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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2016

Es sind eben diese besonderen Momente … auch in einer närrischen Session in der Hochburg an Rhein und Mosel. 

Dr. Reinhard Kallenbach schreibt in der Rhein-Zeitung, dass nicht nur Knacki Deuser die Gala der Lese zur „wohl besten Sitzung im närrischen Koblenz der Saison 2016“ machte.
Die Gedanken sind frei und so konnten die Büttenredner beginnend mit Stephan Otto, dem Sitzungspräsidenten über Fritz Schopps als Rumpelstilzchen, dem Feuerwehrmann Kresse oder Volker Weininger, Mitbegründer der blauen Bütt, als alkoholisierter Sitzungspräsident vor quasi ausverkaufter Halle das Lesepublikum begeistern. Die Begeisterung war daran zu erkennen, dass bis zum letzten Redner fast alle geblieben sind und den Abend auch Beifall spendend an den Plätzen verbrachten, da ein Highlight dem anderen folgte. Im Wechsel von Showtanz und Büttenrede hatte Stephan Otto in zwischenzeitlich geübter Manier das Programm aufgebaut. Die Showgarden zeigten teilweise Leistungssport. Es waren nicht nur die traditionell zum Finale auftretenden Kölsch-Büllesheimer, sondern auch die heimischen Gruppen aus Güls, Kesselheim und Wallersheim, die die Lesebesucher begeisterten.

Neu im Programm war das Kindergardetanzpaar der Rot-Weißen-Funken, das mit seinen elf Jahren einen tollen Bühnenauftritt zustande brachte. In Ergänzung zu den Vorjahren hatte Stephan Otto „Druckluft“ engagiert, die mit zehn Herren und vier Damen das Publikum so begeisterten, dass nach mehreren Zugaben der Zeitablauf der Sitzung außer Kontrolle geraten war. Stephan Otto versprach, dass sie wiederkommen werden. Zur politischen Büttenrede schreibt Dr. Reinhard Kallenbach „in Zeiten des Zwangs zur politischen Korrektheit und der Selbstmäßigung haben Narren eine wichtige Aufgabe. Sie sind gefordert, einer Gesellschaft, die Gefahr läuft aus den Fugen zu geraten, den Spiegel vorzuhalten.“ 

Dies hat die Lese wieder einmal geboten. Wir haben das bekommen, wonach sich der freie Geist sehnt. Wer die Inhalte der Reden hören will, der soll beim nächsten Mal dabei sein. Der Humor gehört in die Rede und nicht auf diese Internetseite zum ständigen Nachlesen. Zum Abschluss der Sitzung vor dem Schängellied lud Stephan Otto zur närrischen Lese 2017 am 22. Februar ein.

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2015

Die närrische Lese 2015... mehr als nur eine Verpflichtung

Es sind eben diese besonderen Momente … auch in einer närrischen Session in der Hochburg an Rhein und Mosel. So war es auch in diesem Jahr wieder der „Lese“ vorbehalten, zum Ende einer tollen Session diese würdig abzuschließen.
Ein ausverkaufter Saal, und das ohne eine großartig angelegte Bewerbung der Veranstaltung, ist eindeutiger Beweis um den Stellenwert der Lesesitzung innerhalb der Stadt Koblenz. Um es vorweg zu nehmen, die Besucher wurden auch in diesem Jahr nicht enttäuscht.

Die Anspannung war Sitzungspräsident Stephan Otto sichtlich anzumerken. Zwar haben seine Mannen wieder in gewohnter Sorgfalt und Routine das Bühnenbild hergerichtet, aber den Saal selbst konnte die Lese in diesem Jahr erst drei Stunden vor Beginn in Beschlag nehmen. Dank eines tollen Managements und Mitarbeit von Koblenz Kongress und Einstein Gastronomie war um 18:30 Uhr alles angerichtet. Der große Saal war bereit für einen tollen Abend und der Elferrat um seinen Präsidenten Stephan Otto war es auch… und wie…

Um 20:11 Uhr war es der Präsident selbst, der mit seiner Präsidentenschelle die Gäste animierte, sich von den Plätzen zu erheben, um unter den Klängen des Musikvereins St. Servatius aus Güls, den Einmarsch des Elferrates zu begleiten. Traditionell marschierten die Gülser Freunde an der Spitze dieses Einzuges, dem sich die Showtanzgruppe der „Fidele Mädcher“ aus Wallersheim anschloss. Ein gut gelaunter Elfferrat und am Schluss der Präsident, flankiert von zwei hübschen Damen. Ein buntes Bild präsentierte sich dem Publikum auf der Bühne der närrischen Lese.

Nach der Begrüßung und der Verabschiedung der Gülser Musikanten brachten die Funny Girls & Boys der Wallersheimer Möhnen mit Ihrem Ausflug in die Galaxie den Saal zum ersten Mal zum „kochen“; wahrlich ein Glücksfall für Koblenz, dass es solchen Nachwuchs hat. Der Präsident selbst war es, der mit einem Protokoll in Reimform für den ersten von insgesamt fünf Redebeiträgen an diesem Abend den Anfang machte. Ein für seine Aufmerksamkeit bekanntes und dankbares Publikum würdigte die Leistung ihres Präsidenten mit lang anhaltendem Applaus.

Natürlich darf auch der Besuch der närrischen Regenten nicht fehlen. Prinz Eric und Confluetnia Daniela mit dem Hofstaat der Narrenzunft Gelb Rot machten Ihre Aufwartung und eroberten die Herzen der Besucher im Nu… Vom prinzenstellenden Verein war es die Tanzgarde der Gelb Roten, die mit einem weiteren Höhepunkt die Zuschauer begeisterte. „Unterwasserwelt“ war ihr Thema, was perfekt umgesetzt wurde.

Mit „Tusnelda“ von den Urmitzer Möhnen hat die Lese ihrem Ruf, auch unbekannte Redner auf der großen Bühne der Rhein-Mosel-Halle eine Chance zu bieten, Wort gehalten. Mit ihrem Redebeitrag hat Serap Boos gezeigt, dass auch im Umland von Koblenz viele Talente schlummern.

Ein wahrer Meister der alten Schule ist Werner Laube. Seit Jahren fester Bestandteil der „Närrischen Lese“ hat er als „Büttenschieber der Lese“ sein unglaubliches Können wieder unter Beweis gestellt.

Einen Besuch im Zauberwald statteten die Gülser Seemöwen ab. Mit einem atemberaubenden Showtanz setzten die Seemöwen erneut einen Glanzpunkt.

Ein absoluter Höhepunkt…Unterhaltung auf absolut höchstem Niveau…man könnte dies noch viel imposanter beschreiben, was Knacki Deuser „seinem“ Publikum wieder einmal darbot. Natürlich unter den kritischen Augen seiner Eltern, aber auch sonst merkte man Knacki Deuser an, …er fühlte sich wohl „zu Hause“ in Koblenz und die närrischen Freunde der Lese waren aus dem Häuschen.

Die Traditionsgarde der Lese, die Freunde aus Kölsch-Büllesbach, haben in diesem Jahr wieder bei ihrem „Heimspiel“ in der Rhein-Mosel-Halle ihre Ausnahmeleistungen unter Beweis gestellt. Während die großen schon seit Jahren bei der Lese zu Gast sind, hat die Lese in diesem Jahr auch die „kleinen Funken“ eingeladen, vor großem Publikum ihr Können zu zeigen. Die jungen Leute haben ihre Premiere vor großem Publikum bravourös bestanden und geben Lust auf mehr.

Es wäre ein fast perfekter Abend gewesen, wenn…ja wenn…ja wenn unser Finalredner denn pünktlich gewesen wäre… Die Roten Funken in Köln hatten ihn leider warten lassen und so war es ihm nicht möglich, pünktlich bei der Lese zu erscheinen… Grund genug, das „altgediente Leseorchester“ zu Höchstleistungen anzutreiben. In einer breiten Auswahl an Schunkelliedern wurde das Warten kurzweilig.

Und dann war ER da… ein Comedian, Unterhalter, Festredner, eben ein FACHMANN, in diesem Fall ein WERBEFACHMAN aus Köln,…
Bernd Stelter war da und enttäuschte sein Publikum nicht. Gut aufgelegt und mit einigen Zugaben begeisterte er die Lese zum Abschluss. Das Warten auf ihn hat sich gelohnt.

Das Finale mit der Hymne aller Koblenzer wurde musikalisch durch Torsten Schupp eingeläutet, bevor die närrische Lese 2015 zu Ende ging…der Dank des Publikums und die Reaktionen auf unsere Sitzungen haben uns eins auferlegt….es ist uns eine Ehre und Verpflichtung zugleich, auch am 03.02.2016 wieder zu sagen, „Bühne frei, für die Närrische Lesesitzung“.

Ihr Vorstand

Fotos: Rüdiger Brennig

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2014

Ein Feuerwerk Rheinischen Karnevals

Seit 150 Jahren feiert der Katholische Leseverein seine Sitzung am Mittwoch vor Schwerdonnerstag und schließt damit den Reigen des Sitzungskarnevals in Koblenz. Grund für diesen Brauch war der Umstand, dass der Verein meinte, nicht genügend Eigengewächse zu besitzen. So schwärmte der Elferrat stets aus, um die besten Büttenredner der Umgebung an Land zu ziehen.
In diesem Jahr hielt er sogar in Köln, Saarbrücken und Mainz Ausschau und wurde fündig, um nur das Rumpelstilzchen aus Köln oder Jaques‘ Bistro aus Saarbrücken zu erwähnen.
Aber nun der Reihe nach: Schon eine Stunde vor Sitzungsbeginn war der Große Saal der Rhein-Mosel-Halle voll besetzt: Ein herrlich buntes Bild der phantasievoll kostümierten Närrinnen und Narren, die sehr vernehmlich schon eine gute Stimmung von zu Hause mitgebracht hatten. Diese Stimmung fing die Sitzungskapelle „Skyliner“ mit einem bunten Liederkranz gekonnt auf, so dass man sagen darf, dass die Sitzung schon eine Stunde vor dem offiziellen Beginn anfing.
Prachtvoll war der Einmarsch des Elferrates, voran die große, bunte Schar der „Funny Boys & Girls“ aus Wallersheim und die Musikkapelle „St. Servatius“ aus Güls.
Stephan Otto, der neue Sitzungspräsident der „Lese“, der souverän die Veranstaltung leitete, konnte neben einer großen Schar befreundeter Karnevalsvereine auch den ersten Bürger unserer Vaterstadt, Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, sowie mehrere Abgeordnete des Deutschen Bundestages, des Rheinland-Pfälzischen Landtages und des Koblenzer Stadtrates begrüßen, unter anderem Dr. Michael Fuchs und Detlev Pilger.
Die Tanzgruppe „Funny Boys und Girls“ bot nach dem Einmarsch einen Showtanz vom Feinsten mit artistischen Höhepunkten.
Stephan Otto begnügte sich nicht mit der Sitzungsleitung, sondern stieg auch als Protokoller in die Bütt und ließ humorvoll und mit manchen Spitzen das vergangene Jahr Revue passieren.
Dann der protokollarische Höhepunkt: Der Einmarsch von Prinz Markus I. und Confluentia Gaby mitsamt ihrem prächtig aufgeputzten Hofstaat.
Es war schon eine fast familiäre Begegnung der närrischen Tollitäten mit dem Elferrat der „Lese“. Herzliche Worte und manches sinnvolle Geschenk wurden ausgetauscht, nicht zu vergessen die wechselseitige Verleihung hoher karnevalistischer Orden.
Und dann folgte schon einer der Höhepunkte der Sitzung: Das „Rumpelstilzchen“ aus Köln, den Fernsehkonsumenten bestens bekannt. Ein Feuerwerk von wohl gesetzten Reimen, brandaktuell und voller Witz. Standing Ovations waren ihm sicher.
Die „Löwengarde der Narrenzunft Grün-Gelb Karthause“ wusste die Stimmung des Saales mit ihrem artistischen Auftritt hochzuhalten. Manchem stockte der Atem, wenn er sah, in welcher Höhe sich die Tänzerinnen und Tänzer aufbauten und dann wieder -„Gott sei Dank“- festen Boden unter ihren Füßen hatten.
Ein karnevalistisches Koblenzer Eigenwächs war „Volker Veit“, Katholische Jugend Lützel mit seinem Vortrag, gefolgt von dem „Bauern aus der Eifel, Stefan Vogt“ mit den leicht kölsch klingenden Reimen, sowie „Horst Radelli als Willi Windhund“ aus Mainz.
Immer wieder wurden die Büttenreden von Schautänzen umrahmt oder umgekehrt, die Tänze von den Rednern.
Darbietungen, die eine einzige Augenweide waren und artistisch nicht mehr zu überbieten sind: Der Showtanz des „Narren-Clubs Wallersheim“ unter der Leitung von Petra Knopp sowie der Auftritt der „Gülser Seemöwen“, welche die Narrenschar nach Spanien entführte. Sehenswert, wie anmutig sie tanzten und mit ihren wedelnden Fächern umgingen.
Konnte da noch ein Redner Boden unter die Füße bekommen? Ja, „Detlev Schönauer als Jaques‘ Bistro“ schaffte es. Er brachte mit seinem Vortrag den Saal zum Kochen. Man hätte ihn problemlos für einen Franzosen mit saarländischen Erfahrungen halten können. Und wie er die katholische Beichtpraxis mit wohlwollendem Witz wieder in Erinnerung brachte, das tat manchem Mitglied der „Lese“ gut.
Den Reigen der Tänze beschlossen die „Grün-Weißen Funken vom Zippchen“ aus Kölsch Büllesbach, die seit Jahr und Tag bei der „Lese“ auftreten und die von Stephan Otto und seinem Elferrat zu Recht zur Ehrengarde der „Lese“ ernannt wurden.
Die Stunden waren im Flug vergangen; aber alles muss ein Ende haben, auch die Lesesitzung.
Wie beim Singen der Nationalhymne, standen beim Singen der drei Strophen der Koblenzer Hymne, dem Schängellied, alle auf.
Ein wunderschöner Abend war vorüber. Und man darf wohl sagen, dass sich die „Lese“ auf die Sitzung 2015 freut.

Dr. E. Thul

Fotos: R. Brennig

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2013

Feinsinn und beißender Spott

Jubiläum Leseverein meldet sich zurück

Auf den ersten Blick wirkt die Mischung von Kabarett und klassischer Fastnacht exotisch. Wer einmal eine Lesung des Katholischen Lesevereins erlebt hat, weiß jedoch, dass beide Welten sehr gut zusammenpassen. Und wenn dann noch ein ganz großes Jubiläum ansteht, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Keine Frage: Mit ihrer jüngsten Sitzung meldete sich die genau 150 Jahre alte „Lese“ eindrucksvoll zurück.
Nein, ins Zelt wollten sie nicht. Das hat der Vorstand immer wieder betont. Geduldig hat die „Lese“ deshalb abgewartet – und mit ihr rund 1000 Gäste, darunter viele Kenner. Sie alle erlebten in der „neuen“ Rhein-Mosel-Halle einmal mehr, wie Sitzungspräsident Michael Hörter einige Prinzipien des Karnevals auf den Kopf stellte. Warum nicht einfach einen der besten Redner direkt zu Beginn bringen? Für den Ex-MdL ist das keine Frage. Vor 25 Jahren leitete er erstmals eine Sitzung der Gesellschaft, entwickelte sie weiter und knüpfte am närrischen Netzwerk. Und so kam es, dass sich mit Werner Laube ein Meister des Wortes zurückmeldete, obwohl er eigentlich nicht mehr in der Bütt stehen wollte. Dieses Mal trat der Mann, der nach wie vor zu den Besten seiner Zunft gehört, nicht als Chef der Klamaukpartei an, sondern als klassischer Festredner. Sein Beitrag hatte sich trotzdem gewaschen.
Mit beißendem Spott wandte sich Laube an „Korpulenzen“ und „Dekadenzen“, brachte 150 Jahre Stadtgeschichte, Vereinsleben und Kommunalpolitik auf einen Nenner – das kann so keiner sonst. Perfekt kokettierte der Festredner mit dem Alter der „Lese“-Mitglieder, traf aber einen wunden Punkt: Trotz ihrer nach wie vor beeindruckenden Stärke braucht die „Lese“ engagierten Nachwuchs. Und das nicht nur in der Bütt, sondern auch im Präsidium. Denn sowohl für Werner Laube als auch für Präsident Hörter ist nach der Session definitiv Schluss. Das war jedoch schon lange angekündigt.

Neu ist allerdings, dass auch der alternative Karneval Qualitätsprobleme hat. Dessen wurde man sich beim Auftritt Heri Lehnerts bewusst.
Lehnert, im „Zivilleben“ Lehrer, versteht es meisterhaft, mit leisen Tönen und viel Ironie den Zustand von Politik und Bildungslandschaft anzuprangern. Das Problem: Auch der Kabarettist ist kein junger Wilder mehr. Da blieb so mancher Lacher im Halse stecken. Der perfekte Aufritt des Koblenzers offenbarte vor allem eines: Die auf allen Kanälen allgegenwärtige Comedy ist leider viel zu oft ein Niveauverlust, gegen den viel zu wenige ankämpfen. All dies heißt jedoch nicht, dass die „Lese“-Sitzung ohne Schwächen gewesen wäre.

Das offenbarte die Einlage von Oliver Sauer aus Frankenthal. Zwar bereicherte „Molly“ mit seinem vor allem für den Elferrat „interaktiven“ Vortrag grundsätzlich die Sitzung, doch hat der Mann trotz seiner reichen Erfahrungen nicht gelernt, dass man spätestens nach 20 Minuten aufhören sollte.

Es gibt nur wenige, denen man gern länger zuhört, und dazu gehört zweifellos Detlev Schönauer aus Riegelsberg im Saarland – der besser unter der Marke „Jacques Bistro“ bekannt ist. Die Art und Weise, wie dieser Mann mit Dialekten jongliert und landsmannschaftliche Eigenarten aufs Korn nimmt, dürfte einmalig sein.

Da konnte auch Albert Esser noch etwas lernen, der in Koblenz zwar als einer der besten Redner gehandelt wird, dieses Mal aber nicht so schnell auf den Punkt kam wie gewohnt.

Und die Tänze? Hier hinterließen vor allem die Tanzgarde vom TSC Rülzheim und die grün-weißen Funken vom Zippchen bleibende Eindrücke.

Dr. Reinhard Kallenbach
Rhein-Zeitung vom 08.02.2013

De Molli ließ den Elferrat nicht zur Ruhe kommen

Katholischer Leseverein bot eine überaus gelungene Kappensitzung

Es war der Schlusspunkt im Koblenzer Saalkarneval und zugleich ein Highlight der Session – der Katholische Leseverein feierte in der Rhein-Mosel-Halle eine Kappensitzung mit Esprit und viel närrischem Frohsinn. Sitzungspräsident Michael Hörter zeigte sich in Bestform vor einer vollbesetzten Halle, die sich von dem abwechslungsreichen Programm rasch mitreißen ließ. Der Einzug des Elferrates gestaltete sich zu einer närrischen Machtdemonstration – Stadt-soldaten, die Garde der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, die Musikkapelle St. Servatius füllten die Bühne aus. 

Letzter Einzug des Prinzenpaares

Und Programmpunkt zwei war nicht minder beeindruckend, denn Prinz Peter der Große, der Märchenprinz von Kowelenz, und ihre Lieblichkeit Confluentia Christiane zogen ein. Christiane dankte für den wunderbaren Empfang, ließ in ihrer Rede aber auch etwas. Wehmut erkennen. Lobende Worte richtete die Confluentia an den Leseverein als eine wichtige kulturelle Institution. Und sie gestand ein, dass der Prinz und sie selbst keine gebürtigen Koblenzer seien, aber: „Unser Herz schlägt für diese wunderschöne Stadt!“ Und ein letztes Mal gab es prasselnden Applaus für den Hofstaat, der dank seiner famosen Kostüme lange in Erinnerung bleiben wird. Prinz Peter der Große lobte die Qualität der Kappensitzung in hohen Tönen und himmelte ein letztes Mal seine Confluentia mit Worten an – noch intensiver, als man es in der Session erlebt hatte und mit einem letzten Seitenhieb auf den Oberbürgermeister.

Büttenredner Werner Laube sorgte für Lacher

Mit vielen Pointen und Anspielungen durchsetzt, war der Festvortrag von Werner Laube. Er ist ein Kowelenzer Büttenredner der Spitzenklasse. Seinem Ruf wurde er in seinem jüngsten Vortrag erneut gerecht. In diesem Jahr kann der Leserverein sein 150. Bestehen feiern, und da hatte der Redner einige Anmerkungen der humorvoll-ironischen Art zu machen: „Die sind damals im Dunkeln getappt, die Leute, das ist im Grunde kein Unterschied zum Stadtrat von heute!“ Das Einkaufscenter auf dem Zentralplatz ist für seine Begriffe „mit einem grünen Tarnnetz verhängt“, und der neue Kulturbau daneben erinnert ihn an Bo-Frost-Produkte. Er trauerte den Zeiten nach, als die Kinder noch von den Eltern erzogen wurden und setzte noch einige Seitenhiebe mehr. Von ähnlichem Kaliber ist Heri Lehnert, viele Jahre Alterspräsident der Blauen Bütt. Er kommt mit noch weniger Sätzen aus. Man muss die Ohren spitzen, sonst entgehen einem etliche Pointen seiner hintersinnigen Formulierungen. Die in diesen Tagen arg gebeutelte FDP und der ehemalige Bundespräsident bekamen ihr Fett weg.
Tänzerische und akrobatische Akzente setzten die Garde der Arbeitgemeinschaft Koblenzer Karneval und die White Lightnings der Coblenzer Turn-Gesellschaft, das war mehr als sehenswert.

De Molli ist alles andere als harmlos …

Er ist ein Original im Pfälzer Karneval, alleine sein Äußeres ist zum Schießen. De Molli, hinter der närrischen Fassade verbirgt sich Oliver Sauer, ist aber alles andere als harmlos. Er kann gut austeilen, ist schlagfertig und hartnäckig. Von letzterem kann der Elferrat ein Liedchen singen, der aus Bewegungsübungen gar nicht mehr herauskam. Und die Saarländer hat er dermaßen in sein Herz geschlossen, dass er sie immer wieder veralbert. Wenn auch andere leiden mussten, de Molli, in Frankenthal auch als. Sitzungspräsident bekannt, war spitze. Als Schnüssschwaader profilierte sich Dr. Albert Esser, und Detlev Schönauer entführte die Närrinnen und Narren in Jacques Bistro. Als Indianer legten die Seemöwen auf der Bühne los, und die Gardeshow der Grün-Weißen-Funken vom Zippchen war eine Augenweide. Als Torty de Banana schließlich das Schängellied anstimmte, war dies das Ende einer überaus gelungenen Kappensitzung.
-UKO-
„Blick aktuell“ vom 16.02.2013

Grün-Weiße Funken vom Zippchen, Kölsch Büllesbach
Tanzgarde der AKK Whith Lightnings, CTG Koblenz
Tanzgarde, TSC Royal, Rülzheim Showtanzgruppe, Möhnenclub Gülser Seemöwen

Eine Ära geht zu Ende

Michael Hörter gibt das Amt des Sitzungspräsidenten der Lese ab

Am Ende der letzten, von ihm geleiteten Lesesitzung, wurde Michael Hörter von seinem Elferat in besonderer Weise geehrt. Vizepräsident Stefan Otto dankte dem scheidenden Präsidenten dafür, dass er 25 Jahre lang die Lesesitzung in seiner gekonnten Art organisiert und geleitet hat und überreichte ihm eine Ehrenurkunde, sowie einen Stich der Hansestadt Hamburg.
B.R.

Fotos: R. Brennig

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2010

Leseverein überrascht die Koblenzer Narren

Letzte Sitzung vor dem Umbau der Rhein-Mosel-Halle hat es in sich
 Neuer Präsident überzeugt

Die Koblenzer Narren stimmten begeistert mit Händen und Füßen ab – sie bewiesen damit, dass niemand auf die traditionsreiche Sitzung des Katholischen Lesevereins verzichten möchte. Keine Frage: Die sehr beliebte Mittwochssitzung der „Lese“ war so gut besucht wie noch nie, und den Organisatoren merkte niemand an, dass sie noch vor wenigen Wochen über ihre letzte Vorstellung auf der Bühne der Rhein-Mosel-Halle nachgedacht hatten.

Der bevorstehende Umbau schien ein guter Zeitpunkt, eine Zäsur zu machen. Auch wenn der Leseverein nach wie vor zu den mitgliederstarken Gesellschaften in der Stadt gehört, gibt es Nachwuchssorgen. Und als dann noch mit Sitzungspräsident MdL Michael Hörter krankheitsbedingt ein Meister seines Fachs ausfiel, war die Stimmung gedrückt. Für ihn sprang nun Stephan Otto ein.

Der Ex-Prinz, der bei der „Lese“ eigentlich hinter den Kulissen die närrischen Fäden zieht, machte seine Sache so gut, dass selbst Eingeweihte überrascht waren. Ottos Moderation war frisch und schlagfertig. Und dann hatte der Mann auch noch die Nerven, trotz der turbulenten Vorbereitungsphase als Protokoller in die Bütt zu steigen. Das Ergebnis: geschliffene Reime mit kleinen Bosheiten zur Kommunalpolitik. Auch die meist traurigen weltweiten Ereignisse wurden nicht vergessen.

Die närrische Gemeinde war sich einig: Das Protokoll alter Schule war richtig gut, so kann es weitergehen. Und das wird es wohl auch. Schon bald will sich der Vorstand mit der Session 2011 befassen. Nach dieser Sitzung, die die Narren mit viel Beifall und bester Laune bereicherten, dürfte es gut aussehen, zumal es wieder gelang, Gäste aus der närrischen Oberliga zu gewinnen.

Dazu gehören zweifellos die meisterlichen Tanzgarden des TSV Landau und die „Lightnings“ von der Coblenzer Turngesellschaft. Das war nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Beweis dafür, dass karnevalistischer Tanz heute Leistungssport ist. Und als dann auch noch die Jugend des Narrenclubs Waschem mit einer WM-Gala begeisterte, war klar: So hat der Karneval Zukunft.

Ein Kontrastprogramm gab es auch in der Bütt. Während Melina Möhlich von den Husaren über das Leben mit närrischen Eltern sinnierte, drehte „Eifelbauer“ Stefan Vogt den Spieß um und berichtete über die Umtriebe der Tochter.

Und Dr. Albert Esser würdigte in Koblenzer Mundart die Eigenheiten von Frauen und Männern – ebenso wie die Niederberger Mauerblümchen. Das Finale der gelungenen Sitzung bereicherten die grün-weißen Funken aus Köln-Büllesbach. (ka)

Text: Dr. Dr. Reinhard Kallenbach
Rhein-Zeitung vom 12.02.2010

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass einer der Höhepunkte der Lesesitzung wie seit Jahren der Auftritt von Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser war.
Pointiert, spritzig und geistreich heizte er die Stimmung im Saal vor dem Finale noch einmal an.
BR

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2009

Beim Leseverein lacht das Narrenherz

Lesesitzung 2009

Besucherrekord in der Rhein-Mosel-Halle – Unkonventioneller Mix ist ein Schlüssel zum Erfolg – Akteure auf der Bühne reisen sogar aus Landau an. Die Mischung macht“s: Starke Reden und unkonventionelle Tanzdarbietungen gehören einfach zum Rezept einer guten Sitzung. Dass das närrische Menü des Katholischen Leservereins den Gecken besonders mundet, ist bekannt. Und auch dieses Mal war für jeden Geschmack etwas dabei.

Während in der Region gerne über das nachlassende Interesse am Sitzungskarneval geklagt wird, sieht es zumindest beim Katholischen Leseverein ganz anders aus. Die altehrwürdige Gesellschaft, die alljährlich in der Rhein-Mosel-Halle feiert, meldete einen Besucherrekord. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, staunte auch MdL Michael Hörter. Der Sitzungspräsident der „Lese“ muss es wissen – ist er doch mittlerweile seit zwei mal elf Jahren im Amt. Seinen Anspruch brauchte er dieses Mal nicht zu definieren. Das nahm ihm gleich zu Beginn Prinz Dieter ab.

„Das Beste, was es im Koblenzer Karneval gibt“, kündigte der „närrische Fuhrmann“ an. Und viele im Saal sollten ihm recht geben. Die Tollitäten, die von der Blaskapelle St. Servatius Güls in den Saal „gespielt“ wurden, hatten selbst ein rot-weiß-goldenes Geschenk: die Showtanzgruppe ihrer Gesellschaft, die gleich zu Beginn zu einer musikalisch-tänzerischen Weltreise aufbrach und einen Grund dafür lieferte, warum die „Lese“ mit ihren Kappensitzungen so erfolgreich sind. Die Organisatoren haben ein „Händchen“ für die Programmgestaltung – man traut sich, gleich zu Beginn starke Akteure zu bringen, die andernorts in der zweiten, in der Regel besseren Hälfte einer Sitzung auftreten. Hinzu kommt, dass nicht viel Zeit mit Regularien verplempert wird, sodass man mit einem Zeitrahmen von knapp vier Stunden bequem zurechtkommt. Und: Die „Lese“ profitierte von der guten Form der Redner. So gelang es dem von Schlussverkauf- Kunden überrannten „Detektiv und Personenschützer“ alias Lothar Hoffmann, das Eis zu brechen – der Mann ist eben für seine feinen Reime und drastischen Bilder bekannt. Etwas schwerer tat sich da „Restposten“ Markus Preis. Trotz seiner Interaktion mit dem Publikum empfand so mancher die Partnersuche des „Dauersingles“ aus Dortmund als zu lang. Dennoch: Dass der Ansatz, auch Comedy in das närrische Programm einzubinden richtig ist, zeigte wieder einmal Knacki Deuser, der erst nach einer Zugabe von der Bühne gelassen wurde. Sein Tipp für die Buga-Planer: 2011 alle Besuchergruppen zuerst am Zentralplatz rauslassen – dann ist alles andere wunderbar. Noch böser Werner Laube: Seine „Klamaukpartei“ legte Zentralplatz-Planern den neuen VHS-Kurs „Betreutes Denken“ nahe. Es schloss sich ein Plädoyer für die kleinen Sünden an. Die Botschaft: „Wer nicht trinkt und auch nicht raucht, ist ein Steuerhinterzieher, den keiner braucht.“ Fazit: Der Leserverein brachte wieder einmal das Kunststück fertig, die Wiederholungsrate am Ende der Session flach zu halten. Zu dem bereits von der „Großen“ bekannten Experten für Kowelenzer Grammatik, Dr. Albert Esser, und den Niederberger „Mauerblümchen“ gesellten sich Akteure, die sonst wenig oder gar nicht im Koblenzer Karneval zu sehen sind. Das gilt gerade für die CTG-Cheerleader und die Meistertänzerinnen vom TSV Landau. Bekannter sind dagegen die grün-weißen Funken aus Köln-Büllesbach, für die Koblenz zu einem Lieblingsziel geworden ist. (ka)

Quelle
20.02.2009 © Rhein-Zeitung

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Lese-Sitzung 2008

"Lese" machte Gecken glücklich

Niveauvolle Vorträge zum Finale des Koblenzer Sitzungskarnevals – Organisatoren wählten genau die richtige Mischung. Es ist schon eine Kunst, zum Finale des Sitzungskarnevals ein Programm zu präsentieren, das über weite Strecken ohne Wiederholungen auskommt. Dem Katholischen Leseverein ist es gelungen, genau diese Kunst zu perfektionieren. 

Eine Narrengala, die für Liebhaber des karnevalistischen Vortrags maßgeschneidert ist: So könnte man die Sitzung des Katholischen Lesevereins charakterisieren. Zum Finale der Sitzungssession 2008 ist es der Gesellschaft gelungen, erneut bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Der Mittwochabend zeigte, warum beim närrischen Stelldichein die Zahl der Gäste seit Jahren kontinuierlich steigt. 

Die Organisatoren um den routinierten Präsidenten Michael Hörter hatten das Glück des Tüchtigen. Die Tollitäten und ihr Niederberger Gefolge drängten gleich zu Beginn auf die Bühne, dass es schon in der ersten halben Stunde richtig bunt wurde. Neben treuen Gästen von den Stadtsoldaten und der Blaskapelle St. Servatius Güls waren schon beim Auftakt neue Gesichter zu sehen. Sie gehörten zur Showgruppe der Coblenzer Turngesellschaft. Die Formation ging volles Risiko und zeigte einen Leistungsstand, der zurzeit in Koblenz nur schwer zu toppen ist. Dass die CTG-Truppe trotzdem in närrischen Kreisen weitgehend unbekannt ist, liegt daran, dass sie sonst nur auf Cheerleader-Turnieren tanzt. Dass die Gruppe nun eine Ausnahme machte, lag wohl an Präsidentensohn Sebastian. Die „Lese“ ist eben für Überraschungen gut und bereit, Grenzen zu überschreiten. Das zeigte sich zur späten Stunde erneut, als Knacki Deuser der Heimatstadt Koblenz seine Reverenz erwies. Der Komiker mit Arbeitsschwerpunkt Köln verriet auch, warum er immer wieder gerne nach Hause zurückkommt: In der Domstadt sind alle dauernd gut drauf. Man muss schon nach dem Aufstehen schunkeln. „Das hält auf Dauer keiner aus“, bekannte Knacki Deuser. Auch die grün-weißen Funken aus Büllesbach wissen seit Jahren den Respekt zu schätzen, denen ihnen das Koblenzer Publikum entgegenbringt. Die Frauen und Männer dankten mit einem Finale voller tempogeladener und halsbrecherischer Gardetänze. 

Zurück zum Anfang: 2007 als Hoffnungsträgerin der „Lese“ gestartet, zeigte Kerstin Sopp, dass ihr Einstieg in die Bütt keine Eintagsfliege war. Vom Klimawandel über beißende Sozialkritik bis hin zum Dauerthema Zentralplatz spannte die Protokollaria ihren Bogen. Mit ihren Reimen und einem Lied kam Kerstin Sopp so gut an, dass eine Zugabe fällig wurde – und das bei einem Protokoll! 

Auch Lothar Hoffmann traf den Nerv – dieses Mal als Babysitter, dessen Schützling die halbe Wohnung verwüstete und die Grenzen männlicher Einflussmöglichkeiten aufzeigte. Eine Steilvorlage für die Niederberger „Mauerblümchen“, die sich eben nicht nur mit Schönheit und Alter, sondern auch mit der Entsorgung von Ehemännern befassten. Über gestörte Beziehungen wusste auch Dr. Albert Esser am Beispiel der Feinheiten in der Koblenzer Grammatik zu berichten. Anders „Eifelbauer“ Stefan Vogt, der sich in gewohnter Manier mit Geschichten über sein „Ehegespenst“ zur Wort meldete. Noch bissiger im wahrsten Sinne des Wortes präsentierte sich Werner Laube, der die mögliche Einführung eines „Gebiss-Sharings“ analysierte und mit seiner Klamaukpartei wieder einmal am guten Ruf der „Lese“-Sitzung arbeitete, die mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. 

Reinhard Kallenbach 
Quelle: http://rhein-zeitung.de/08/02/01/BK/00000173.html 
01.02.2008 © RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2007

Wohlfühl-Karneval mit guten Freunden

Sitzung des Katholischen Lesevereins erfüllte die hohen Erwartungen Karneval zum Wohlfühlen. Dafür steht der Katholische Leseverein seit vielen Jahren. Und die traditionelle „Lese-Sitzung“ machte wieder einmal besonders viel Spaß.

„Hier fühl“ ich mich wohl, hier will ich sein.“ Mit diesen Worten sprach „Eigengewächs“ Prinz Stephan wohl allen aus der Seele, die sich in der Rhein-Mosel-Halle versammelt hatten, um ihre „Lese“ zu feiern – und das mit einer hohen Erwartungshaltung. Genießt doch der Katholische Leseverein seit einigen Jahren den Ruf, eine der besten Sitzungen der Stadt zu präsentieren.

Um es vorweg zu sagen: Der hohe Anspruch wurde auch dieses Mal erfüllt. Und die anderen Vereine brauchen deswegen nicht zu grollen. Waren es doch die eigenen Aktiven, die entscheidend zum Erfolg der Narrenrevue beitrugen. Erneut präsentierte die „Lese“ eine Auswahl des Besten, was Bütt“ und Tanzparkett in Koblenz zu bieten haben. Obwohl so mancher – was in der Endphase des Koblenzer Sitzungskarnevals in der Natur der Sache liegt – die eine oder andere Nummer das zweite oder dritte Mal sah, kam nie Langeweile auf. Und das lag nicht zuletzt am Sitzungspräsidenten. Michael Hörter zeigte einmal mehr, dass er ein „Händchen“ für unkonventionelle Programmfolgen hat. Ein Männerballett direkt am Anfang zu bringen, gehört dabei zum Kalkül. Die „Blumenwiese“ der Narrenzunft Gelb-Rot enttäuschte dabei nicht. Die Herren der Schöpfung sorgten für viel Heiterkeit und bereiteten Kerstin Sopp einen lockeren Einstieg in den wohl schwierigsten Part der Sitzung: die närrische Rückschau auf ein überaus ereignisreiches Jahr.

Wie bei ihrer Premiere 2006 machte die Protokollaria der „Lese“ ihre Sache ausgezeichnet und las nicht nur dem „Traumpaar“ Beck/ Merkel gehörig die Leviten, sondern monierte auch den Zeitverzug bei der Stadtgestaltung. „Wenn es so weitergeht, wird man erst nach der Buga mit dem Pflanzen fertig“, so ein Fazit von Kerstin Sopp, die vielen aus der Seele sprach und dafür tosenden Beifall erhielt. „Ein Protokoll, wie man es sich wünscht, lobte der Sitzungspräsident, der noch eine weitere Überraschung auf Lager hatte: Trotz Krankheit trat Knacki Deuser doch noch bei der „Lese“ auf.

Der Komiker unternahm eine Reise durch ein „neues“ Deutschland, in dem seit der WM kein Arzt mehr das Lächeln auf den Gesichtern wegbekommt. Sogar der Klimawandel hat da seine gute Seiten. „Zum Meer ist es nicht mehr so weit und durch Holland braucht man auch nicht mehr“, meinte Knacki, der einmal mehr zeigte: Klassischer Karneval in der Bütt“ und Comedy liegen gar nicht so weit auseinander – wenn beides gut gemacht ist. Und bei der „Lese“ waren wieder einmal Meister ihres Faches am Werk.

Ein dickes Lob verdienten sich „Eifelbauer“ und Eheschreck Stefan Vogt („25 Jahre waren wir glücklich, dann haben wir uns kennengelernt“) und Werner Laube. Der Mann von der Klamaukpartei macht sich die Mühe, seine Beiträge von Sitzung zu Sitzung zu verändern. Und so unterschied sich der Klamauk der Inthronisation doch deutlich von dem bei der „Lese“, was jedoch nichts an der Tatsache änderte, dass die Mitglieder des Elferrats wieder einmal jede Menge abbekamen. Auch „Pastor“ Achim Bergen von den Kapuzemännern brach alle Tabus. Sein elftes Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Es sei denn, sie besteht darauf.“ Um die weltlichen Begierden ging es auch bei „Conflutsche-Uhm“ Monika Kräber, die sich gekonnt an die dunkle Seite der karnevalistischen Macht wagte.

Bei allem kam die Show nicht zu kurz. Während die „Skyliners“ und die Musikkapelle St. Servatius Güls für Schunkellaune sorgten, krönten die Tänzerinnen und Tänzer vom HCV und den Rheinfreunden die wirklich gute Sitzung, deren Finale die fantastische Gardeshow der grün-weißen Funken aus Kölsch-Büllesbach war.

Reinhard Kallenbach
Quelle: http://rhein-zeitung.de/07/02/13/BK/00000136.html
13.02.2007 © RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2006

Große Narrengala beim Leseverein

Pointierte Büttenreden und flotte Tänze sorgten für einen runden Genuss

Als sich die Mitglieder des Katholischen Lesevereins 1863 erstmals offiziell „zu guter Lektüre“ versammelten, hatten sie natürlich nicht nur die Kultur im Sinn. Die altehrwürdige Gesellschaft gab schon immer rauschende Feste. Ihre Kappensitzung gehört schon seit Jahren zum Besten, was man sich im Koblenzer Karneval antun kann. Und am Samstagabend gab es schon wieder eine Steigerung.

Sonderlich verwöhnt werden die Schängel vom Koblenzer Sitzungskarneval derzeit wirklich nicht. Aber jeder Verein hat starke Akteure, die auch den überregionalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Beim Katholischen Leseverein ist es eine gute Tradition geworden, zum großen Finale des Sitzungskarneveals noch ein-mal die Besten der Besten auf die Bühne der Rhein-Mosel Halle zu holen. Und die „Lese-Organisatoren“ wie Stephan Otto und Sitzungspräsident Michael Hörter haben bekanntlich das richtige „Händchen“, wenn es um die richtige Mischung geht.

Auch wenn die „Lese“ wenig Eigengewächse auf die Bühne schickt, ist es dem Verein gelungen, der Kowelenzer Faasenacht einen eigenen Stempel aufzudrücken. Auch am Samstagabend verschmolzen Elemente des klassischen Karnevals und Comedy – das anspruchsvolle Publikum dankte es mit guter Laune und prächtiger Stimmung, die in der Rhein-Mosel-Halle alles andere als selbstverständlich ist. Es war der Abend der närrischen Poeten und der Spötter, denen der Fanfarenzug Grün-Gelb von der Karthause den Weg bereitete.

Der Sitzungspräsident ließ zunächst einer Dame den Vortritt: „Protokollaria“ Kirstin Sopp gab ihr närrisches Debüt in der Lesebütt und ließ vergangene „Untaten“ in Berlin und Koblenz Revue passieren. Dabei fehlte auch der seherisch-mahnerische Blick nach vorn nicht. Und es gab den Traum, dass Politiker als Angestellte bei Ikea geläutert werden. Dazu passte die Vision vom Zentralplatz als blühendem Buga-Schängelpark und der Umbau des maroden Stadtbads zum Tropengarten.

Aber auch die Männer zeigten sich als Meister des geschliffenen Vortrags. So präsentierte sich Heimwerker Lothar Hoffmann als „Mann für alle Fälle“. Kurt Mendyka von den Kapuzemännern Kesselheim war seine Verzweiflung über die Machtübernahme der Frauen deutlich anzusehen: Es sei zum Haare raufen, sogar am Vatertag gingen sie jetzt wandern und saufen. Er fühle sich nur noch als halber Mann, seitdem seine Gemahlin die Fernbedienung des Fernsehers kontrolliere.

Auch Heri Lehnert von der Blauen Bütt hat sich eine Dame ausgesucht: „Deutschland ist in den Wechseljahren, denn die Regierungsperioden sind unregelmäßig. Jetzt soll Ängie sehen, wie sie damit klarkommt“. „Knacki“ Deuser zeigte zunächst Macho-Qualitäten, riss aber dann mit seiner Interpretation von Romeo und Julia und mit verblüffender Jonglage das Narrenvolk von den Stühlen.

Nach der Brautschau des „Eifelbauers“ Stefan Vogt schlug die Stunde des gewohnt grandiosen Werner Laube als Speerspitze der Klamaukpartei gegen den Werteverfall. Es war aber auch ein Abend der tänzerischen Höchstleistungen. Mit dabei: Die Engel und Teufel vom HCV, die 13 Zwerge vom gelb-roten Männerballett und die feurigen Piraten, die ebenfalls von der Narrenzunft entsandt worden waren. Akrobatisches Glanzlicht der vierstündigen Gala war jedoch das Gastspiel der Grün-Wei-ßen-Funken aus Kölsch-Büllesbach, die ihre Mariechen mit atemberaubenden Würfen von einer Gruppe zur nächsten schweben ließen.

(sil/ka)
Quelle: http://rhein-zeitung.de/06/02/20/BK/00000202.html
 20.02.2006 © RZ-Online

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2005

Show-Mix für verwöhnte Narren

Traditioneller und alternativer Karneval trafen sich bei der hochkarätigen Sitzung des Lesevereins in der Rhein-Mosel-Halle.

Der politische Karneval lebt! Allerdings kommen die „bösartigsten“ Beiträge aus dem „blauen“ Lager. Die Mittwochs-Sitzung des Katholischen Lesevereins zeigte einmal mehr, dass traditionelle Kowelenzer Faasenacht und „Blaue Bütt“ gut zusammenpassen. Diese Mischung ist ein Rezept gegen leere Säle!

Die Koblenzer Narren schöpften zum offiziellen Abschluss des Sitzungskarnevals noch einmal so richtig aus dem Vollen. Viele derjenigen, die in der Stadt auf dem närrischen Parkett Rang und Namen haben, waren der Einladung des Katholischen Lesevereins in die Rhein-Mosel-Halle gefolgt – um auf der Bühne zum fröhlichen Finale zu blasen. Obwohl das anspruchsvolle Publikum vieles sah, was man in dieser Session bereits auf anderen Bühnen gesehen hatte, wurde die Narretei recht spannend.

Der straffe Fahrplan und die intelligente „Sitzungschoreografie“ sorgten für einen kurzweiligen Abend, den der wortgewandte Michael Hörter (MdL) auch in seinem 17. Jahr als Sitzungspräsident souverän meisterte. Dass bei der „Lese“ einiges anders ist, zeigte sich schon zu Beginn. Das vom Fanfarenzug „Grün-Gelb“ Karthause, den Stadtsoldaten und Gästen vom KV Waldfischbach in der Pfalz gestaltete traditionelle Auftaktsbild wurde abrupt durch den „Lese-Prolog“ von Melina Möhlich unterbrochen. Die „zwangsmaskierte Antikarnevalistin“ nahm die „Beklopptenzeit“ unter Beschuss und erntete wie bereits bei den Husaren-Sitzungen viel Beifall – ebenso wie Leo Wingen, der seine Leidenschaft fürs Protokoll dieses Mal in einer französisch akzentuierten Bistroatmosphäre auslebte. Der Mann von der „Großen“ brach mit Konventionen, während sein Vereinskollege Hans Nobel ganz klassisch seine Koblenzer Kostbarkeiten zum Besten gab. Dieser Spannungsbogen stand für ein kontrastreiches Programm, das Organisatoren und Aktive strikt durchzogen. Die Entdeckung des Abends war jedoch Christoph Hartmann von den Metternicher Funken. Laut und furchtlos würdigte der Schüler vor großer Kulisse die Vorzüge eines antiautoritären Unterrichts für die Entwicklung von frühreifen Genussmenschen. Auch hier gab es einen Kontrapunkt. Und den verkörperte „Felix“ alias Wladi Elsner, dem das Witzrepertoire niemals auszugehen scheint.

Gegensätzliches war auch in Sachen Schautanz zu erleben. Währen die „Hexen“ von den „Rheinfreunden“ und die „Indianer“ vom Horchheimer Carneval Verein gekonnt Party feierten oder in den Wilden Westen reisten, wagte sich die Showtanzgruppe der rot-weiß-goldenen Funken an der Grenze zu Neuland. Markenzeichen: schwierige Schrittfolgen und absolut synchrone Bewegungsabläufe.

Exzellente Vorträge lieferten auch die Gäste ab, die nicht zur Koblenzer Karnevalsszene gehören, allen voran Sparkassen-Mann Lothar Hoffmann, der in fein geschliffenen Reimen über die Katastrophen beim Aufbau eines in 36 Raten finanzierten Campingzeltes berichtete. Sehr politisch wurde Heri Lehnert, Alterspräsident der „Blauen Bütt“. Kostprobe: „Hartz IV ist wie ein String-Tanga. Das Allernotwendigste wird abgedeckt, den Rest kann man sich in den […] schieben.“

Ein verbales Feuerwerk zündete „Knacki“ Deuser, der aus einem Pärchen-Spieleabend mit gewinnsüchtigen Männern und streitsüchtigen Frauen folgenden Extrakt zog: „George Bush führt deshalb Kriege, weil er beim Memory die zweite gelbe Ente nicht bekommen hat.“ Auch der unvermeidliche Ausflug nach Köln fehlte nicht. Den gestalteten Adi Kurtscheid von den „Kapuzemännern“ mit der Kapelle Hommen, während die „kölsche“ Grün-Weißen Funken das spektakuläre Finale der „Lese-Sitzung“ krönten.

Reinhard Kallenbach

Quelle: Zeitungsarchiv RZ-Online