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Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Dr. Manfred Entrich – 2011

»Ich will Dich besuchen, Gott – wo wohnst Du?« – Dr. Manfred Entrich, Dominikaner 

Ich will Dich besuchen, Gott – wo wohnst Du?

Unter diesem Motto führte der Dominikaner Dr. Manfred Entrich die Lesefamilie durch den adventlichen Besinnungsnachmittag am Samstag, dem 10. Dezember 2011.

Aus seinem Buch „Taxi to heaven“ sei zitiert, was den Inhalt seines Vortrags ausmachte:
„Jedes Leben hat sein Geheimnis, und jede menschliche Geschichte hat eine göttliche Würde. Gott schreibt mit in und an unseren Biographien. Wir können, wenn wir aufeinander hören, seine Schriftzeichen entschlüsseln.“

Gebannt lauschte die „Lese“ seinen Worten, und jeder Zuhörer fühlte sich in seinem Innersten von den Ausführungen Entrichs gepackt. Ihn, der schon zweimal bei uns war, wollten alle bald wiedersehn.

Nach dem Besuch der hl. Messe in der Basilika St. Kastor fand sich die Lesefamilie wieder ein im Eltzerhof bei Brot, Wein und freundschaftlichen Gesprächen.

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Debbekuchen-Essen

Debbekooche – Essen 2011

Debbekooche - Essen am 11. November 2011

Heilijer Sankt Mertes,
met denne siwwe Keerze, met denne siwwe Ruute….

So sang die Lesefamilie textsicher das uralte Sankt-Martins-Lied, dessen Ursprung bis heute noch nicht geklärt ist.
Ähnliche Lieder singt man in einigen Orten der Untermosel; auch dort die „soziale“ Einstellung beim Teilen eines „Mertes – Ditz“, einem süßen Backwerk: „Mir eine, Dir eine, annere Kenner gar keine“.

In Erinnerung an den hochgeschätzten Heiligen fand sich die Lesefamilie am Vorabend des Martinstages, also am sogenannten „Mertes-Ovend“, im Soldatenfreizeitheim auf der Horchheimer Höhe zum „Debbekooche-Essen“ zusammen.

Der Vorsitzende, Dr. Ewald Thul, konnte 100 Teilnehmer begrüßen, die sich auf das Koblenzer Nationalgericht freuten.
Leckeres Apfelkompott versüßte die krustenreiche Kartoffelspeise und ließ Erinnerungen an die eigene Kindheit wach werden.

Der geistliche Beirat, Pastor Jupp Müller, trug Gedichte von Josefine Moos und Peter Preußer in gediegener Koblenzer Mundart vor, und die Lesefamilie hatte sich an diesem schönen Abend noch sehr viel zu erzählen.

Dr. E. Thul
Fotos: Rademacher

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Archiv Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2011 – Orgelführung in St. Florin

Orgelführung in St. Florin

Am Freitag, dem 30. September 2011, war die Lesefamilie eingeladen in die Florinskirche, um die dortige neue Orgel kennen zu lernen. Und viele, viele kamen.

Begrüßt wurden wir von dem Vorsitzenden der Stiftung Florin, Oberstaatsanwalt a.D. Manfred Knieling, der auch Mitglied der Lese ist.

Kantor Christian Tegel verstand es meisterlich, uns die Orgel näher zu bringen.
Sie wurde Ende 2010 eingeweiht, hat 51 Register und 3.729 Pfeifen, verfügt über ein Glockenspiel und einen Zimbelstern.

Als Introduktion brachte er
Johann Sebastian Bach: Präludium in G-Dur BWV 541
Johann Sebastian Bach: Adagio (Air celebre) aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068
Improvisation über “Was Gott tut, das ist wohlgetan”
Louis Vierne: Berceuse (Wiegenlied) aus den “24 Pièces es style libre”
und einem Wunsch des Vorsitzenden der Lese folgend, schenkte Kantor Tegel uns die berühmte Toccata aus der 5. Sinfonie Charles Marie Widors.
zu Gehör.

Danach erzählte er uns interessante Einzelheiten der Orgel und ließ einzeln Register hören: Feinste Töne kleinster Flöten, tiefe Bässe, ein herrlich klingendes Glockenspiel samt dem Zimbelstern.

Der Vorsitzende dankte in einem Schlusswort dem Organisten, der Lesefamilie für ihr zahlreiches Erscheinen sowie Ingrid und Eugen Lambert für die Vorbereitung der Agape (oder Propinatio genannt).

Man trank ein gutes Glas Wein bei guten Gesprächen; schließlich ist der Patron der Florinskirche ein “Wein-Heiliger”, der auch der Koblenzer Weinbruderschaft seinen Namen gegeben hat.

Ewald Thul

Fotos: B. Rademacher

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aus dem Vereinsleben

Mitgliederversammlung  2011

Harmonische Mitgliederversammlung im Eltzerhof am 23. September 2011

Zu Beginn feierte die Lesefamilie in der Basilika St. Kastor einen Dankgottesdienst mit dem geistlichen Beirat des Vereins, Pastor i. R. Joseph Müller. Hier gedachte man auch besonders der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder.

Danach fand man sich im großen Saal des Eltzerhofs zusammen, um die satzungsgemäßen Regularien durchzuführen. Anstelle des verhinderten Vorsitzenden, Dr. Ewald Thul, leitete Michael Hörter als Stellvertreter die Versammlung.
In seinem Jahresbericht zeigte er die vielen Aktivitäten auf, die seit der letzten Jahreshauptversammlung stattgefunden haben.

Er hob besonders das erfolgreiche Neujahrskonzert mit den jungen Musikkünstlern im Mercedes-Benz Haus und den anschließenden Empfang hervor, an dem über 300 Mitglieder und Gäste teilgenommen haben.
Auch die beiden Besinnungstage waren gut besucht.
Er erinnerte an die großartige Mehrtagesfahrt „Rund um Ulm“ und an den erst kürzlich stattgefundenen Ausflug nach Köln.
Hörter bedauerte, dass wegen der langwierigen Baumaßnahme „Wiederherstellung Rhein-Mosel-Halle“ keine Lesesitzung stattfinden konnte und leider auch im kommenden Jahr aus gleichem Grunde die Karnevalssitzung ausfallen muss. Man werde aber für das Jahr 2013 bereits Vorkehrungen treffen, eine große Veranstaltung vorzubereiten, um die treuen Gäste der Lesesitzung zu entschädigen.
Abschließend teilte Michael Hörter mit, dass sich der derzeitige Mitgliederstand auf 428 Personen beläuft.
Soweit anwesend, wurden die neuen Mitglieder der Versammlung vorgestellt.

Es folgte anschließend der Bericht des Schatzmeisters Heinz-Dieter Maahs über das abgelaufene Geschäftsjahr 2010, das mit einem erfreulichen Überschuss abschließt.
Die Mitgliederversammlung folgte dem Vorschlag des Schatzmeisters, den Gewinn der „Rücklage für die 150 Jahrfeier“ und für die „Gebäudesanierung Waisenhausstraße“ zu verwenden.

Die Kassenprüfer Heinz Adams und Manfred Kilian bescheinigten eine solide und einwandfreie Finanz- und Vermögensführung und beantragten Entlastung des gesamten Vorstands, dem die Mitgliederversammlung auch zustimmte.

Bei Brot und Wein und anregenden Gesprächen endete die Versammlung.

H.-D. Maahs

Fotos: Rademacher

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2011 – Köln

Herbstfahrt 2011 nach Köln

Etwas verspätet starteten wir, 63 Personen, mit zwei „Moselaner“-Bussen gen Köln, wo wir bei strahlendem Sonnenschein pünktlich ankamen.

Zu Fuß ging es zur ersten Station, Groß St. Martin.

Dort erfuhren wir von unserem Reiseleiter Michael Hörter, dass diese Kirche vor der Fertigstellung des Doms viele Jahrhunderte lang das Wahrzeichen von Köln war.

Im Hause der Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem, neben der Kirche gelegen, empfing uns Schwester Theresia. Nachdem Michael Hörter der Schwester den Katholischen Leseverein , Koblenz vorgestellt hatte, erfuhren wir von ihr, dass Erzbischof Joachim Kardinal Meisner 2009 die Kirche mitten im Herzen der Stadt ihrem Orden anvertraut hat.

In bemerkenswerter Weise weihte uns Schwester Theresia in das Leben ihres Ordens, der 1975 in der Kirche St. Gervais, Paris von Bruder Pierre-Marie Delfieux ins Leben gerufen worden ist, ein. Dem Orden gehören heute ca. 200 Frauen und Männer an, davon in Köln 7 Schwestern und 5 Brüder.

Gebannt lauschten wir den Ausführungen der Schwester über ihre Berufung, ihr kontemplatives und gemeinschaftliches Leben.

Tief beeindruckt gingen wir dann zum Mittagsgebet der Gemeinschaft in die Kirche. Groß St. Martin war erstaunlich gut besetzt. In der gemeinschaftlich mehrstimmig gesungenen Liturgie ließen die Schwestern und Brüder Gottes Gegenwart aufleuchten.

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle das alles wiederzugeben. Wer Interesse hat, kann viele der gehörten Einzelheiten auf der Internetseite Jerusalem-Gemeinschaft katholisch.de erfahren.

Die nächsten zwei Stunden standen zur freien Verfügung. Jeder konnte nach seinem Geschmack durchs „übervolle“ Köln bummeln.

Um 15.00 Uhr trafen wir uns am Dom. In vier Gruppen aufgeteilt, wurden wir durch das imposante Bauwerk geführt und stellten fest, dass es immer wieder ein Erlebnis besonderer Art ist, durch das großartige Gotteshaus zu gehen.

Danach unternahmen wir eine Stadtrundfahrt, bei der uns Sehenswürdigkeiten auf der rechten und linken Rheinseite gezeigt und erklärt wurden, z.B. die Messehallen, die architektonisch außergewöhnlichen neuen Kranhäuser am Rheinauhafen, die Stadttore und – mauern, Kirchen, Märkte und Plätze.

Nachdem uns die Stadtführer verabschiedet hatten, gingen wir durch die belebten Straßen zum „Cölner Hofbräu Früh“.
Dort saßen wir in gemütlicher Runde zwei Stunden bei süffigem Kölsch und deftigen Speisen beisammen.

Um 20.45 Uhr brachen wir in Richtung Heimat auf. Wohlbehalten kamen wir gegen 22.30 Uhr in Koblenz an.

Wieder war ein sehr schöner Tag viel zu schnell vorbei.

M. Rademacher

Fotos: B. Rademacher

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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2011 – nach Ulm

In Ulm und um Ulm herum - Eine Reise ins Schwabenland

Am Donnerstag, dem 19. Mai, brach der Katholische Leseverein zu seiner Reise nach Schwaben auf; 70 Personen waren mit von der Partie.

Erstes Ziel war Blaubeuren. Das Kloster mit seinem bekannten Hochaltar erkundeten wir „auf eigene Faust“.

Danach wurden wir durch den Ort zu dem berühmten und sagenumwobenen Blautopf , einer großen Quelle der Blau, aus einem Karstgebirge entspringend, geführt. Der wolkenlose Himmel ließ den See in einer unwirklichen Bläue noch farbiger erstrahlen.

Am folgenden Tag war das Kloster Wiblingen unser Ziel, das mit seinem schönen Bibliothekssaal eine Augenweide ist.

Von dort ging es zum Ulmer Münster, in dem wir ein herrliches und beeindruckendes Orgelkonzert auf der drittgrößten Orgel der Welt genießen konnten. Anschließend wurden wir von sachkundigen Führern durch das großartige evangelische Münster geführt.

Mittags empfing uns der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, der mit einer launigen Rede uns seine Stadt näher brachte. Fischer-Viertel, Gerber-Viertel und der Weg über die an der Donau gelegene Stadtmauer versetzten uns ins mittelalterliche Ambiente.

Am Samstag fuhren wir nach Bad Schussenried. Unsere Ziele waren das barocke Kloster mit seiner wunderschönen Bibliothek und die Pfarrkirche St. Magnus, die als besonderen Kunstschatz ein einmalig schönes Chorgestühl aufzuweisen hat.

Die Mittagspause verbrachten wir in der „Schussenrieder Brauerei“. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir die Köstlichkeiten des Hauses.

In Steinhausen besichtigten wir die „Schönste Dorfkirche der Welt“. Zum Dank für die bisher gut verlaufene Reise sangen wir ein frohes Marienlied.

Anschließend führte man uns durch die historische Stadt Biberach.

Die erlebnisreichen Tage endeten jeweils mit einem gemeinsamen Abendessen in gemütlichen, von Adolf Meinung, dem Organisator der Fahrt, sorgfältig ausgewählten Lokalen.

Am Sonntag besuchten wir das Kloster Neresheim, eine noch recht aktive Benediktiner-Abtei und feierten die hl. Messe.
Danach führte uns Bruder Wolfgang durch die helle, vom Licht durchflutete Kirche.
Er zeigte uns die in Europa einmalige Barockarchitektur und bezeichnete die „aus Licht erbauten Räume“ als „steingewordene Musik“.
Neben dem „Neresheimer Raumerlebnis“, das Weltkulturerbe ist, beeindruckt das mit über 700 qm größte Deckenfresko der Welt.

Zum Abschluss bummelten wir durch das noch ganz und gar mittelalterliche Dinkelsbühl.

Petrus war uns hold; außer ein paar Regentropfen nur blauer Himmel über uns und dankbare Freude in uns.
So könnte es auf unseren folgenden Reisen weitergehen.

Dr. E. Thul / M. Rademacher

Fotos : Rademacher

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Archiv Ehrungen

Katholischer Leseverein ehrt Jubilare 2011

Katholischer Leseverein ehrt Jubilare

04. Mai 2011
 
Wie es sich in einer ordentlichen Familie gehört, sagte der Katholische Leseverein Mitgliedern, die 25, 50 oder gar 60 Jahre dem Verein die Treue hielten, herzlichen Dank. Man fand sich am 04. Mai 2011 zusammen im Hotel “Fährhaus am Stausee” und tauschte in angeregten Gesprächen schöne Erinnerungen aus. Jedem Jubilar überreichte der Vorsitzende Dr. Ewald Thul eine Urkunde, die mit dem bekannten Bild des großen Koblenzers Görres geschmückt war und erinnerte an frohe Begebenheiten in der “Lese”.
 
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Johannes Paul Bourmer, Lothar Doré, Elisabeth Heinrich, Renate Könemann, Karl-Heinz Kroell, Horst Müller, Bruno Rude, Fredy Schäfer, Berthold Matthias Schäfer, Stephan Schwarz, Frau Zitz, Hans Georg Zündorf,
 
Goldenes Jubiläum, also 50 Jahre, hatten:
Gertrud Görg, Dieter Siefarthund,
 
um den Vergleich mit Ehejubiläen fortzuführen,
 
Diamentenes Jubiläum, gar 60 Jahre lang, hatten:

Elisabeth Laschewsky, Ilse Rall, Marianne Schüller, Franz-Josef Urmetzer

Ewald Thul

Fotos: B. Rademacher

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Archiv Besinnung und Glaube

Fastenbesinnung – Prof. Dr. Heribert Niederschlag, SAC – 2011

Warum lässt Gott das zu? – Prof. Dr. Heribert Niederschlag, SAC

Der Vorsitzende des KLV, Dr. E. Thul, konnte auch in diesem Jahr zahlreiche Mitglieder und Gäste zur Fastenbesinnung begrüßen.
 

 

Der Referent hat uns freundlicherweise eine Kurzfassung seines Vortrages zur Verfügung gestellt:

 

Warum lässt Gott das zu?

 

Im Jahr 1968 starb in Paris der damalige Erzbischof Kardinal Pierre Veuillot im Alter von 55 Jahren nach einem schrecklichen, äußerst qualvollen Leiden. Vor seinem Tod hat er einem Freund, dem Bischof Lallier folgendes anvertraut: „Wir verstehen es meisterhaft, schöne Sätze übers Leiden zu machen. Auch ich habe übers Leiden in ergreifenden Worten gepredigt. Sagen Sie den Priestern, sie sollen lieber schweigen; wir wissen nämlich nicht, was Leiden heißt. Als ich dies einsehen musste, habe ich nur noch geweint.“

Auch wenn es vermessen scheint, auf die Frage nach dem Sinn des Leidens eine Antwort zu suchen, müssen wir uns ihr stellen. Wir kommen nicht los von der Frage, die das Leiden stellt. Auch der, der sich weigert, angesichts des Übermaßes an Leiden, an einen guten Gott zu glauben, hat keine befriedigende Lösung gefunden. Wer sich enttäuscht von Gott abwendet, erspart sich die quälende Frage: Warum lässt Gott das zu? Aber er verliert auch die Hoffnung, dass Gott ihm einmal Antwort geben wird.

Wenn Gott allmächtig und allgütig ist, warum dann das Leid in der Welt? Hans Jonas kann für sich keine befriedigende Antwort finden, es sei denn, die beiden Attribute „allmächtig und allgütig“ werden ergänzt durch die Unerforschlichkeit Gottes. Nur von einem gänzlich unverstehbaren Gott kann gesagt werden, dass er zugleich absolut gut und absolut allmächtig ist und doch die Welt duldet, wie sie ist … Wenn allmächtig und allgütig, dann aber unbegreiflich. Damit bestätigt Hans Jonas, was Dietrich Bonhoeffer auf die knappe Formel bringt: „Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit ein Leben lang aushalten.“

Alle biblischen und theologischen Erklärungsversuche greifen zu kurz. Der Verweis auf die Freiheit des Menschen erklärt zwar, dass nicht Gott für das Leid verantwortlich ist, das Menschen einander antun, aber die Frage nach dem Leiden in der untermenschlichen Natur bleibt unbeantwortet. Bevor es Menschen auf der Erde gab, haben Tiere gelitten. Und es gibt viel Leid in der Welt, an dem der Mensch nicht Schuld ist: z. B. Naturkatastrophen. Nur ein Teil des Leides in der Welt geht auf den Menschen zurück, der es mutwillig und rücksichtslos anderen zufügt, indem er seine Freiheit missbraucht.

Auch der Verweis, Leid sei Strafe für die Schuld, verfängt nicht. Die Ansicht, wer Schlechtes tue, dem ergehe es auch schlecht, wird durch die Erfahrung widerlegt, dass Böse in Saus und Braus leben, Gute aber darben müssen. Das biblische Buch „Ijob“ protestiert gegen diese Einstellung. Der gerechte Ijob erfährt furchtbares Leid und wird auf Herz und Nieren geprüft, ob er allem zum Trotz auf Gott vertraut. Diese Prüfung besteht er nicht zuletzt dank einer überwältigenden Gotteserfahrung, die ihm aber auch nicht den tieferen Sinn seines Leidens erklärt.

Im Vierten Lied von Gottesknecht (Jes 52,13-53,12) findet sich der Gedanke der Stellvertretung, der für viele Leidende zum Trost geworden ist. Das Lied besingt den Gottesknecht, der für die Schuldigen eintritt: „Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,5). Im Blick auf das Leiden Christi hat die christliche Urgemeinde bekannt: „Christus ist für unsere Sünden gestorben.“ Dieser Gedanke wird ausgeweitet in dem Gedanken vom mitleidenden Gott. In einer autobiographischen Erzählung schreibt Elie Wiesel:

„Als wir eines Tages von der Arbeit zurückkamen, sahen wir auf dem Appellplatz drei Galgen. Antreten. Ringsum die SS mit drohenden Maschinenpistolen, die übliche Zeremonie. Drei gefesselte Todeskandidaten, darunter der kleine Pipel, der Engel mit den traurigen Augen. Die SS schien besorgter, beunruhigter als gewöhnlich. Ein Kind vor Tausenden von Zuschauern zu hängen, war keine Kleinigkeit. Der Lagerchef verlas das Urteil. Alle Augen waren auf das Kind gerichtet. Es war aschfahl, aber fast ruhig und biß sich auf die Lippen. Der Schatten des Galgens bedeckte es ganz. Diesmal weigerte sich der Lagerkapo, als Henker zu dienen. Drei SS-Männer traten an seine Stelle. Die drei Verurteilten stiegen zusammen auf ihre Stühle. Drei Hälse wurden zu gleicher Zeit in die Schlingen eingeführt. ‚Es lebe die Freiheit!’ riefen die beiden Erwachsenen. Das Kind schwieg. ‚Wo ist Gott, wo ist er?’ fragte jemand hinter mir. Auf ein Zeichen des Lagerchefs kippten die Stühle um. Absolutes Schweigen herrschte im ganzen Lager. Am Horizont ging die Sonne unter. ‚Mützen ab!’ brüllte der Lagerchef. Seine Stimme klang heiser. Wir weinten. ‚Mützen auf!’ Dann begann der Vorbeimarsch. Die beiden Erwachsenen lebten nicht mehr. Ihre geschwollenen Zungen hingen bläulich heraus. Aber dritte Strick hing nicht reglos: der leichte Knabe lebte noch … Mehr als eine halbe Stunde hing er so und kämpfte vor unseren Augen zwischen Leben und Sterben seinen Todeskampf. Und wir mussten ihm ins Gesicht sehen. Er lebte noch, als ich an ihm vorüberschritt. Seine Zunge war noch rot, seine Augen noch nicht erloschen. Hinter mir hörte ich denselben Mann fragen: ‚Wo ist Gott?’ Und ich hörte eine Stimme in mir antworten: ‚Wo ist er? Dort – dort hängt er, am Galgen.’“

Die Antwort, die diese Erzählung gibt, lautet: Gott gibt keine Erklärung für das Leid in der Welt, sondern er ist bereit, es selbst zu tragen. Er ist nicht ein teilnahmsloser Gott, der sich vom Leiden der Menschen nicht anrühren lässt. Diese Antwort legt sich vom Leben, Leiden und Sterben Jesu her nahe. Jesus ist solidarisch mit allen Leidenden, ebenso auch mit allen schuldig Gewordenen. Er hängt am Kreuz zwischen zwei Verbrechern. Der Gedanke, dass Gott das Leid mit trägt, kann für den, dem Andere Leid zufügen, vielleicht noch eine Hilfe sein, weil Gott die Freiheit der Menschen nicht aufhebt, auch wenn sie einander schreckliches Leid zufügen. Aber warum behebt er das Leid nicht, das er, ohne die Freiheit des Menschen aufzuheben, beseitigen könnte?

Alle Erklärungsversuche enden in neuen Fragen. Für den Glaubenden erschließt sich im Bekenntnis zur Hoffnung ein Weg, das Leiden zu bestehen, ohne es gänzlich zu verstehen: Wir leben auf Hoffnung hin. In der Offenbarung des Johannes heißt es: „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offb 21,4) Diese Hoffnung stützt sich auf die Praxis Jesu, der Menschen geheilt hat und darin ein Zeichen für das Anbrechen des Reiches Gottes setzte. Er hat nicht alle geheilt, aber in den Heilungen einzelner sollte zum Vorschein kommen, was Gott mit dieser Welt vor hat, eben dass er einmal alles Leid und alle Krankheiten überwinden wird. Darin zeigt sich die Herrschaft Gottes. Er wird eingreifen und alles Leid beenden bzw. verwandeln. Das Leiden ist also zeitlich begrenzt. Es ist nicht grenzenlos. Paulus schreibt im Römerbrief sogar: „Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.“ (Röm 8,18) Paulus hatte ein großes Maß an Leiden zu tragen. Er fährt im Römerbrief fort: „Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung. Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt“ (Röm 8,19-22). Die Welt ist noch nicht so, wie Gott sie gedacht hat. Aber die neue Welt ist im Kommen.

Auch hier stellen sich Fragen: Warum hat Gott eine so leidvolle Welt geschaffen? Warum so schreckliche und so lange Leiden mancher Menschen? Die Hoffnung, dass Gott das Leid beenden und verwandeln wird, ist schon ein Trost, aber eben jetzt noch keine befriedigende Antwort. Ich verbinde mit dieser Verheißung allerdings auch die Erwartung, dass Gott nicht nur das Leid beenden wird, sondern dass er auch Antwort geben wird auf die Fragen der Menschen nach dem Warum des Leidens.

Die Suche nach der Antwort auf die Frage nach dem Warum des Leidens lässt uns die Chance und den Segen des Leidens in großartigen Persönlichkeiten wie der seligen Rosa Flesch bereits erahnen. Leiden kann zu der Erfahrung führen, dass es eine Macht gibt, die alles Leiden bestehen lässt: die Macht der demütigen Liebe. Was André Gide von den Krankheiten gesagt hat, gilt für das Leid insgesamt: Es ist ein Schlüssel zu Erkenntnissen, die dem verborgen bleiben, der nie Leid zu ertragen brauchte.

Aber es gibt Leiden, das so schrecklich und furchtbar ist, dass der Gedanke, darin könnte ein Sinn liegen, einem schon als Frevel erscheint. Hier bleibt nur die Klage als die einzig adäquate Antwort auf das Übermaß an Leiden. In seiner Rede in Auschwitz sagte Papst Benedikt XVI: „Wir können in Gottes Geheimnis nicht hineinblicken – wir sehen nur Fragmente und vergreifen uns, wenn wir uns zum Richter über Gott und die Geschichte machen wollen. Dann würden wir nicht den Menschen verteidigen, sondern zu seiner Zerstörung beitragen. Nein – im Letzten müssen wir bei dem demütigen, aber eindringlichen Schrei zu Gott bleiben: Wach auf! Vergiss dein Geschöpf Mensch nicht!“ Die Frage nach Auschwitz heißt nicht nur: „Wo war Gott in Auschwitz? Sie heißt auch: Wo war der Mensch in Auschwitz?“ So J. B. Metz. Sicher es gab die Menschen, großartige Menschen in Auschwitz. Aber es bleibt auch die Frage: Wie konnte so etwas geschehen? Ist das nicht ein Grund, statt an Gott eher am Menschen zu verzweifeln? Aber es gab und gibt Menschen, die mitten im Feuer des Leidens nicht verzweifelten, sondern in einer geradezu übermenschlichen Größe und Würde eigenes Leid getragen und das Leid anderer gelindert haben. Diese Menschen bezeugen, dass nicht Bosheit und Brutalität das letzte Wort haben, sondern die Macht der demütigen Liebe, die uns hoffen lässt, einmal die Antwort zu finden auf die Frage nach dem „Warum“.

Leiden soll nicht nur in der Klage Ausdruck finden oder Protest provozieren, sondern eine neue Praxis der Solidarität und der Bereitschaft, die Ursachen des Leides zu beheben, begründen. Eine solche Praxis kann ihre Durchhaltekraft aus der Hoffnung beziehen, dass sie nicht umsonst ist, weil Gott sich dafür verbürgt, dass er seine Schöpfung vollenden wird.

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Musikalisches

Neujahrskonzert 2011

Neujahrskonzert 2011 bei Mercedes-Benz in Koblenz

Auch in diesem Jahr war die traditionelle Neujahrsmatinee des Katholischen Lesevereins in der Niederlassung von Mercedes-Benz wieder sehr gut besucht.

Die zwei Kölner Brüder Niklas und Nils Liepe sowie die international erfolgreiche Sängerin Ekaterina Isachenko ließen bei ihren musikalischen Darbietungen keine Wünsche offen. Der 1990 geborene junge Geiger Niklas Liepe, Gewinner zahlreicher renommierter Wettbewerbe wie etwa dem Wieniawiski Wettbewerb in Polen, überzeugte durchgehend mit markantem silbrigen Geigenklang. Die Mozartsonate in A-Dur spielte er mit filigraner Leichtigkeit und sehr viel Poesie, sein Bruder Nils war ihm dabei ein idealer, hellwacher Begleiter, der sich jedoch nie in den Vordergrund spielte.

Als Höhepunkt vor der Pause konnten die Konzertbesucher der Lese dann die bereits zum zweiten Mal eingeladene russische Sopranistin Ekaterina Isachenko als wahren Hör- und Augengenuss erleben. Die junge Sängerin bot Kunst zwischen Folklore und lodernder Dramatik. Bei allen Beiträgen ließ sie ein besonderes Gespür für die Sehnsüchte erkennen, von denen die Lieder von Rachmaninow, Strauss und Kurt Weill leben. Isachenko zeigte mit ihrer wundervoll kraftvollen Stimme eine große Bannbreite zwischen himmelwärts jauchzenden Höhen bei J. Strauss, lyrischen Höhenflügen bei Rachmaninow und rabenschwarzer Abgründigkeit bei Kurt Weill. Bezwingend war dabei die in allen Beiträgen gehaltene Intensität und Leidenschaftlichkeit des Vortrags.
Das Publikum dankte es ihr mit großer Begeisterung.

Nach der Pause zeigte Nils Liepe mit der Revolutionsetude von Chopin, dass er nicht nur ein sehr einfühlsamer Begleiter ist, sondern auch über große pianistische Fähigkeiten verfügt. Zusammen spielten die beiden dann zur Freude des Publikums Neujahrsschmankerl wie „Liebesleid und Liebesfreud“ von Fritz Kreisler, wobei die schmeichelnde Weichheit des Klangs der Violine das neue Jahr angenehm beginnen ließ. Temperament und Leidenschaft zeigten die beiden dann bei Tschaikowskys Scherzo sowie bei der FAE Sonate von Johannes Brahms.
Natürlich durfte bei einem langjährigen Schüler des legendären Geigenlehrers Zakhar Bron das Konzert nicht ohne einen virtuosen Abschluss enden. Sarasates Zigeunerweisen mit dem atemlosen Spiccato Sprint des Violonisten brachten den jungen Musikern dann zum Schluss die wohlverdienten Bravorufe eines begeisterten Publikums.
A. Klöckner

Foto: A. Meinung

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Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Domkapitular Msgr. Dr. Georg Bätzing – 2010

2012 sehen wir uns in Trier! – Domkapitular Msgr. Dr. Georg Bätzing

2012 sehen wir uns in Trier!

Die Heilig – Rock – Wallfahrt als Impuls und Chance

Zu Beginn der Adventbesinnung begrüßte der stellvertretende Vorsitzende Michael Hörter die 100 Mitglieder und Gäste im großen Saal des Eltzerhofs und hieß Domkapitular Msgr. Dr. Georg Bätzing, den Leiter der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, herzlich willkommen.

Dieser bezeichnete seine Anwesenheit als kleines Heimspiel, weil er von 1987 bis 1990 als Kaplan in St. Josef tätig war und seitdem herzliche Verbindungen geblieben sind.

Von Bischof Reinhard Marx wurde er seinerzeit gebeten, das Projekt Heilig-Rock-Wallfahrt als Botschafter und Leiter zu übernehmen.

„Was liegt näher, als die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 … als große Chance zu verstehen, die uns Trierern geschenkt ist, weil wir nun einmal den Heiligen Rock „haben“, wie Bischof Reinhard bemerkte. Wer sich aufmerksam der Herrenreliquie zuwendet, der wird entdecken: Nicht wir machen die Kirche, Christus macht uns zur Kirche. Und diese Gegenwart des auferstandenen Herrn schafft die Kirche. Und diese Gegenwart ist uns wie in der Form einer Ikone präsent, wenn wir das Gewand betrachten.“

So entstand das Thema der Wallfahrt nicht zufällig, sondern es resultiert aus der Befragung von Gläubigen und Gemeinschaften im Bistum, die mit 700 beeindruckenden Rückmeldungen reagierten. Ein Drittel der Befragten wünschte, den Gedanken der Einheit zu stärken und den Schwerpunkt auf die ökumenische Einheit zu legen. Symbol dafür ist die Tunika Christi, das Gewand aus einem Stück, ganz und ohne Naht.

Daher wählte man die letzte Bitte des Pilgergebetes der Wallfahrt von 1996:

“ Führe zusammen, was getrennt ist!“

„Wir wollen uns durch die Tunika Christi inspirieren lassen für unseren Weg als Kirche im Bistum Trier. Die Heilig-Rock-Wallfahrt wird als eine einladende festliche Zeit gestaltet, die spürbar werden lässt, was Papst Benedikt XVI. so treffend formuliert hat: Wer glaubt, ist nicht allein.“

Wir machen öffentlich, dass Jesus Christus und die Gemeinschaft mit ihm ein Schatz für alle Menschen ist.

Der Pilgerweg selbst ist ein sinnfälliges Zeichen für den persönlichen Lebens- und Glaubensweg und für den Weg des Volkes Gottes dem Herrn entgegen. Unterwegs bringen wir den Glauben und unsere Hoffnung ins Gespräch, wenden uns betend und singend an Gott und laden andere zum Mitgehen ein.“

Zum Schluss wies Dr. Bätzing darauf hin, dass die Vorbereitung auf die Wallfahrt 2012 am 06. Mai 2011 mit dem Heilig-Rock-Fest in Trier beginnt und dass am 05. Mai 2011 Künstler dieses Vorbereitungsjahr im Rahmen der BUGA mit einer Ausstellung in der Festungskirche auf dem Ehrenbreitstein eröffnen.

„2012 sehen wir uns in Trier.“ Mit diesen Worten beendete Msgr. Dr. Bätzing seinen Vortrag.

Mit anhaltendem Applaus zeigten die aufmerksamen Zuhörer ihre Zustimmung und Begeisterung.

Michael Hörter dankte für zwei „tiefe Stunden“, die auf das Vorbereitungsjahr und den Monat der Wallfahrt 2012 (13. April – 13. Mai) neugierig gemacht haben.

Der geistliche Beirat Joseph Müller meinte:“ Sie haben uns aus dem Herzen gesprochen und Christus als den Mittelpunkt aufgezeigt.“

Nach dem Gottesdienst, den der geistliche Beirat in St. Kastor hielt, traf sich die Lesefamilie wieder im Eltzerhof und saß noch lange bei Brot und Wein in froher, gemütlicher Runde zusammen.

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Das Trierer
Christusgebet

Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist.
Amen.nano)

(Taufe Jesu mit Darstellung der Tunika Christi. Relief im Dom von San Gimignano)