanzgarde „Gelb-Rot“ zu verdanken, die mal in traditioneller, mal in spanischer Kluft erschien, warum sie zu den Besten im Land gehört.

Traditionell gab’s dann Blödeleien vom „Lesequatschtett“, frei nach dem Motto „Ein Kind ist uns geboren. Dank dem Herrn, der über uns wohnt.“ Dann kam er – der fleischgewordene Beweis für einen äußerst toleranten Stadtvorstand: Manfred Gniffke, der als Stadtführer traditionell die Grenze dessen auslotete, was er unter Humor versteht.

Der schöne, von den Flying Bongos begleitete Abend klang mit der bezaubernden „Hochzeitsnacht im Hühnerstall“ der Rot-Weißen Funken und Rolli Diells tiefen Griff in die Klamaukkiste aus. Den Schlußpunkt setzte Gerd Kesseler mit dem „Schängellied“.

Von Reinhard Kallenbach
Quelle: RZ-Online Zeitungsarchiv

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Lese-Sitzung 1997

»Gierige Promis und Nackte im Lift«

Traditioneller Abschluß des Koblenzer Sitzungskarnevals in der Rhein-Mosel-Halle – Narren zündeten unterhaltsames Feuerwerk
Gierige Promis und Nackte im Lift
Kappensitzung beim Katholischen Leseverein: Eine rundum gelungene Sache

Wenn von der „Mutter der Betroffenheit“ die Rede ist, laufen Karnevalisten zur Hochform auf. Dienstwagen und Düsenjets verleihen der Phantasie nun mal Flügel. Natürlich war Rita Süssmuth auch bei der Kappensitzung der „Lese“ Thema Nummer eins.

Die Narren, die am Mittwoch in der Rhein-Mosel-Halle das große Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals feierten, begnügten sich jedoch nicht damit, allein die Polit-Prominenz aufs Korn zu nehmen. Ihr fröhlicher Rundumschlag machte auch vor dem Elferrat des Katholischen Lesevereins nicht halt.

Beliebtes Opfer: Dr. Ewald Thul, der Michael Hörter im Präsidium würdig vertrat. So vermutete das personifizierte „Karnevalsdenkmal“ Karl Rosenbaum, daß sich der Präsident des Landgerichts um sein närrisches Amt gerissen habe. Der Job sei die letzte Chance für ihn, auch einmal Beifall zu bekommen.

Thul sah dem Narrenulk gelassen entgegen, hatte er doch gerade seine Feuertaufe als „Protokoller“ bestanden. Unter der Devise „so mancher denkt mit Angst und Graus: Wie komm‘ ich mit den Moneten aus?“ berichtete er über die Schattenseite des vergangenen Jahres und lieferte die tröstenden Worte „doch wollen wir nicht ständig weinen – die Sonne wird uns wieder scheinen!“ gleich mit.

Natürlich kam die glänzend-spektakuläre Seite des Sitzungskarnevals nicht zu kurz. Jugendspielmannszug Arzheim und Stadtsoldaten geleiteten die Augenweiden des Abends auf die Bühne: die Tänzerinnen und Tänzer der Narrenzunft Gelb-Rot mit den beiden „Solisten“ Ursula Dziallas und Markus Scherer. Die Aktiven brillierten zunächst in der Gardeformation, später als Schautanzgruppe mit „Dschungelabenteuern“. Die Zuschauer waren von der akrobatischen Glitzernummer begeistert, die von Ellen Friedrich einstudiert worden war und den Gelb-Roten den Titel des Vize-Landesmeisters brachte.

Ihre Verbundenheit mit der „Lese“ zeigten auch die Gülser Husaren, die mit einem Großaufgebot und der Jugendgarde erschienen waren. Mit militärischem Drill und dem traditionellen Säbeltanz erzwangen sie Rakete und Zugabe.

Und dann gab es noch ihn: den jüngsten Gast des Abends. Sören Vogelsang von der Karnevalsgesellschaft „Blau-Weiß“ Bad Breisig stieg wie ein „Großer“ in die Bütt und berichtete von der wundersamen Verwandlung seiner Eltern, die aus niedersächsischen Gefilden stammen, in denen immer Aschermittwoch ist.

Der Umzug an den Rhein schlug auch auf das Gemüt der elterlichen „Gruftis“. Jetzt kennt der Elfjährige Vater und Mutter nicht wieder, da sie jetzt ihre „Midlifecrisis“ keineswegs als graue Trauerklöße, sondern als durchgestylte Faasenachter und Diskogänger bewältigen.

Sonja Reuther und ihr Vater Bernd Rademacher machten die Berichterstattung über Beziehungsprobleme zum Thema. Variante eins: „Wo wird berichtet, wenn ein Mann seine Frau aus dem Fenster stürzt? – In der Bild-Zeitung!“ Variante zwei: „Wo steht es, wenn eine Frau ihren Mann aus dem Fenster stürzt? – In Schöner Wohnen!“.

Nicht nur die „Eigengewächse“, sondern auch die Sitzungskapelle „Flying Bongos“ sorgte für beste Stimmung im Saal. Beppo und Micha alias Rolf und Michael Fischer von den Metternicher Funken setzten mit ihrer gekonnten Mischung aus beißender Satire und Musik noch einen drauf. Traditionsgemäß sorgte Rolli Diell mit seinen Berichten über Striptänzerinnen und Nackte im Fahrstuhl dafür, daß die Sitzung eine runde Sache war.

Quelle: KA RZ-Online Zeitungsarchiv

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1996

Tolle Abschlussoffensive

Mit der letzten Sitzung vor Fastnacht setzte Leseverein Akzente
Viele Höhepunkte – Akteure zeigten Witz und Können

Haben Sie es schon gehört? Der Bundestag zieht nach Taiwan um – teure Arbeitsplätze müssen in Billiglohnländer exportiert werden! Wer die jüngste Kappensitzung des Katholischen Lesevereins besuchte, war nicht nur in puncto Kostensenkung auf dem neuesten Stand.

Tja, ließe man die Narren öfter ans Ruder, wäre vieles einfacher! Unter Trommelwirbel und Glockenspiel des Jugendspielmannszug Arzheim gab’s direkt zu Beginn eine Massenszene, die einem Finale würdig gewesen wäre. Anschließend ging der Elferrat, eskortiert von den Stadtsoldaten und angeführt von Sitzungspräsident Michael Hörter, mit locker-frechen Sprüchen und begleitet von der Sitzungsband Flying Bongos an die Arbeit. Dann kamen neun, mit Geigen bewaffnete Clowns vom Möhnenclub Neuendorf an die Reihe, die einen witzigen und schwierigen Tanz zeigten. Im krassen Gegensatz zu dieser Lebhaftigkeit stand die gemütlich-langsame Art des Dieter Balzer, der zum 15. Mal die Bütt erklommen hatte und verkündete „Wie war das schön, das ganze Jahr hab‘ ich Euch nicht gesehen“. Dann berichtete der Protokollarius über die Schwierigkeiten beim Abfassen eines Protokolls, denn „gemacht wird viel, passieren tut nichts“. Beweis: der Torso der Historiensäule auf dem Görresplatz – geredet wurde viel über das Ding, Erfolgsmeldungen waren jedoch Mangelware. Nach besinnlichem Vortrag kam das Spritzig-Akrobatische zum Zuge. Heike Adler und Udo Eulgem, Gäste von den rot-weiß-goldenen Funken, setzten mit einem technisch hervorragenden Gardetanz Maßstäbe. Karl Rosenbaum, bei den Metternichern aktiv und seit 49 Jahren in der Bütt, setzte eins drauf und berichtete aus dem Leben eines Maifeld-Bauern.

Und dann sangen sich Prinz und Confluentia in die Herzen des Publikums und hinterließen ein besonderes Geschenk: den Marionettentanz von Christel Aikens und Andreas Leininger – zwei sympathische Botschafter der Funken Rot-Weiß in Sachen Frohsinn. Daß die Lese auch „Eigengewächse“ hegt, bewiesen Sonja Reuther und Bernd Rademacher, die im Tochter-Vater-Dialog nicht nur den klerikalen Witz pflegten, sondern auch einen Abstecher in die humoristischen Abgründe der Koblenzer Altstadt machten.

Aber wer wird sich denn gleich streiten! Hans Müller von der Narrenzunft Gelb-Rot versöhnte als Fußballexperte die Gemüter, indem er Definitionen rund um den Ball zum besten gab. Direkt anschließend: Ein Wiedersehen mit Alt-OB Willi Hörter, der als Museumspädagoge durch das kulturelle Leben auf der Festung führte. Alles Theater – unter dieser Devise machten sich Peter und Sabine Alfter, Nico Thomé und Stefan Helm – bekannt als „Lesequatschtett“ – musikalisch über das Geschehen vor Ort und im Land lustig. Und danach schickte die gelb-rote Tanzgarde mit schwungvoller Einlage die Narren in die Pause.

Frisch gestärkt ging’s weiter mit Liedern von Rolf und Michael Fischer, ebenfalls „Leihgaben“ der Metternicher Funken. Nachdem auch Heinz Grindel mit seiner Mondlichtparodie („Frauen sind die Oasen im Leben eines Mannes – und Männer die Kamele“) einige Lachsalven abgefeuert hatte, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Rolli Diell hatte als alter Hase keine Schwierigkeiten mehr, das Faß zum Überlaufen zu bringen. Unbestrittener Höhepunkt: das Finale mit der faszinierenden Brasil-Show der Gelb-Roten und Gerd Kesselers Schängel-Lied.

KA
Quelle: www@rhein-zeitung.de

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Lese-Sitzung 1994

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Prinzenorden 1994