Kategorien
Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Domkapitular Msgr. Dr. Georg Bätzing – 2010

2012 sehen wir uns in Trier! – Domkapitular Msgr. Dr. Georg Bätzing

2012 sehen wir uns in Trier!

Die Heilig – Rock – Wallfahrt als Impuls und Chance

Zu Beginn der Adventbesinnung begrüßte der stellvertretende Vorsitzende Michael Hörter die 100 Mitglieder und Gäste im großen Saal des Eltzerhofs und hieß Domkapitular Msgr. Dr. Georg Bätzing, den Leiter der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, herzlich willkommen.

Dieser bezeichnete seine Anwesenheit als kleines Heimspiel, weil er von 1987 bis 1990 als Kaplan in St. Josef tätig war und seitdem herzliche Verbindungen geblieben sind.

Von Bischof Reinhard Marx wurde er seinerzeit gebeten, das Projekt Heilig-Rock-Wallfahrt als Botschafter und Leiter zu übernehmen.

„Was liegt näher, als die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 … als große Chance zu verstehen, die uns Trierern geschenkt ist, weil wir nun einmal den Heiligen Rock „haben“, wie Bischof Reinhard bemerkte. Wer sich aufmerksam der Herrenreliquie zuwendet, der wird entdecken: Nicht wir machen die Kirche, Christus macht uns zur Kirche. Und diese Gegenwart des auferstandenen Herrn schafft die Kirche. Und diese Gegenwart ist uns wie in der Form einer Ikone präsent, wenn wir das Gewand betrachten.“

So entstand das Thema der Wallfahrt nicht zufällig, sondern es resultiert aus der Befragung von Gläubigen und Gemeinschaften im Bistum, die mit 700 beeindruckenden Rückmeldungen reagierten. Ein Drittel der Befragten wünschte, den Gedanken der Einheit zu stärken und den Schwerpunkt auf die ökumenische Einheit zu legen. Symbol dafür ist die Tunika Christi, das Gewand aus einem Stück, ganz und ohne Naht.

Daher wählte man die letzte Bitte des Pilgergebetes der Wallfahrt von 1996:

“ Führe zusammen, was getrennt ist!“

„Wir wollen uns durch die Tunika Christi inspirieren lassen für unseren Weg als Kirche im Bistum Trier. Die Heilig-Rock-Wallfahrt wird als eine einladende festliche Zeit gestaltet, die spürbar werden lässt, was Papst Benedikt XVI. so treffend formuliert hat: Wer glaubt, ist nicht allein.“

Wir machen öffentlich, dass Jesus Christus und die Gemeinschaft mit ihm ein Schatz für alle Menschen ist.

Der Pilgerweg selbst ist ein sinnfälliges Zeichen für den persönlichen Lebens- und Glaubensweg und für den Weg des Volkes Gottes dem Herrn entgegen. Unterwegs bringen wir den Glauben und unsere Hoffnung ins Gespräch, wenden uns betend und singend an Gott und laden andere zum Mitgehen ein.“

Zum Schluss wies Dr. Bätzing darauf hin, dass die Vorbereitung auf die Wallfahrt 2012 am 06. Mai 2011 mit dem Heilig-Rock-Fest in Trier beginnt und dass am 05. Mai 2011 Künstler dieses Vorbereitungsjahr im Rahmen der BUGA mit einer Ausstellung in der Festungskirche auf dem Ehrenbreitstein eröffnen.

„2012 sehen wir uns in Trier.“ Mit diesen Worten beendete Msgr. Dr. Bätzing seinen Vortrag.

Mit anhaltendem Applaus zeigten die aufmerksamen Zuhörer ihre Zustimmung und Begeisterung.

Michael Hörter dankte für zwei „tiefe Stunden“, die auf das Vorbereitungsjahr und den Monat der Wallfahrt 2012 (13. April – 13. Mai) neugierig gemacht haben.

Der geistliche Beirat Joseph Müller meinte:“ Sie haben uns aus dem Herzen gesprochen und Christus als den Mittelpunkt aufgezeigt.“

Nach dem Gottesdienst, den der geistliche Beirat in St. Kastor hielt, traf sich die Lesefamilie wieder im Eltzerhof und saß noch lange bei Brot und Wein in froher, gemütlicher Runde zusammen.

______________

Das Trierer
Christusgebet

Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist.
Amen.nano)

(Taufe Jesu mit Darstellung der Tunika Christi. Relief im Dom von San Gimignano)

Kategorien
Debbekuchen-Essen

Debbekooche – Essen 2010

Debbekooche - Essen am 10. November 2010

Der Vorsitzende des Katholischen Lesevereins, Dr. Ewald Thul, begrüßte die rund 85 Gäste zum diesjährigen Debbekooche-Essen und hieß sie im vertrauten Saal des Hauses Horchheimer Höhe herzlich willkommen.

Dieses Mal verzichtete er auf Beiträge rund um den hl. Martin, auch auf das gemeinsame, schon traditionelle Singen des Liedes „Heilijer St. Mertes“, in dessen Verlauf von Jahr zu Jahr abwechselnd den „Weißergässern“ und den „Kastorgässern“ „dat Schässje“, also der Hintern, verhauen wurde.
Stattdessen ging es ihm um die Pflege der Kowelenzer Moddersproch.
So trug er Mundartgedichte von Peter Preußer vor, z.B. „Dä Schorsch“, „Falsch verstanne“ und „Streik“.
Die Lacher waren auf seiner Seite!
Anschließend wies er auf die Frühjahrsfahrt des KLV im Mai 2011 nach Ulm hin.

Der neue geistliche Beirat Joseph Müller verkürzte die Wartezeit aufs Essen mit dem Gedicht:“Datt Pittersche“, ebenfalls von Peter Preußer.
Danach meinte er:„Wenn`s dämmpt, sollte man ein Tischgebet sprechen.“
Schon wurde der Debbekooche mit Abbelkombott aufgetragen. Viele Gäste waren der Meinung, dass der dieses Jahr besonders gut geschmeckt hat.
Nach dem Dankgebet gab es ein Verdauungsschnäpschen.

„Überraschungsredner“ Eugen Lambert trug frei und amüsant eine Kowelenzer Geschicht´ aus den 30er Jahren vor. Fritz Zimmer hat sie in Kowelenzer Platt geschrieben. Sie spielt in der „rue de légume“, der Gemeesgass, zu deutsch in der Gemüsegasse 10 und handelt vom „Wäsch´offhänke“, dem Wäsche Aufhängen!
Die Zuhörer dankten mit herzlichem Applaus.

Es war wieder einmal ein gemütlicher, kurzweiliger Abend bei der Lesefamilie in der Gesellschaft von vielen alten Bekannten und Freunden.

M. Rademacher
Fotos: B. Rademacher

Kategorien
aus dem Vereinsleben

Mitgliederversammlung  2010

Jahreshauptversammlung am 24. September 2010

Mit einem Gottesdienst und Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Katholischen Lesevereins begann die diesjährige Jahreshauptversammlung in der Basilika St. Kastor. Pastor Joseph Müller zelebrierte die heilige Messe und ging in seiner Predigt besonders auf den Heiligen Rupert, Bischof von Salzburg, ein.

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete der Vorsitzende Dr. Ewald Thul im großen Saal des Eltzerhofs die Generalversammlung und begrüßte dort herzlich die zahlreichen Mitglieder und Gäste, die trotz widriger Witterung gekommen waren.

In seinem Rechenschaftsbericht verwies er auf diskussionsreiche Sitzungen des Vorstands, in denen die Besinnungstage und Kulturfahrten vorbereitet wurden. Die Besinnungstage mit Pater Dr. Manfred Entrich OP und Prälat Hans Lambert mit den Themen „Wissen um Gestern-Hoffen auf Morgen“ und „Die Piusbrüder-Katholische Fundamentalisten?“ fanden großen Zuspruch.
Auch die mehrtägige Fahrt ins Elsass und die Tagesfahrt nach Bruchsal und Deidesheim waren volle Erfolge und bleibende Erinnerungen. Veranstaltungshöhepunkte bildeten im vergangenen Jahr wieder das Neujahrskonzert im Mercedes-Benz-Haus und die hervorragende Lesesitzung in der voll besetzten Rhein-Mosel-Halle, nicht zu vergessen das ,,Debbekooche-Essen“ im Soldatenfreizeitheim Horchheimer Höhe, was eine lebendige Lesefamilie auszeichnete.
Mit rund 450 Mitgliedem ist der Katholische Leseverein nach wie vor die größte Bürgergesellschaft in Koblenz, jedoch fehle es in der Mitgliederschaft an jungen, aktiven Kräften, betonte der Vorsitzende.

Schatzmeister Heinz-Dieter Maahs konnte wieder einen soliden Finanz- und Vermögensbericht vorlegen, der mit einem Überschuss abschloss und die Bildung einer Rücklage für die im Jahre 2013 stattfindende 150 Jahrfeier ermöglicht. Dies fand auch die Zustimmung der anwesenden Mitglieder.

Kassenprüfer Heinz Adams und Manfred Kilian bescheinigten eine einwandfreie Buchführung und beantragten die Entlastung des gesamten Vorstands, die auch einstimmig erteilt wurde.

In der anschließenden Aussprache wurde bedauert, dass die Lesesitzung 2011 wegen des Umbaus der Rhein-Mosel-Halle nicht stattfinden kann.

Bei den anstehenden Neuwahlen des Vorstands unter der Leitung von Peter Fischer erfolgte Wiederwahl des Vorsitzenden und aller Beisitzer.

Für den aus Altersgründen nicht mehr kandidierenden geistlichen Beirat Stephan Schwarz wurde Pastor Joseph Müller gewählt. Dr. Ewald Thul dankte Ehrenmitglied Stephan Schwarz für seine langjährige engagierte und treue Mitarbeit.

Mit Brot, Käse und Wein endete die harmonische Begegnung.
 
Heinz-Dieter Maahs

Fotos: Rademacher

Kategorien
Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2010 – Bruchsal und Deidesheim

Herbstfahrt nach Bruchsal und Deidesheim

Pünktlich starteten wir mit zwei Bussen bei strahlendem Sonnenschein Richtung Bruchsal. Sicher waren einige der Mitreisenden gespannt, weil sie die Stadt noch nie besucht hatten.
Nach der Ankunft wurde unsere Reisegruppe „getrennt“. „Bus 1“ begann mit der Stadtführung; „Bus 2“ besichtigte zuerst das Schloss.

Das völlig zerstörte fürstbischöfliche Barockschloss Bruchsal, in 30 Jahren wieder aufgebaut, begeisterte uns.

Besonders hervor-zuheben sind die herrlichen Festsäle im Mittelbau und das zentrale Treppen-haus von Balthasar Neumann.

Freude bereitete einigen das größte Musikautomatenmuseum Deutschlands, das im Schloss untergebracht ist.
Bei einer öffentlichen Führung ertönten kleine, große und riesige Automaten, die die Zuhörer mit ihrer Lautstärke und Klangfülle überraschten.

Nachdem wir den ersten Teil der Führungen abgeschlossen hatten, war Mittagszeit.
Adolf Meinung, der wieder für die Planung und Vorbereitung der Reise verantwortlich war, hatte uns im ersten Hause Bruchsals, dem zugleich ältesten Gasthaus „Zum Bären“, angemeldet. Der Wirt hatte einen Teil seines Biergartens für die Lesefamilie reserviert.

Hier wurde uns ein vorzügliches Mittagessen serviert, das wir bei sehr angenehmen Temperaturen genießen konnten .
 Regen und Kälte der letzten Tage waren schnell vergessen

Nach der Pause begann der zweite Teil unserer Erkundungstour durch Bruchsal. Wir gingen am Amalienbrunnen, an der imposanten, einer Burganlage gleichenden Justizvollzugsanstalt (im Volksmund wegen der acht Türme auch Café Achteck genannt),

am Ferdinand-Keller-Brunnen und am schmucken Belvedere vorbei und spazierten durch die wieder errichtete Altstadt.

Der Rundgang endete in der Hofkirche des Schlosses, die am 01. März 1945 vollständig zerstört worden war und in moderner Innenarchitektur wieder aufgebaut worden ist.

Gut gelaunt traten wir die Heimreise an. Auf der Fahrt durch die Pfalz hielten wir in Deidesheim an, um beim Winzerverein einzukehren.

Bei einem guten Glas Wein und einer deftigen Brotzeit saßen wir noch einige Zeit gemütlich beisammen.

Zufrieden und wohlbehalten erreichten wir nach diesem schönen, Tag unsere Heimatstadt Koblenz.

 
M. Rademacher

Fotos: B. Rademacher

Kategorien
Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2010 – ins Elsass

Vier Tage im Elsass Elsass nebenan - Abseits der großen Wege

In der Frühe des 10. Juni 2010 brach die Lesefamilie auf zu ihrer Fahrt; es waren 72 Personen. Schlechte Wetternachrichten ließen das Schlimmste befürchten, aber die Propheten hatten diesmal Unrecht. Es war mal frischer und wärmer, aber stets trocken und oft blauer Himmel über uns.

Erste Station war Weißenburg, das uns Stadtführer näherbrachten.

Sodann konnten wir die frühmittelalterliche Kirche im Marmoutier (Mauersmünster) erleben und ein Orgelkonzert, das uns nichts kostete und trotzdem schön war.

Das Hotel in Colmar war eine ausgezeichnete Bleibe. Gut eingerichtete Zimmer, ein reichliches Frühstücksbuffet und ein ordentliches Abendessen, bei dem, im Preis inbegriffen, reichlich Wein eingeschenkt und nachgegossen wurde.

Der nächste Tag, nach einer gewittrigen Nacht, sah uns im Unterlinden-Museum mit seinem weltberühmten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald.

Dann ging es nach Munster, wo wir von klappernden Störchen empfangen wurden.

Die Fahrt ging weiter zum Col de la Schlucht und auf dem Kamm der Vogesen Richtung Grand Ballon (Großer Belchen). Die Sicht übers weite Land und in die tiefen Täler mit ihren Seen war phantastisch.
Hinunter ging´s nach Thann, wo wir eine zauberhaft schöne gotische Kirche erlebten, deren schöne Fassade die Französische Revolution unbeschadet überstanden hatte.

Den Abend verbrachten wir in einem urigen Keller in Riquewihr (Reichenweier) bei einem rustikalen Abendessen.

Ein zweites Orgelkonzert, diesmal von uns gebucht, erfreute uns in der Kirche von Ebersmünster. Der Organist war ein künstlerisch begabtes Genie, der uns mit der Vorführung der Silbermann-Orgel entzückte. Als er zum Schluss, nach zartem Vorspiel, alle Register zog, zuckten viele von uns, vorher leicht dösend, erschreckt zusammen. Insgesamt ein tolles Erlebnis.

Wir genossen den herrlichen Blick ins Land bis über den Rhein hinaus, und in der Ferne entdeckten wir das Straßburger Münster.

Die Klosterkirche von Andlau war ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. Uns führte der ehemalige Bürgermeister des Städtchens auf sehr kundige und launige Weise. Seine Liebe zum Wein bewegte uns, ihm ein Weinpräsent vom Bopparder Hamm zu überreichen, in der Hoffnung, dass dieser Wein auf seiner Zunge ihm standhalten könne.

In Colmar angekommen, gab´s noch eine Tour mit einem Bähnchen durch die Altstadt: Eine schöne Fahrt!

Abends dann wieder ein gutes Essen in unserem Hotel mit reichlich sehr passablem Wein.

Der letzte Tag führte uns nach Breisach, wo wir in der Stephanskirche Gott dankten für all das Schöne, was wie erleben durften.

Dann ging es nach Endingen am Kaiserstuhl, das uns kundige Führer näher brachen. Bevorzugt war die Gruppe, die als erste gestartet war. Sie wurde von einem frommen, geschichtskundigen Mann geführt, der an fast jeder Ecke einen lustigen Gag vom Stapel ließ. Unser Lachen ging durch ganz Endingen.

Eine launige Weinprobe zelebrierten wir im Weingut Schätzle, dem Top-Rotweinwinzer Deutschlands.

Bestens gelaunt ging ´s nach Hause, wobei unsere Stimmung im Bus mit jedem Tor, das gegen Australien fiel, immer ausgelassener wurde.

Dank an dieser Stelle unserem Freund Adolf Meinung, der diese tolle Reise hervorragend geplant und betreut hat.
Dr. E. Thul

Fotos: Rademacher

Kategorien
Archiv Besinnung und Glaube

Fastenbesinnung – Prälat Hans Lambert – 2010

Die Piusbrüder – Katholische Fundamentalisten? – Prälat Hans Lambert

Zu diesem Thema sprach beim Besinnungsnachmittag des Katholischen Lesevereins im großen Saal des Eltzerhofs Prälat Hans Lambert, Koblenz.

Der Referent rief in kurzen Strichen die Geschichte des 2. Vatikanischen Konzils in Erinnerung und schilderte insbesondere die heftigen Auseinandersetzungen der Konzilsväter zu den Themen der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Hierbei rühmte er die hohen Verdienste des Kölner Erzbischofs Kardinal Frings und seines Beraters Josef Ratzinger, der gegen den Widerstand insbesondere des Kurienkardinals Ottaviani die letztlich verabschiedete Fassung der entsprechenden Dokumente durchgesetzt hatte.

Der französische Erzbischof Lefebvre sei diesen Schritt nicht mitgegangen und habe eine Schar Gleichgesinnter versammelt, die mit ihm die Konzilsbeschlüsse abgelehnt hätten. Ohne Mandat des Papstes habe Lefebvre vier Bischöfe geweiht und damit den Bruch mit Rom vollzogen. Ihre Exkommunikation, die nur diese selbst, nicht aber die Piusbruderschaft insgesamt betroffen habe, sei von Papst Benedikt Anfang letzten Jahres aufgehoben worden, um ihre Rückkehr in den Schoß der Kirche zu erleichtern. Auch die Wiederzulassung der Tridentinischen Messfeier diene diesem Zweck.

In der Diskussion wurde der zunehmende Priestermangel, aber auch der stark abnehmende Besuch der Gottesdienste beklagt. Die Forderung des Referenten nach einem stärkeren öffentlichen Bekenntnis zu unserer Glaubensge- meinschaft wurde von einem Mitglied der Piusbruderschaft, der am Besinnungstag teilnahm, mit der Frage beantwortet, warum denn katholische Priester in ihrer Mehrzahl in der Öffentlichkeit nicht mehr als solche sich zu erkennen gäben. Ein Kreuz am Revers könne schließlich jeder tragen.

Nach dem Abendgottesdienst in St. Kastor, dem Pastor Helmut Kusche vorstand (übrigens Mitglied des Katholischen Leseverein), saß die Lesefamilie noch eine geraume Zeit im Eltzerhof beisammen bei Brot und Wein und guten Gesprächen.

Dr. E. Thul

Kategorien
Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2010

Leseverein überrascht die Koblenzer Narren

Letzte Sitzung vor dem Umbau der Rhein-Mosel-Halle hat es in sich
 Neuer Präsident überzeugt

Die Koblenzer Narren stimmten begeistert mit Händen und Füßen ab – sie bewiesen damit, dass niemand auf die traditionsreiche Sitzung des Katholischen Lesevereins verzichten möchte. Keine Frage: Die sehr beliebte Mittwochssitzung der „Lese“ war so gut besucht wie noch nie, und den Organisatoren merkte niemand an, dass sie noch vor wenigen Wochen über ihre letzte Vorstellung auf der Bühne der Rhein-Mosel-Halle nachgedacht hatten.

Der bevorstehende Umbau schien ein guter Zeitpunkt, eine Zäsur zu machen. Auch wenn der Leseverein nach wie vor zu den mitgliederstarken Gesellschaften in der Stadt gehört, gibt es Nachwuchssorgen. Und als dann noch mit Sitzungspräsident MdL Michael Hörter krankheitsbedingt ein Meister seines Fachs ausfiel, war die Stimmung gedrückt. Für ihn sprang nun Stephan Otto ein.

Der Ex-Prinz, der bei der „Lese“ eigentlich hinter den Kulissen die närrischen Fäden zieht, machte seine Sache so gut, dass selbst Eingeweihte überrascht waren. Ottos Moderation war frisch und schlagfertig. Und dann hatte der Mann auch noch die Nerven, trotz der turbulenten Vorbereitungsphase als Protokoller in die Bütt zu steigen. Das Ergebnis: geschliffene Reime mit kleinen Bosheiten zur Kommunalpolitik. Auch die meist traurigen weltweiten Ereignisse wurden nicht vergessen.

Die närrische Gemeinde war sich einig: Das Protokoll alter Schule war richtig gut, so kann es weitergehen. Und das wird es wohl auch. Schon bald will sich der Vorstand mit der Session 2011 befassen. Nach dieser Sitzung, die die Narren mit viel Beifall und bester Laune bereicherten, dürfte es gut aussehen, zumal es wieder gelang, Gäste aus der närrischen Oberliga zu gewinnen.

Dazu gehören zweifellos die meisterlichen Tanzgarden des TSV Landau und die „Lightnings“ von der Coblenzer Turngesellschaft. Das war nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Beweis dafür, dass karnevalistischer Tanz heute Leistungssport ist. Und als dann auch noch die Jugend des Narrenclubs Waschem mit einer WM-Gala begeisterte, war klar: So hat der Karneval Zukunft.

Ein Kontrastprogramm gab es auch in der Bütt. Während Melina Möhlich von den Husaren über das Leben mit närrischen Eltern sinnierte, drehte „Eifelbauer“ Stefan Vogt den Spieß um und berichtete über die Umtriebe der Tochter.

Und Dr. Albert Esser würdigte in Koblenzer Mundart die Eigenheiten von Frauen und Männern – ebenso wie die Niederberger Mauerblümchen. Das Finale der gelungenen Sitzung bereicherten die grün-weißen Funken aus Köln-Büllesbach. (ka)

Text: Dr. Dr. Reinhard Kallenbach
Rhein-Zeitung vom 12.02.2010

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass einer der Höhepunkte der Lesesitzung wie seit Jahren der Auftritt von Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser war.
Pointiert, spritzig und geistreich heizte er die Stimmung im Saal vor dem Finale noch einmal an.
BR

Kategorien
Musikalisches

Neujahrskonzert 2010

Vom Nachwuchstalent zur Musikerpersönlichkeit - Benedict Klöckner

Die Neujahrsmatinee des Katholischen Lesevereins stand ganz im Zeichen des jungen Cellisten Benedict Klöckner

Neujahrskonzert_2010

Ein schöneres Hochzeitsgeschenk hätte César Franck dem belgischen Geiger Eugène Ysaye kaum machen können als seine A-Dur-Violinsonate, deren Themen spannend und harmonisch zugleich partnerschaftliches Miteinander praktizieren. Kein Wunder, dass dieses Werk schnell den Neid von Bratschern und Cellisten weckte, für die denn auch die entsprechenden Transkriptionen entstanden. In jener für Violoncello und Klavier war Francks Komposition der absolute Höhepunkt der Neujahrsmatinee des Katholischen Lesevereins in den Räumen von Mercedes Benz. Dass sie zu diesem Höhepunkt wird, hängt nicht allein mit ihrer musikalischen Potenz zusammen, sondern auch mit ihrem Interpreten: dem gerade mal 20-jährigen Cellisten Benedict Klöckner. Der ist – und dies demonstriert er mit der Franck-Interpretation eindrucksvoll – längst mehr als nur talentierter Nachwuchs. Er ist mittlerweile trotz seiner Jugendlichkeit ein ernst zu nehmender musikalischer Profi. Zu den jüngsten Lorbeeren des Ostertag-Schülers zählt die Aufnahme in den Masterstudiengang der kammermusikalischen Kaderschmiede schlechthin, der Kronberg Academy. Ein Ergebnis dieses Studiums ist die Franck’sche Sonate, erarbeitet mit keinem Geringeren als Meistergeiger Gidon Kremer. Ausgefeilte Spieltechnik wird da zur selbstverständlichen Nebensache. Was bezwingt, sind die in allen vier Sätzen gehaltene interpretatorische Intensität und Spannung Klöckners, ist auch die schmeichelnde Weichheit des Klangs beim als roter Faden fungierenden ersten Thema. Sie wird ausbalanciert durch eine vor allem den zweiten Satz charakterisierende, fast aggressiv aufgeladene Dynamik. Die für ihre im Dubliner Schneechaos steckende Tochter eingesprungene Pianistin Mara Mednik ist trotz der Kürze der Vorbereitungszeit eine einfühlsam mitziehende, nie jedoch konkurrierende Partnerin. Das ist beim Einstieg bei den der Umstellung wegen ins Programm genommenen sieben Beethoven-Variationen über Mozarts „Bei Männern welche Liebe fühlen“ Es-Dur WoO 46 noch ein bisschen anders. Da langt Mednik manchmal allzu handfest zu, kommt es zu kleineren Differenzen vor allem in Tempofragen. Aber wer wird schon meckern, wenn er als Ausgleich dafür Pablo de Sarasates populäre „Zigeunerweisen“ op. 20 (wiederum entsprechend bearbeitet) bekommt, in denen das Cello technisch vielfältig brillieren darf, bis hin zum atemlosen Spiccato-Sprint im vierten Teil? Wenn ihm schließlich auch noch Abwechslung in Gestalt der jungen, in Karlsruhe bei Ingrid Hambold studierenden Sopranistin Veronika Pfaffenzeller geboten wird. Die wirkt bei Rezitativ und Arie der Comtessa aus Mozarts „Figaro“ ein bisschen angestrengt, dafür um so lyrischer in Strauss-Liedern, unter anderem „Die Nacht“, und neujahrskonzertmäßig beschwingt in Luigi Arditis Bravourwalzer „Il Bacio“.
Lieselotte Sauer-Kaulbach

Foto: E. Lambert
Rhein-Zeitung vom 12. Januar 2010  
www.rhein-zeitung.de

Kategorien
Archiv Besinnung und Glaube

Worte der Besinnung – Stephan Schwarz Geistlicher Beirat von 1996 – 2010

»Das Leben entdecken« – Stephan Schwarz Geistlicher Beirat von 1996 – 2010

Seit seiner Gründung nimmt der Katholische Leseverein Koblenz seine Selbstverpflichtung, die religiöse Festigung und Vertiefung seiner Mitglieder zu fördern, sehr ernst. Diesem Ziel dienen in besonderer Weise die seit 1986 regelmäßig durchgeführten Besinnungsnachmittage, je einmal in der Advents- und Fastenzeit.
Drei Elemente – Besinnung, Begegnung mit Gott im gemeinsamen Gottesdienst, Begegnung im mitmenschlichen Zusammensein – bestimmen diese Treffen. Sie sind die wesentlichen und notwendigen Schritte, wenn wir unser Leben in seiner Wahrheit und Tiefe klarer erkennen wollen.
Die durch die Hochfeste Weihnachten und Ostern geprägten Tagesthemen dienten durch all die Jahre der Einsicht: Wahrhaft Mensch ist der Mensch nur in seiner Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen. Nur in der Begegnung mit dem Du kann sich mein Ich entfalten.
Eine Feststellung des Soziologen Wolf Lepenies in der „Süddeutschen Zeitung“ verdeutlicht die Bedeutung unserer Besinnungstage, wenn er sagt: „Einer Welt, die sich ihrer Gottlosigkeit rühmt, kommen…auch die weltlichen Glaubens- gewißheiten abhanden. Der vielbeschworene neue Mensch hat sich als der alte Adam erwiesen. An nichts zu glauben und dennoch seinem Leben einen Sinn zu geben, ist ein heroischer Vorschlag für Romanhelden. Der Kitt aber, der Gemeinschaften zusammenhält, lässt sich aus dem Programm der Gleichgültigkeit nicht formen.“ Der alte Adam ist der aus der Sündenfallgeschichte in Gen 3, der Gott nicht braucht, weil er sein eigener Gott sein will.
Unsere Besinnungstage wollen helfen, das Bild vom wahren Menschsein zu entdecken; denn der selbstherrliche Mensch macht sich zu einer Insel und zerstört so sein Leben, das diesen Namen verdient. Der Mensch ist eine freie Kreatur in beständiger und wesentlicher Beziehung zu Gott. Die Existenz des aus der Erde hervorgegangenen Adam hängt an dem Geiste des Lebens, in dem Gott sich dem Menschen mitteilt.
So wird er zu einem persönlichen und zugleich zu einem in Abhängigkeit vitaler Natur, die im Gehorsam zum Ausdruck kommt. Der sündige Adam kann nur dann wieder ganz nach dem Bilde Gottes werden, wenn er nach dem Bilde Jesu Christi neu gestaltet wird, nach dem Bilde des wegen der Offenbarung der Liebe Gottes Gekreuzigten, des Siegers über Sünde und Tod. Das einzige Werk, das wir Menschen zu leisten haben, ist der Glaube an den, den Gott gesandt hat (Joh 6,29). Denn es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Menschen Christus Jesus (1. Tim 2,5).
Und es gibt nur einen Vater, dem die Glaubenden entgegengeführt werden, damit sie durch den Sohn das Leben in Fülle haben. Dieses Leben immer wieder neu zu entdecken, lohnt sich!

Kategorien
Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Dr. Manfred Entrich, Dominikaner – 2009

»Wissen um Gestern, Hoffen auf Morgen« – Dominikaner Dr. Manfred Entrich

„Wissen um Gestern, Hoffen auf Morgen“

Am Nikolausabend versammelte sich die Lesefamilie im großen Saal des Eltzerhofs zu einem Besinnungstag, durch den der Dominikaner Dr. Manfred Entrich, Leiter des Bereichs „Pastoral“ der Deutschen Bischofskonferenz, führte.

»Wissen um Gestern, Hoffen auf Morgen«, so hieß das Thema. Er sprach von den Krisen des Lebens, die nicht nur einen Abschluß bedeuten, sondern auch einen Aufbruch zu neuen Ufern. Wer hoffe und auch Wünsche habe, der habe Zukunft und den unbändigen Willen zum Leben. Ob und wie man bete, daran könne man seine eigene Befindlichkeit erkennen. Ein Kreuzzeichen am Morgen oder wann auch immer, sei ein hoffnungsfrohes Innewerden; jeden Tag solle man als Geschenk und als Geburtstag empfinden. 

Der Besinnungstag war umrahmt vom Flötenspiel der Susanne Burgschweiger, der Tochter des Vorsitzenden.

Nach dem Gottesdienst in der Basilika St. Kastor war man noch eine Weile im Eltzerhof bei einem Glas Wein zu gutem Gespräch versammelt.