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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1993

»Die närrische Glockenspielerei«

lautete das Motto der Kappensitzung 1993. Es erinnerte an ein Geschenk des Lesevereins für die Stadt Koblenz, das Glockenspiel am Jesuitenplatz. Glockenschlag 20.11 Uhr zogen die Elf vom närrischen Rat mit je einer großen, selbstgefertigten Glocke auf dem Kopf in den Saal, sozusagen als:

„Die Glöckner von Notre LESE“.

Gleichzeitig wurde aus den schlichten Stühlen am Elferratstisch jeder ein richtiger Glockenstuhl und der Oberste der Elf – der Herr Sitzungspräsident – war der Großglockner. Die Besucher konnten an diesem Abend nicht nur das Läuten hören, sie wussten auch, wo die Glocken hängen. Und die läuteten viele schöne Programmpunkte ein. Michael Hörter hatte alle Glockenseile fest und sicher in der Hand.

Er schickte als Erste die kleine Michelle Hurler in die Bütt. Sie war Preisträgerin der Kinder-Bütt-Parade 1993. Im Lachsturm eroberte Michelle die Herzen des närrischen Publikums.

Dann war der Protokollarius an der Reihe. Stephan Otto betrat zum ersten Mal die Bütt überhaupt. Sein Debüt als Protokoller der Lese war überzeugend. Seine Glossen über große und kleine Politik saßen wie glockenreine Töne eines meisterhaft gespielten Glockenspiels.

Als der Sitzungspräsident das „LESE-Quatschtett“ einläutete, traten vier junge Menschen selbstsicher vor die Mikrofone, als hätten sie jahrelange Bühnenerfahrung. Und dann legten sie los, ulkten, uzten, verteilten pfiffig-freche Pointen im Saal und strapazierten auf ihre fröhliche Art die Lachmuskeln des Publikums. Es saß aber auch jeder Song. Sie hatten natürlich ihren eigenen Privatkanal, den „KO-LE-KA 1“, den Koblenzer Lese-Kanal-1. Sabine, Peter, Stefan und Nico heimsten sich einen Riesenapplaus ein. Weiter so, ihr Vier.  

Die Ankündigung Michael Hörters, der Oberbürgermeister könne heute nicht in die Bütt steigen, wurde enttäuscht aufgenommen. Die nächste Ansage brachte allerdings Genugtuung: Er schicke halt seinen Vertreter! Und dem „Vertreter des OB“ ist es tatsächlich gelungen, inkognito zu bleiben und zwar von der Saaltüre bis zur Bütt. Beim ersten Satz wussten alle im Saal, wer der „Vertreter“ war. Von der Maskenbildnerin unkenntlich geschminkt, erkannte „sein“ Publikum ihn sofort beim ersten Wort. In der LESE war Willi Hörter schon als Jungkarnevalist aktiv geworden, dann als Büttenredner, Protokollarius und viele Jahre als Sitzungspräsident. Diesen Posten hat heute sein Sohn Michael inne. Vater Willi in der Bütt zu erleben, ist immer wieder eine Freude. Hoffentlich bleibt unser Ehrenmitglied auch in Zukunft „Insider“ der LESE-Bütt in 1994 und darüber hinaus.

Im Programm waren weiter Karl Rosenbaum, der Mann mit dem „Hütchen und dem Köfferchen“. Bei seinem Auftritt bleibt ja kein Auge trocken. Dann kamen wieder die (Chor-)Corps-Knaben vom CCKK auf die Bühne und legten kesse Texte und schmissige Melodien auf und begeisterten die Zuhörerinnen und Zuhörer. Sie steigerten sich von Jahr zu Jahr und allmählich – so meine ich – sollten sie getrost mal als (Chor-)Corps-Herren auftreten. Michael Parma und Rolf Ditt, LESE-erprobtes Gesangsduo, erfreuten ihre Zuhörerschar in gewohnter Weise. Rolli Diell, „Krombier“ von der Altstadt, konnte zu später Stunde das Publikum hellauf begeistern. Ein besonderes Lob dem Garde-Tanz-Corps der Karnevalsgesellschaft Gelb-Rot. Künstlerische Darbietungen, mit jugendlichem Temperament vorgetragen, hatten den stürmischen Applaus redlich verdient.

Natürlich besuchten uns auch Prinz Ed und Confluentia Monika samt Hofstaat, die von der LESE-Familie herzlich begrüßt wurden. Unser Karnevalsorden zeigte diesmal die ehemalige Hl. Kreuzkirche zu Ehren des Prinzenpaares, das aus Ehrenbreitstein kam.

Allzu schnell vergingen die schönen Stunden in der LESE-Sitzung, die vor etwa 5 Stunden begann mit dem humorigen Prolog unserer aktiven Sonja Reuther. Ihr launiger, tiefgründiger Text führte zum Glockenspiel über.

Sie nahm ein Hämmerchen und das lebende Spiel der Glockenmänner des Elferrats erklang unter ihren „Schlägen“.

An dieser Stelle sei noch einmal ein herzliches DANKE allen Mitwirkenden gesagt, wo immer sie auch im Einsatz waren!

Confluentia 1993
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Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Geistlicher Beirat der Lese B. M. Schäfer – 1992

Über die Menschen an der Krippe Jesu – Geistlicher Beirat der Lese B. M. Schäfer

»Über die Menschen an der Krippe Jesu« haben wir am 12. Dezember 1992, – am 3. Adventssonntag – im Eltzerhof nachgedacht.
Sehr groß war auch hier die Beteiligung aus der Lesefamilie. Maria, die reine Magd des Herrn, stand zunächst im Mittelpunkt unserer Meditation.
Im Hinschauen auf die Gottesmutter ist Dankbarkeit aufgekommen für ihre Bereitschaft des Empfangens und Schenkens. Sie ist die Erwählte aus dem Volk Israel, dem Gott seine Gnade erweist und an dem er seine Verheißung erfüllt. Sie ist die treue Magd (Dienerin), die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn verheißen worden ist. Sehr nachdrücklich haben wir dann ihrer dienend mütterlichen Fürsprache das geborene und ungeborene Menschenleben ans Herz gelegt.

Josef ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfeleistung und Hilfestellung. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen. Die eigenen Pläne werden stillschweigend überholt. Immer neue Weisungen und Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt. Er ist der Mann, der sich eine bergende Häuslichkeit bereiten wollte und geschickt wurde in die Ungeborgenheit des Zweifels, des belasteten Gemütes, des gequälten Gewissens, der zugigen und windoffenen Straßen, des unhäuslichen Stalles, des unwirtlichen fremden Landes. Und er ist der Mann, der ging.

Das ist sein Gesetz, die dienstwillige Folgsamkeit; der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, war ihm selbstverständlich, weil er ein Mann war, der bereitet und zugerüstet war für Anrufe Gottes. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis. Die Hirten glaubten der Botschaft des Engels, dass dort eine große Freude auf sie und alles Volk in Bethlehem warte. „Und sie gingen eilends hin“. Entschlossen brachen sie auf. Nichts konnte sie mehr zurückhalten. Und sie nahmen ganz einfach ihre Herden mit, all das, was zu ihnen gehörte.
So ist die Weihnachtsbotschaft zunächst nicht für die Feiertage gedacht, sondern für unsere oft wunderlosen Alltage. Einfache Hirten bei ihrer Arbeit hören vom Heiland in der Krippe. Und sie gehen unverzüglich zu ihm hin, damit ihr Leben und ihre Arbeit durch das Kind in der Krippe einen neuen Sinn und eine hoffnungsfrohe Kraft erfahren kann. Nun wissen sie, dass sie dem Leben trauen können, weil Gott es mit ihnen lebt (P.Delp S.J.).
Auch das Dreikönigsbild haben wir betrachtet, das Bild von Epiphanie, die Erscheinung des Herrn für alle Völker und Nationen. Die Magier aus fernen Ländern haben die Sternstunde ihres Lebens nicht verpasst. Sie haben erfahren dürfen, dass Gott sich suchen und finden lässt. Ihr Forschen endet in der Anbetung. Und die Gaben, die sie mitbringen, sind wie eine hilflose Geste der Anerkennung für den gefundenen Herrn und Retter der Welt.
An der Krippe des Herrn kniend, sollten auch wir unsere Gaben mitbringen: das Gold unserer Treue und Liebe, unserer Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit; den Weihrauch unserer Gebete und unserer Ehrfurcht und die Myrrhe unserer Werktage, all die Bitterkeiten, die Sorgen und die Anliegen, die uns bedrängen. Denn alle unsere Gaben berührt segnend und helfend das Kind in der Krippe, das auch unser Herr ist.

Mit viel weihnachtlicher Vorfreude im Herzen saßen wir nach der Eucharistiefeier noch lange zusammen im renovierten Pfarrheim St. Kastor.
Berthold Mattias Schäfer

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Debbekuchen-Essen

Debbekooche – Essen 1992

Debbekooche - Essen am 13. November 1992

Es war Freitag, der 13. November, da sich die Lesefamilie zum inzwischen traditionellen Debbekooche-Essen einfand. Etwa 150 Personen kamen zu diesem herbstlichen Treffen ins Haus der Begegnung. Als erstes fiel die geschmackvolle Saaldekoration auf. Bunte Fackeln, wunder­schöne selbstgebastelte Laternengänse, kleine Kunstwerke von Sigrid Wecker, Leiterin des Kindergartens von Pfarrei unserer lieben Frauen.

Pünktlich 19.00 Uhr begrüßte der Vorsitzende Mitglieder, Gäste und Freunde des Vereins mit einer humorvollen Ansprache. Dann intonierte er mit fester Stimme das Kowelenzer Meerdeslied, das kräftig mitgesungen wurde.

Die Stimmung im Saal war ausgezeichnet. Dazu trug der leckere Debbekooche bei, der ja soooo gut schmeckte. Man war voll des Lobes – auch über den „vereinseigenen Dessert“. Der Vorsit­zende hatte den „Klaren“ avisiert als Gesundheits­Geschenk des Vereins für jeden im Saal. Nach dem reichlichen Mahl kam ein wenig Karne­valsstimmung auf. So sei an dieser Stelle die Tat­sache vermerkt, daß in den Reihen des Publikums unser Exprinz Helmut 1. weilte und ebenso dem Vortrag lauschte, den nun unser Sitzungspräsi­dent Michael Hörter gekonnt vortrug über „Des Sängers Fluch“.

Diese Persiflage des bekannten Gedichts stammt übrigens von seinem Großvater, unserem verstobenen Ehrenmitglied Willi Hörter sen.

Noch lange blieben viele beisammen und plauderten miteinander in geselliger Runde, und es wurde viel Freude miteinander geteilt.

Das ist sicher ganz im Sinne des großen Heiligen des 11. November!

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 1992 – zur Salier-Ausstellung in Speyer 

Lesefahrt zur Salier-Ausstellung in Speyer

Am Samstag, dem 16. Mai 1992, starteten wir in aller Frühe mit 3 Bussen Richtung Speyer, um die seit Jahren angekündigte Salier-Ausstellung zu besuchen. Trotz zügiger Fahrt kamen wir so spät an, dass eine Riesenschlange von Besuchern schon vor uns wartete. Bemühungen, als Gruppe an der Schlange vorbeigeschleust zu werden, schlugen fehl. So mussten wir uns dreinfügen und nahezu 2 Stunden in der frühjährlichen Sonne ausharren, bis wir endlich das Museumsgebäude betreten durften.

Lesefahrt 1992 – Speyer – Museumsgebäude

Die Stimmung der Truppe war jedoch hervorragend; man ließ sich die gute Laune durch die recht lange Wartezeit nicht verdrießen. Die Aus­stellung selbst war sehr imponierend, wenn es auch gelegentlich einiges aus museumspädagogi­schen Gesichtspunkten zu bemängeln gab. Aber es dürfte ein einmaliges Erlebnis gewesen sein, eine solche Fülle von Zeugnissen aus der salischen Zeit an einem Ort versammelt zu erleben.

Das herrlichste Zeugnis der salischen Zeit war aber der Dom zu Speyer, den wohl alle nach der Ausstellung noch besucht haben.

Lesefahrt 1992 – Speyer – Dom

Nach einem Bummel durch die Speyerer Altstadt fuhren wir nach Wachenheim, um dort mit unserem geistli­chen Beirat, Pastor Berthold Schäfer, Gottes­dienst zu feiern. Bei der Fahrt über die Wein­straße trieb es uns nach Freinsheim, wo wir bei­nahe mit den Bussen in den engen Gassen steckengeblieben wären. Minutenlange Milimeterarbeit der Busfahrer befreite uns endlich aus der verfahrenen Situation, aber wir kamen zu spät nach Wachenheim. Vor der Kirche erwartete uns im priesterlichen Ornat unser geistlicher Beirat, den wir mit großem Hallo begrüßten. Es war ein schöner Gottesdienst, den wir in einer anspre­chend modernen Kirche feiern durften. Unser Ge­sang ließ allerdings zu wünschen übrig, da die Organistin sich zu unserem Leidwesen auf das Liedgut der Diözese Speyer beschränkte.

Lesefahrt 1992 – Winzerverein „Lug ins Land“ in Wachenheim

Anschließend ging’s in den Winzerverein „Lug ins Land“ in Wachenheim, wo eine recht ordentliche Weinprobe zelebriert wurde. Nach der 7., 8. Probe hatte allerdings der vorstellende Winzer sehr viel Mühe, sich bei der fröhlichen Gesellschaft durchzusetzen. Gegen Mitternacht waren wir wieder zu Hause, wo einige noch bei einem Glas Bier die Eindrücke des Tages vertieften.

Dr. E. Thul

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1992

»TOUR DE LESE«

Die schicke Einladung zur Kappensitzung am 26. Februar 1992 zeigte ein Supertandem für elf Per­sonen und gab so treffend das Bild zum Thema des Abends:

Die künstlerische Gestaltung der Einladung sowie des Bühnenbildes hatte Toni Scherpe übernommen. Das Programm war reich an Höhepunkten, närrischen Aktivitäten, Gesangsdarbietungen, kurzum: ergötzlich und kurzweilig, es gab viel zu lachen und das aufnahmebereite, liebenswerte LESE-Publikum geizte nicht mit dem Applaus. 1992 zierte der Sessionsorden das Bild der Kastorkirche, die in diesem Jahr zur Basilika erho­ben worden ist. Sicher ist es auch interessant zu wissen, wer die prominentesten Träger dieses schönen Karnevalsordens sind: Der Apostolische Nuntius für Deutschland, Erzbischof Dr. Lajos Kada, Bonn, und der Bischof von Schweden, Dr. Hubertus Brandenburg, Stockholm.

Lese-Sitzung 1992 – Sonja Reuther

Sonja Reuther, Tochter Rademacher, prologierte sagenhaft temperamentvoll die Ankunft des Elferrats auf den Rennrädern, Geschäftsrädern, Drahteseln mit oder ohne „Acht“. Sie kom­mentierte so toll, bis auch sie farblich „pinkiert“ im hautengen Raddress stand. Im LESE­Rennteam stand eigentlich ein „Ersatzmann“ als Protokollarius. Sein Vortrag war große Klasse, da saß jeder Satz, souverän vorgetragen. Dabei stand unser Freund Hans zum ersten Mal in der LESE­Bütt; war aber schon seit etlichen Jahren aktiv im Elferrat.

Nach ihm kamen die Vier vom „LESE-Quartett“ und sangen lustig und mächtig drauflos. Peter, Stephan, Nico und Anke jubilierten schließlich lauthals ein Halleluja auf die kastorianische Ba­Ba-Ba-Basilika.

Die Chorknaben, nein: Korpsknaben vom CCKK glossierten mit schönem Gesang zur Laute Politik und Prominenz in Stadt und Land. Heiner, Chri­stian, Georg, Armin und Dietrich strahlten beim reichlich gespendeten Applaus.

Dann kam der Mann mit dem Hütchen und dem Köfferchen; der ließ seine Zuhörer nicht zur Ruhe kommen. Kaum hat man über den einen Gag gelacht, purzelten schon die nächsten Witze in den Saal. Beim Karl wurden Tränen gelacht.

Lese-Sitzung 1992 – Elferrat

Beim Rolli als „Krombier“ tobte der Saal vor La­chen. So gern hätte ich mir den einen oder anderen seiner spritzigen Witze gemerkt. Das war jedoch unmöglich, denn es kam „Schlag auf Schlag und Treffer auf Treffer“.

Frisch und fröhlich zu Fuß, direkt aus Amsterdam, kam der Dieter als „Doof Tulp“ hereinspaziert. Das war sein erster Auftritt nach 15 Jahren Büttenpause. Sein Humor blieb der gleiche, seine pointierten Witze kamen bestens an. Das begeisterte Publikum dankte ihm durch langanhaltenden Applaus.

In der nächsten Abteilung fungierten Rolf und Michael als Bänkelsänger. Wer im Publikum noch ein paar Tränen übrig hatte, der wurde sie nun los.

Nach der Pause brillierte Sitzungspräsident Michael als stimmgewaltiger Sänger mit einem Schunkellied. Aber schon bald merkten die Zuhörer, dass er mit einer „Leihstimme“ operierte. Es war die sonore Stimme des Sängers Rudi Müller, der nun mit seinen fröhlichen Liedern den zweiten Teil der Sitzung eröffnete und dafür reichlich Beifall erntete.

Lese-Sitzung 1992 – Itsche Sauerborn

Szenenwechsel: Jetzt kam Zirkusatmosphäre auf, Zirkusluft wurde vermittelt. Der Itsche als scher­zender, tanzender, jonglierender Clown ließ sich von seiner „Zirkustochter“ Ursula im „Salto Mortale“ singend beschreiben. Die Sopranistin vom Stadttheater, Ursula Targler, sang mit wunderbarer Stimme: „Oh, mein Papa…“ Ihr Gesang ging ganz schön unter die Haut. Die Zugabe war fällig!

Die Tanzgarde der Funken Gelb-Rot trat gleich dreimal im Programm auf. Die hervorragenden Leistungen dieser Gruppe wurden reichlich mit dem wirklich verdienten Applaus bedacht.

Bleibt noch zu berichten, dass der Prinz, die Confluentia und der gesamte Hofstaat sich die Ehre des Besuchs gaben und stürmisch begrüßt wurden.

Beim Finale schließlich fanden ich die Mitwir­kenden noch einmal auf‘ der Bühne ein mit einer Delegation der Koblenzer Stadtsoldaten, die das „Schängelsche in Person vorn Gerd – dem AKK ­Präsidenten – der den ganzen Abend im LESE-Elferrat aktiv mitgewirkt hat, so richtig einrahmten. Er intonierte dann tongerecht die „Kowelenzer Hymne“.

So ging wieder ein schöner karnevalistischer Abend der LESE zu Ende.

Allen Mitwirkenden vor, auf‘ und hinter der Bühne sei an dieser Stelle ein herzliches D A N K E gesagt.

Und nun freuen wir uns mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser auf die: nächste Kappensitzung des Vereins am
17. Februar 1993 in der Rhein-Mosel-Halle.

Itsche Sauerborn

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1991 (ausgefallen)

Keine Kappensitzung 1991 wegen des Golfkrieges

Die Kappensitzung fand wegen des Golfkrieges nicht statt.
Ende des Berichts!

Alle Vorbereitungen waren so gut wie abgeschlossen und die Sitzung versprach wieder ein Knüller zu werden. Da kam die Absage von der AKK, der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, und wir haben uns mit dieser Entscheidung solidarisch erklärt.

Karneval nein – Brauchtumspflege ja!

So trafen wir uns an dem ursprünglich vorgesehenen Sitzungsabend ganz zivil im kleinen Kreis der Aktiven mit dem Vorstand im Haus der Begegnung und gedachten intern des Karnevals am Rhein und speziell in der guten, alten LESE, in der seit Generationen Karneval gefeiert wird. Es versteht sich von selbst, dass wir an diesem Abend ein paar Mal herzlich gelacht haben.

Und just in diesem Jahr wollten wir an die Öffentlichkeit treten mit einer neuen Ordenskreation der Serie: alte und ehemalige Kirchen in Koblenz.

Die neuen Orden wurden rechtzeitig geliefert. Sie haben eine ovale Form, auf der neben dem Vereinsnamen und der Jahreszahl die ehemalige Karmeliterkirche abgebildet ist. Bekanntlich stand diese alte Kirche an der Ecke Rhein- und Karmeliterstraße. Heute erinnert eine Relieftafel an dem Eckhaus an diese Kirche. Eine blau-gelbe Kordel ist das passende Accessoir zu dem neuen Orden.

Mit dieser Kreation der Ordensserie geht eine Ära zu Ende. Die Eigenherstellung der Karnevalsorden unseres Vereins ist beendet. Viele Jahre lang haben die Aktiven in Sachen Karneval die Orden nach eigenen Entwürfen und Ideen selbst gefertigt. Jeder Orden war ein kleines handwerkliches Kunstwerk. Keiner glich dem andern, sie waren stets dem jeweiligen Thema des Jahres angepasst.

In Gerhard Genzlers Atelier in Neuendorf hatten wir an den langen Abenden sehr viel Spaß beim Emaillieren der Orden. An diesen Abenden wurde nicht nur handwerklich fleißig gearbeitet, in dieser Zeit wuchs unsere Gemeinschaft mehr und mehr zusammen. Dieses harmonische Klima machte sich bei den übrigen Arbeiten um den Karneval und die Sitzung der LESE positiv bemerkbar.

Die Kappensitzungen der LESE werden seit 1988 von Michael Hörter souverän geleitet. Er und seine Mannschaft sind sehr darauf bedacht, dem LESE-Publikum eine schöne Sitzung zu bieten, in der Freude und Frohsinn herrscht. Zustimmung und Beifall des Publikums, aber auch die entsprechenden Zeitungsberichte bestätigen, dass die LESE in Sachen Karneval auf dem richtigen Weg ist.

Soviel sei schon an dieser Stelle gesagt:
Die Kappensitzung der LESE in 1 9 9 2, also im Jubiläumsjahr „2000 Jahre Koblenz“, verspricht etwas ganz besonderes zu werden. Mehr wird nicht verraten. Es lohnt sich, zur LESE zu kommen!

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1988

»Jubel - Lese« landete Hits am laufenden Band

Der Verein scheut weder Kosten noch Mühen, um Jubiläumsjahr mit Freude und Humor anzugehen

Die große Kappensitzung des Katholischen Lesevereins im Jubiläumsjahr seines 125jährigen Bestehens im Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle wurde zu einem Höhepunkt der Sitzungssaison 1988.

Büttenasse wie Heinz Grindel, Karl Rosenbaum, Manfred Gniffke, Dieter Rüttgers und last but not least Willi Hörter, um nur einige zu nennen, – dazu die Tanzgarde Rot-Weiß-Gold Metternich, das Rheinlandmeister-Gardetanzpaar Evi Granich und Andreas Leininger, Tanzgruppe Rhein-Mosel der KG Rheinfreunde Neuendorf und vieles mehr – ließen keine Unklarheiten aufkommen: die „Lese“ scheut weder Kosten noch Mühen, das Jubiläumsjahr mit Humor, Lachen und Freude anzugehen.

Kurz nach dem Einzug des Elferrats, gefolgt von den Stadtsoldaten, den Kastor-Schränzern und den Funken Rot-Weiß-Gold Metternich, dem „Konzert“ der Schränzer und dem Funkentanz, eröffnete der neue Sitzungspräsident, Michael Hörter, das fünf Stunden dauernde närrische Geschehen unter dem Slogan: „Lese-Sitzung – Jubel-Lese, 125 Jahre immer schön gewese!“

Schlag auf Schlag ging es weiter im Programm: Ankündigung des Prinzen und der Confluentia mit großem Gefolge. Alle erhoben sich: begeisterter Applaus von allen Plätzen. Gewohntes Bild: Ansprachen, Ordensübergabe, Blumen für die Confluentia und begeisterter Schlachtruf: „Kowelenz-Olau!“

Der Elferrat, in der ersten Hälfte kostümiert als alte Herren aus der Zeit der Gründung der „Lese“, 1863, erschien nach der Pause – das sei vorweggenommen – als Punker; der Sitzungspräsident sogar auf einem laut knatternden Motorrad, sein „Häschen“, Büttenrednerin Sonja Rademacher, auf dem Sozius. Das gab Wirbel: ein echter Hit.

Der Bericht fände kein Ende, wollte man die wirkungsvollsten Passagen der Reden wieder-

holen. Es sind noch zu erwähnen: Protokoll von Dieter Balzer, „Der spuckende Schängel“, Peter Fischer, Sonja Rademacher und – der Redner der Klamaukpartei – Werner Laube. Große Klasse: Der Gesangsvortrag (mit Gitarre) von Rolf Ditt und Michael Parma; schmissige Eigenkompositionen nach der Melodie: „Guten Morgen, liebe Sorgen…“ Das Publikum tobte vor Vergnügen und sang mit.

Zwischendurch schunkelte man begeistert mit Peter und Klaus Alfter. „Im nächsten Jahre wieder!“ kündigte Vorsitzender Dr. Ewald Thul an und erntete spontanen Beifall der großen Narrenschar.

Ein Büttenredner in der „Lese“, den zu Beginn keiner kannte: Oberbürgermeister Willi Hörter im Habitus eines Kanzleirates der Gründungszeit der Jubel-Lese (1863). Sein Hauptthema: die zahlreichen 2000-Jahre-Jubiläen vieler Städte. „..da müssen doch die Römer Fallschirmspringer gehabt haben, wenn sie überall dort sollten gewesen sein, wo man heute sagt, dass sie da bereits waren!“ Das heiter gestimmte Publikum ging begeistert mit: dreimal Kowelenz-Olau und „Rakete“.

Rhein-Zeitung, Samstag/Sonntag, 13./14. Februar 1988

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1987

»Die Sport - Lese«

Karneval feiern,
das ist Begegnung mit frohen Menschen,
das ist Abschalten vom grauen Alltag,
das ist Fallenlassen in die frohe Narretei,
das ist Abseilen in die Fröhlichkeit des Nächsten.
Die LESE weiß um diesen alten rheinischen Brauch,
sie hegt und pflegt ihn, das bringt Spaß.

Die 87er Sitzung stand unter dem Motto:
„DIE SPORT-LESE“

Die Sitzung war astrein! Das närrische Komitee hatte ein tolles Programm zusammengestellt und natürlich kam auch lieber Besuch; die charmante Confluentia Anke und der Prinz Claus I. vom Narrenschiff. Es war schön zu hören, dass Anke stolz darauf ist, dort zu sein, wo ihr Großvater vor Jahren ebenfalls aktiv tätig war, eben in der LESE. Und Opa Willi Valerius saß unten am Tisch und strahlte zu seiner charmanten Enkelin hinauf. Vor einem bunt kostümierten und lachfreudigen Publikum lief ein klasse Programm ab. 

Der Elferrat war in närrische „Sportkleidung“ gehüllt, und die Bütt stand kaum leer, es ging Gag auf Gag. Rot-Weiß-Gold und Bornskrug brillierten mit Tanzvorführungen, gekonnt und mitreißend genau wie die Tanzgruppe aus Osterspai. Elferratsmitglied Michael Hörter stieg als Protokollarius in die Bütt und glossierte redegewandt die große und die kleine Politik. Peter Fischer von der LESE spuckte närrische Weisheiten in die Herzen der Zuhörer. Die JUNG-LESER Peter und Klaus Alfter gaben eine astreine Lachdarbietung. Diese beiden Jungnarren versorgten den ganzen Abend über Sitzung und Saal mit guter Musik unter dem Künstlernamen: The Alfter-Brothers. Wie immer, so auch diesmal große Klasse: Die Monika Kräber. Natürlich war auch Karl Rosenbaum wieder mit von der Lach-Partie, Rolf Fischer von den Rot-Weiß-Goldenen trat mit Sohn auf mit einem geschliffenen Vortrag. Die Blau-Weiß-KaJu aus Lützel bot ein turbulentes Sportspiel, passend zu dem Motto des Abends, dar. Bleiben noch die drei großen „Dähler“ zu erwähnen, Peter Stein als Engel, der Auftritt der Frauengruppe des Dähler Bornskrugs mit ihren tollen Kostümen und Liedern und last not least: Rudi Schmidt, der Präsident dieser Karnevalsgesellschaft und heute Sitzungspräsident der LESE. Wie in den beiden Vorjahren leitete er diesen Abend gekonnt souverän. Er sorgte für Stimmung im vollbesetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle. Wegen seines karnevalistischen Einsatzes für die LESE-Familie gebührt ihm ein dickes DANKESCHÖN!

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1986

Die LESE-Sitzung war wieder astrein!

Die LESE-Sitzung war wieder astrein! Diesmal zog der Elferrat in feierlichem Schwarz ein, und die Häupter der närrischen Recken zierten die bunten (fast) neuen Komitee-Mützen.

Mit diesem Einzug begann eine klasse Sitzung, gelenkt und geleitet von dem Sitzungspräsidenten Rudi Schmidt mit souveräner Routine. Kein Wunder, ist er doch in der „außerlesischen“ Narrenzeit Präsident des „Dähler Bornskrug“, der Karnevalsgesellschaft in Ehrenbreitstein.

Dann lief ein Programm ab, das sich sehen und hören lassen konnte. Dem klatschfreudigen LESE-Publikum wurde reichlich Abwechslung in der Programmfolge geboten. Im Wechsel von Büttenrede und Tanzvorführungen verging die Zeit im Fluge. Über die ulkigen Gags und sprühenden Witze konnte herzhaft gelacht werden, genauso wie bei den so witzigen, humorigen Liedvorträgen. Dem Vernehmen nach soll unserem Geistlichen Beirat während der Sitzung ein paar Mal die Zigarre ausgegangen sein, da er vor lauter Lachen nicht zum „Zuge“ kam. 

Ein Blick in den voll besetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle genügte, um festzustellen, dass ein durchweg originell kostümiertes Publikum sich köstlich amüsierte.

Und so soll es ja auch sein bei der LESE-Sitzung. Freilich kamen auch Prinz und Confluentia mit großem Hofstaat gut gelaunt und anscheinend guter Dinge zu Besuch und nahmen die Huldigung der närrischen Untertanen wohlwollend entgegen.

Es gilt an dieser Stelle allen Aktiven und Akteuren der LESE-Sitzung ein ganz herzliches Dankeschön!

Nun sei noch ein Wort über die Musik in der Sitzung gesagt. Kenner wissen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Kappensitzung musikalisch zu begleiten. Von den Musikern wird neben dem fachlichen Können stets angespannte Aufmerksamkeit abverlangt und Anpassung an die jeweilige Situation auf der Bühne oder in der Bütt. Unsere diesjährige Kapelle hat das alles aus dem „Eff-Eff“ beherrscht. Diese Kapelle kam an bei Jung und bei Alt. Wir können richtig froh sein, dass wir eine derartig gute Musik aus den eigenen Reihen stellen können. Unserer Hauskapelle, den „ALFTER-BROTHERS“, dem humorigen Duo Peter und Klaus, gilt ein nachhaltiges Danke. Die beiden, übrigens Söhne unseres Aktiven in der Regie Peter Alfter und seiner Annelie, sind für die nächste Sitzung bereits verpflichtet.

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 1985

»Alles Theater«

Pünktlich 20.11 Uhr rheinischer Narrenzeit zog ein gut gelaunter Elferrat in den vollbesetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle ein, und es begann die Sitzung der närrischen LESE, diesmal unter dem Motto: „Alles Theater“. Dass die LESE Karneval zu feiern ersteht, hat sie schon oft bewiesen. Unter den vereinseigenen Mitarbeitern und Mitwirkenden ist stadtbekannte närrische Prominenz von höchstem Rang. In einem solchen Kreis von mittragenden Freunden macht es Spaß, eine so typische Sitzung wie die der LESE vorzubereiten und durchzuführen.

Gleich zu Beginn gab Sitzungspräsident „Itsche“ Sauerborn sein Amt ab an Rudi Schmidt vom Dahl. Der bisherige „Vorsitzende Narr im Elferrat“ hatte 13 Jahre lang diesen Posten inne und er war der Meinung, nun solle ein jüngerer Narr die Leitung der Sitzung übernehmen. In Rudi Schmidt wurde ein würdiger Nachfolger gekürt, er ist Präsident der Dähler Narrenzunft „Bornskrug“ in Ehrenbreitstein.

Dann nahm eine fidele Sitzung ihren Lauf. Die Aktiven aus den eigenen LESE-Reihen: Dieter Balzer, Peter Fischer, Pitt Iven, Monika Kräber, Hermann-Josef Wittbecker bereicherten das Programm zusammen mit den Festrednern aus befreundeten Koblenzer Karnevalsvereinen, die sich dankenswerterweise immer wieder gerne für die LESE-Sitzung zu Verfügung stellen, nicht zuletzt auch wegen des begehrten LESE-Ordens, der in Gerhard Genzlers närrischem Atelier eigenhändig hergestellt wurde.

Das prächtige Gardetanzkorps vom „Bornskrug“ legte einen klassischen Funkentanz auf die Bretter, und das fachkundige LESE-Publikum zollte hellen Beifall.

Die Funken und Amazonen von Rot-Weiß-Gold Metternich, die längst Heimatrecht im Leseverein erworben haben, erfreuten mit einem flotten Schautanz. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer verdanken ihre hervorragende tänzerische Leistung dem großartigen Gedankenreichtum für Choreographie von Frau Eva-Maria Wiemers.

Wer es wie der neue Sitzungspräsident Rudi Schmidt versteht, gleich die erste Sitzung souverän zu leiten, der kann es sich auch leisten, selbst als „Prima Ballerina“ aufzutreten und ist sich der Lacher und des verdienten Beifalls sicher.

Kein Wunder bei dem wirklich dankbaren Publikum der guten, alten LESE!