Es war Freitag, der 13. November, da sich die Lesefamilie zum inzwischen traditionellen Debbekooche-Essen einfand. Etwa 150 Personen kamen zu diesem herbstlichen Treffen ins Haus der Begegnung. Als erstes fiel die geschmackvolle Saaldekoration auf. Bunte Fackeln, wunderschöne selbstgebastelte Laternengänse, kleine Kunstwerke von Sigrid Wecker, Leiterin des Kindergartens von Pfarrei unserer lieben Frauen.
Pünktlich 19.00 Uhr begrüßte der Vorsitzende Mitglieder, Gäste und Freunde des Vereins mit einer humorvollen Ansprache. Dann intonierte er mit fester Stimme das Kowelenzer Meerdeslied, das kräftig mitgesungen wurde.
Die Stimmung im Saal war ausgezeichnet. Dazu trug der leckere Debbekooche bei, der ja soooo gut schmeckte. Man war voll des Lobes – auch über den „vereinseigenen Dessert“. Der Vorsitzende hatte den „Klaren“ avisiert als GesundheitsGeschenk des Vereins für jeden im Saal. Nach dem reichlichen Mahl kam ein wenig Karnevalsstimmung auf. So sei an dieser Stelle die Tatsache vermerkt, daß in den Reihen des Publikums unser Exprinz Helmut 1. weilte und ebenso dem Vortrag lauschte, den nun unser Sitzungspräsident Michael Hörter gekonnt vortrug über „Des Sängers Fluch“.
Diese Persiflage des bekannten Gedichts stammt übrigens von seinem Großvater, unserem verstobenen Ehrenmitglied Willi Hörter sen.
Noch lange blieben viele beisammen und plauderten miteinander in geselliger Runde, und es wurde viel Freude miteinander geteilt.
Das ist sicher ganz im Sinne des großen Heiligen des 11. November!
Am Samstag, dem 16. Mai 1992, starteten wir in aller Frühe mit 3 Bussen Richtung Speyer, um die seit Jahren angekündigte Salier-Ausstellung zu besuchen. Trotz zügiger Fahrt kamen wir so spät an, dass eine Riesenschlange von Besuchern schon vor uns wartete. Bemühungen, als Gruppe an der Schlange vorbeigeschleust zu werden, schlugen fehl. So mussten wir uns dreinfügen und nahezu 2 Stunden in der frühjährlichen Sonne ausharren, bis wir endlich das Museumsgebäude betreten durften.
Lesefahrt 1992 – Speyer – Museumsgebäude
Die Stimmung der Truppe war jedoch hervorragend; man ließ sich die gute Laune durch die recht lange Wartezeit nicht verdrießen. Die Ausstellung selbst war sehr imponierend, wenn es auch gelegentlich einiges aus museumspädagogischen Gesichtspunkten zu bemängeln gab. Aber es dürfte ein einmaliges Erlebnis gewesen sein, eine solche Fülle von Zeugnissen aus der salischen Zeit an einem Ort versammelt zu erleben.
Das herrlichste Zeugnis der salischen Zeit war aber der Dom zu Speyer, den wohl alle nach der Ausstellung noch besucht haben.
Lesefahrt 1992 – Speyer – Dom
Nach einem Bummel durch die Speyerer Altstadt fuhren wir nach Wachenheim, um dort mit unserem geistlichen Beirat, Pastor Berthold Schäfer, Gottesdienst zu feiern. Bei der Fahrt über die Weinstraße trieb es uns nach Freinsheim, wo wir beinahe mit den Bussen in den engen Gassen steckengeblieben wären. Minutenlange Milimeterarbeit der Busfahrer befreite uns endlich aus der verfahrenen Situation, aber wir kamen zu spät nach Wachenheim. Vor der Kirche erwartete uns im priesterlichen Ornat unser geistlicher Beirat, den wir mit großem Hallo begrüßten. Es war ein schöner Gottesdienst, den wir in einer ansprechend modernen Kirche feiern durften. Unser Gesang ließ allerdings zu wünschen übrig, da die Organistin sich zu unserem Leidwesen auf das Liedgut der Diözese Speyer beschränkte.
Lesefahrt 1992 – Winzerverein „Lug ins Land“ in Wachenheim
Anschließend ging’s in den Winzerverein „Lug ins Land“ in Wachenheim, wo eine recht ordentliche Weinprobe zelebriert wurde. Nach der 7., 8. Probe hatte allerdings der vorstellende Winzer sehr viel Mühe, sich bei der fröhlichen Gesellschaft durchzusetzen. Gegen Mitternacht waren wir wieder zu Hause, wo einige noch bei einem Glas Bier die Eindrücke des Tages vertieften.
Die schicke Einladung zur Kappensitzung am 26. Februar 1992 zeigte ein Supertandem für elf Personen und gab so treffend das Bild zum Thema des Abends:
Die künstlerische Gestaltung der Einladung sowie des Bühnenbildes hatte Toni Scherpe übernommen. Das Programm war reich an Höhepunkten, närrischen Aktivitäten, Gesangsdarbietungen, kurzum: ergötzlich und kurzweilig, es gab viel zu lachen und das aufnahmebereite, liebenswerte LESE-Publikum geizte nicht mit dem Applaus. 1992 zierte der Sessionsorden das Bild der Kastorkirche, die in diesem Jahr zur Basilika erhoben worden ist. Sicher ist es auch interessant zu wissen, wer die prominentesten Träger dieses schönen Karnevalsordens sind: Der Apostolische Nuntius für Deutschland, Erzbischof Dr. Lajos Kada, Bonn, und der Bischof von Schweden, Dr. Hubertus Brandenburg, Stockholm.
Lese-Sitzung 1992 – Sonja Reuther
Sonja Reuther, Tochter Rademacher, prologierte sagenhaft temperamentvoll die Ankunft des Elferrats auf den Rennrädern, Geschäftsrädern, Drahteseln mit oder ohne „Acht“. Sie kommentierte so toll, bis auch sie farblich „pinkiert“ im hautengen Raddress stand. Im LESERennteam stand eigentlich ein „Ersatzmann“ als Protokollarius. Sein Vortrag war große Klasse, da saß jeder Satz, souverän vorgetragen. Dabei stand unser Freund Hans zum ersten Mal in der LESEBütt; war aber schon seit etlichen Jahren aktiv im Elferrat.
Nach ihm kamen die Vier vom „LESE-Quartett“ und sangen lustig und mächtig drauflos. Peter, Stephan, Nico und Anke jubilierten schließlich lauthals ein Halleluja auf die kastorianische BaBa-Ba-Basilika.
Die Chorknaben, nein: Korpsknaben vom CCKK glossierten mit schönem Gesang zur Laute Politik und Prominenz in Stadt und Land. Heiner, Christian, Georg, Armin und Dietrich strahlten beim reichlich gespendeten Applaus.
Dann kam der Mann mit dem Hütchen und dem Köfferchen; der ließ seine Zuhörer nicht zur Ruhe kommen. Kaum hat man über den einen Gag gelacht, purzelten schon die nächsten Witze in den Saal. Beim Karl wurden Tränen gelacht.
Lese-Sitzung 1992 – Elferrat
Beim Rolli als „Krombier“ tobte der Saal vor Lachen. So gern hätte ich mir den einen oder anderen seiner spritzigen Witze gemerkt. Das war jedoch unmöglich, denn es kam „Schlag auf Schlag und Treffer auf Treffer“.
Frisch und fröhlich zu Fuß, direkt aus Amsterdam, kam der Dieter als „Doof Tulp“ hereinspaziert. Das war sein erster Auftritt nach 15 Jahren Büttenpause. Sein Humor blieb der gleiche, seine pointierten Witze kamen bestens an. Das begeisterte Publikum dankte ihm durch langanhaltenden Applaus.
In der nächsten Abteilung fungierten Rolf und Michael als Bänkelsänger. Wer im Publikum noch ein paar Tränen übrig hatte, der wurde sie nun los.
Nach der Pause brillierte Sitzungspräsident Michael als stimmgewaltiger Sänger mit einem Schunkellied. Aber schon bald merkten die Zuhörer, dass er mit einer „Leihstimme“ operierte. Es war die sonore Stimme des Sängers Rudi Müller, der nun mit seinen fröhlichen Liedern den zweiten Teil der Sitzung eröffnete und dafür reichlich Beifall erntete.
Lese-Sitzung 1992 – Itsche Sauerborn
Szenenwechsel: Jetzt kam Zirkusatmosphäre auf, Zirkusluft wurde vermittelt. Der Itsche als scherzender, tanzender, jonglierender Clown ließ sich von seiner „Zirkustochter“ Ursula im „Salto Mortale“ singend beschreiben. Die Sopranistin vom Stadttheater, Ursula Targler, sang mit wunderbarer Stimme: „Oh, mein Papa…“ Ihr Gesang ging ganz schön unter die Haut. Die Zugabe war fällig!
Die Tanzgarde der Funken Gelb-Rot trat gleich dreimal im Programm auf. Die hervorragenden Leistungen dieser Gruppe wurden reichlich mit dem wirklich verdienten Applaus bedacht.
Bleibt noch zu berichten, dass der Prinz, die Confluentia und der gesamte Hofstaat sich die Ehre des Besuchs gaben und stürmisch begrüßt wurden.
Beim Finale schließlich fanden ich die Mitwirkenden noch einmal auf‘ der Bühne ein mit einer Delegation der Koblenzer Stadtsoldaten, die das „Schängelsche in Person vorn Gerd – dem AKK Präsidenten – der den ganzen Abend im LESE-Elferrat aktiv mitgewirkt hat, so richtig einrahmten. Er intonierte dann tongerecht die „Kowelenzer Hymne“.
So ging wieder ein schöner karnevalistischer Abend der LESE zu Ende.
Allen Mitwirkenden vor, auf‘ und hinter der Bühne sei an dieser Stelle ein herzliches D A N K E gesagt.
Und nun freuen wir uns mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser auf die: nächste Kappensitzung des Vereins am 17. Februar 1993 in der Rhein-Mosel-Halle.
Die Kappensitzung fand wegen des Golfkrieges nicht statt. Ende des Berichts!
Alle Vorbereitungen waren so gut wie abgeschlossen und die Sitzung versprach wieder ein Knüller zu werden. Da kam die Absage von der AKK, der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, und wir haben uns mit dieser Entscheidung solidarisch erklärt.
Karneval nein – Brauchtumspflege ja!
So trafen wir uns an dem ursprünglich vorgesehenen Sitzungsabend ganz zivil im kleinen Kreis der Aktiven mit dem Vorstand im Haus der Begegnung und gedachten intern des Karnevals am Rhein und speziell in der guten, alten LESE, in der seit Generationen Karneval gefeiert wird. Es versteht sich von selbst, dass wir an diesem Abend ein paar Mal herzlich gelacht haben.
Und just in diesem Jahr wollten wir an die Öffentlichkeit treten mit einer neuen Ordenskreation der Serie: alte und ehemalige Kirchen in Koblenz.
Die neuen Orden wurden rechtzeitig geliefert. Sie haben eine ovale Form, auf der neben dem Vereinsnamen und der Jahreszahl die ehemalige Karmeliterkirche abgebildet ist. Bekanntlich stand diese alte Kirche an der Ecke Rhein- und Karmeliterstraße. Heute erinnert eine Relieftafel an dem Eckhaus an diese Kirche. Eine blau-gelbe Kordel ist das passende Accessoir zu dem neuen Orden.
Mit dieser Kreation der Ordensserie geht eine Ära zu Ende. Die Eigenherstellung der Karnevalsorden unseres Vereins ist beendet. Viele Jahre lang haben die Aktiven in Sachen Karneval die Orden nach eigenen Entwürfen und Ideen selbst gefertigt. Jeder Orden war ein kleines handwerkliches Kunstwerk. Keiner glich dem andern, sie waren stets dem jeweiligen Thema des Jahres angepasst.
In Gerhard Genzlers Atelier in Neuendorf hatten wir an den langen Abenden sehr viel Spaß beim Emaillieren der Orden. An diesen Abenden wurde nicht nur handwerklich fleißig gearbeitet, in dieser Zeit wuchs unsere Gemeinschaft mehr und mehr zusammen. Dieses harmonische Klima machte sich bei den übrigen Arbeiten um den Karneval und die Sitzung der LESE positiv bemerkbar.
Die Kappensitzungen der LESE werden seit 1988 von Michael Hörter souverän geleitet. Er und seine Mannschaft sind sehr darauf bedacht, dem LESE-Publikum eine schöne Sitzung zu bieten, in der Freude und Frohsinn herrscht. Zustimmung und Beifall des Publikums, aber auch die entsprechenden Zeitungsberichte bestätigen, dass die LESE in Sachen Karneval auf dem richtigen Weg ist.
Soviel sei schon an dieser Stelle gesagt: Die Kappensitzung der LESE in 1 9 9 2, also im Jubiläumsjahr „2000 Jahre Koblenz“, verspricht etwas ganz besonderes zu werden. Mehr wird nicht verraten. Es lohnt sich, zur LESE zu kommen!
Der Verein scheut weder Kosten noch Mühen, um Jubiläumsjahr mit Freude und Humor anzugehen
Die große Kappensitzung des Katholischen Lesevereins im Jubiläumsjahr seines 125jährigen Bestehens im Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle wurde zu einem Höhepunkt der Sitzungssaison 1988.
Büttenasse wie Heinz Grindel, Karl Rosenbaum, Manfred Gniffke, Dieter Rüttgers und last but not least Willi Hörter, um nur einige zu nennen, – dazu die Tanzgarde Rot-Weiß-Gold Metternich, das Rheinlandmeister-Gardetanzpaar Evi Granich und Andreas Leininger, Tanzgruppe Rhein-Mosel der KG Rheinfreunde Neuendorf und vieles mehr – ließen keine Unklarheiten aufkommen: die „Lese“ scheut weder Kosten noch Mühen, das Jubiläumsjahr mit Humor, Lachen und Freude anzugehen.
Kurz nach dem Einzug des Elferrats, gefolgt von den Stadtsoldaten, den Kastor-Schränzern und den Funken Rot-Weiß-Gold Metternich, dem „Konzert“ der Schränzer und dem Funkentanz, eröffnete der neue Sitzungspräsident, Michael Hörter, das fünf Stunden dauernde närrische Geschehen unter dem Slogan: „Lese-Sitzung – Jubel-Lese, 125 Jahre immer schön gewese!“
Schlag auf Schlag ging es weiter im Programm: Ankündigung des Prinzen und der Confluentia mit großem Gefolge. Alle erhoben sich: begeisterter Applaus von allen Plätzen. Gewohntes Bild: Ansprachen, Ordensübergabe, Blumen für die Confluentia und begeisterter Schlachtruf: „Kowelenz-Olau!“
Der Elferrat, in der ersten Hälfte kostümiert als alte Herren aus der Zeit der Gründung der „Lese“, 1863, erschien nach der Pause – das sei vorweggenommen – als Punker; der Sitzungspräsident sogar auf einem laut knatternden Motorrad, sein „Häschen“, Büttenrednerin Sonja Rademacher, auf dem Sozius. Das gab Wirbel: ein echter Hit.
Der Bericht fände kein Ende, wollte man die wirkungsvollsten Passagen der Reden wieder-
holen. Es sind noch zu erwähnen: Protokoll von Dieter Balzer, „Der spuckende Schängel“, Peter Fischer, Sonja Rademacher und – der Redner der Klamaukpartei – Werner Laube. Große Klasse: Der Gesangsvortrag (mit Gitarre) von Rolf Ditt und Michael Parma; schmissige Eigenkompositionen nach der Melodie: „Guten Morgen, liebe Sorgen…“ Das Publikum tobte vor Vergnügen und sang mit.
Zwischendurch schunkelte man begeistert mit Peter und Klaus Alfter. „Im nächsten Jahre wieder!“ kündigte Vorsitzender Dr. Ewald Thul an und erntete spontanen Beifall der großen Narrenschar.
Ein Büttenredner in der „Lese“, den zu Beginn keiner kannte: Oberbürgermeister Willi Hörter im Habitus eines Kanzleirates der Gründungszeit der Jubel-Lese (1863). Sein Hauptthema: die zahlreichen 2000-Jahre-Jubiläen vieler Städte. „..da müssen doch die Römer Fallschirmspringer gehabt haben, wenn sie überall dort sollten gewesen sein, wo man heute sagt, dass sie da bereits waren!“ Das heiter gestimmte Publikum ging begeistert mit: dreimal Kowelenz-Olau und „Rakete“.
Rhein-Zeitung, Samstag/Sonntag, 13./14. Februar 1988
Karneval feiern, das ist Begegnung mit frohen Menschen, das ist Abschalten vom grauen Alltag, das ist Fallenlassen in die frohe Narretei, das ist Abseilen in die Fröhlichkeit des Nächsten. Die LESE weiß um diesen alten rheinischen Brauch, sie hegt und pflegt ihn, das bringt Spaß.
Die 87er Sitzung stand unter dem Motto: „DIE SPORT-LESE“
Die Sitzung war astrein! Das närrische Komitee hatte ein tolles Programm zusammengestellt und natürlich kam auch lieber Besuch; die charmante Confluentia Anke und der Prinz Claus I. vom Narrenschiff. Es war schön zu hören, dass Anke stolz darauf ist, dort zu sein, wo ihr Großvater vor Jahren ebenfalls aktiv tätig war, eben in der LESE. Und Opa Willi Valerius saß unten am Tisch und strahlte zu seiner charmanten Enkelin hinauf. Vor einem bunt kostümierten und lachfreudigen Publikum lief ein klasse Programm ab.
Der Elferrat war in närrische „Sportkleidung“ gehüllt, und die Bütt stand kaum leer, es ging Gag auf Gag. Rot-Weiß-Gold und Bornskrug brillierten mit Tanzvorführungen, gekonnt und mitreißend genau wie die Tanzgruppe aus Osterspai. Elferratsmitglied Michael Hörter stieg als Protokollarius in die Bütt und glossierte redegewandt die große und die kleine Politik. Peter Fischer von der LESE spuckte närrische Weisheiten in die Herzen der Zuhörer. Die JUNG-LESER Peter und Klaus Alfter gaben eine astreine Lachdarbietung. Diese beiden Jungnarren versorgten den ganzen Abend über Sitzung und Saal mit guter Musik unter dem Künstlernamen: The Alfter-Brothers. Wie immer, so auch diesmal große Klasse: Die Monika Kräber. Natürlich war auch Karl Rosenbaum wieder mit von der Lach-Partie, Rolf Fischer von den Rot-Weiß-Goldenen trat mit Sohn auf mit einem geschliffenen Vortrag. Die Blau-Weiß-KaJu aus Lützel bot ein turbulentes Sportspiel, passend zu dem Motto des Abends, dar. Bleiben noch die drei großen „Dähler“ zu erwähnen, Peter Stein als Engel, der Auftritt der Frauengruppe des Dähler Bornskrugs mit ihren tollen Kostümen und Liedern und last not least: Rudi Schmidt, der Präsident dieser Karnevalsgesellschaft und heute Sitzungspräsident der LESE. Wie in den beiden Vorjahren leitete er diesen Abend gekonnt souverän. Er sorgte für Stimmung im vollbesetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle. Wegen seines karnevalistischen Einsatzes für die LESE-Familie gebührt ihm ein dickes DANKESCHÖN!
Die LESE-Sitzung war wieder astrein! Diesmal zog der Elferrat in feierlichem Schwarz ein, und die Häupter der närrischen Recken zierten die bunten (fast) neuen Komitee-Mützen.
Mit diesem Einzug begann eine klasse Sitzung, gelenkt und geleitet von dem Sitzungspräsidenten Rudi Schmidt mit souveräner Routine. Kein Wunder, ist er doch in der „außerlesischen“ Narrenzeit Präsident des „Dähler Bornskrug“, der Karnevalsgesellschaft in Ehrenbreitstein.
Dann lief ein Programm ab, das sich sehen und hören lassen konnte. Dem klatschfreudigen LESE-Publikum wurde reichlich Abwechslung in der Programmfolge geboten. Im Wechsel von Büttenrede und Tanzvorführungen verging die Zeit im Fluge. Über die ulkigen Gags und sprühenden Witze konnte herzhaft gelacht werden, genauso wie bei den so witzigen, humorigen Liedvorträgen. Dem Vernehmen nach soll unserem Geistlichen Beirat während der Sitzung ein paar Mal die Zigarre ausgegangen sein, da er vor lauter Lachen nicht zum „Zuge“ kam.
Ein Blick in den voll besetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle genügte, um festzustellen, dass ein durchweg originell kostümiertes Publikum sich köstlich amüsierte.
Und so soll es ja auch sein bei der LESE-Sitzung. Freilich kamen auch Prinz und Confluentia mit großem Hofstaat gut gelaunt und anscheinend guter Dinge zu Besuch und nahmen die Huldigung der närrischen Untertanen wohlwollend entgegen.
Es gilt an dieser Stelle allen Aktiven und Akteuren der LESE-Sitzung ein ganz herzliches Dankeschön!
Nun sei noch ein Wort über die Musik in der Sitzung gesagt. Kenner wissen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Kappensitzung musikalisch zu begleiten. Von den Musikern wird neben dem fachlichen Können stets angespannte Aufmerksamkeit abverlangt und Anpassung an die jeweilige Situation auf der Bühne oder in der Bütt. Unsere diesjährige Kapelle hat das alles aus dem „Eff-Eff“ beherrscht. Diese Kapelle kam an bei Jung und bei Alt. Wir können richtig froh sein, dass wir eine derartig gute Musik aus den eigenen Reihen stellen können. Unserer Hauskapelle, den „ALFTER-BROTHERS“, dem humorigen Duo Peter und Klaus, gilt ein nachhaltiges Danke. Die beiden, übrigens Söhne unseres Aktiven in der Regie Peter Alfter und seiner Annelie, sind für die nächste Sitzung bereits verpflichtet.
Pünktlich 20.11 Uhr rheinischer Narrenzeit zog ein gut gelaunter Elferrat in den vollbesetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle ein, und es begann die Sitzung der närrischen LESE, diesmal unter dem Motto: „Alles Theater“. Dass die LESE Karneval zu feiern ersteht, hat sie schon oft bewiesen. Unter den vereinseigenen Mitarbeitern und Mitwirkenden ist stadtbekannte närrische Prominenz von höchstem Rang. In einem solchen Kreis von mittragenden Freunden macht es Spaß, eine so typische Sitzung wie die der LESE vorzubereiten und durchzuführen.
Gleich zu Beginn gab Sitzungspräsident „Itsche“ Sauerborn sein Amt ab an Rudi Schmidt vom Dahl. Der bisherige „Vorsitzende Narr im Elferrat“ hatte 13 Jahre lang diesen Posten inne und er war der Meinung, nun solle ein jüngerer Narr die Leitung der Sitzung übernehmen. In Rudi Schmidt wurde ein würdiger Nachfolger gekürt, er ist Präsident der Dähler Narrenzunft „Bornskrug“ in Ehrenbreitstein.
Dann nahm eine fidele Sitzung ihren Lauf. Die Aktiven aus den eigenen LESE-Reihen: Dieter Balzer, Peter Fischer, Pitt Iven, Monika Kräber, Hermann-Josef Wittbecker bereicherten das Programm zusammen mit den Festrednern aus befreundeten Koblenzer Karnevalsvereinen, die sich dankenswerterweise immer wieder gerne für die LESE-Sitzung zu Verfügung stellen, nicht zuletzt auch wegen des begehrten LESE-Ordens, der in Gerhard Genzlers närrischem Atelier eigenhändig hergestellt wurde.
Das prächtige Gardetanzkorps vom „Bornskrug“ legte einen klassischen Funkentanz auf die Bretter, und das fachkundige LESE-Publikum zollte hellen Beifall.
Die Funken und Amazonen von Rot-Weiß-Gold Metternich, die längst Heimatrecht im Leseverein erworben haben, erfreuten mit einem flotten Schautanz. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer verdanken ihre hervorragende tänzerische Leistung dem großartigen Gedankenreichtum für Choreographie von Frau Eva-Maria Wiemers.
Wer es wie der neue Sitzungspräsident Rudi Schmidt versteht, gleich die erste Sitzung souverän zu leiten, der kann es sich auch leisten, selbst als „Prima Ballerina“ aufzutreten und ist sich der Lacher und des verdienten Beifalls sicher.
Kein Wunder bei dem wirklich dankbaren Publikum der guten, alten LESE!
Seit Bestehen des Vereins wird die heimatliche Brauchtumspflege groß geschrieben bei uns. So ist es kein Wunder, dass die L E S E Karneval feiert, und es ist in Stadt und Land bekannt, dass die Lesefamilie gut zu feiern weiß.
Ausgerechnet am Schalttag, also am 29.02.84, wurde zur Kappensitzung eingeladen und viele, viele kamen und machten den Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle so richtig voll. Man saß auf „Tuchfühlung“ zusammen, das erleichterte das Schunkeln und brachte die Stimmung gleich hoch. Das Motto hieß diesmal:
DER NÄRRISCHE LESEMARKT.
Die Sitzung war wieder eine runde Sache und reihte sich füglich ein in die lange Zahl der 11 x 11 Jahre seit Bestehen des Lesevereins. Der vereinseigene Orden wurde wieder in Handarbeit selbst hergestellt unter sachkundiger Leitung von Gerhard Genzler. Des Ordens Originalität und Schönheit macht ihn unter Kennern und Liebhabern – aber auch unter „Ordensschnorrern“ – so begehrt. Bühne und Elferratstisch waren dem Motto entsprechend mit diversen Lebensmitteln, die auf dem Markt feilgeboten wurden, reichlich ausgestattet, als leckere Zutaten „für en Appel on en Ei“ abgegeben an die Aktiven des Abends. Für diese geschmackvolle Dekoration sorgte Hermann-Josef Wittbecker.
Der jüngste Redner des Abends zählte ganze 12 Jahre, nämlich Markus Kollmann aus Lay, und der Seniorredner hatte ganze 75 Jahre auf den Schultern, nämlich unser Ivens Pitt. Er trat als attraktive Politesse auf, um den Orden des Prinzen und ein Küsschen der Confluentia zu „ergattern“. Wie bei seinen glanzvollen Auftritten der Vorjahre, hatte auch heute seine Ehefrau das schicke Kostüm alleine geschneidert. Das sollte getrost einmal gesagt werden. Es tanzten die Funken und Amazonen von der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß-Gold Metternich und die „Bälzer Knorrköpp“ aus Boppard, deren tänzerisches Können das LESE-Publikum begeisterte. Überhaupt zeigte sich unser Publikum von seiner besten Seite, es knauserte keinesfalls mit dem Beifall, der den aktiven Künstlern offensichtlich gut tat. Das LESE-Quatschtett sang, was die Stimmen hergaben. Die vier singenden, glossierenden Karnevalisten waren Hans Schnorbach mit der „Quetschkommod“, Hermann-Josef Wittbecker, Rudi Schmidt und Dieter Balzer, der auch das Protokoll vorgetragen hatte, in welchem er das Vereinsgeschehen und die Politik auf seine espritvolle humorige Weise glossierte.
Von den vereinseigenen Büttenrednern sei nun der „Animator“ erwähnt. Er erzählte mitreißend von einem faszinierenden Wort „URLAUB“ Hinter der animatorischen Maske verbarg sich unser Rudi Schmidt, Exprinz, Präsident der Narrenzunft „Bornskrug“ Ehrembreitstein, also eine hochkarätige Persönlichkeit! Unsere Monika Kräber erntete schon einen stürmischen Applaus beim Klatschmarsch auf dem Weg in die Bütt. Als „Kätta vom Hunsrück“ trat sie auf, und es blieb wirklich keine Auge trocken beim Vortrag dieser bombigen „Hunsrückerin“. Neu im Programm war ein Gast aus der Frauengemeinschaft von St. Josef. Frau Josefine Stumm trat als „Exaltierte“ auf und verschenkte so viel herzigen, geistvollen Humor, dass die Zuhörer wirklich von den Socken (ihr Thema) waren. Es ist in den zurückliegenden Jahren immer wieder neu erfahren worden, wie gerne die Karnevalsgesellschaften unser ihre Redner zur Verfügung stellten. Das ist ein besonderer Dank an die Freunde des Koblenzer Karnevals wert. So waren gleich drei Programmnummern eine „Leihgabe“ der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft, nämlich Hans Nobel als Funkenmariechen, Manfred Gniffke und Hans Rüttgers als Närrische Ehrenwache und Rolf Diell als Grombier von der Altstadt. Diese Redner haben geradezu „Heimatrecht“ bei unseren Sitzungen. Seit geraumer Zeit ist Karl Rosenbaum, Vizepräsident der Rot-Weiß-Goldenen Karnevalisten, der letzte Redner am Abend. Trotz der vorgerückten Stunde weiß er sein Publikum richtig zu nehmen und wahre Lachstürme brausen durch die Rhein-Mosel-Halle, wenn er, wie beispielsweise in diesem Jahre, als Weltenbummler seine Witze dosiert und pointiert verschenkt.
Alles in Allem: In der LESE es ed widder scheen gewese!
Zum 9. Februar 1983 hatte der Leseverein eingeladen zu seiner alljährlichen Kappensitzung, die unter dem Motto „Närrisches Bordfest auf der „LESE“ viel Freude bereitete. Vereinseigene Akteure und Aktivisten des närrischen Lebens der Stadt gestalteten gemeinsam das fröhliche Programm. Den bunten Reigen der Vorträge begann das LESE-Quatschtett, gefolgt von Dieter Balzers espritvollem Protokoll und Rudi Schmidts lustigen „Bordinstruktionen“. Eine Dame von Rang und Namen, eine närrische Reisediva namens ROSINE, verschaffte sich Durchgang zur Bütt. Während dieses Vortrags von unserem Mitglied Monika Kräber blieb keine Auge trocken, eine Pointe jagte die andere. Auch ein echter Klabautermann spu(c)kte beim Bordfest in der Person des Mitglieds Peter Fischer. Rolf Diell von der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft entfachte als Krombier von der Altstadt stürmische Lachwellen. Von der gleichen Gesellschaft kamen Manfred Gniffke und Dieter Rüttgen als dufte Engel von Wolke Nr. 11. Die rührigen Funken und Amazonen von Rot-Weiß-Gold Metternich, mit denen uns eine jahrelange Freundschaft verbindet, waren mit einem Funkentanz und einem Schautanz natürlich wieder mit dabei und konnten den verdienten Applaus für sich verbuchen. Ebenso gut kam der Piratentanz der goldigen Bopparder Knorrköpp-Mädchen an. Geradezu artistisches Können bewies das Tanzpaar der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Koblenz Kohlheyer und Dany, das sein brillantes tänzerisches Können erneut unter Beweis gestellt hat. Es war gut, dass wir einen VIDEOLOGEN an Bord hatten, Leo Klein, den Büttenredner der Karnevalsgesellschaft Bornskrug von Ehrenbreitstein. Nach seinem Vortrag war jedem im gut besetzten Saal klar, dass eine videologische Akkumulationsstruktur in videodidaktische Interpretationskontingenz transpiriert werden muss. Und noch einmal das LESE-Quatschtett mit Hermann-Josef Wittbecker, Rudi Schmidt, Eugen Lambert und Hans Schnorbach mit dem zünftigen Schifferklavier; und es war mal wieder ein richtig schöner Abend in der LESE!
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