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Archiv Besinnung und Glaube

Fastenbesinnung – Pfarrer Stephan Wolff – 2013

Lebensfrust und Glaubensschwund – Pfarrer Stephan Wolff

Über 120 Teilnehmer fanden sich am Nachmittag des 16. März im Eltzerhof ein, um bei der traditionellen Fastenmeditation des Katholischen Lesevereins dabei zu sein.
Der Vorsitzende der „Lese“, Dr. E. Thul begrüße die Anwesenden und den Referenten der Besinnung sehr herzlich.

Stephan Wolff, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Innenstadt Dreifaltigkeit, legte in eindrucksvoller Weise die Lebens- und Glaubenssituation der jungen Generation in Deutschland dar, die von Lebensfrust und Glaubensschwund geprägt sind.

Die Zusammensetzung der Gottesdienstbesucher nach Altersgruppen lasse erkennen, dass unsere Gemeinden von der Wurzel her ausgehöhlt werden, d.h. sie sind überaltert. Mit dem Verzicht auf Kontakt mit der Kirche gehe ein deutlich verringertes Vertrauen in die Kompetenz der Kirche einher. Nur ein Viertel der Jugend habe Vertrauen in die Kirche. Kompetenz werde der Kirche noch bei der Vorbereitung auf den Tod und hinsichtlich der Bewältigung der Sinnfrage zugebilligt.
Zu den schlechten Zeichen für die Zukunft unserer Kirche gehöre auch das Verschwinden religiöser Symbole und Riten aus Familie und Öffentlichkeit, wie der weitgehende Wegfall des Tischgebets. Am schwersten wiege das dramatische Desinteresse, religiöse Überlegungen an die nächste Generation zu vermitteln.
Ein Weg aus dieser Sackgasse sei die Glaubensweitergabe als Lebensbegleitung und Lebensdeutung. Unterrichtliches Bemühen laufe weitgehend ins Leere, da der Lebenshintergrund fehle. Wichtig sei die Kirche als Weggemeinschaft und pilgerndes Gottesvolk, die Entwicklung eines bestimmten Konzepts personaler Beziehung. Dies besage, dass die Hinwendung einer Person zu einer anderen diese nicht vereinnahmt oder verdrängt, sondern in ihrem Selbstsein freisetzt.

In der Diskussion des Vorgetragenen meldeten sich einige Teilnehmer, die zum Teil von hoffnungsvollen Aspekten der Glaubensweitergabe an Kinder und Enkel berichteten.

Der Besinnungsnachmittag setzte sich fort in einem Gottesdienst in der Basilika St. Kastor, dem Stephan Wolff vorstand. Die Predigt hielt unser Vereinsmitglied Diakon Horst Dany, die in der anschließenden Agape im Elzerhof bei „Brot und Wein“ große Aufmerksamkeit erfuhr.

Bei guten und frohmachenden Gesprächen spürten alle die Wichtigkeit solcher Besinnungstage, welche das Miteinander der „Lese“ fördern und stärken.

Dr. E. Thul

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2013

Feinsinn und beißender Spott

Jubiläum Leseverein meldet sich zurück

Auf den ersten Blick wirkt die Mischung von Kabarett und klassischer Fastnacht exotisch. Wer einmal eine Lesung des Katholischen Lesevereins erlebt hat, weiß jedoch, dass beide Welten sehr gut zusammenpassen. Und wenn dann noch ein ganz großes Jubiläum ansteht, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Keine Frage: Mit ihrer jüngsten Sitzung meldete sich die genau 150 Jahre alte „Lese“ eindrucksvoll zurück.
Nein, ins Zelt wollten sie nicht. Das hat der Vorstand immer wieder betont. Geduldig hat die „Lese“ deshalb abgewartet – und mit ihr rund 1000 Gäste, darunter viele Kenner. Sie alle erlebten in der „neuen“ Rhein-Mosel-Halle einmal mehr, wie Sitzungspräsident Michael Hörter einige Prinzipien des Karnevals auf den Kopf stellte. Warum nicht einfach einen der besten Redner direkt zu Beginn bringen? Für den Ex-MdL ist das keine Frage. Vor 25 Jahren leitete er erstmals eine Sitzung der Gesellschaft, entwickelte sie weiter und knüpfte am närrischen Netzwerk. Und so kam es, dass sich mit Werner Laube ein Meister des Wortes zurückmeldete, obwohl er eigentlich nicht mehr in der Bütt stehen wollte. Dieses Mal trat der Mann, der nach wie vor zu den Besten seiner Zunft gehört, nicht als Chef der Klamaukpartei an, sondern als klassischer Festredner. Sein Beitrag hatte sich trotzdem gewaschen.
Mit beißendem Spott wandte sich Laube an „Korpulenzen“ und „Dekadenzen“, brachte 150 Jahre Stadtgeschichte, Vereinsleben und Kommunalpolitik auf einen Nenner – das kann so keiner sonst. Perfekt kokettierte der Festredner mit dem Alter der „Lese“-Mitglieder, traf aber einen wunden Punkt: Trotz ihrer nach wie vor beeindruckenden Stärke braucht die „Lese“ engagierten Nachwuchs. Und das nicht nur in der Bütt, sondern auch im Präsidium. Denn sowohl für Werner Laube als auch für Präsident Hörter ist nach der Session definitiv Schluss. Das war jedoch schon lange angekündigt.

Neu ist allerdings, dass auch der alternative Karneval Qualitätsprobleme hat. Dessen wurde man sich beim Auftritt Heri Lehnerts bewusst.
Lehnert, im „Zivilleben“ Lehrer, versteht es meisterhaft, mit leisen Tönen und viel Ironie den Zustand von Politik und Bildungslandschaft anzuprangern. Das Problem: Auch der Kabarettist ist kein junger Wilder mehr. Da blieb so mancher Lacher im Halse stecken. Der perfekte Aufritt des Koblenzers offenbarte vor allem eines: Die auf allen Kanälen allgegenwärtige Comedy ist leider viel zu oft ein Niveauverlust, gegen den viel zu wenige ankämpfen. All dies heißt jedoch nicht, dass die „Lese“-Sitzung ohne Schwächen gewesen wäre.

Das offenbarte die Einlage von Oliver Sauer aus Frankenthal. Zwar bereicherte „Molly“ mit seinem vor allem für den Elferrat „interaktiven“ Vortrag grundsätzlich die Sitzung, doch hat der Mann trotz seiner reichen Erfahrungen nicht gelernt, dass man spätestens nach 20 Minuten aufhören sollte.

Es gibt nur wenige, denen man gern länger zuhört, und dazu gehört zweifellos Detlev Schönauer aus Riegelsberg im Saarland – der besser unter der Marke „Jacques Bistro“ bekannt ist. Die Art und Weise, wie dieser Mann mit Dialekten jongliert und landsmannschaftliche Eigenarten aufs Korn nimmt, dürfte einmalig sein.

Da konnte auch Albert Esser noch etwas lernen, der in Koblenz zwar als einer der besten Redner gehandelt wird, dieses Mal aber nicht so schnell auf den Punkt kam wie gewohnt.

Und die Tänze? Hier hinterließen vor allem die Tanzgarde vom TSC Rülzheim und die grün-weißen Funken vom Zippchen bleibende Eindrücke.

Dr. Reinhard Kallenbach
Rhein-Zeitung vom 08.02.2013

De Molli ließ den Elferrat nicht zur Ruhe kommen

Katholischer Leseverein bot eine überaus gelungene Kappensitzung

Es war der Schlusspunkt im Koblenzer Saalkarneval und zugleich ein Highlight der Session – der Katholische Leseverein feierte in der Rhein-Mosel-Halle eine Kappensitzung mit Esprit und viel närrischem Frohsinn. Sitzungspräsident Michael Hörter zeigte sich in Bestform vor einer vollbesetzten Halle, die sich von dem abwechslungsreichen Programm rasch mitreißen ließ. Der Einzug des Elferrates gestaltete sich zu einer närrischen Machtdemonstration – Stadt-soldaten, die Garde der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, die Musikkapelle St. Servatius füllten die Bühne aus. 

Letzter Einzug des Prinzenpaares

Und Programmpunkt zwei war nicht minder beeindruckend, denn Prinz Peter der Große, der Märchenprinz von Kowelenz, und ihre Lieblichkeit Confluentia Christiane zogen ein. Christiane dankte für den wunderbaren Empfang, ließ in ihrer Rede aber auch etwas. Wehmut erkennen. Lobende Worte richtete die Confluentia an den Leseverein als eine wichtige kulturelle Institution. Und sie gestand ein, dass der Prinz und sie selbst keine gebürtigen Koblenzer seien, aber: „Unser Herz schlägt für diese wunderschöne Stadt!“ Und ein letztes Mal gab es prasselnden Applaus für den Hofstaat, der dank seiner famosen Kostüme lange in Erinnerung bleiben wird. Prinz Peter der Große lobte die Qualität der Kappensitzung in hohen Tönen und himmelte ein letztes Mal seine Confluentia mit Worten an – noch intensiver, als man es in der Session erlebt hatte und mit einem letzten Seitenhieb auf den Oberbürgermeister.

Büttenredner Werner Laube sorgte für Lacher

Mit vielen Pointen und Anspielungen durchsetzt, war der Festvortrag von Werner Laube. Er ist ein Kowelenzer Büttenredner der Spitzenklasse. Seinem Ruf wurde er in seinem jüngsten Vortrag erneut gerecht. In diesem Jahr kann der Leserverein sein 150. Bestehen feiern, und da hatte der Redner einige Anmerkungen der humorvoll-ironischen Art zu machen: „Die sind damals im Dunkeln getappt, die Leute, das ist im Grunde kein Unterschied zum Stadtrat von heute!“ Das Einkaufscenter auf dem Zentralplatz ist für seine Begriffe „mit einem grünen Tarnnetz verhängt“, und der neue Kulturbau daneben erinnert ihn an Bo-Frost-Produkte. Er trauerte den Zeiten nach, als die Kinder noch von den Eltern erzogen wurden und setzte noch einige Seitenhiebe mehr. Von ähnlichem Kaliber ist Heri Lehnert, viele Jahre Alterspräsident der Blauen Bütt. Er kommt mit noch weniger Sätzen aus. Man muss die Ohren spitzen, sonst entgehen einem etliche Pointen seiner hintersinnigen Formulierungen. Die in diesen Tagen arg gebeutelte FDP und der ehemalige Bundespräsident bekamen ihr Fett weg.
Tänzerische und akrobatische Akzente setzten die Garde der Arbeitgemeinschaft Koblenzer Karneval und die White Lightnings der Coblenzer Turn-Gesellschaft, das war mehr als sehenswert.

De Molli ist alles andere als harmlos …

Er ist ein Original im Pfälzer Karneval, alleine sein Äußeres ist zum Schießen. De Molli, hinter der närrischen Fassade verbirgt sich Oliver Sauer, ist aber alles andere als harmlos. Er kann gut austeilen, ist schlagfertig und hartnäckig. Von letzterem kann der Elferrat ein Liedchen singen, der aus Bewegungsübungen gar nicht mehr herauskam. Und die Saarländer hat er dermaßen in sein Herz geschlossen, dass er sie immer wieder veralbert. Wenn auch andere leiden mussten, de Molli, in Frankenthal auch als. Sitzungspräsident bekannt, war spitze. Als Schnüssschwaader profilierte sich Dr. Albert Esser, und Detlev Schönauer entführte die Närrinnen und Narren in Jacques Bistro. Als Indianer legten die Seemöwen auf der Bühne los, und die Gardeshow der Grün-Weißen-Funken vom Zippchen war eine Augenweide. Als Torty de Banana schließlich das Schängellied anstimmte, war dies das Ende einer überaus gelungenen Kappensitzung.
-UKO-
„Blick aktuell“ vom 16.02.2013

Grün-Weiße Funken vom Zippchen, Kölsch Büllesbach
Tanzgarde der AKK Whith Lightnings, CTG Koblenz
Tanzgarde, TSC Royal, Rülzheim Showtanzgruppe, Möhnenclub Gülser Seemöwen

Eine Ära geht zu Ende

Michael Hörter gibt das Amt des Sitzungspräsidenten der Lese ab

Am Ende der letzten, von ihm geleiteten Lesesitzung, wurde Michael Hörter von seinem Elferat in besonderer Weise geehrt. Vizepräsident Stefan Otto dankte dem scheidenden Präsidenten dafür, dass er 25 Jahre lang die Lesesitzung in seiner gekonnten Art organisiert und geleitet hat und überreichte ihm eine Ehrenurkunde, sowie einen Stich der Hansestadt Hamburg.
B.R.

Fotos: R. Brennig

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Musikalisches

Neujahrskonzert 2013

Neujahrskonzert 2013 - Wieder eine Sternstunde des Katholischen Lesevereins

Schöner hätte der Auftakt zum Jubiläum der „Lese“ nicht sein können.
Der Verkaufsraum von „Mercedes-Benz in Koblenz“ war brechend voll; Stühle mußten herbeigeschleppt werden, um auch dem letzten Besucher des Neujahrskonzertes einen Sitzplatz zu verschaffen. Der Direktor der Mercedes-Benz Niederlassung, Thomas Millies, begrüßte mit herzlichen Worten die Lesefamilie, die sich zum 19. Mal in diesen Räumen zum Konzert versammelte.
Nicht enden wollender Beifall und Bravo-Rufe waren Ausdruck des begeisterten Publikums.

Der Vorsitzende der „Lese“, Dr. Ewald Thul, dankte den Künstlern und lud alle Anwesenden zu guten Gesprächen bei Wein und Brot.
Die Pianistin, Danae Dörken, schenkte der Fan-Gemeinde gegen Schluß der Veranstaltung noch eine tolle Zugabe, sozusagen das Sahnehäubchen dieses Festereignisses. 
 E. Th.

Die Rhein-Zeitung veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 08. Januar 2013 folgenden Beitrag:

Auch wenn er sich mittlerweile auf dem internationalen Konzertparkett erfolgreich tummelt und wie nebenbei überall Preise einheimst: Fürs Neujahrskonzert des Katholischen Lesevereins, der in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert, kommt Benedict Kloeckner, Jahrgang 1989 und als Cellist und Ostertag-Schüler auf steilem Karrierekurs, immer wieder gern nach Koblenz. Er tut es auch dann, wenn er „nur“ in den Ausstellungsräumen von Mercedes Benz auftritt, die seit 19 Jahren den ungewöhnlichen Rahmen für diese Konzerte liefern.

Euphorische Fangemeinde
Zum Bersten gefüllt mit einer treuen Fangemeinde Kloeckners, der seit 2009 auch als junger Solist in der Kronberg Academy, der Cellisten-Schmiede schlechthin, bei Frans Helmerson studiert. Seine Anhänger warten nur darauf, ihrer Sympathie mit Bravorufen Luft zu machen. Und Kloeckner weiß, was er seinen Fans schuldig ist, selbst wenn er ihnen zu Beginn des Konzertes mit Francis Poulencs einziger Sonate für Violoncello und Klavier nicht eben leichte Kost vorsetzt. Er spielt sie mit der zwei Jahre jüngeren, wie er ähnlich ambitionierten, bei Lars Vogt studierenden Pianistin Danae Dörken.
Die beiden geben Poulenc, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt, in Reinform zum Besten: stilistisch schillernd wie ein Chamäleon, versetzt mit neobarocken und
-klassischen Elementen, kämpferisch und graziös, melodramatisch und witzig-verspielt. Mal kommt die Musik im derben, durch Doppelgriffe markierten Marschschritt daher, mal im Ballabile, tänzerisch, tändelnd und flink, kontrastiv zum Sehnsuchtsvollen der Cavatine. Aber dann geht’s auch schon los mit den cellistischen Kunststücken par excellence, etwa den Variationen des ukrainischen Cellisten Gregor Piatigorsky und seinen fingerbrecherischen, auf seine großen Hände zugeschnittenen Variationen der 24. Caprice Paganinis. Selbst im wildesten Voranstürmen, im filigransten Flageolet bleibt Kloeckner souverän, technisch kaum auszutricksen.

Leidenschaftliches Spiel
Spanisch eingefärbt ist die zweite Programmhälfte: Sie reicht von Gaspar Gassadós Suite für Violoncello solo mit ihren Anleihen bei Zoltán Kodály und Maurice Ravel über Nationalmusikalisches von Albéniz, Granados und de Falla bis zu den fürs Cello umgestrickten csárdás-gewürzten „Zigeunerweisen“ Pablo Sarasates. Leidenschaft, Schwermut, Temperament, rhythmisches Treiben und sehnsüchtiges Singen in farbigem Wechsel sind zu hören. Schön, dass Kloeckner nicht an der virtuosen Oberfläche bleibt, sondern in die Tiefen des Ausdrucks vordringt.
Und wo das Publikum schon mal bei den Bravos ist, bleibt es auch dabei, wenn Danae Dörken solistisch brilliert: etwa in Franz Liszts Paraphrase zum „Rigoletto“ oder wenn die Jüngste aus dem musikalischen Hause Kloeckner, Melanie, als Sopranistin besonders bei Schuberts „Gretchen am Spinnrad“ ebenso mit der Frische ihrer Stimme wie mit Expressivität überzeugt.

Lieselotte Sauer-Kaulbach
www.rhein-zeitung.de.

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Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Prälat Hans Lambert – 2012

Mit Maria glauben lernen – »Im Jahr des Glaubens« – Prälat Hans Lambert

Am Fest der Erwählung Mariens – 08. Dezember 2012 – begrüßte der Vorsitzende der Lese, Dr. E. Thul die Lesefamilie, die zusammengekommen war, um im Stift Eltzerhof mit Prälat Hans Lambert, Koblenz, einen adventlichen Besinnungsnachmittag zu erleben.

An Hand biblischer Texte zeichnete er die Gottesmutter als die makellos Erwählte, als die besorgte Mutter (Hochzeit zu Kana), als die Schmerzensreiche (Dir aber wird ein Schwert durch die Seele dringen), welche unter dem Kreuz Christi den schrecklichen Tod ihres Sohnes erlitt, während Jesu Jünger, außer Johannes, schon das Weite gesucht hatten, und zuletzt Maria als Urbild und Mutter der Kirche (das Verharren im Gebet mit den Aposteln vor der Herabkunft des Heiligen Geistes, dem sogenannten Pfingstfest).

Prälat Lambert sprach auch aktuelle Themen an, welche viele Gläubige bewegen: Priestermangel, Diakonat der Frauen, Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zum Abendmahl, der Umgang mit Missbrauchsopfern und Tätern.

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Debbekuchen-Essen

Debbekooche – Essen 2012

Debbekooche - Essen am 09. November 2012

Zur „Martinsgans des armen Mannes“ kamen viele Gäste und Mitglieder
Lesefamilie traf sich zur Ehre des Hl. Martin im „Haus Horchheimer Höhe“

Vorsitzender Dr. Ewald Thul konnte zum traditionellen „Debbekooche-Essen“ zahlreiche Gäste und Mitglieder der Lese begrüßen. Er erinnerte zunächst an das leidvolle Ereignis der Reichspogromnacht im Jahre 1938 und den Fall der Mauer vor 23 Jahren, bevor das uralte Martinslied und ein Gebet mit unserem geistlichen Beirat Pfarrer Joseph Müller zum Genuß der leckeren „Martinsgans des armen Mannnes“ einlud, übrigens ein Relikt der Kriegszeit, denn in guten Zeiten erfreute man den Gaumen mit einem festlichen Gänseessen.

Für die Geschichte der Martinsgans gibt es mehrere Erklärungen. Eine ist, daß Martin von Tours an dem Tag, als er zum Bischof geweiht werden sollte, sich in einem Gänsestall versteckt haben soll. Doch das laute Geschnatter der Gänse verriet ihn und er wurde entdeckt. Seit diesem Tag gilt der Bischof von Tours als Schutzpatron der Gänsezucht.

Zum Programm des Abends gehörten auch einige lustige Mundartgedichte, vorgetragen von Ewald Thul und Eugen Lambert, die die Anwesenden mit großem Beifall bedachten.

Heinz-Dieter Maahs
Fotos: B. Rademacher

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aus dem Vereinsleben

Mitgliederversammlung 2012

Jahreshauptversammlung 2012 mit Rück- und Ausblick

Der Katholischer Leseverein vor großem Jubiläum

Wie in allen Jahren zuvor, begann die Mitgliederversammlung mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Basilika St. Kastor, der von Pfarrer Joseph Müller, unserem geistlichen Beirat, zelebriert wurde. In der heiligen Messe gedachte er in besonderer Weise der im letzten Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder.

Hiernach traf man sich im großen Saal des Eltzerhofs zur Durchführung der Jahreshauptversammlung.

Vorsitzender Dr. Ewald Thul begrüßte die anwesenden Mitglieder und Gäste und gab einen kurzen Rückblick auf die Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres. Er erinnerte an das Neujahrskonzert im Hause Mercedes-Benz, an die Besinnungstage mit Pater Dr. Manfred Entrich OP und Weihbischof Michael Peters und an das Konzert der jungen Künstler der Internationalen Musiktage im Rathaussaal, das auch vom Leseverein gefördert wurde.

Er blickte zurück auf die Kulturfahrten „Rund um Görlitz“, nach Rheinhessen und die große Wallfahrt zum Heiligen Rock nach Trier.
Der Mitgliederstand ist gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Er beträgt 425 Mitglieder. Die Neumitglieder wurden vorgestellt.
In einer Nachwahl für das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Bernd Rademacher, dem der Vorsitzende für seine Mitarbeit herzlich dankte, wurde Heinz-Peter Mertens neu in den Vorstand gewählt.

Der Schatzmeister Heinz-Dieter Maahs stellte den Finanz- und Vermögensbericht für das Jahr 2011 vor, der mit einem Überschuss abschloss, der den Rücklagen zugeführt wurde. Im Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2013 führte der Schatzmeister aus, dass Rücklagen für die Durchführung der Festveranstaltungen zur Verfügung stehen und man gut gerüstet sei

Die gute Kassenführung wurde von den Prüfern Heinz Adams und Manfred Kilian bestätigt, die auch Entlastung des Vorstandes beantragten, die einstimmig angenommen wurde.

Die Festveranstaltung zur 150 Jahrfeier wird am Sonntag, 05. Mai 2013, mit einem Pontifikalamt in der Basilika St. Kastor mit Diözesanbischof Dr. Stephan Ackermann beginnen, dem sich ein Festakt mit MdB Dr. Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, anschließt und mit einem Empfang im Blumenhof, bei schlechter Witterung im Ludwig-Museum, enden.
Der Verein wird als Jubiläumsgeschenk wieder eine Uhr an der oberen Fassade der Jesuitenkirche, (heute: Citykirche), installieren lassen, die im 2. Weltkrieg zerstört wurde.
Zudem gab der Vorsitzende bekannt, dass im Jubiläumsjahr in der neu renovierten Rhein-Mosel-Halle wieder die traditionelle Lesesitzung stattfindet.
Zum Vereinsjubiläum ist eine Festschrift in Vorbereitung.

Nach kurzer Aussprache endete die Versammlung harmonisch bei Brot und Wein.

H.-D. Maahs

Fotos: R. Brennig (1,2,4,5,6,7,8) Archiv (3)

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2012 – ins rheinhessische »Weinland«

Herbstfahrt nach Oppenheim, Nierstein und Flonheim

Am frühen Morgen brach die Lesefamilie nach Rheinhessen auf. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück; fast hätte man meinen können, der ausgefallene Sommer wurde an diesem Tag vollständig nachgeholt: ein ganzer Tag unter wolkenlosem Himmel!

Erstes Ziel unserer Fahrt war die Katharinenkirche in Oppenheim – von Georg Dehio, dem „Gründervater“ der deutschen Denkmalpflege, einst mit dem noch immer gültigen Etikett „bedeutendster Kirchenbau am Rhein zwischen Straßburg und Köln“ versehen.

Unser Führer, gebürtiger Bremer und seit dreißig Jahren Küster an der Katharinenkirche, verstand es vorzüglich, diesen großartigen Kirchenraum mit seinen wunderbaren Fenstern uns näherzubringen. Lediglich von 1258 bis zum Jahr 1556, also gerade mal 300 Jahre war St. Katharinen katholisch, seit dem dann protestantisch.

Dies führte gleich zu Beginn zu einem „Leerräumen“ der Kirche, der alle Altäre, Ausmalungen und Heiligenfiguren zum Opfer fielen. Nur die Fenster, mit Blick auf den nahenden Winter, schließlich wollte man Weihnachten nicht in einer Kältekammer feiern, konnten dem „Bildersturm“ entgehen.

Später hatten auch die Protestanten ihren Frieden mit bunten Fenstern geschlossen, gleich zwei Fenster mit Luther belegen dies eindrucksvoll.

Im Anschluss führte unser Weg nach Nierstein, wo uns ein herzlicher Empfang bereitet wurde. Bürgermeister Günther stellte uns „seine“ Stadt bei einem guten Tropfen Winzersekt vor.

Neben dem „Roten Hang“, eine der besten und berühmtesten Riesling-Lagen der Welt, wusste er aber auch über das ein oder andere Problem zu berichten. Eine Brache, ehemals Mälzerei in der Ortsmitte, wird allerdings bald Geschichte sein – bleibt nur den Niersteinern zu wünschen, dass sie mit „ihrem Zentralplatz“ glücklicher werden.

Im Winzerhaus machten wir dann unsere Mittagspause.

Danach ging es wieder zurück nach Oppenheim, nun in die Unterwelt. Von den rund 30 Kilometern unterirdischer Gänge besichtigten wir gerade mal 450 Meter, trotzdem fast 200 Treppenstufen rauf und runter. Glücklich, wieder das Tageslicht zu sehen, verließen wir Oppenheim Richtung Flonheim, dem letzten Ziel unseres Ausfluges.

Auf dem Programm stand eine Weinprobe im Betrieb der ehemaligen Rheinhessischen Weinkönigin Eva Pauser. Sie führt das Weingut seit einigen Jahren gemeinsam mit ihren Eltern und gehört zur Gruppe junger und höchst innovativer Winzer in Rheinhessen.

Nach neun Weinen – äußerst charmant und kenntnisreich vorgestellt – und noch manch gutem Glas im Anschluss, traten wir alle gut gelaunt wieder den Weg nach Koblenz an.
M. Hörter

Fotos: B. Rademacher

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2012 – auf der »Via Sacra«

Der Katholische Leseverein auf der »Via Sacra« in der Oberlausitz und Niederschlesien

Am frühen Morgen des 21. Juni 2012 brach die „Lese“ auf zu ihrer fünftägigen Reise in die Oberlausitz und nach Niederschlesien.
Quartier machten wir in Görlitz an der Neiße. Unser Hotel lag keine hundert Meter von diesem Grenzfluß entfernt.

Bei dem Stadtbummel besuchten wir das eindrucksvolle Heilige Grab und die historische Altstadt mit ihren großartigen Renaissance- und Jugendstilbauten.
Die Peterskirche war letzte Station unseres Rundgangs am Freitagvormittag. Dort lauschten wir den Klängen der berühmten Sonnenorgel.

Der Nachmittag sah uns in Herrnhut, wo uns das Wirken der Brüdergemeinde dargestellt wurde. Abschluß des Tages war ein Spaziergang durch Bautzen, das vielen unserer Reiseteilnehmern noch besser gefiel als Görlitz.

Am Samstag fuhren wir zur Friedenskirche nach Jauer, die auf polnischem Gebiet liegt. Dieses ausschließlich aus Holz errichtete Gotteshaus mit seinen drei Emporen und 5500 Plätzen beeindruckte uns schon allein wegen seiner Größe, aber auch mit seiner prächtigen Ausmalung.

Das Kloster Grüssau bei Hirschberg mit seiner barocken Wallfahrtskirche, ein wunderschöner Anblick, konnten wir nur wenige Augenblicke besuchen, denn eine Hochzeit folgte der anderen.

Das gleiche Schicksal ereilte uns auch in Wang, wo wir die ehemals norwegische Stabkirche erst nach längerer Wartezeit betreten konnten. Gleichwohl hatte sich der Besuch der „nagelfreien“ Holzkirche gelohnt.

Am Sonntag feierten wir Gottesdienst im Kloster Haindorf/Tschechien und aßen auch dort zu Mittag.

Die Fahrt ging weiter nach Reichenberg und nach Zittau, wo wir das weltberühmte Fastentuch bewundern konnten.
In der Klosterschenke zu Marienthal, eine gemütliche Bleibe, aßen wir zu Abend.

Am Montag, dem 25. Juni, war die Heimfahrt angesagt. Wir machten noch Station im Kloster Marienstern bei Panschwitz-Kuckau mit seiner beeindruckenden backsteingotischen Kirche und den gepflegten, weiträumigen Klosteranlagen. Im Klosterrestaurant, einem lauschigen Ort mit herrlichem Gewölbe, wurde uns ein wohlmundendes 2. Frühstück geboten.

So gestärkt ging es auf die Heimreise. Alle kamen heil und wohl in Koblenz an.

Die Laune war stets gut, und das Wetter hatte alle diese Tage mitgespielt.
Diese Fahrt, von A. Meinung professionell vorbereitet und begleitet, wird uns in bester Erinnerung bleiben.
Dr. E. Thul

Fotos: A. Meinung u. B. Glöckner (3 u. 5)

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2012 – Pilgerfahrt nach Trier

Die „Lese“ auf Pilgerfahrt nach Trier

Am Morgen des 24. April brach die Lesefamilie auf zu ihrer Reise zum Heiligen Rock in Trier. Der Himmel war grau verhangen, aber am Zielort empfing uns heller Sonnenschein. Zunächst war Gottesdienst in Liebfrauen angesagt.
Welche Überraschung! In dieser wunderbar renovierten gotischen Kirche waren für uns Plätze in den ersten Reihen reserviert.
Groß war die Schar der einziehenden Priester, an der Spitze, d.h. als letzter, der Bischof von Lüttich, der dem Gottesdienst vorstand. Weihbischof Robert Brahm begrüßte die Pilger, auch uns, den Katholischen Leseverein. Anrührend die Predigt des belgischen Bischofs und die zauberhaften Klänge einer bolivianischen Musikantengruppe auf ihren Trommeln, Gitarren und Flöten.
Dann fanden wir uns vor dem Hohen Dom ein.
Trotz großer Pilgerscharen wurden wir rasch und unproblematisch in die Reihe der Pilger eingeordnet.
Zusammen mit Gläubigen aus der Ukraine zogen wir in den Dom ein. Die Nähe zum Heiligen Rock war ergreifend; einige Ukrainer warfen sich zu Boden und küssten den Schrein, der den Heiligen Rock barg.

Pünktlich traten wir die Heimreise an. Teilnehmer präsentierten Mitbringsel von Trier, so auch ein
 „Wallfahrers Schweißtuch “,
 wohl für die Kinder zu Hause gedacht.

Station machten wir im Schlosshotel Petry in Karden, wo wir bestens aufgehoben waren und in kurzer Zeit jeder sein Essen, à la carte bestellt, vor sich stehen hatte.
Die Stimmung war hervorragend, und fröhlich und dankbar sangen wir: “Kein schöner Land in dieser Zeit“.
 
Ein erinnerungsreicher Tag lag hinter uns.

Dr. E. Thul

Fotos: B. Rademacher

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Archiv Besinnung und Glaube

Fastenbesinnung – Weihbischof J. M. Peters – 2012

»und führe zusammen, was getrennt ist«
Wallfahrt zum Heiligen Rock ist eine »zeitgemäße Reliquienverehrung als „Tuch“- Fühlung zu Christus“«
Weihbischof J. M. Peters

Der jährliche Fastenbesinnungstag des bald 150-jährigen Katholischen Lesevereins im Eltzerhof stand unter dem Motto

»Führe zusammen, was getrennt ist«.

Vom Referenten, dem Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, wurde dieses Thema der diesjährigen Wallfahrt zum „Gedankenspiel christlicher Glaubenswege“ erweitert. In der Fastenzeit „den in den Blick zu nehmen, um den es geht, nämlich Christus, heiße, seine Sendung zu erfüllen und die verheißene Erlösung, die keine Zukunftsmusik sei, sondern durch den Kreuzestod Christi bereits Realität, anzunehmen“.
Die von über 1500 Helfern bestens vorbereitete Wallfahrt nach Trier zwischen dem 13. April und dem 13. Mai 2012 sei eine ausgezeichnete Gelegenheit, dem eigenen Glauben in der großen Gemeinschaft vieler Gläubiger nachzuspüren.
Seit dem Jahre 1512 gibt es die Wallfahrt zum Heiligen Rock, zuletzt fand sie im Jahre 1996 statt. Stets sind Hunderttausende von Gläubigen zu diesen Anlässen nach Trier gekommen.
Die Verehrung von Reliquien in der katholischen Kirche sei durchaus zeitgemäß, sagte der Weihbischof. Sie erfülle den Wunsch der Menschen nach Symbolen der Erinnerung und des Gedenkens, wie sie auch im Aufbewahren von persönlichen Erinnerungsstücken an Verwandte und Freunde im privaten Bereich zum Ausdruck kommen. Mit dem Tod trennen sich zwar Leib und Seele des Menschen, die geistige Erinnerung und Symbole aber verbleiben über den Tag hinaus.
Mit der Verehrung des Heiligen Rocks wird nicht der Verstand, sondern das Herz des Menschen getroffen. Der Mensch geht in seinen Fürbitten auf „Tuch“-Fühlung zu Christus.
Der ungeteilte Rock kann auch als Symbol für die eine Kirche in der ökumenischen Glaubensgemeinschaft gelten, was besonders das Motto „Führe zusammen, was getrennt ist“ belege.
Der Vorsitzende des Katholischen Lesevereins, Dr. Ewald Thul, hatte bereits in seiner Begrüßung zum Ausdruck gebracht, dass „die Trennung der Kirche durch Menschen erfolgt sei, die sie nun auch wieder zusammen führen sollten“.
Der Weihbischof nannte es besonders großartig, dass sich erstmals auch die Evangelische Kirche des Rheinlandes mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands, Präses Nikolaus Schneider an der Spitze, nach ausführlicher Debatte zum Wallfahrtsanliegen und zu einer Beteiligung an der Wallfahrt zum Heiligen Rock entschlossen habe.

A. Meinung