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Besinnung und Glaube

Fastenbesinnung – Diakon Horst Dany – 2023

Fastenbesinnung 2023 - »Maria Hilf - Ein Wallfahrtsort in Koblenz«

»Maria Hilf – Ein Wallfahrtsort in Koblenz«

unter dieser Überschrift lud der Katholische Leseverein seine Mitglieder in diesem Jahr zur traditionellen „Besinnung in der Fastenzeit“ ein. Ein Thema, das offensichtlich viele neugierig machte, wie die erfreulich große Zahl der Teilnehmer zeigte.

Diakon Horst Dany, selbst langjähriges Mitglied des Lesevereins und in Lützel geboren ging in seinen Ausführungen zunächst auf die wechselvolle Geschichte dieser Gebetsstätte ein, die erstmals in einer „Andacht für Maria Hülf“ in einem Gebetbuch von 1759 erwähnt wird.

Die Andachtsstätte, die zunächst nur aus einem Bildstock bestand, wurde von einem Reisenden gestiftet, der auf dem Weg nach Bonn an dieser Stelle von Räubern überfallen worden war und durch ein Gebet zur Gottesmutter gerettet wurde. Seit dieser Zeit kamen regelmäßig Beter zu diesem Bild, das wohl eine Nachbildung eines Werks von Lucas Cranach d.Ä. war.

Als die Gebetsstätte zerstört wurde rettete man das Gnadenbild nach Neuendorf, von wo es nach einem Wiederaufbau in eine vergrößerte Kapelle zurückkehrte. Doch auch diese wurde wegen der zahlreichen Pilger bald zu klein und 1905 baute man gegenüber, auf der anderen Seite der Bonner Straße eine neue, die heutige Kapelle.

Die Pfarrei in Koblenz Lützel erwarb dann wegen des Neubaus ihrer Kirche Kapelle und Grundstück von der Pfarrei in Neuendorf unter der Bedingung, dass das Gnadenbild nach Neuendorf umzog. Eine spätgotische Madonna eines rheinischen Meisters steht seitdem auf dem Altar in Maria Hilf und die Kapelle wurde 1953 Teil der neuen Pfarrkirche.

Eine erneute Veränderung erfuhr die Kapelle 2017 durch den Abriss der Kirche und ist jetzt an das „Zentrum für Pflege und Betreuung an der Maria-Hilf-Kapelle“ angegliedert.

Ausführlich ging Horst Dany auf die beeindruckenden Glasfenster mit Szenen aus dem Leben der Gottesmutter ein, wobei er darauf hinwies, dass nicht alle aus den in den Kanon der Kirche aufgenommenen Evangelien stammen.

Die interessierten Zuhörer saßen anschließend noch bei Brot und Wein und regen Gesprächen zusammen und der Vorstand freute sich, nach der Coronapause, über diesen guten Start ins neu auflebende Vereinsleben.

Referent: Diakon Horst Dany

Samstag, den 25. März 2023,

Veranstaltungsfotos – Claus Conzen

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Adventsbesinnung – Dechant Rudolf Darscheid – 2022

Adventsbesinnung: »Missionarisch - diakonisch Kirche sein«

zu diesem Thema referierte

Dechant Rudolf Darscheid – Vorsitzender Heinz-Peter Mertens

Dechant Rudolf Darscheid.
Im Anschluss gab es wieder die Gelegenheit sich bei Brot und Wein auszutauschen

Heinz-Peter Mertens, Dekan Thomas Darscheid, Tobias Theobald von X-Church

Das Foto zeigt neben dem Vorsitzenden des katholischen Lesevereins Heinz-Peter Mertens, Dekan Thomas Darscheid und Tobias Theobald zuständiger Ansprechpartner für X-Church in St . Elisabeth.
Die Spende an X-Church Koblenz der LESE erfolgte auf Veranlassung von Dekan Darscheid.
Das Bistumsprojekt MuskkircheLive ist auch o Tour in St. Elisabeth. Mit rockiger Musik soll so ein Gottesdienst einmal ganz anders erlebt werden.
Junge Christen sollten sich über die webseite von X-Church über das Angebotene informieren.

weitere Informationen auf der Web-Seite von X-Ground, Kirche der Jugend Koblenz

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Gedanken von Pfarrer Ralf-Dieter Gregorius – 2022

Gedanken von Pfarrer Ralf-Dieter Gregorius - 2022

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Lukas 2,14

Der feierliche Gesang der Engel an Weihnachten, der Gesang, der die hart arbeitenden Hirten zur Unterbrechung ihres Arbeitsalltages verleitete, wanderte in der Liturgiegeschichte aus dem Abendgottesdienst in die Feier der Sonn- und Festtagsgottesdienste: „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis“. Wir folgen dem Ruf der Engel und schwingen uns auf in die Höhe, wenn wir das Mahl des Herrn feiern. („Erhebet eure Herzen! – Die Herzen in die Höhe!“) Wir stimmen ein in den Gesang der Engel: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr …“ Friede auf Erden, was noch vor Jahren eine Stereotype feierlicher Ansprachen war, wird jetzt zu einer brennenden Sehnsucht, denn der Krieg, den es immer irgendwo gab, ist jetzt nahegerückt.

Den Menschen ein Wohlgefallen, was das bedeutet, ist nicht ganz klar. Die Übersetzungen gehen unterschiedliche Wege. Das griechische Wort ed???a (Eudokia) meint die Freude, die mich erfüllt, wenn ich etwas wirklich Gutes erhalte. Luther übersetzt dann auch „den Menschen ein Wohlgefallen“. Die Vulgata, die lateinische Übersetzung interpretiert: „hominibus bonae voluntatis“ (Friede auf Erden bei den Menschen guten Willens). Richtiger wäre es zu übersetzen „bei den Menschen seiner Gnade“, so steht es im katholischen Messbuch.

Mein Vorschlag zur Übersetzung wäre der: sagen und singen wir „den Menschen seine Gnade“ und verstehen wir diese Gnade nicht nur geistlich. Die Gnade Gottes, das ist seine Barmherzigkeit und Liebe, die er uns fehlbaren Menschen schenkt und das ist gleichzeitig, das konkrete Gute, das uns zuteilwird. Machen wir aus dem feierlichen Gesang der Engel, machen wir aus diesem ersten und wichtigsten Weihnachtslied ein Programm für dessen Umsetzung wir uns mit aller Kraft einsetzen.

In der Mitte steht das, was uns jetzt alle bewegt: Friede auf Erden. Friede in Europa und anderswo. Dazu gehört es, dass den Menschen Gutes widerfährt, nicht nur im reichen Westen, sondern überall. Wir sollen einander gut sein, uns „alles Gute“ wünschen und einander Gutes tun. So ahmen wir Gott, unsern Schöpfer nach, der uns mit Gnade und Güte umgibt. Zu diesem Programm gehört auch, dass wir uns wieder Zeit nehmen für das Gotteslob.
Der Verlust des Umgangs mit Gott, die Abwendung vom Gottesdienst, die für manche in ihrem Leben eine Befreiung aus religiösem Zwang war, wirkt sich heute als Destabilisierung der Menschen aus. Ich kann nicht sehen, dass Menschen freier sind, wenn sie sich von Gott befreit haben.
Machen wir das Gotteslob wieder zu einem wichtigen persönlichen Anliegen und lassen wir, während wir mit den Engeln singen, den schwankenden Glauben langsam auf die Füße kommen.
Die Verehrung und Verherrlichung Gottes kann nicht ins Private abgedrängt werden, sie ist auch eine Aufgabe der Gesellschaft, die Christen, Juden und Muslime für alle wahrnehmen:

Nun jauchzt dem Herrn alle Welt!
Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt,
kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht.
Erkennt, dass Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst:
durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat.
Dankt unserm Gott, lob singet ihm, rühmt seinen Namen mit lauter Stimm;
Lob singt und danket allesamt. Gott loben, das ist unser Amt.
(eg 288 / GL 144)

Fastenbesinnung mit Pfarrer Ralf-Dieter Gregorius

Fastenbesinnung 2022

Letztlich war es sozusagen wieder ein Neuanfang für unseren Verein. In den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde auf der Karthause blieben zwar einige Plätze noch leer, aber es war nach langer Zeit der Abstinenz wieder eine Möglichkeit der Begegnung.

Fastenbesinnung 2022

So konnte Pfarrer Ralf-Dieter Gregorius den kleinen, aber feinen Kreis in einer schönen Fastenbesinnung begrüßen und uns durch einen kurzweiligen Nachmittag führen. Nach diesem Auftakt bleibt zu hoffen, dass die Adventsbesinnung unseres Vereins etwas mehr Zuspruch erhält. Verdient hätte unsere Besinnung das allemal..

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Osterpredigt von Diakon Horst Dany – 2022

Osterpredigt von Diakon Horst Dany

 

 

Schwestern und Brüder, im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus,
im Jahr 2004 erschien ein Film des Regisseurs Mel Gibson mit dem Titel .“Passion Christi“ Er wurde von Besuchern wie auch Kritikern sehr kontrovers aufgenommen und tatsächlich sind die Gewaltszenen nur schwer zu ertragen. Der Körper des Jesus Darstellers bestand bei der Kreuzigung tatsächlich, wie es in der Bibel heißt, nur noch aus „Beulen Striemen und Wunden“.
Bei der Auferstehung jedoch, die sehr zurückhaltend dargestellt wurde, erschien, nach dem der Stein vom Grab weggewälzt war, in hellem Licht die unversehrte schöne Gestalt eines Mannes, makellos, makellos bis auf die fünf Wundmale.
Ich habe diesen Film gemeinsam mit Teilnehmern meines Gesprächskreises im Koblenzer Gefängnis geschaut und Im Anschluss ihnen einen Fragebogen mitgegeben, den sie bis zum nächsten Treffen beantworten sollten: was fand Ich gut, was fand ich weniger gut oder schlecht, was habe ich nicht verstanden.
In der darauffolgenden Woche gab es eine lebhafte Diskussion und dabei tauchte auch die Frage auf:
Ja, liebe Mitchristen, ich gestatte mir zu sagen: Jesus Ieidet auch an seiner Kirche. Einer Kirche, die seine Botschaft nicht mehr zum Strahlen bringt. Einer Kirche mit einem festgefahrenen Lehramt und einer verkrusteten Tradition.
Bei Mk (10, 13-16) heißt es: Man brachte Kinder zu Jesus. dass er sie segne. Doch die Jünger wiesen die Leute schroff ab. Darüber wurde Jesus ärgerlich und sagte: lasst die Kinder zu mir kommen.
Es gab also schon damals Menschen, die glaubten entscheiden zu können, wer zu Jesus darf und wer nicht, und das hat sich bis heute leider nicht verändert.
Und an anderer Stelle sagt Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. (MI 11 ,28).
Diese Botschaft, von der Annahme der Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation, muss die Kirche verkünden, dann nähert sie sich Wieder der original Botschaft Jesu an.
Schwestern und Brüder, es stimmt mich nachdenklich und traurig, wenn ich lese, dass Statistiker errechnet haben, dass im Laufe dieses Jahres der Anteil der Menschen, die in Deutschland einer der christlichen Kirchen angehören unter 50 % sinken wird. Damit geht eine Jahrhunderte alte Tradition zu Ende.
Wenn der geschundene Leib auf wundersame Weise Wieder schön geworden war, warum hat er dann noch die fünf blutigen Wundmale getragen?
Kurz gedacht könnte man meinen. Damit der zweifelnde Apostel Thomas auch zum Glauben kommt, wie wir im Evangelium am Sonntag nach Ostern erfahren werden.
Nein liebe Gottesdienstgemeinde, ich habe eine andere Erklärung dafür. Im Evangelium nach Matthäus heißt es im letzten Satz des letzten Kapitels:
„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (MI 28,20)
Jesus ist noch in dieser Welt, und seine immer noch Sichtbaren Wundmale erinnern uns, aber auch ihn an sein Leiden. Und sie brechen immer wieder auf und beginnen zu bluten, wenn Menschen leiden.
Jesus leidet mit den Müttern, die mit ihren Kindern auf der Flucht sind und die nicht wissen, ob sie den Vater lebend wiedersehen. Er leidet auch mit den Männern in den Schützengräben. Er leidet mit den Menschen in Syrien, mit den Menschen im Jemen, in Äthiopien und anderen Krisengebieten unsere Welt, mit jeder leidenden, gequälten und geschundenen Kreatur.
Seine Wunden brechen erneut auf und beginnen zu bluten, wenn in Afrika Kinder in den Armen ihrer Mütter verhungern.
Und dennoch, liebe Gottesdienstgemeinde, feiern wir Ostern und singen Halleluja und meine realistische Schilderung unserer Situation soll ihnen nicht die Osterfreude austreiben.
Um all das Negative um uns herum durchzustehen und vielleicht sogar ins Positive zu verwandeln, brauchen wir Ostern, brauchen wir Auferstehung und den Glauben an die Auferstehung.
Auferstehung zu neuem Leben, Vielleicht m unserem persönlichen Bereich aber ganz gewiss auch in unserer Kirche.
Das Grab ist leer, doch Jesus ist noch in dieser Welt. Wenn wir darauf unsere Hoffnung aufbauen dürfen wir uns frohe Ostern wünschen. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, möge unsere Gedanken und unsere Herzen in der Gemeinschaft mit Jesus Christus bewahren.
AMEN

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Fastenbesinnung – Pfarrer Ralf-Dieter Gregorius – 2022

Fastenbesinnung 2022

Der Katholische Leseverein lud am 09. Aprill zur Fastenbesinnung 2022 in das evangelische Gemeindezentrum Koblenz-Karthause ein.
Pfarrer Ralf-Dieter Gregorius referierte über
»Die Heiligen – Ihre Bedeutung in der evangelischen, katholischen und orthodoxen Christenheit«
Zum Abschluss des Nachmittags versammelten sich die Teilnehmer zu einer ökumenischen Taizé Andacht bei Kerzenschein.

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Predigt von Diakon Horst Dany beim ökumenischen Evensong in der Basilika St. Kastor zu Mk 4,35-41 – 2022

Predigt von Diakon Horst Dany
beim ökumenischen Evensong in der Basilika St. Kastor zu Mk 4,35-41 am 6.2.2022.

Liebe Evensong Gemeinde, Schwestern und Brüder im Glauben,
aus der eben gehörten Lesung aus dem Markus Evangelium möchte ich zwei Sätze als Kurzimpuls herausgreifen. Der erste lautet: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“
So riefen die Jünger Jesu als ein Wirbelsturm kam und ihr Boot unterzugehen drohte.
Könnte das nicht auch zurzeit ein Schrei aus tausenden Kehlen gläubiger Christen, in diesem Fall wohl mehrheitlich Katholiken, sein, beim bekannt werden der letzten Gutachten im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche?
Denn zurzeit entlädt sich ein Sturm der Enttäuschung über die katholische Kirche und die Wogen der Entrüstung schlagen über dem Schiff Kirche zusammen. Ja sie erreichen sogar einen Ex-Kapitän, der wohl glaubte, längst auf dem Trockenen zu sein.
Ja, liebe Mitchristen, auch mir, als Mitreisender in diesem Schiff wird es angst und bange und ich denke an eine Karikatur, die ich vor Kurzem gesehen habe.
Da kniet ein Priester am Altar und schaut entsetzt zum Kreuz empor. Dort sieht er nur noch das Holz und ein paar Nägel, der Gekreuzigte hat sich davon gemacht.
Nein, liebe Mitchristen, das glaube ich nicht. Ich glaube auch auf diesem verrotteten und vom Rost der Tradition angefressenen Kahn Kirche ist Jesus noch an Bord. Und er fragt, und das ist der zweite Satz, er fragt nach unserem Glauben, dem Glauben seiner Kirche.
Nach zweitausend Jahren lautet diese Frage übersetzt an die Verantwortlichen in seiner Kirche:
„Was habt ihr aus meiner Botschaft gemacht?“ Wo ist der Glaube geblieben der froh macht, der Glaube der frei macht? Der Glaube der Vertrauen schafft?
Ich habe mich mit allen an einen Tisch gesetzt. Ihr grenzt Menschen aus. Ich habe alle die zu mir kamen gesegnet. Ihr verweigert manchen den Segen.

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Gedanken zum Weihnachtsfest – Diakon Horst Dany – 2021

Gedanken zum Weihnachtsfest von Diakon Horst Dany

»Als tiefes Schweigen das All umfing, und die Nacht in ihrem Lauf bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom
Himmel, vom königlichen Thron herab….«

Liebe Mitglieder und Freunde des Katholischen Lesevereins,
diese Worte aus dem Buch der Weisheit wurden in die Weihnachtsliturgie aufgenommen und haben den Texter und Komponisten geistlicher Lieder, Peter Gerloff, zu nachfolgendem Gedicht inspiriert:

Als tiefes Schweigen das All umfing
und die Nacht zur Mitte gelangt war,
erschien das göttliche Wort und ging
durch die Welt, die tödlich erkrankt war.

Als Schuld die Menschheit gefangen hielt
und der Schatz der Hoffnung vertan war,
kam er, der eine, das Ebenbild,
wie es Gottes Weisheit und Plan war.

Im Stall geboren, verkannt, bedroht,
doch gesalbt mit Gaben in Fülle,
bestand er Leere und Hungersnot
in der Kraft der ewigen Stille.

Und jede Nacht muss ihm Zeugin sein,
jedes Herz, erstarrt und gefroren.

In eine Erdennacht trat er ein
und für alle ist er geboren

Ich weiß nicht, wann Peter Gerloff diesen Text verfasst hat, denn er könnte nicht aktueller sein. Wir feiern heute das zweite Weihnachtsfest in einer Welt die „tödlich erkrankt“ ist.
Die Älteren unter uns wissen noch um die Beschränkungen der Weihnachtsfeste in Kriegszeiten, doch die jetzige weltweite lebensbedrohende Situation ist für alle neu und macht sogar die Menschen, die wir gewählt haben zu unserem Wohl Entscheidungen zu treffen, ratlos.
Dagegen steht aber alle Jahre wieder die alte Botschaft der Engel an Weihnachten: „Fürchtet euch nicht.“ Furcht ist kein guter Ratgeber. Es gilt die Bedrohung klar zu benennen, ernst zu nehmen und mit angemessenen Maßnahmen zu bekämpfen. Dazu müssen alle bereit sein, denn die Botschaft der Engel ist vor allem für die Menschen „guten Willens“ bestimmt.

Wenn wir uns dieser Herausforderung stellen, werden wir auch wieder „frohe Weihnachten“ feiern können.

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Das Leben entdecken – Worte von Stephan Schwarz – 2019

Das Leben entdecken 

Worte der Besinnung

Seit seiner Gründung nimmt der Katholische Leseverein Koblenz seine Selbstverpflichtung, die religiöse Festigung und Vertiefung seiner Mitglieder zu fördern, sehr ernst. Diesem Ziel dienen in besonderer Weise die seit 1986 regelmäßig durchgeführten Besinnungsnachmittage, je einmal in der Advents- und Fastenzeit.
Drei Elemente – Besinnung, Begegnung mit Gott im gemeinsamen Gottesdienst, Begegnung im mitmenschlichen Zusammensein – bestimmen diese Treffen. Sie sind die wesentlichen und notwendigen Schritte, wenn wir unser Leben in seiner Wahrheit und Tiefe klarer erkennen wollen.
Die durch die Hochfeste Weihnachten und Ostern geprägten Tagesthemen dienten durch all die Jahre der Einsicht: Wahrhaft Mensch ist der Mensch nur in seiner Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen. Nur in der Begegnung mit dem Du kann sich mein Ich entfalten.
Eine Feststellung des Soziologen Wolf Lepenies in der „Süddeutschen Zeitung“ verdeutlicht die Bedeutung unserer Besinnungstage, wenn er sagt: „Einer Welt, die sich ihrer Gottlosigkeit rühmt, kommen…auch die weltlichen Glaubens- gewißheiten abhanden. Der vielbeschworene neue Mensch hat sich als der alte Adam erwiesen. An nichts zu glauben und dennoch seinem Leben einen Sinn zu geben, ist ein heroischer Vorschlag für Romanhelden. Der Kitt aber, der Gemeinschaften zusammenhält, lässt sich aus dem Programm der Gleichgültigkeit nicht formen.“ Der alte Adam ist der aus der Sündenfallgeschichte in Gen 3, der Gott nicht braucht, weil er sein eigener Gott sein will.
Unsere Besinnungstage wollen helfen, das Bild vom wahren Menschsein zu entdecken; denn der selbstherrliche Mensch macht sich zu einer Insel und zerstört so sein Leben, das diesen Namen verdient.
Der Mensch ist eine freie Kreatur in beständiger und wesentlicher Beziehung zu Gott. Die Existenz des aus der Erde hervorgegangenen Adam hängt an dem Geiste des Lebens, in dem Gott sich dem Menschen mitteilt. So wird er zu einem persönlichen und zugleich zu einem in Abhängigkeit vitaler Natur, die im Gehorsam zum Ausdruck kommt.
Der sündige Adam kann nur dann wieder ganz nach dem Bilde Gottes werden, wenn er nach dem Bilde Jesu Christi neu gestaltet wird, nach dem Bilde des wegen der Offenbarung der Liebe Gottes Gekreuzigten, des Siegers über Sünde und Tod. Das einzige Werk, das wir Menschen zu leisten haben, ist der Glaube an den, den Gott gesandt hat (Joh 6,29). Denn es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Menschen Christus Jesus (1. Tim 2,5). Und es gibt nur einen Vater, dem die Glaubenden entgegengeführt werden, damit sie durch den Sohn das Leben in Fülle haben. Dieses Leben immer wieder neu zu entdecken, lohnt sich!

Stephan Schwarz
Geistlicher Beirat von 1996 – 2010

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Adventsbesinnung – Professor Niederschlag – 2018

Adventsbesinnung - Professor Niederschlag - 2018

Adventsbesinnung  am 08.  Dezember 2018

Vorgetragen von Professor Niederschlag

Die Adventsbesinnung am 08. Dezember 2018 war wieder sehr gut besucht. Es sprach Professor Niederschlag im Pfarrsaal St. Joseph.

Fotos: Angela Hoenecke

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Fastenbesinnung – Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels 2018

»Freiheit, die ich meine« mit Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels

Fastenbesinnung mit Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels am 17. März 2018 in der City-Kirche
Der Besinnungsnachmittag war ein großer Erfolg. Über 100 Mitglieder und Gäste kamen in die City-Kirche zum Vortrag von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels, einem der profiliertesten Theologen Deutschlands.

Sein Vortrag stand unter der Überschrift »Freiheit, die ich meine«.
Mit seiner unnachahmlichen Rhetorik begeisterte er uns mit seinen Ausführungen, die zum Abschluss mit langanhaltendem Applaus bedacht wurden.

Danach trafen wir uns zum Kaffee im Cafe im Rathaus.
Nach dem anschließenden Gottesdienst kamen wir dann noch bei Wein und Brot in der DRK-Begegnungsstätte zu guten Gesprächen und musikalischer Umrahmung zusammen.

Nachfolgend ein Auszug aus seinem Vortrag:
Die »Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt« wird nach einem alten deutschen Volkslied heute noch besungen.
Sie scheint aber einigermaßen gefährdet zu sein. Und das nicht nur in der Gegenwart, sondern wohl zu allen Zeiten, an die wir uns erinnern lassen. Etwa zum Jubiläum der „Magna Charta Libertatum“ von 1215, in der die Freiheit bereits im Plural erscheint, nämlich als die Freiheitsrechte von bereits Freien, die sich die Unterdrückung vonseiten des Königs nicht mehr länger gefallen lassen wollten.
Inzwischen kommt einem der altehrwürdige Begriff der Freiheit wie eine leere Hülse vor, die sich mit allerlei unterschiedlichen und einander konkurrierenden Inhalten füllen läßt. Wie andere klassisch-universale Großbegriffe, also etwa Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden, hat er seine Dignität weithin eingebüßt, und ist wohl auch deshalb zu einer gefährlichen Phrase degeneriert, weil er allzu oft umgedeutet und mißbraucht worden ist. Relativ harmlos sind noch Wortgebilde wie „Beinfreiheit“, die für deutsche Autofahrer besonders wichtig zu sein scheint, und die „Große Freiheit“, nach der in Hamburg eine Seitenstraße zur Reeperbahn benannt ist. Eine öffentliche Gefahr geht hingegen von jener politischen Propaganda aus, die mit dem Freiheitsbegriff Schindluder treibt und ihn zur Camouflage freiheitsberaubender Bestrebungen benutzt. Für totalitäre Bewegungen und Systeme bezeichnend ist die Verheißung von Freiheit und Befreiung, eine verführerische Rhetorik, die von Nationalsozialisten und Kommunisten erfolgreich angewandt wurde. Die säkulare Verheißung eines „Tausendjährigen Reiches“ endete bekanntlich in einer völkermörderischen Katastrophe, und das marxistische „Reich der Freiheit“ entpuppte sich als eine neue Form der Sklaverei.
Diese „Gefährliche Erinnerung“ an das 20. Jahrhundert heute noch ins Feld zu führen, wird von vielen Zeitgenossen als anachronistische Warnung, als Produkt einer pessimistisch-reaktionären Unheilsphantasie wahrgenommen. Und in der Tat verfehlt die Beschwörung vergangener Freiheitsbedrohungen oft ihren pädagogischen Zweck, weil die Imperative „Nie wieder!“ oder „Wehret den Anfängen!“ heute auf ganz andere Situationen, Vorstellungen und Mentalitäten stoßen, die einen kurzschlüssigen Vergleich mit den Verhältnissen des vorigen Jahrhunderts kaum zulassen. Immerhin leben wir in einem freien wiedervereinigten Deutschland, eingebettet in Europa, im „freien Westen“ also mit der Schutzmacht der USA im Rücken, deren Symbol die Freiheitsstatue, und deren Dollarmünze die Aufschrift „Liberty“ und „In God we trust“ trägt.
Wir genießen wohlstandsgesättigt jenen Pluralismus, den der „westliche“ Individualismus hervorgebracht hat, und der die Parole „Du darfst!“ nicht nur in konsumistischer, sondern auch in politisch-rechtlicher Hinsicht reklamiert. Aber mit dem liberalen Gebot „Du darfst!“ verbindet sich zunehmend das freiheitseinschränkende moralisch-rechtliche Verbot des „Du darfst nicht!“ „Du darfst“ bespielsweise ungeborene Kinder und vielleicht auch alte und schwerkranke Menschen töten. Aber dies zu verbieten steht Dir nicht zu. Hier deutet sich inhaltlich bereits ein Kontrast an, der die „westliche“ Zivilisation von jener des jüdisch-christlichen Abendlandes unterscheidet, das in den Zehn Geboten seine normative Begründung und Begrenzung der Freiheit fand.