Katholischer Leseverein präsentierte das Beste aus dem Karneval der Stadt – Spritzige Sitzung in bewährter Tradition begeisterte das Publikum in der Rhein-Mosel-Halle.
Du glückliches Koblenz! Welch tolle Weine wachsen doch an den Rebhängen von Rhein und Mosel. Welch närrischen Gewächse sind hier zu Hause. „Kellermeister“ Michael Hörter weiß nur allzu gut, in welchem Keller die besten Tropfen lagern. So präsentierte er in der „guten Stube der Stadt“ eine Aus-„Lese“ der Besten des Koblenzer Karnevals. Und das in wohltuenden drei Stunden – und elf Minuten.
KOBLENZ. Es war eine „Weinprobe“ der Spitzenklasse, zu der die Koblenzer Stadtsoldaten, der Fanfarenzug Grün-Gelb Karthause und das Showorchester Hommen den passenden Rahmen stellten. Auftakt der Redner-Probe: ein ehrlicher Qualitätswein aus dem „Weingut“ Stephan Otto. Und wie’s bei QbA-Weinen zulässig: Angereichert durch Wilhelm Busch, ließ er im Protokoll das Jahr Revue passieren. Als leichter Kabinett präsentierte sich Walter Weiler aus Kesselheim mit Anekdoten, die das Leben schreiben. Etwas für Liebhaber besonderer Weine: Die „trockene Spätlese“ von Rolf Perscheid, der Lese- „Entdeckung des Jahres“ 2002. Kostprobe: „Liebst du mich?“, fragt Eva. Adam: „Wen dann sonst!?“ Oder: Der Mann geht als Halbfertigprodukt in die Ehe. „Und dann wird er fertig gemacht!“
In der Abteilung „Classic“-Weine kredenzte Wladi Elsner von der KG Funken Rot-Weiß-Gold Metternich als „Felix“ Klassiker des Humors: „Fraue sen wie Krawatte: Ma wählt se bei schlechter Beleuchtung – on dann hat ma se am Hals!“
Auslesen sind „Kostbarkeiten“ – auch im Karneval. Eine solche ist Hans Nobel: Nahezu ein halbes Jahrhundert in der Bütt, brilliert er mit Klasse und Charakter – vom „rot-grünen Fallobst“ bis zum Geschäftesterben in der Koblenzer City.
Das kann nur noch eine Beerenauslese toppen: „Im Jahre 20 nach Denzer“ begrüßte der Redner der Klamauk-Partei alle Kowelenzer: Werner Laube, eine Rarität der Spitzenklasse, geschliffen wie eh und je! Da zergeht auch bei den „enttäuschten Fremd-wählern“ jede Pointe auf der Zunge. Thema Sparen: In St. Kastor läuft jetzt ein Anrufbeantworter: „Bitte beichten Sie nach dem Pfeifton“.
Doch nicht nur die Redner überzeugten. Alle Sinne betörten die Tanzformationen: Die „Hoschemer Pänz“ und die Showtanzgruppe des HCV unter Karin Klinke, der Gardetanz der Gülser Seemöwen unter Anita Schmidt, die „Fiesta Mexicana“ der Rheinfreunde Neuendorf unter Nicolina Kurz, „What a feeling“ – die GM-Showtanzgruppe der Ballettschule Stützer unter Gaby Mertens und – leider zum letzten Mal – Heike Adler und Udo Eulgem von den Funken Rot-Weiß-Gold Metternich mit ihrem „Geheimnis des Bildes“.
Nach so viel Berauschendem auf der Bühne und aus der Bütt klang die große Weinprobe des Katholischen Lesevereins traditionell mit dem Schängellied aus – und für „Kellermeister“ Michael Hörter und seinen elf Kellergeistern – mit einem frisch gezapften Pils!(bur)
Freche und schillernde Sitzung beim Katholischen Leseverein als großes Sitzungs-Finale
Die Klamaukpartei will den OB stellen
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das einzige Mitglied der Klamaukpartei wird sich um den Chefsessel im Rathaus bewerben. „Wir versprechen nix, aber das halten wir auch“, so der Spitzenkandidat, der als besondere Qualifikation für dieses Amt mehrere Jahre Stammgasterfahrung im „Deutschen Kaiser“ nennt.
Frech, witzig und erstaunlich ausgeschlafen präsentierten sich die Narren am offiziellen Ende der Sitzungsfastnacht. Traditionell hatte ihnen der Katholische Leseverein noch einmal ein Riesenforum im großen Saal der „guten Stube“ präsentiert. Um es vorweg zu sagen: Die Lese steigerte im Vergleich zu den Vorjahren das Niveau ihrer Sitzungen noch einmal erheblich. Und das lag nicht allein am brillanten, nach der Inthronisation noch einmal umgeschriebenen Vortrag von Werner Laube.
Besonders erfreulich war, dass wirklich alle Redner sich in einer hervorragenden Form präsentierten. Dabei kann die „Lese“ besonders stolz auf ihr Eigengewächs Rolf Perscheid sein. Als Banker mit 40 Jahren Berufserfahrung ging er ans Eingemachte. „Vielstimmig“ widmete er sich dem Thema (T)Euro und brachte durch den fiktiven Dialog mit einem Großmütterchen den Saal zum Toben.
Zweite Überraschung des Abends war, dass die GM-Showtruppe nach der Inthronisation noch einmal in die närrische Rhein-Mosel-Halle zurückkehrte und bei der „Lese“ mit ihrer „Best-of-Show“ einen tollen Einstand feierte. „Es war eine gute Idee, Euch hierher zu holen“, so der sichtlich angetane Präsident Michael Hörter. Und Spitzenleistung muss nicht immer zwangsläufig mit großen Namen der Szene verbunden sein. Beweis hierfür war das geschliffene, „astrein“ gereimte Protokoll von Georg Salkow.
Dass Leseverein und Kapuzemänner freundschaftlich verbunden sind, zeigte gerade die Sitzung am Mittwochabend. Die Tollitäten hatten nicht nur ihren imposanten Hofstaat mitgebracht, sondern auch ihre närrischen Aktivisten: Die Funken aller Größen legten eine Gardeshow vom Feinsten hin, Walter Weiler sinnierte gekonnt über die wirklich weltbewegenden Dinge – Alkohol und Frauen. Bemerkenswert war, dass Hofnärrin Doris Mendyka und Hofmarschallin Renate Weiler noch die Muße fanden, um als „Karl und Karlchen“ ein Zwiegespräch zu führen, das so manchem der kostümierten Mitnarren im Saal die Lachtränen in die Augen trieb.
Es war aber auch der Abend der „Denkmäler“ der Kowelenzer Faasenacht. Diese Feststellung gilt ganz besonders für Hans Nobel, der aus den „Koblenzer Kostbarkeiten“ und einer Stadt im Dornröschenschlaf berichtete. Mit geschliffenen Reimen und beißender Ironie überzeugte der Mann von der „Großen“. Kein Wunder, dass viele Sitzungen ohne ihn nicht denkbar sind. Klar, dass dies auch für Karl Rosenbaum gilt. Auch im 55. Jahr auf der Bühne ist er Stammgast bei der Lese. Alle guten Dinge sind drei: Und so bereitete zur späten Stunde Wladi Elsner von den Metternicher Funken mit seinen Kalauern noch viel Freude.
Das Erfolgsrezept der „Lese“ ist einfach: Die Mischung macht’s eben. Neben viel Musik vom Fanfarenzug Grün-Gelb, von Rolf und Michael Fischer sowie den „Flying Bongos“ zelebrierten die Aktiven Tanz der Spitzenklasse. Eine Feststellung die sich für die Showtanzgruppe Gelb-Rot und das Tanzpaar Heike Adler/Udo Eulgem (Metternich) von selbst versteht. Für viele war jedoch neu, dass die „Hexen“ der Rheinfreunde unter der Leitung von Nicolina Kurz auf einem guten Weg sind. Bei soviel Farbenpracht machte es Gerd Kesseler und den Stadtsoldaten sichtlich Spaß, den gelungenen Abend mit dem Schängellied zu beenden. (ka)
Leseverein zog alle Register – Kappensitzung mit vielen Überraschungen – Geschliffene Vorträge
Zurück zu den Wurzeln! Es war ein Abend der geschliffenen Vorträge und der Freude. Denn Prinz Franz-Josef hatte sich nun auch offiziell aus dem Krankenhaus zurückgemeldet, um der „Lese-Gemeinde“ in der Rhein-Mosel-Halle seine ganz persönliche Referenz zu erweisen.
KOBLENZ. Die traditionell letzte Veranstaltung des Koblenzer Sitzungskarnevals besaß einmal mehr ihren besonderen Charme, zumal der Leseverein sein Versprechen gehalten hatte und Akteure präsentierte, die niemand auf der Rechnung hatte. So verkündete der gewohnt souveräne Präsident Michael Hörter zur völligen Überraschung aller die Wiederauferstehung der Klamaukpartei – mit Werner Laube. Der hatte sich vor elf Jahren eigentlich aus der Bütt‘ zurückgezogen, um nur noch beim 175. Jubiläum der Kowelenzer Faasenacht ein kurzes Zwischenspiel zu geben. Jetzt wetterte er wieder gegen alles und jeden. Mit perfekter Rhetorik nahm er Nationales und Regionales aufs Korn, das Spektrum reichte vom kondomlosen Boris bis zur Rivalität von St. Kastor und Liebfrauen.
Ein weiterer Trumpf war Walter Weiler. Der „Kapuzemann“ brillierte in seinem völlig freien Vortrag als „angetrunkener Karnevalist“. Perfekt organisiert und choreografiert zeigten außerdem Garden und Showtanzgruppe, dass auch im nördlichsten Stadtteil die Nachwuchsarbeit stimmt.
Die dritte Überraschung des Abends war Sylvia Möhlich, die selbst ihren Prinzgemahl Franz-Josef vorübergehend sprachlos machte. Die Ex-Confluentia klagte ihr Leid: Kochen, Waschen, lange Nächte und ein eitler Pfau, der im Stechschritt durch die Wohnung marschiert, waren die Inhalte ihres toll gereimten und lautstark vorgetragenen närrischen Berichts.
Überhaupt waren die Männer an diesem Abend richtig dran. Unter der Devise „so ist nicht nur meiner, so sind sie all'“ blies auch Caroline Christ von der KAJU St. Josef zum Angriff auf das vermeintlich starke Geschlecht – das Klischee vom rücksichtslosen Rüpel wurde intensiv gepflegt.
Mitten aus dem Leben berichtete auch Karl Rosenbaum. Eines seiner Lieblingsthemen: Haarausfall. Doch der Altmeis~ter spendete Trost: Die Haare kommen wieder, bei den Männern wachsen sie aus Nase und Ohren, bei den Frauen auf den Zähnen . . .
Doch was wäre eine Sitzung ohne Tanz und Einlagen zum Mitmachen! Die Europameister Heike Adler und Udo Eulgem, die Showtanzgruppe der Rheinfreunde und der Kirchenchor St. Peter sorgten für beste Stimmung ebenso wie die „Pädagogik“ von Thomas Flöck (Heimatfreunde Lay) und der klerikale Humor von Detlev Pilger (Gelb-Rot).
Die Besucher erlebten aber auch einen Abschied: Dr. Ewald Thul stieg zum letzten Mal als Protokoller in die Bütt‘, wo er frei nach Wilhelm Busch das Zeitgeschehen aufs Korn nahm.
Klar, dass am Ende auch das Schängellied nicht fehlen durfte. Diesen Part übernahm (schon traditionell) AKK-Ehrenpräsident Gerd Kesseler.
„Die Erde ist ein Jammertal, doch Frohsinn herrscht in diesem Saal“
Viele neue Gesichter in der Bütt Katholischer Leseverein glänzte mit Überraschungen – auch Tollitäten hatten sichtlich Spaß an der Kappensitzung
„Die Erde ist ein Jammertal, doch Frohsinn herrscht in diesem Saal.“ Getreu dieser Devise zelebrierten die Aktiven der „Lese“ den offiziellen Abschluss des Koblenzer Sitzungskarnevals. Mit ihren Gästen setzten sie dabei auch noch neue Maßstäbe.
Jeder, der die Kappensitzung des Katholischen Lesevereins gesehen hatte, verließ die Rhein-Mosel-Halle mit einem zufriedenen Gesicht und der Gewissheit, dass er die wohl bislang beste närrische Show der „Lese“ erlebt hatte.
Diese schwelgerische Erkenntnis kommt nicht von ungefähr: Der Veranstalter tat gut daran, diejenigen zum Zug kommen zu lassen, die sonst in der lokalen Fastnachtszene eher Geheimtipps sind. Die Entdeckung des Abends war dabei zweifellos Caroline Christ von der Katholischen Jugend St. Josef, die den Männern gehörig die Leviten las.
„Das Häufchen Elend, das nennt sich dann Mann“: Die wortgewaltige „Krankenschwester“ berichtete von großspurigen Möchtegern-Rambos und James Bonds, die sich angesichts bevorstehender Therapien in ein schlaffes Bündel verwandeln.
„Wer sich nicht wehrt, endet am Herd.“ Emanzensprüche wie diese waren für Thomas Flöck kein Thema. Von innigster Liebe zum eigenen Ego entflammt, berichtete der verschleierte Mann von den Heimatfreunden Lay über seinen steinigen Soloweg zum Traualtar – ohne Frau.
„Das höchste Glück auf Erden ist, mit sich selbst vermählt zu werden“, folgerte der wirklich exzellente Redner, dem eine Lachsalve nach der anderen gewiss war. Auch der dritte Trumpf stach. Detlev Pilger, im wirklichen Leben Pastoralreferent, gab eine vollends überzeugende Vorstellung. Der „karnevalistische Beauftragte des Heiligen Vaters“ gab perfekt geschliffene Reime rund um die Irrungen und Wirrungen von Liebe und Religion zum Besten, die die „Gemeinde“ ergänzen musste. „Pfarrer“ Pilgers Worte machten Spaß. Der Mann dürfte künftig nicht nur bei den Gelb-Roten und den Lützelern zu sehen sein. Aber auch die traditionellen Elemente der Lese-Sitzung erschienen im leicht veränderten Gewand. So stürmte das Arzheimer Bergvolk unter Führung von Prinz Hermann-Joseph von Fun-tasien mit einem großen Aufgebot die Halle in der festen Absicht, den Koblenzern zu zeigen, wie man richtig Karneval feiert. „Tretet erst mal in die AKK ein, dann könnt Ihr auch einmal einen richtigen Prinz stellen“, frotzelte daraufhin Sitzungspräsident Michael Hörter zurück. Natürlich gab’s neben dem geschliffenen Vortrag jede Menge weitere Attraktionen für Augen und Ohren. So schickte die „Lese“ mit dem Kirchenchor St. Peter wohl die närrische Überraschung der Saison ins Rennen.
Dafür, dass die tänzerische Komponente nicht zu kurz kam, sorgten die Abonnements-Landesmeister von der Narrenzunft Gelb-Rot und die Tanzgarde der Kesselheimer Kapuzemänner. Einen würdigen Rahmen garantierten zudem die Altmeister Dr. Ewald Thul als Protokoller, Karl Rosenbaum, Wladi Elsner und Manfred Gniffke. Dass es um den Rednernachwuchs der Stadt gar nicht so schlecht bes~tellt ist, zeigte schließlich auch Sebastian Crecelius.
Von den „Flying Bongos“ und den Stadtsoldaten umrahmt, verging die knapp vierstündige Sitzung wie im Fluge. Auch für die Tollitäten galt das Fazit: „Bei der Lese ist es wieder schön gewese.“ (ka)
„Lese“ zelebrierte professionelle Faasenacht – Tolles Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals
Was für ein Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals! Die Aktiven der „Lese“ und ihre Freunde präsentierten sich bei ihrer närrischen Show in absoluter Hochform.
Von Reinhard Kallenbach Das dürfte wohl die beste Sitzung gewesen sein, die der Katholische Leserverein bislang „abgeliefert“ hat. Unter Leitung des blendend aufgelegten Präsidenten Michael Hörter zelebrierte man Faasenacht von professioneller Qualität.
Tolle Stimmung von Anfang an, dazu Redner und Tänzer, die trotz mehrwöchigen Sitzungsmarathons keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigten. Im Gegenteil: Schon beim Einmarsch ließen sich Stadtsoldaten, „Gelb-Rote“, Jugendspielmannszug Arzheim und die goldigen Juppi-Girls der Pfarrei St. Josef von der locker-familiären Atmosphäre anstecken.
Und dann kam er: Dr. Ewald Thul. Diesmal nicht als Landgerichtspräsident, sondern als singender und reimender Protokoller. Lieblingsthemen: Reformstau und Euro. Sein heißer Tip gegen Krisen aller Art: Investiert in Sachwerte, kauft Wein vom Leseverein! Natürlich widmete sich der „Lese-Vorsitzende“ auch dem nackten Bacchus von Kobern-Gondorf und bot der gedemütigten Figur Asyl auf dem Denkmal am Görresplatz an.
Was die Pflege karnevalistischer Freundschaften wert ist, zeigte schon der Auftakt des Showprogramms. Keine geringeren als die Vizeeuropameister Udo Eulgem und Heike Adler von den Metternicher Funken begeisterten mit akrobatischen Einlagen, bevor mit Sonja Werner erneut ein Eigengewächs der „Lese“ in die Bütt stieg. Jetzt setzte es für den Elferrat richtige verbale Prügel. Jetzt wissen wir es: Wer in den Rat will, muß dümmer sein als der Durchschnittsbürger.
Fröhlich ging’s weiter: Die närrischen Regenten und ihr Gefolge, vor allem Hofnarr Michael Fischer brachten den Saal zum Kochen. Mal nicht unter Termindruck nahmen sie sich viel Zeit für Musik und für ihren Fahrer Helge Greib, der lauthals sein Leid über den Karnevalsstreß und liebestolle Regenten klagte. Übrigens: Greib ist die Entdeckung der Session für die Bütt.
Längst kein Geheimtip mehr ist Kurt Mendyka von den Kesselheimer Kapuze, der als erfolgloser Angler begann und zum Schluß den „Weißen Hai“ an der Leine hatte. Daß das Ganze auf ho hem Niveau blieb, ist auch der Tanzgarde „Gelb-Rot“ zu verdanken, die mal in traditioneller, mal in spanischer Kluft erschien, warum sie zu den Besten im Land gehört.
Traditionell gab’s dann Blödeleien vom „Lesequatschtett“, frei nach dem Motto „Ein Kind ist uns geboren. Dank dem Herrn, der über uns wohnt.“ Dann kam er – der fleischgewordene Beweis für einen äußerst toleranten Stadtvorstand: Manfred Gniffke, der als Stadtführer traditionell die Grenze dessen auslotete, was er unter Humor versteht.
Der schöne, von den Flying Bongos begleitete Abend klang mit der bezaubernden „Hochzeitsnacht im Hühnerstall“ der Rot-Weißen Funken und Rolli Diells tiefen Griff in die Klamaukkiste aus. Den Schlußpunkt setzte Gerd Kesseler mit dem „Schängellied“.
Närrische Show und geschliffene Reden bei der Prunksitzung des Katholischen Lesevereins
Sturmerprobt und grippetrotzend zelebrierte der Katholische Leseverein einmal mehr ein Pontifikalamt des Frohsinns. Das Sitzungsfinale der altehrwürdigen Gesellschaft hatte es in sich, zumal es den Organisatoren gelang, für eine faustdicke Überraschung zu sorgen.
Die „Lese“ hatte es geschafft, fast die gesamte närrische Elite der Koblenzer Redner in die Bütt zu locken. Dabei legten die Gastgeber die Meßlatte sehr hoch, denn sie schickten mit Dr. Ewald Thul einen Routinier ins Rennen. Der schoß sich auch prompt auf den Torso der Historiensäule und das damit verbundene Ende der Koblenzer Stadtgeschichte vor 1000 Jahren ein. Thul spielte auch auf die Gefahrenabwehrverordnung und die damit verbundene Anleinpflicht für Hunde an. Sein Rat: „Laß sie doch im Freien laufen, ich trete gern in jeden Haufen.“ Der Exkurs in die Weltpolitik endete mit dem Fazit zur Clinton-Affäre: „Die über ihn die Nase rümpfen, waten selbst in tiefen Sümpfen.“
Es war nicht nur der Abend des geschliffenen Vortrags. Die „Flying Bongos“ und die Lieder der Gruppe WAD, die Sieger der Büttparade, sorgten für eine ausgelassene Stimmung in der Gemeinde, die vor allem über die Aktionen der Narrenzunft Gelb-Rot staunten: Die zwölfköpfige Garde glänzte mit schwierigen Hebefiguren, während die Showtanzgruppe in die Welt des Meeres entführte.
Mit einem Blick ins Familienalbum meldete sich „Kapuzemann“ Walter Weiler als armer Teufel zu Wort. Seine Diagnose lautete schlicht und ergreifend: „Die Oma hat ein Porzellansyndrom“ – zu deutsch: Sie hat nicht alle Tassen im Schrank.
Mit den Worten „Ich habe fertig, Flasche leer“ meldete sich noch ein Kesselheimer zu Wort. Büttenas Kurt Mendyka glänzte mit seinem Bericht über den Bau seines Hauses und den mißlungenen Eigenanteil, während Altmeister Karl Rosenbaum die Bemühungen der FDP, die Titanic zu heben, am Herzen lagen. Rosenbaum: „Die suchen nach der Bordkapelle, die spielt auch noch beim Untergang so schön.“ Uschi Leber von den Metternicher Funken Rot-Weiß-Gold plagten da schon realere Probleme: Ihre Hochzeitsnacht fiel aus, Indianerbräuche und defekte Wasserbetten hatten dafür gesorgt. Auch „Felix“ Wladi Elsner beschäftigte sich mit Wasser. Seine Neuigkeit: „Bei der Marine nimmt man nur noch Nichtschwimmer, weil die das Schiff länger verteidigen.“
Den unbestrittenen Höhepunkt der Show setzte Werner Laube als Präsident der fidelen „Lützelländer Duckhusaren“. Denn Sitzungspräsident Michael Hörter war es gelungen, den ehemaligen Redner der Klamauk-Partei noch einmal zu reaktivieren. Laube revanchierte sich mit bissigen Anspielungen auf die Vergreisung des Vereinswesens und den „sozialen Faktor“ des Karnevals. Trotz dieser „Auferstehung“ gelang es Rolli Diell, die gute Stimmung bis zum Schluß zu bewahren. Gerd Kesseler hatte zum Schluß die ehrenvolle Aufgabe, die von Stadtsoldaten und Spielmannszug Arzheim begonnene Show abzurunden. Reinhard Kallenbach
„Lese“ zelebrierte professionelle Faasenacht – Tolles Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals
Was für ein Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals! Die Aktiven der „Lese“ und ihre Freunde präsentierten sich bei ihrer närrischen Show in absoluter Hochform.
Das dürfte wohl die beste Sitzung gewesen sein, die der Katholische Leserverein bislang „abgeliefert“ hat. Unter Leitung des blendend aufgelegten Präsidenten Michael Hörter zelebrierte man Faasenacht von professioneller Qualität.
Tolle Stimmung von Anfang an, dazu Redner und Tänzer, die trotz mehrwöchigen Sitzungsmarathons keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigten. Im Gegenteil: Schon beim Einmarsch ließen sich Stadtsoldaten, „Gelb-Rote“, Jugendspielmannszug Arzheim und die goldigen Juppi-Girls der Pfarrei St. Josef von der locker-familiären Atmosphäre anstecken.
Und dann kam er: Dr. Ewald Thul. Diesmal nicht als Landgerichtspräsident, sondern als singender und reimender Protokoller. Lieblingsthemen: Reformstau und Euro. Sein heißer Tip gegen Krisen aller Art: Investiert in Sachwerte, kauft Wein vom Leseverein! Natürlich widmete sich der „Lese-Vorsitzende“ auch dem nackten Bacchus von Kobern-Gondorf und bot der gedemütigten Figur Asyl auf dem Denkmal am Görresplatz an.
Was die Pflege karnevalistischer Freundschaften wert ist, zeigte schon der Auftakt des Showprogramms. Keine geringeren als die Vizeeuropameister Udo Eulgem und Heike Adler von den Metternicher Funken begeisterten mit akrobatischen Einlagen, bevor mit Sonja Werner erneut ein Eigengewächs der „Lese“ in die Bütt stieg. Jetzt setzte es für den Elferrat richtige verbale Prügel. Jetzt wissen wir es: Wer in den Rat will, muß dümmer sein als der Durchschnittsbürger.
Fröhlich ging’s weiter: Die närrischen Regenten und ihr Gefolge, vor allem Hofnarr Michael Fischer brachten den Saal zum Kochen. Mal nicht unter Termindruck nahmen sie sich viel Zeit für Musik und für ihren Fahrer Helge Greib, der lauthals sein Leid über den Karnevalsstreß und liebestolle Regenten klagte. Übrigens: Greib ist die Entdeckung der Session für die Bütt.
Längst kein Geheimtip mehr ist Kurt Mendyka von den Kesselheimer Kapuze, der als erfolgloser Angler begann und zum Schluß den „Weißen Hai“ an der Leine hatte. Daß das Ganze auf ho hem Niveau blieb, ist auch der Tanzgarde „Gelb-Rot“ zu verdanken, die mal in traditioneller, mal in spanischer Kluft erschien, warum sie zu den Besten im Land gehört.
Traditionell gab’s dann Blödeleien vom „Lesequatschtett“, frei nach dem Motto „Ein Kind ist uns geboren. Dank dem Herrn, der über uns wohnt.“ Dann kam er – der fleischgewordene Beweis für einen äußerst toleranten Stadtvorstand: Manfred Gniffke, der als Stadtführer traditionell die Grenze dessen auslotete, was er unter Humor versteht.
Der schöne, von den Flying Bongos begleitete Abend klang mit der bezaubernden „Hochzeitsnacht im Hühnerstall“ der Rot-Weißen Funken und Rolli Diells tiefen Griff in die Klamaukkiste aus. Den Schlußpunkt setzte Gerd Kesseler mit dem „Schängellied“.
Von Reinhard Kallenbach Quelle: RZ-Online Zeitungsarchiv
Mit der letzten Sitzung vor Fastnacht setzte Leseverein Akzente Viele Höhepunkte – Akteure zeigten Witz und Können
Haben Sie es schon gehört? Der Bundestag zieht nach Taiwan um – teure Arbeitsplätze müssen in Billiglohnländer exportiert werden! Wer die jüngste Kappensitzung des Katholischen Lesevereins besuchte, war nicht nur in puncto Kostensenkung auf dem neuesten Stand.
Tja, ließe man die Narren öfter ans Ruder, wäre vieles einfacher! Unter Trommelwirbel und Glockenspiel des Jugendspielmannszug Arzheim gab’s direkt zu Beginn eine Massenszene, die einem Finale würdig gewesen wäre. Anschließend ging der Elferrat, eskortiert von den Stadtsoldaten und angeführt von Sitzungspräsident Michael Hörter, mit locker-frechen Sprüchen und begleitet von der Sitzungsband Flying Bongos an die Arbeit. Dann kamen neun, mit Geigen bewaffnete Clowns vom Möhnenclub Neuendorf an die Reihe, die einen witzigen und schwierigen Tanz zeigten. Im krassen Gegensatz zu dieser Lebhaftigkeit stand die gemütlich-langsame Art des Dieter Balzer, der zum 15. Mal die Bütt erklommen hatte und verkündete „Wie war das schön, das ganze Jahr hab‘ ich Euch nicht gesehen“. Dann berichtete der Protokollarius über die Schwierigkeiten beim Abfassen eines Protokolls, denn „gemacht wird viel, passieren tut nichts“. Beweis: der Torso der Historiensäule auf dem Görresplatz – geredet wurde viel über das Ding, Erfolgsmeldungen waren jedoch Mangelware. Nach besinnlichem Vortrag kam das Spritzig-Akrobatische zum Zuge. Heike Adler und Udo Eulgem, Gäste von den rot-weiß-goldenen Funken, setzten mit einem technisch hervorragenden Gardetanz Maßstäbe. Karl Rosenbaum, bei den Metternichern aktiv und seit 49 Jahren in der Bütt, setzte eins drauf und berichtete aus dem Leben eines Maifeld-Bauern.
Und dann sangen sich Prinz und Confluentia in die Herzen des Publikums und hinterließen ein besonderes Geschenk: den Marionettentanz von Christel Aikens und Andreas Leininger – zwei sympathische Botschafter der Funken Rot-Weiß in Sachen Frohsinn. Daß die Lese auch „Eigengewächse“ hegt, bewiesen Sonja Reuther und Bernd Rademacher, die im Tochter-Vater-Dialog nicht nur den klerikalen Witz pflegten, sondern auch einen Abstecher in die humoristischen Abgründe der Koblenzer Altstadt machten.
Aber wer wird sich denn gleich streiten! Hans Müller von der Narrenzunft Gelb-Rot versöhnte als Fußballexperte die Gemüter, indem er Definitionen rund um den Ball zum besten gab. Direkt anschließend: Ein Wiedersehen mit Alt-OB Willi Hörter, der als Museumspädagoge durch das kulturelle Leben auf der Festung führte. Alles Theater – unter dieser Devise machten sich Peter und Sabine Alfter, Nico Thomé und Stefan Helm – bekannt als „Lesequatschtett“ – musikalisch über das Geschehen vor Ort und im Land lustig. Und danach schickte die gelb-rote Tanzgarde mit schwungvoller Einlage die Narren in die Pause.
Frisch gestärkt ging’s weiter mit Liedern von Rolf und Michael Fischer, ebenfalls „Leihgaben“ der Metternicher Funken. Nachdem auch Heinz Grindel mit seiner Mondlichtparodie („Frauen sind die Oasen im Leben eines Mannes – und Männer die Kamele“) einige Lachsalven abgefeuert hatte, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Rolli Diell hatte als alter Hase keine Schwierigkeiten mehr, das Faß zum Überlaufen zu bringen. Unbestrittener Höhepunkt: das Finale mit der faszinierenden Brasil-Show der Gelb-Roten und Gerd Kesselers Schängel-Lied.
lautete das Motto der Kappensitzung 1993. Es erinnerte an ein Geschenk des Lesevereins für die Stadt Koblenz, das Glockenspiel am Jesuitenplatz. Glockenschlag 20.11 Uhr zogen die Elf vom närrischen Rat mit je einer großen, selbstgefertigten Glocke auf dem Kopf in den Saal, sozusagen als:
„Die Glöckner von Notre LESE“.
Gleichzeitig wurde aus den schlichten Stühlen am Elferratstisch jeder ein richtiger Glockenstuhl und der Oberste der Elf – der Herr Sitzungspräsident – war der Großglockner. Die Besucher konnten an diesem Abend nicht nur das Läuten hören, sie wussten auch, wo die Glocken hängen. Und die läuteten viele schöne Programmpunkte ein. Michael Hörter hatte alle Glockenseile fest und sicher in der Hand.
Er schickte als Erste die kleine Michelle Hurler in die Bütt. Sie war Preisträgerin der Kinder-Bütt-Parade 1993. Im Lachsturm eroberte Michelle die Herzen des närrischen Publikums.
Dann war der Protokollarius an der Reihe. Stephan Otto betrat zum ersten Mal die Bütt überhaupt. Sein Debüt als Protokoller der Lese war überzeugend. Seine Glossen über große und kleine Politik saßen wie glockenreine Töne eines meisterhaft gespielten Glockenspiels.
Als der Sitzungspräsident das „LESE-Quatschtett“ einläutete, traten vier junge Menschen selbstsicher vor die Mikrofone, als hätten sie jahrelange Bühnenerfahrung. Und dann legten sie los, ulkten, uzten, verteilten pfiffig-freche Pointen im Saal und strapazierten auf ihre fröhliche Art die Lachmuskeln des Publikums. Es saß aber auch jeder Song. Sie hatten natürlich ihren eigenen Privatkanal, den „KO-LE-KA 1“, den Koblenzer Lese-Kanal-1. Sabine, Peter, Stefan und Nico heimsten sich einen Riesenapplaus ein. Weiter so, ihr Vier.
Die Ankündigung Michael Hörters, der Oberbürgermeister könne heute nicht in die Bütt steigen, wurde enttäuscht aufgenommen. Die nächste Ansage brachte allerdings Genugtuung: Er schicke halt seinen Vertreter! Und dem „Vertreter des OB“ ist es tatsächlich gelungen, inkognito zu bleiben und zwar von der Saaltüre bis zur Bütt. Beim ersten Satz wussten alle im Saal, wer der „Vertreter“ war. Von der Maskenbildnerin unkenntlich geschminkt, erkannte „sein“ Publikum ihn sofort beim ersten Wort. In der LESE war Willi Hörter schon als Jungkarnevalist aktiv geworden, dann als Büttenredner, Protokollarius und viele Jahre als Sitzungspräsident. Diesen Posten hat heute sein Sohn Michael inne. Vater Willi in der Bütt zu erleben, ist immer wieder eine Freude. Hoffentlich bleibt unser Ehrenmitglied auch in Zukunft „Insider“ der LESE-Bütt in 1994 und darüber hinaus.
Im Programm waren weiter Karl Rosenbaum, der Mann mit dem „Hütchen und dem Köfferchen“. Bei seinem Auftritt bleibt ja kein Auge trocken. Dann kamen wieder die (Chor-)Corps-Knaben vom CCKK auf die Bühne und legten kesse Texte und schmissige Melodien auf und begeisterten die Zuhörerinnen und Zuhörer. Sie steigerten sich von Jahr zu Jahr und allmählich – so meine ich – sollten sie getrost mal als (Chor-)Corps-Herren auftreten. Michael Parma und Rolf Ditt, LESE-erprobtes Gesangsduo, erfreuten ihre Zuhörerschar in gewohnter Weise. Rolli Diell, „Krombier“ von der Altstadt, konnte zu später Stunde das Publikum hellauf begeistern. Ein besonderes Lob dem Garde-Tanz-Corps der Karnevalsgesellschaft Gelb-Rot. Künstlerische Darbietungen, mit jugendlichem Temperament vorgetragen, hatten den stürmischen Applaus redlich verdient.
Natürlich besuchten uns auch Prinz Ed und Confluentia Monika samt Hofstaat, die von der LESE-Familie herzlich begrüßt wurden. Unser Karnevalsorden zeigte diesmal die ehemalige Hl. Kreuzkirche zu Ehren des Prinzenpaares, das aus Ehrenbreitstein kam.
Allzu schnell vergingen die schönen Stunden in der LESE-Sitzung, die vor etwa 5 Stunden begann mit dem humorigen Prolog unserer aktiven Sonja Reuther. Ihr launiger, tiefgründiger Text führte zum Glockenspiel über.
Sie nahm ein Hämmerchen und das lebende Spiel der Glockenmänner des Elferrats erklang unter ihren „Schlägen“.
An dieser Stelle sei noch einmal ein herzliches DANKE allen Mitwirkenden gesagt, wo immer sie auch im Einsatz waren!
Über die Menschen an der Krippe Jesu – Geistlicher Beirat der Lese B. M. Schäfer
»Über die Menschen an der Krippe Jesu« haben wir am 12. Dezember 1992, – am 3. Adventssonntag – im Eltzerhof nachgedacht. Sehr groß war auch hier die Beteiligung aus der Lesefamilie. Maria, die reine Magd des Herrn, stand zunächst im Mittelpunkt unserer Meditation. Im Hinschauen auf die Gottesmutter ist Dankbarkeit aufgekommen für ihre Bereitschaft des Empfangens und Schenkens. Sie ist die Erwählte aus dem Volk Israel, dem Gott seine Gnade erweist und an dem er seine Verheißung erfüllt. Sie ist die treue Magd (Dienerin), die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn verheißen worden ist. Sehr nachdrücklich haben wir dann ihrer dienend mütterlichen Fürsprache das geborene und ungeborene Menschenleben ans Herz gelegt.
Josef ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfeleistung und Hilfestellung. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen. Die eigenen Pläne werden stillschweigend überholt. Immer neue Weisungen und Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt. Er ist der Mann, der sich eine bergende Häuslichkeit bereiten wollte und geschickt wurde in die Ungeborgenheit des Zweifels, des belasteten Gemütes, des gequälten Gewissens, der zugigen und windoffenen Straßen, des unhäuslichen Stalles, des unwirtlichen fremden Landes. Und er ist der Mann, der ging.
Das ist sein Gesetz, die dienstwillige Folgsamkeit; der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, war ihm selbstverständlich, weil er ein Mann war, der bereitet und zugerüstet war für Anrufe Gottes. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis. Die Hirten glaubten der Botschaft des Engels, dass dort eine große Freude auf sie und alles Volk in Bethlehem warte. „Und sie gingen eilends hin“. Entschlossen brachen sie auf. Nichts konnte sie mehr zurückhalten. Und sie nahmen ganz einfach ihre Herden mit, all das, was zu ihnen gehörte. So ist die Weihnachtsbotschaft zunächst nicht für die Feiertage gedacht, sondern für unsere oft wunderlosen Alltage. Einfache Hirten bei ihrer Arbeit hören vom Heiland in der Krippe. Und sie gehen unverzüglich zu ihm hin, damit ihr Leben und ihre Arbeit durch das Kind in der Krippe einen neuen Sinn und eine hoffnungsfrohe Kraft erfahren kann. Nun wissen sie, dass sie dem Leben trauen können, weil Gott es mit ihnen lebt (P.Delp S.J.). Auch das Dreikönigsbild haben wir betrachtet, das Bild von Epiphanie, die Erscheinung des Herrn für alle Völker und Nationen. Die Magier aus fernen Ländern haben die Sternstunde ihres Lebens nicht verpasst. Sie haben erfahren dürfen, dass Gott sich suchen und finden lässt. Ihr Forschen endet in der Anbetung. Und die Gaben, die sie mitbringen, sind wie eine hilflose Geste der Anerkennung für den gefundenen Herrn und Retter der Welt. An der Krippe des Herrn kniend, sollten auch wir unsere Gaben mitbringen: das Gold unserer Treue und Liebe, unserer Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit; den Weihrauch unserer Gebete und unserer Ehrfurcht und die Myrrhe unserer Werktage, all die Bitterkeiten, die Sorgen und die Anliegen, die uns bedrängen. Denn alle unsere Gaben berührt segnend und helfend das Kind in der Krippe, das auch unser Herr ist.
Mit viel weihnachtlicher Vorfreude im Herzen saßen wir nach der Eucharistiefeier noch lange zusammen im renovierten Pfarrheim St. Kastor. Berthold Mattias Schäfer
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