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Archiv Besinnung und Glaube

Adventbesinnung – Prälat Hans Lambert – 2008

»Binde Deinen Karren an einen Stern« – Prälat Hans Lambert

»Binde Deinen Karren an einen Stern«
Adventliche Impulse für Christen über sechzig

Feste Termine des Katholischen Lesevereins sind Besinnungsnachmittage in der Fasten- und Adventszeit.
Diesmal führte Prälat Hans Lambert, den Koblenzern auch als ehemaliger Regionaldekan und Pfarrer von Liebfrauen bekannt, die Lesefamilie durch den Besinnungstag.
Der große Saal des Altenheims Eltzerhof war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Binde Deinen Karren an einen Stern; unter diesem Wort Leonardo da Vincis stand der Vortrag des Prälaten Lambert.

Nachdrücklich ermunterte er die Versammelten, auch im vorgerückten Alter sich nicht zurückzuziehen, sondern sich Ziele zu setzen, die das Miteinander zum Inhalt haben. Jeder könne in sich Talente entdecken, anderen zu helfen in Einsamkeit, Not und Krankheit.

Der Vorsitzende der Lese, Dr. Ewald Thul, dankte dem Referenten für den gewinnbringenden Tag. Nach dem adventlichen Gottesdienst in der Basilika St. Kastor saß die Lesefamilie bei Brot und Wein noch eine geraume Zeit bei guten Gesprächen zusammen.

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Adventbesinnung – Geistlicher Beirat der Lese B. M. Schäfer – 1992

Über die Menschen an der Krippe Jesu – Geistlicher Beirat der Lese B. M. Schäfer

»Über die Menschen an der Krippe Jesu« haben wir am 12. Dezember 1992, – am 3. Adventssonntag – im Eltzerhof nachgedacht.
Sehr groß war auch hier die Beteiligung aus der Lesefamilie. Maria, die reine Magd des Herrn, stand zunächst im Mittelpunkt unserer Meditation.
Im Hinschauen auf die Gottesmutter ist Dankbarkeit aufgekommen für ihre Bereitschaft des Empfangens und Schenkens. Sie ist die Erwählte aus dem Volk Israel, dem Gott seine Gnade erweist und an dem er seine Verheißung erfüllt. Sie ist die treue Magd (Dienerin), die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn verheißen worden ist. Sehr nachdrücklich haben wir dann ihrer dienend mütterlichen Fürsprache das geborene und ungeborene Menschenleben ans Herz gelegt.

Josef ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfeleistung und Hilfestellung. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen. Die eigenen Pläne werden stillschweigend überholt. Immer neue Weisungen und Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt. Er ist der Mann, der sich eine bergende Häuslichkeit bereiten wollte und geschickt wurde in die Ungeborgenheit des Zweifels, des belasteten Gemütes, des gequälten Gewissens, der zugigen und windoffenen Straßen, des unhäuslichen Stalles, des unwirtlichen fremden Landes. Und er ist der Mann, der ging.

Das ist sein Gesetz, die dienstwillige Folgsamkeit; der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, war ihm selbstverständlich, weil er ein Mann war, der bereitet und zugerüstet war für Anrufe Gottes. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis. Die Hirten glaubten der Botschaft des Engels, dass dort eine große Freude auf sie und alles Volk in Bethlehem warte. „Und sie gingen eilends hin“. Entschlossen brachen sie auf. Nichts konnte sie mehr zurückhalten. Und sie nahmen ganz einfach ihre Herden mit, all das, was zu ihnen gehörte.
So ist die Weihnachtsbotschaft zunächst nicht für die Feiertage gedacht, sondern für unsere oft wunderlosen Alltage. Einfache Hirten bei ihrer Arbeit hören vom Heiland in der Krippe. Und sie gehen unverzüglich zu ihm hin, damit ihr Leben und ihre Arbeit durch das Kind in der Krippe einen neuen Sinn und eine hoffnungsfrohe Kraft erfahren kann. Nun wissen sie, dass sie dem Leben trauen können, weil Gott es mit ihnen lebt (P.Delp S.J.).
Auch das Dreikönigsbild haben wir betrachtet, das Bild von Epiphanie, die Erscheinung des Herrn für alle Völker und Nationen. Die Magier aus fernen Ländern haben die Sternstunde ihres Lebens nicht verpasst. Sie haben erfahren dürfen, dass Gott sich suchen und finden lässt. Ihr Forschen endet in der Anbetung. Und die Gaben, die sie mitbringen, sind wie eine hilflose Geste der Anerkennung für den gefundenen Herrn und Retter der Welt.
An der Krippe des Herrn kniend, sollten auch wir unsere Gaben mitbringen: das Gold unserer Treue und Liebe, unserer Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit; den Weihrauch unserer Gebete und unserer Ehrfurcht und die Myrrhe unserer Werktage, all die Bitterkeiten, die Sorgen und die Anliegen, die uns bedrängen. Denn alle unsere Gaben berührt segnend und helfend das Kind in der Krippe, das auch unser Herr ist.

Mit viel weihnachtlicher Vorfreude im Herzen saßen wir nach der Eucharistiefeier noch lange zusammen im renovierten Pfarrheim St. Kastor.
Berthold Mattias Schäfer