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Lesefahrt 2022 – die Festungen in Koblenz

Festungsfahrt mit Manfred Böckling, M. A.

Ein ganz anderes Veranstaltungsformat, aber ganz bestimmt ein mehr als interessantes…
Die Teilnehmer unseres Veranstaltungsangebotes, die Festungsanlagen unserer Stadt einmal näher kennenzulernen, waren gespannt, was Manfred Böckling, M. A., als versierter Kenner der Materie so alles zu berichten wusste.
Nachdem sich die Teilnehmer auf dem Kastorhof getroffen hatten, ging es mit dem Auto zum ersten Stopp! .

Die Karthause mit den Festungsanlagen der Feste Alexander (leider nur noch das Löwentor quasi übrig) und das Fort Konstantin mit seinem markanten Kehlturm am Fuße des Berges. In seinen Ausführungen ging Manfred Böckling ebenso auf die Zusammenhänge der Namensgeber ein, wie auf die Bedeutung dieser Festungsanlagen im Süden unserer Stadt.

Nach diesem gelungenen Auftakt ging es zum nördlichsten Punkt der Großfestung Koblenz. Das Fort Asterstein (benannt nach General von Aster) war der nächste Haltepunkt. Das mit viel Liebe vom Förderverein betreute Bauwerk wusste viel zu erzählen, was auch in den Ausführungen von Manfred Böckling sich wiedergefunden hat.
Mit dem Besuch der Feste Franz im Westen der Stadt endete ein ebenso kurzweiliger, wie interessanter Nachmittag mit einer fachkundigen Leitung.

Die Heimat hat eben auch genug zu erzählen, waren sich alle einig. Gerne wieder…

Stephan Otto

Fotos – Claus Conzen

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Lesefahrt 2020 – Beaune / Burgund

Lesefahrt 2020 - Beaune / Burgund

Beaune/Burgund . Stadt der Kunst und der Geschichte und Hauptstadt der Weine
Eine Reise des Katholischen Lesevereins, Koblenz
Samstag, 27.06. — Dienstag, 30.06.2020
Die von alten Befestigungsmauern umgürtete Stadt wird als Handelszentrum für die burgundischen Weine angesehen. Die Altstadt beherbergt bemerkenswerte Monumente und offenbart dem Spaziergänger einen schönen Blick auf Renaissance-Stadthäuser, hübsche Fachwerkhäuser und charmante Innenhöfe. Nehmen Sie sich Zeit zum Flanieren die architektonischen Schätze der Stadt Beaune zu erkunden.
1. Tag: Samstag, 27.06.2020
Anreise Koblenz — Beaune
Um 7.30 Uhr Abfahrt in Koblenz und Anreise über Metz, Nancy und Dijon nach Beaune. Sie übernachten im Greet Hotel*** am Rande des Zentrums von Beaune. Abendessen im Hotel und Übernachtung.
2. Tag: Sonntag, 28.06.2020
Stadtbesichtigung Beaune
Nach dem Frühstück lernen Sie Beaune bei einer 45-minütigen Fahrt mit dem „Visiotrain“ näher kennen. Sie entdecken das vielfältige Kulturerbe der Altstadt, sehen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sowie die Weinberge. Anschließend besichtigen Sie das Hospiz Hôtel-Dieu, das Juwel der mittelalterlichen burgundischen Architektur, das im 15. Jahrhundert auf Wunsch des Kanzlers des Herzogs von Burgund, Nicolas Rolin, errichtet wurde, um den bedürftigsten Kranken zu helfen. In diesem herrlichen Ensemble mit den berühmten Dächern aus glasierten Ziegeln, das als Historisches Monument klassifiziert wurde, befindet sich heute ein Museum für Medizingeschichte. Bei der Besichtigung können Sie insbesondere den wunderschönen Ehrenhof, den beeindruckenden Armensaal, die gotische Kapelle, die Küche oder auch die Apotheke sowie ein Kunstwerk der flämischen Malerei aus dem 15. Jahrhundert bewundern: Den Weltgerichtsaltar, der dem Künstler Rogier van der Weyden zugeschrieben wird. Anschließend bleibt genügend Zeit für eigene Erkundungen. Abendessen und Übernachtung.
3. Tag: Montag, 29.06.2020
Tagesausflug nach Dijon Inkl. Stadtführung und Weinprobe
Heute Vormittag fahren Sie nach Dijon. Während einer 1,5-stündigen Stadtführung lernen Sie die Hauptstadt des Burgunds näher kennen. Sie sehen unter anderem den Herzogen Palast, das Stadtpalais, die Kirche Notre-Dame sowie die Kathedrale Saint-Bénigne. Am Nachmittag nehmen Sie auf dem Weg zurück nach Beaune an einer Weinprobe teil.
4. Tag: Dienstag, 30.06.2020
Heimreise
Nach dem Frühstück treten Sie mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise an.

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Lesefahrt 2019 – Görlitz und Niederschlesien

Impressionen der Lesereise nach Niederschlesien 

Die diesjährige Lesefahrt führte uns von unserem Hotel in Görlitz auch in das heutige polnische Niederschlesien.

Sowohl zu Fuß als auch per Bus erlebten wir zunächst Görlitz, die im Krieg nicht zerstörte, schöne Stadt an der Neiße. Beim Bummel durch die Jahrhunderte sahen wir zunächst die Nachbildung des Heiligen Grabes aus dem 15. Jh. und die Peterskirche mit der Sonnenorgel. Die Altstadtbrücke verbindet Deutschland und Polen. Beide Stadtteile, gerade einmal 100m entfernt, verbinden heute zwei Länder und zwei Währungsgebiete.

Mit einer Waldeisenbahn fahren wir bequem zum heutigen Welterbe des von Fürst Pückler in Bad Muskau angelegten Parks. Er erstreckt sich nicht nur auf deutschem, sondern auch auf polnischem Gebiet. Die Zeit erlaubte nur einen kurzen Besuch und die Erkundung eines kleinen Teils der gepflegten Landschaft. In der Kulturstätte Kunstmühle in Ludwigsdorf bei Görlitz nahmen wir unser Abendessen ein.

Zu diesem Zeitpunkt stieß auch unser geistlicher Beirat Pfarrer Peter Bleeser zu uns, der wegen eines Besuchs in Rom erst mit einem Tag Verspätung auf unsere Reisegruppe traf.

Der dritte Tag führte uns zunächst zur Basilika der großen schlesischen Heiligen Hedwig in Trebnitz, um anschließend nach Breslau zu fahren. Eine Stadtrundfahrt im Bus und ein kleiner Rundgang über den Marktplatz bis zur Aula Leopoldina waren für diese junge Stadt aber zu kurz. Diese zentrale Stadt in Mittelost-Europa hat so viel mehr zu bieten. Weiter ging es nach Wahlstatt (erbaut nach dem Sieg 1241 über die Mongolen) zur Kirche zum Hl. Kreuz und zur St. Hedwigskirche in Liegnitz. Das rustikale Abendessen fand in einer polnischen Mühle statt.

Der Sonntag galt zunächst dem Gottesdienst in der überaus prachtvollen Gnadenkirche in Hirschberg (Polen). Wir konnten dem polnischen Gottesdienst gut folgen und nahmen mit etwas Überraschung auch die tiefe Gläubigkeit der polnischen Mitchristen sowie die große Anzahl der Kirchenbesucher zur Kenntnis. Die natürliche Frömmigkeit unterscheidet sich sehr von unserem christlichen Leben in Rheinland-Pfalz.

Danach ging es im Hirschberger Tal zum größten schlesischen Schloss Fürstenstein. Nach dem Essen im Schlossrestaurant erfuhren wir eine beeindruckende Führung unter dem Titel „Von den Piasten bis zu den Geheimnissen des dritten Reiches“. Das Schloss sollte einmal ein Kriegs- Ausweichquartier für Adolf Hitler werden. Dazu ist es trotz begonnener Umbauten aber nie gekommen.

Schließlich besuchten wir noch die nach dem Westfälischen Frieden 1648 in einem Jahr nur aus Holz erbaute Friedenskirche in Schweidnitz (Welterbe der UNESCO). Diese evangelische Kirche, bot mit mehreren Emporen bis zu 7.500 Personen Platz.

Nicht erst die Reformation nach 1500, sondern auch die Mongolen hatten Schlesien schon im Jahre 1241 erreicht. Nachdem die Mongolen zunächst Breslau noch zerstören konnten, fand in Liegnitz aber das Ende ihres Siegeszuges statt (nach dem Tod ihres Führers) und die westliche Ausbreitung des Mongolenreiches hatte damit ein Ende gefunden. Der Aufbau der schlesischen Städte begann daher nach erst dem Jahr 1241.

Klosterleben, Auflösung der Klöster, Reformation, Dreißigjähriger Krieg, all das war an vielen Stellen Thema unserer Reise. Erst mit dem Preußen Friedrich dem Großen, bei dem jeder nach seiner Fasson selig werden konnte, fanden Glaubenskriege in Mitteleuropa ein Ende.

Auf der Heimfahrt kamen wir noch in die Lessingstadt Kamenz. Der Besuch in der auch als Museum genutzten ehemaligen Franziskanerkirche St. Anna zeigte uns sechs einzigartige, mittelalterliche Schnitzaltäre. Unter kompetenter Führung wurden wir auf viele Details der Altäre aufmerksam gemacht.

Eine interessante, wenn auch manchmal anstrengende Reise mit vielen neuen und intensiven Eindrücken ging für uns zu Ende. Viele der besichtigten Orte würden Alleinreisende wohl nicht aufsuchen und damit sozusagen übersehen. Das ist der Vorteil einer Lese-Gruppenreise.

Wir sind unserem Reiseorganisator Adolf Meinung sehr dankbar für diese und viele andere schöne Reisen, die er in den letzten Jahren für die Lese organisiert und sachkundig begleitet hat. Nach nahezu 25 Jahren hat er jetzt seinen Rückzug angekündigt. Ihm gilt deshalb unser herzlicher Dank für die teils ausgefallenen und immer interessanten Ziele der Lese in den vergangenen Jahren.

Herzliche Grüße
Der Vorstand des Katholischen Lesevereins Koblenz

von Heinz-Peter Mertens und Adolf Meinung

Vorbereitung der Lesefahrt 2019 …. »» weiterlesen

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Lesung 2018 – Joseph Görres ein Portrait im Spiegel seiner Briefe

»Joseph Görres ein Portrait im Spiegel seiner Briefe« - Frau Dr. Monika Fink-Lang

Am 22. Oktober 2018 trug Frau Dr. Monika Fink-Lang im Görres-Haus zu Joseph Görres ein Portrait im Spiegel seiner Briefe vor.

Lesung 2018 – Frau Dr. Monika Fink-Lang

In der ersten Phase seines Lebens als im Sommer 1789 die Französische Revolution beginnt, sieht der 13jährige Gymnasiast die Franzosen in Koblenz einziehen und gehört zu einem Häufchen begeisterter Revolutionsanhänger, die die anrückenden Franzosen mit Enthusiasmus bejubeln, beseelt von der Hoffnung auf eine glänzende Zukunft und Freiheit. Seine erste Zeitung, das Rothe Blatt, das er mit 22 Jahren gründete, steht unter diesem Vorzeichen.

Seine Parisreise führt zur politischen Desillusionierung, die revolutionäre Zeit ist vorbei. Die erste Phase des politischen Engagements endet. Er heiratet Katharina von Lassaulx und lebt weiterhin in Koblenz, wo er am Koblenzer Gymnasium unterrichtet in Physik und Chemie trotz fehlender universitärer Ausbildung und nebenbei beschäftigt er sich mit Medizin und Naturwissenschaften und mit der Naturphilosophie. Die naturwissenschaftlichen und naturphilosophischen Werke machen ihn in der Fachwelt bekannt.

1806 bietet sich für ihn die Gelegenheit, an einer Universität zu lehren, und zwar in Heidelberg. Er verbringt dort zwei Jahre, hält Vorlesungen über Philosophie und Kunst, über Natur und Kosmos. Es werden zwei wichtige Jahre, in denen er mit Clemens Brentano und Achim von Arnim Freundschaft schließt und zu einem Hauptvertreter der sogenannten Heidelberger Romantik wird.
Nach Heidelberg beschäftigt er sich darüber hinaus intensiv mit germanistischen und altdeutschen Themen, angesteckt von Brentano und Arnim und von den germanistischen Studien der Gebrüder Grimm.
Er gibt eine Sammlung mittelalterlicher Quellen heraus. Seine große Mythengeschichte der asiatischen Welt beschäftigt sich mit den Wurzeln aller Mythe und aller Religion in Asien. Zwei ganze Jahre lang lernt er Altpersisch, nur um ein persisches Epos zu übersetzen, den Schahnameh des Firdusi.

In den Jahren 1814 bis 1816 gelangt er als Herausgeber des Rheinischen Merkurs zu nie gekannter Berühmtheit. Es ist eine kritische Zeitung, ein Brief an den preußischen Staatskanzler Hardenberg aus dem Jahr 1815 zeigt dies, indem er alles oder nichts die vollständige Zensurfreiheit fordert.
Er schreibt: „Nein, ich habe ein heiliges Amt zu verwalten, ich muss es nach meinem Gewissen führen oder völlig niederlegen. Die Folge war das Verbot der Zeitung im Januar 1816.

Görres geht ins Exil nach Straßburg und Aarau in der Schweiz und es vollendet sich seine endgültige Rückkehr zur katholischen Kirche.

1827 bekam er einen Ruf als Professor für Geschichte in München und war dort der Mittelpunkt eines Kreises katholischer Gelehrter. In seiner Streitschrift Athanasius war er zum Sprecher des katholischen Deutschlands gegen die Willkür des preußischen Staates und zum Anwalt der Kirche und der Gleichberechtigung Konfessionen geworden. Mit seiner Christlichen Mystik hatte er eine groß angelegte Apologie des katholischen Glaubens uns seinen Traditionen gegen den säkularisierten Zeitgeist und den Liberalismus und Rationalismus versucht.

Am Ende seines Lebens ist in seinem allerletzten Brief kurz vor Ausbruch der Revolution 1848 zu entnehmen, dass der Optimismus Görres trotz aller Widrigkeiten ein Leben lang begleitet hat und das Vertrauen auf einen göttlichen Plan, der über sein eigenes Schicksal und über das der Welt bestimmt, das Bewusstsein von der Vorsehung eines wohlwollenden Gottes geführt zu sein, bestimmt.

Heinz-Peter Mertens
(nach dem Manuskript von Frau Dr. Fink-Lang)

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Lesefahrt 2018 – in die Ardennen

Die Lesefahrt 2018 führte in die Ardennen

Die große Lesefahrt 2018 startete mit etwa 35 Personen vom 15. bis 18. Juni erstmals in die Ardennen, in das große Waldgebiet und seine reiche Kulturlandschaft im Westen von Rheinland-Pfalz.
Begonnen hat die Lesereise in Lüttich mit ihren acht Jahrhunderten Tradition als Fürstbistum. Heute ist sie eine Stadt der Zukunft. Dafür steht symbolisch der vom Spanier Calatrava erbaute moderne TGV-Bahnhof.
Von Lüttich aus fuhren wir zum prächtigen Jagd-Schloss Modave (ehem. Burg aus dem 12. Jh.), das hoch über dem Tal des Hoyoux mit wundervollem Blick auf die Umgebung thront. In der kleinen Stadt Barvaux sur Ourthe blieben wir drei Nächte im Hotel Azur en Ardenne.
Unweit vom Hotel besuchten wir die kleinste Stadt Belgiens, Durbuy. Die Festungsstadt Dinant im engen Tal der Maas mit ihrer trotz vieler Kriegsverletzungen eindrucksvollen Stiftskirche Notre Dame (Kollegialkirche) war unser nächstes Ziel. In der Festung auf dem Berg erlebten wir Irrsinn der Kriege. In den herrlichen Gartenanlagen von Annevoie, direkt am Ufer der Maas gelegen, harmonieren dagegen Pracht und Würde des französischen Gartenbaus mit der Romantik englischer und dem Raffinement italienischer Gärten.
Am Nachmittag besuchen wir dann noch das aktive Benediktiner-Kloster Maredsous nahe Namur. Getreu dem Benediktiner-Motto „Ora et Labora“ brauen die Mönche hier ein erstklassiges Bier und produzieren wunderbaren Käse. Wir probierten natürlich beides.
Am Sonntag ging es nach Frankreich, und zwar zunächst in die französische Ardennen-Hauptstadt Charleville-Meziéres mit der berühmten Place Ducale. Anschließend erlebten wir die größte und sehenswerte Burganlage in Frankreich, die Burg Sedan und die zu ihren Füßen liegende kleine Stadt
Am letzten Tag unserer Reise, starteten wir mit einem Besuch der steinzeitlichen Grotten von Remouchamps im Tal der Amblève mit ihren fantastischen Tropfstein- und Kristallformationen, ehe wir zu den abschließenden Besuchen in Spa und in Stavelot aufbrachen. Das Casino von Spa ist das älteste der Welt, sein Mineralwasser trinkt man in aller Welt und Auto-Fans der Formel 1 -Rennstrecke Spa-Francorchamps kommen aus aller Welt. Die ehemalige Reichsabtei zu-Stavelot (seit 648) und die Fachwerksgässchen luden zum Bummeln ein. Auch Karl der Grosse soll sich hier aufgehalten haben. Weihnachten 1944 tobten hier die Kämpfe der Ardennen-Offensive. Das vielseitige Ardennenprogramm zeigte uns allen, welche großen Schätze sich in unserer Nähe befinden und immer eine Reise wert sind.
Adolf Meinung

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Lesung 2018 – Löwenherz auf Burg Trifels

Löwenherz auf Burg Trifels

Der zweite Vortrag von Alexander Thon M.A., Lahnstein behandelte das Thema:

Die Gefangenschaft König Richards I. „Löwenherz“ von England auf Burg Trifels 1193 / 1194

Es ist eines der spektakulärsten Ereignisse des gesamten Mittelalters. Auf dem Rückweg vom Dritten Kreuzzug (1189-1192) wird der englische König Richard I., genannt Löwenherz, am 21. Dezember 1192 in der Nähe von Wien trotz Verkleidung erkannt und von Soldaten Herzog Leopolds V. von Österreich gefangengenommen. Hintergrund war das äußerst ungeschickte Verhalten Richards, der es vor und während dem Kreuzzug verstanden hatte, sowohl den französischen König als auch den römisch-deutschen Kaiser und eben auch den österreichischen Herzog gegen sich aufzubringen. Nichtsdestoweniger war es ein veritabler Skandal: Ein Pilger auf der Rückkehr aus dem Heiligen Land stand unter dem Schutz der Kirche und durfte nicht belangt werden. Dennoch ließ Leopold V. den englischen Herrscher auf Burg Dürnstein arretieren und lieferte ihn schließlich nach längeren Verhandlungen am 23. März 1193 in Speyer an Kaiser Heinrich VI. aus.

Froh über den prominenten Gefangenen, der ihm ein politisches Faustpfand gegen die oppositionellen deutschen Reichsfürsten verschafft, lässt Heinrich VI. den König von England in der Folgezeit für mehr als zehn Monate an verschiedenen Orten im römisch-deutschen Reich auf ehrenvolle Weise festhalten, namentlich in Speyer, Hagenau, Worms, Mainz und auf Burg Trifels. Angesichts nur sehr weniger aussagekräftiger Schriftquellen war bisher sehr umstritten, wie lange Richard sich an den einzelnen Orten aufgehalten hat. Der sensationelle Fund einer bisher für diese Frage unbekannten kurzen Chronik eines namentlich nicht überlieferten Mönchs aus der Benediktinerabtei Weingarten noch aus den späten 1190er Jahren bringt nun Licht in das bisherige Dunkel: Demnach verbrachte König Richard „fast ein ganzes Jahr“ auf Burg Trifels, bevor er am 4. März 1194 in Mainz freigelassen wurde. Diese einzigartige und äußerst glaubwürdige Quelle hat zukünftig die als die wichtigste Aussage eines Zeitgenossen zur Gefangenschaft Richards I. „Löwenherz“ zu gelten.

Als Autor des gerade erschienenen Buches gab Thon sich kenntnisreich in vielen Details der Burganlagen. Er empfahl Gelegenheiten zu nutzen die Burgen selbst zu besuchen und auf sich wirken zu lassen. 

 

Alexander Thon M.A. widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte. Er hat mehr als 170 Publikationen, insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht. Darunter auch eines zum Königsstuhl in Rhens.

Heinz-Peter Mertens

Fotos: Krumbhorn

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Lesefahrt 2017 – Herbstfahrt in den Naturpark Nordeifel

Herbstfahrt - Tagesausflug in den Naturpark Nordeifel 

Herbstfahrt_2017

Der Herbstausflug 2017 des Lesevereins führte uns in das Freilichtmuseum Kommern und in die Stadt Bad Münstereifel bei herbstlichem Wetter. Das heute 60-jährige Freilichtmuseum Kommern umfasst überwiegend Bauernhäuser aus der Zeit von 1750 bis 1920 und zeigt uns das Leben drei bis acht Generation voraus. Wir sehen dabei auch, wie sich unsere Heimat verändert hat in der Art des Lebens und in der Zusammensetzung der Bevölkerung. Es ist keine 150 Jahre her, dass unsere Vorfahren aus Not in die Fremde zogen und ihr Heil in Übersee suchten – ähnlich wie Flüchtlinge heute aus anderen Teilen der Welt nach Europa drängen.

60 Jahre Freilichtmuseum zeigen aber auch die Vergänglichkeit: Häuser, die vom Niederrhein bis zum Westerwald und Hunsrück dort aufgestellt sind, nachdem sie zuvor vor Ort abgebaut wurden, bedürfen ständiger Renovierung. Alles wandelt sich und alles, was der Mensch schafft, ist vergänglich. Eine vor 15 Jahren geschaffene Ausstellung zeigt darüberhinaus die Entwicklung bis 1945 von der Zeit Napoleons bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Anschließend ging es nach Bad Münstereifel, einer Stadt mit langer Tradition an der Erft, die sich dadurch auszeichnet, ein Factory-Outlet-Center in die Stadt geholt zu haben. 30 Anbieter sind neben den städtischen Anbietern dort angesiedelt und führten am Samstag zu einer belebten Innenstadt. Optisch konnte die Fachwerkstruktur der Stadt dadurch erhalten und genutzt werden, zumindest was die Schokoladenseite der Häuser angeht. Die Nutzung der Obergeschosse ist jedoch nicht mehr möglich, da deutsche Vorschriften – insbesondere des Brandschutzes – faktisch eine Nutzung verhindern. Die Fremdenführer führten uns durch diese historische Stadt, die zu den wenigen gehört, die noch von einer vollständigen Stadtmauer umgeben sind.

Den Abschluss unserer Fahrt bildete Mendig, wo wir in der Vulkan-Brauerei bei Speis und Trank unsere Gedanken austauschen konnten. Die Planung von Adolf Meinung war ein weiteres Mal gelungen und wir können uns schon auf seine weiteren Vorschläge für neue Reisen freuen.
Ihr Heinz-Peter Mertens

Sieh, das Gute liegt so nah` 
Ein weiterer Erlebnisbericht von Adolf Meinung

Man muß nicht immer weit fahren, um Neues zu entdecken. Unser Ziel am 9. September war zunächst das Rheinische Landschaftsmuseum in Kommern bei Mechernich. Gleich hinter der NRW-Landesgrenze erfahren auch die Rheinland-Pfälzer, besonders die Rheinländer, sehr viel über rheinisches Leben und Wohnen in den vergangenen Jahrhunderten. Gut restaurierte und oftmals eingerichtete ehemalige Bauern- und Wohnhäuser aus der Gegend zwischen Koblenz, dem Westerwald und der Eifel stehen in diesem Landschaftspark. Um sich das große Gelände zu erschließen, muß man einiges laufen. Gut, dass die Lese keine „Fußkranken“ dabei hatte. Schön für alle war besonders die Sonderausstellung „Wir Rheinländer“. Auch die Koblenzer Herzen schlugen höher als man die Halle mit den lebensgroßen Figuren in den nachgestellten engen Gassen, vor und in den Häusern, in Karnevals –oder Polizeiuniformen des 19. und 20. Jh. entdeckte. Auch Tragisches aus der Zeit der Kriege kann man nachempfinden. 
Nach den Stunden in Kommern besuchten wir das Rur-und Kur-Städtchen Bad Münstereifel mit seiner Stiftskirche, der wunderbaren Fußgängerzonen und mit ihren über 50 City-Outlet Läden mit den Modenamen aus der ganzen Welt. Herrlich für Damen – und manchen Herren. Die Führung durch die Stadt zeigte uns auch die große Vergangenheit dieser sehenswerten Stadt, die wieder richtig auflebt. Nicht nur wegen Heino´s Café im Kurhaus. Und der Abschluß des Tages wurde wieder zünftig. In der Vulkanbrauerei in Mendig fanden die über dreißig Koblenzer einen herrlichen Platz, um gut zu essen und zu trinken. 
Fazit: Die Lese findet immer gute Ziele für Reisen. Man müßte nur mehr Mut haben und mal wieder dabei sein. Zum Beispiel im kommenden Jahr.   
Ihr Adolf Meinung

Herbstfahrt am 09.09.2017

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Lesefahrt 2017 – nach Südböhmen

Südböhmen- das Zauberland zwischen Wald, Moldau und mittelalterlichen Städten

Lesefahrt nach Südböhmen-vom 19. bis 22. Juni 2017, Von Lustschlössern und böhmischen Dörfern.

Die Lesefahrt 2017 entführte die Lesefamilie in die reizenden Kulturlandschaften Südböhmens. Hier bewegten wir uns vielfach auf ehemaligem deutschen Kulturboden. Fast überall spürte man in den Städten, Burgen und Schlössern noch die uns langsam aus den Augen und dem Sinn entschwindende kulturelle, deutsche Vergangenheit. Die schöne Reise wurde zu einem lebendigen Geschichtsunterricht.

Am Anreisetag fuhren wir zunächst nach Passau. Der herrliche Dom mit der größten Orgel der Welt war ein erstes großes Erlebnis für die Lese. Im „Sonnenhof“ bei Wegscheid lag unser schönes Nachtquartier. Am nächsten Morgen besuchten wir das (wieder) lebende Zisterzienserkloster Hohenfurth an der Moldau. Prächtiger Barock und eine stolze Schatzkammer waren Zeugen der gelungenen Restaurierung des nach 1990 wieder bezogenen Klosters. In der Welterbestadt Budweis („Bier“) hatten wir für drei Tage ein tolles Hotel, direkt neben dem größten Marktplatz Böhmens. Klar, hier wurde dann manches gute Bier getrunken. Und die Stadt mit dem bestechend schönen Marktplatz ist jeden Wiederholungsbesuch wert. Budweis

Unweit von Budweis liegt wohl der größte Städteschatz Böhmens, das zauberhafte Krumau. Krumau

Das Schloss hoch oben, krumme Gassen unten, die Moldau fließt in Bögen durch die Stadt, überallem liegt der Zauber des wohlhabenden Mittelalters und einer reichen Kultur- bis heute. Die Familie Fürst Schwarzenberg hat einige ihrer Schlösser zurückerhalten. Besonders das Schloss Frauenberg (Hluboka) mit seinem erhaltenen Interieur lässt keine Langeweile aufkommen. Schloss Hluboka

Jeder Raum bietet Erlesenes. Man kann sich gar nicht sehen an diesem Schloss im Tudorstil hoch oben über Böhmen. Und mit dem Kloster Kladruby bei Pilsen endete dann die fünftägige Lesefahrt 2017. Hier erlebten wir wieder ein eindrucksvolles Bauwerk dieser Klosterlandschaft Böhmens. Eine „Schatzkammer Mitteleuropas“ nannte man früher Böhmen. Zu Recht. Seine Landschaft, gleich hinter dem Bayerischen Wald, gelegen, von Adalbert Stifter gefühlvoll beschrieben, war ein tolles Ziel der Lese 2017.

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Lesefahrt 2016 – Sommerreise in die Altmark

Dome, Burgen, zwei Kaiser, Bismarck und die Hanse, die Sommerreise in die Altmark

In der Baumkuchenbäckerei Salzwedel gibt die Chefin Bettina Hennig „heiße“ Erläuterungen zur Herstellung. Baumkuchen Bäckerei.

Die sonnige Schiffahrt auf dem ruhigen Arendsee wurde zum Naturerlebnis für die Lesefamilie. Arendsee

Aufmerksame Zuhörer beim Orgelkonzert im 1000jährigen Dom zu Havelberg. Dom zu Havelberg

Eine gesunde Klostersuppe verspeisten wir im Sommerrefektorium von Kloster Jerichow. Kloster Jerichow

Das Rathaus von Tangermünde ist ein Prachtbau der norddeutschen Backsteingotik. Rathaus Tangermünde

Der Stendaler Roland vor dem Rathaus „verteidigt“ die alten Stadtrechte. Stendaler Roland

Die Vielfalt der Reiselandschaft wird jeden Erstbesucher überraschen. Die Altmark ist uraltes Bauernland, aber auch ein Handelszentrum des Mittelalters. Allein acht große Hansestädte zeigen noch heute voll Stolz ihre Insignien: prächtige Bürgerhäuser, große Kirchen und Dome mit bemerkenswerten Schätzen. Über 250, vielfach noch romanische Feldstein-Dorfkirchen, Schlösser und Gutshäuser, Klöster und eine große Gastfreundschaft begegnet dem Besucher.

Aus der Altmark ist vor rd. 600 Jahren die Mark Brandenburg hervorgegangen. Deren Geschichte, von den Askaniern bis zu den Hohenzollern reicht. Die Reise führte auch nach Preußen, zum ersten Reichskanzler Bismarck, dessen Geburtsort Schönhausen mit Kirche und Schloß besucht wurde. Auch zwei Kaisern, Lothar III. (Königslutter) und überraschenderweise Karl IV. (Tangermünde) begegneten wir. 

Wie liesen uns überraschen von dem an der ehemaligen Zonengrenze gelegenen, überschaubaren Landstrich zwischen Wolfsburg im Westen und der Elbe im Osten, mit ehemaligen Hansestädten wie Stendal, Tangermünde, Salzwedel, Havelberg u.a., die einst zu den reichsten im Reich zählten. Unverfälschte Romanik repräsentiert das aus dem 12. Jh. stammende ehemalige Kloster Jerichow. Die vielen Dorfkirchen sind ein weiterer Schatz der Region. Mühevoll restauriert, auch die beliebten Reiseziele, z.B. in Wust, wo der Hauptmann Katte begraben liegt, den der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. enthaupten ließ, weil er dem Königssohn zur Flucht vor dem verhassten Vater half.

Die Burg in Tangermünde war einst der „Zweitwohnsitz“ von Kaiser Karls IV., dem es an der Elbe wohl genauso gefiel wie an der Moldau in Prag.
Die mittelalterliche Substanz der Städte ist über alle Zeiten hinweg sehr gut erhalten geblieben. Die Restaurierungen der Neuzeit haben aus den nach dem Krieg verwahrlosten Städten neue Schmuckstücke gemacht. 
Mit zahlreichen neuen Eindrücken kehrten wir nach Koblenz zurück.

Adolf Meinung

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Lesung 2016 – Burgen an Mittelrhein

Lesung - Burgen an Mittelrhein

Der Vorsitzende Heinz-Peter Mertens konnte zahlreiche Mitglieder und Gäste im Delphi Restaurant des Koblenzer Ruderclubs begrüßen und mit Alexander Thon eine Präsentation ausgewählter Burgen am Mittelrhein vorstellen. Burgen gehören wie der Rhein und der Loreleyfelsen zum Mittelrhein. 

Als Autor des gerade erschienenen Buches gab Thon sich kenntnisreich in vielen Details der Burganlagen. Er empfahl Gelegenheiten zu nutzen die Burgen selbst zu besuchen und auf sich wirken zu lassen. 

Alexander Thon M.A. widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte. 
Er hat mehr als 170 Publikationen, insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht. Darunter auch eines zum Königsstuhl in Rhens.

Heinz-Peter Mertens

Fotos: Krumbhorn