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Lesungen und Lesefahrten

Lesefahrt 2023 – Rundgang durch Festung Ehrenbreitstein

Führung in der Vergangenheit der Festung Ehrenbreitstein

Am Samstag, den 06.05.2023 trafen sich ca. 20 Interessierte auf der Festung Ehrenbreitstein zu einer Führung in die militärische Vergangenheit und das Leben der Soldaten in der Festung.
Der Rundgang führte uns über die Außenanlagen hinein in die Festung. Es ging durch die verschlungenen Gänge der »langen Linie« und der »Contregarde rechts«, mit den Wohnkasematten und Pulvermagazinen, bis hin zum »oberen Schlosshof«. Es ging vorbei an den Unterkünften der Soldaten, den Arrestzellen und der Kanone »Greif«.
Der aufziehende Regen verhinderte auf dem Schlosshof den Genuss der Aussicht auf unsere Heimatstatt, so endete der Rundgang an diesem Nachmittag in der Festungskirche.

 

weitere Informationen zur Geschichte der Festung  »» hier klicken

Fotos – Claus Conzen

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Vorschau Lese-Sitzung 2023

Vorschau auf die Lese-Sitzung 2023

die närrische Lese-Sitzung 2023

Närrische Lesesitzung in der Rhein-Mosel-Halle
Wir planen die Sitzung für 2022 und dann holen wir alles nach, was uns diese Pandemie an Entbehrungen auferlegt hat…VERSPROCHEN! …

Sie erinnern sich noch?
Das waren meine Worte beim letzten Lesebrief 2021. Nun, die Lage in der Welt ist nicht gerade zum Lachen, aber wir sollten uns nach der langen Zeit der Entbehrung auch nicht alles nehmen lassen. Es war ein schwieriger und langer Prozess. Am Ende war das Ergebnis umso erfreulicher.
DIE LESE 2023 findet statt!

Alles hat seine Zeit und so wird auch die Närrische Lese sich verändern. Im Elferrat werden im nächsten Jahr eine ganze Reihe jüngerer Freunde ihren Platz einnehmen. Das ist so gewollt und es erfüllt unseren Kreis mit großem Stolz und Freude, dass so viele junge Menschen unser Vereinsleben und damit unsere Lese so bereichern. Damit lässt sich gut in die Zukunft schauen. Damit das auch klar ist…die „Alten“ sind ja nicht weg, sondern haben sich ihren Platz im Publikum nach vielen, vielen Jahren einfach auch verdient. Sie verdienen nicht nur unser aller Respekt, sondern auch unseren Dank und unsere Anerkennung für viele Jahre im Elferrat der Närrischen Lese.

Das Format unserer langen Vita bleibt bestehen. Wir werden auch in 2023 wieder klassischen Sitzungskarneval anbieten. Mit allen Facetten und dem besten, was die Session so zu bieten hat. Im Laufe der Jahre haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet und ich darf ebenso stolz sagen: „Sie kommen alle gerne nach Koblenz zum Leseverein!“
Sie dürfen sich freuen auf

Bernd Stelter
„Sitzungspräsident“ Volker Weininger
„De Bergische Jung“ Willibert Pauels
Dr. Oliver Tissot
Willi & Ernst
Die Grün-Weissen „vom Zippchen“ Kölsch-Büllesbach
u. v. a.

Natürlich haben Prinz & Confluentia mit ihrem Gefolge der KG-Rheinfreunde ebenfalls ihren Besuch angesagt.
Die musikalische Leitung haben wir wieder in die bewährten Hände unseres Freundes Jörg Alfter gelegt.
Es ist also alles angerichtet für einen schönen Abend im Kreise der Lese-Familie.
Machen Sie alle von der Möglichkeit der Kartenvorbestellung Gebrauch. Mit einem ausverkauften Haus erleichtern Sie uns die Durchführung der Veranstaltung und tragen zum Gelingen bei.
Wie Sie uns sonst unterstützen können? Ganz einfach – werden Sie Mitglied beim Leseverein. Wir haben einiges zu bieten und Sie tragen zur Fortführung einer langen Tradition bei.
Mein Elferrat und ich freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen am Mittwoch, 15.02.2023, in der Rhein- Mosel-Halle.
Ihr Stephan Otto
Sitzungspräsident

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Besinnung und Glaube

»der synodale Weg« – Vortrag von Hans-J. Thielmann

»der synodale Weg« - Schritte auf dem Weg zu Reformen

26. April 2023
»der Synodale Weg«
Schritte auf dem Weg zu Reformen – Referent Hans-J. Thielmann

Referent Hans-J. Thielmann – 2023

Hans Thielmann referierte zum synodalen Weg im Winzerhof Wirges vor einem wieder größeren Publikum unseres Vereins.

Synodal bedeutet Bischöfe und Laien gemeinsam.

Ausgangspunkt waren die ersten Aufdeckungen des Mißbrauchskandals 2010, die Bischöfe haben dabei gegen das Kirchenrecht verstoßen und keine Meldungen nach Rom gegeben. Das fällt auch unter die Strafvereitelung nach § 258 StGB.

Als Ursache dafür wird die geistig-spirituelle Macht gesehen. Ein Grund für das Fehlverhalten liegt dabei sicher auch in der seit mehr als 1000 Jahren aufgezwungenen priesterlich vorgeschriebenen Lebensform im Zölibat.

Wichtig war den Teilnehmern die Gleichberechtigung aller Teilnehmer einerseits und zusätzlich die Frauenfrage in der katholischen Kirche andererseits.

Diskutiert wurde in 4 Foren

Macht und Gewaltenteilung
Priesterliche Lebensform
Sexualmoral
Frauen in der Kirche

Beschlüsse die ohne Rom umgesetzt werden können benötigen dazu einer Mehrheit von 2/3 der Synodalen (230) und zusätzlich 2/3 der Bischöfe.

Teilnehmer – Vortrag »der synodale Weg« 2023
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Besinnung und Glaube

Fastenbesinnung – Diakon Horst Dany – 2023

Fastenbesinnung 2023 - »Maria Hilf - Ein Wallfahrtsort in Koblenz«

»Maria Hilf – Ein Wallfahrtsort in Koblenz«

unter dieser Überschrift lud der Katholische Leseverein seine Mitglieder in diesem Jahr zur traditionellen „Besinnung in der Fastenzeit“ ein. Ein Thema, das offensichtlich viele neugierig machte, wie die erfreulich große Zahl der Teilnehmer zeigte.

Diakon Horst Dany, selbst langjähriges Mitglied des Lesevereins und in Lützel geboren ging in seinen Ausführungen zunächst auf die wechselvolle Geschichte dieser Gebetsstätte ein, die erstmals in einer „Andacht für Maria Hülf“ in einem Gebetbuch von 1759 erwähnt wird.

Die Andachtsstätte, die zunächst nur aus einem Bildstock bestand, wurde von einem Reisenden gestiftet, der auf dem Weg nach Bonn an dieser Stelle von Räubern überfallen worden war und durch ein Gebet zur Gottesmutter gerettet wurde. Seit dieser Zeit kamen regelmäßig Beter zu diesem Bild, das wohl eine Nachbildung eines Werks von Lucas Cranach d.Ä. war.

Als die Gebetsstätte zerstört wurde rettete man das Gnadenbild nach Neuendorf, von wo es nach einem Wiederaufbau in eine vergrößerte Kapelle zurückkehrte. Doch auch diese wurde wegen der zahlreichen Pilger bald zu klein und 1905 baute man gegenüber, auf der anderen Seite der Bonner Straße eine neue, die heutige Kapelle.

Die Pfarrei in Koblenz Lützel erwarb dann wegen des Neubaus ihrer Kirche Kapelle und Grundstück von der Pfarrei in Neuendorf unter der Bedingung, dass das Gnadenbild nach Neuendorf umzog. Eine spätgotische Madonna eines rheinischen Meisters steht seitdem auf dem Altar in Maria Hilf und die Kapelle wurde 1953 Teil der neuen Pfarrkirche.

Eine erneute Veränderung erfuhr die Kapelle 2017 durch den Abriss der Kirche und ist jetzt an das „Zentrum für Pflege und Betreuung an der Maria-Hilf-Kapelle“ angegliedert.

Ausführlich ging Horst Dany auf die beeindruckenden Glasfenster mit Szenen aus dem Leben der Gottesmutter ein, wobei er darauf hinwies, dass nicht alle aus den in den Kanon der Kirche aufgenommenen Evangelien stammen.

Die interessierten Zuhörer saßen anschließend noch bei Brot und Wein und regen Gesprächen zusammen und der Vorstand freute sich, nach der Coronapause, über diesen guten Start ins neu auflebende Vereinsleben.

Referent: Diakon Horst Dany

Samstag, den 25. März 2023,

Veranstaltungsfotos – Claus Conzen

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Von den Anfängen bis in die 1950er Jahre

Von den Anfängen bis in die 1950er Jahre

In der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen unseres Vereins sucht unser Mitglied Peter Kloke die im Dunkeln des 19. Jahrhunderts liegenden Wurzeln der Lese-Fastnacht und beschreibt die Entwicklung bis in die frühen 1960er Jahre. So wie mit anderen Äußerungen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens unserer Vaterstadt, war und ist der Katholische Leseverein auch mit der „Kowelenzer Faasenacht“ verbunden.

Wenn auch die Begründer unserer Gesellschaft im Jahre 1863 aus anderen Motiven ihr Werk ins Leben riefen, so fand doch in späteren Jahrzehnten das althergebrachte närrische Treiben auch im Leseverein eine Pflegestätte. Mit Freude dürfen wir feststellen, dass es bis heute so geblieben ist.

Mit Maß und in Grenzen gefeierte Fastnacht ist Ausdruck des Volkstums unserer rheinischen Heimat. Darum hat die Feier dieses Volksfestes mit Recht ihren Platz im Leben unseres Vereins. Wann die ersten Sitzungen und Maskenbälle gehalten wurden, ist leider nicht festzustellen. Aus Inseraten in alten Zeitungen vor der Jahrhundertwende geht aber schon hervor, dass man jedes Jahr im Katholischen Leseverein dem Karneval huldigte.
Zu Lichtmess fand meistens die erste Sitzung oder ein Ball statt. Am Schwerdonnerstag gab es die Herrensitzung, zu der Damen keinen Zutritt hatten. Daneben gab es dann noch 2 oder 3 Sitzungen mit Damen und die Maskenfeste. Zutritt hatten nur Mitglieder und von Mitgliedern eingeführte Gäste.
Die Sitzungen bestritt der Verein mit Rednern aus den eigenen Reihen. Es gab Mitglieder, die als Verfasser humorvoller Lieder hervortraten, die zu bestehenden oder eigens komponierten Melodien gesungen wurden. Mancher Büttenredner, der bei den offiziellen Karnevalsgesellschaften im Residenz- Theater (heute Apollo-Kino) oder später in der alten Festhalle in die „Bütt“ steigen durfte, hatte sich seine ersten karnevalistischen Erfolge in den Sitzungen des Lesevereins errungen.
So war bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 der Leseverein mit dem karnevalistischen Treiben in Koblenz eng verbunden. Besonders traten als stadtbekannte Karnevalisten unsere Mitglieder Peter Schottler, Josef Eisenach, Anton Kilzer, Moritz und August Watrinet und Jean Keil hervor, um nur einige zu nennen.
Nicht vergessen sei Winand Jechel, der im Jubiläumsjahr 1963 auf 50 Jahre Vereinstätigkeit in diesem Sinne zurückblicken kann. Als in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg die Karnevalsveranstaltungen wieder aufgenommen wurden, da stand auch der Leseverein nicht zurück. Er ermöglichte es seinen Mitgliedern und deren Freunden, in altgewohnter Weise im eigenen Vereinshause Karneval zu feiern.
Den Machthabern des „Tausendjährigen Reiches“ fiel es ausgerechnet zu Karneval 1937 ein, den Katholischen Leseverein gleichzuschalten; die angesetzten Veranstaltungen sollten schon ausfallen, da traten kurzentschlossen der Mosel-Hochwald-Hunsrück-Verein und der „Geländerverein“ als die Veranstalter auf. Sitzung und Maskenball waren gerettet. Man sieht, rechte Narren verstehen es, auch Diktatoren an der Nase herumzuführen!

Aus Schutt und Trümmern stand nach dem Zweiten Weltkrieg „Prinz Karneval“ wieder auf. Er und seine Anhänger fanden im Görreshaus den einzigen großen Saal in der Stadt, der trotz aller Kriegsschäden noch zu benutzen war. So diente der Görresbau nicht nur als provisorisches Landtagsgebäude, sondern auch als „Narrhalla“ der Karnevalsvereine.
Auch der Leseverein selbst, der schon sehr bald wieder eine stattliche Mitgliederzahl auszuweisen hatte, setzte die Karnevalstradition in den eigenen Reihen fort. Winand Jechel und Peter Keil waren es, die mit Unterstützung des Vorstandes und eines Elferrates die ersten Sitzungen und Bälle wieder aufleben ließen.
Als närrischer Präsident löste Willi Dienz Peter Keil ab. In jedem Jahr wurden jetzt Sitzung und Ball wieder durchgeführt. Als Willi Dienz 1952 aus beruflichen Gründen Koblenz verließ, wählte der Elferrat sein jüngstes Mitglied Willi Hörter als Präsidenten. Er ist es bis heute geblieben und leitet seit 1962 auch die Sitzungen der „Großen Koblenzer Karnevals-Gesellschaft“ als Präsident.
Unter den Karnevalsprinzen der letzten zehn Jahre waren mehrere auch Mitglied des Katholischen Lesevereins: Werner Kratz, Heini Michiels, Paul Blaumeiser, Gerd Lütke und 1962/63 Prinz Helmut Queng.
Als zu Fastnacht 1959 Koblenz keinen Prinzen gefunden hatte, da zog als Prinz des Lesevereins Winand Jechel, begleitet von Hofmarschall, Garden und Pagen im Prunkornat in das Görreshaus ein! Was den offiziellen Karnevalsgesellschaften nicht gelungen war, der Leseverein hatte es aus den Reihen seiner Mitglieder geschafft.
Überraschung und Jubel der Sitzungsbesucher waren groß. Durch viele Jahrzehnte seines Bestehens gehören die Karnevals-Festlichkeiten zum Veranstaltungsprogramm des Lesevereins. Sie sind zu einer Tradition geworden, deren Pflege den Mitgliedern am Herzen liegt.

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Eine Karnevalssession ohne „Lese“ gibt es nicht

Eine Karnevalssession ohne „Lese“ gibt es nicht

Unser Verein ist eine Besonderheit im Reigen der Koblenzer Karnevalsvereine, ist er doch gar kein Karnevalsverein. Trotzdem wird in der „Lese“ immer schon Fastnacht gefeiert; eine Karnevalssession ohne die „Lese“ gibt es nicht.

Lese-Schiff

Lassen sich die Anfänge des Karnevals in der „Lese“ heute nicht mehr genau rekonstruieren, sind doch viele Namen noch bekannt. Männer, die schon vor dem Ersten Weltkrieg den Karneval in unsrem Verein prägten, waren: Josef Eisenach, Anton Kilzer, Wienand Jechel, Moritz und August Watrinet.

Der Erste Weltkrieg zwang ebenso zur Pause wie die Gleichschaltung des Katholischen Lesevereins im Jahr 1937.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen Wienand Jechel und Peter Keil die ersten Sitzungen und Bälle wieder aufleben. Willi Dienz wurde Präsident. 1952 übergab er dieses Amt an das damals jüngste Elferratsmitglied Willi Hörter. Unser späterer Oberbürgermeister hatte sich die ersten Sporen als Protokollarius der „Lese“ verdient, wo er seinen Vater Willy Hörter sen. abgelöst hatte. 20 Jahre blieb Willi Hörter Präsident der Lese, bis ihm nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister (1972) Alfons „Itsche“ Sauerborn als neuer Präsident folgte.

Unter Itsche Sauerborn, unserem verstorbenen Ehrenmitglied, erhielten die Sitzungen jedes Jahr ein neues Motto. Der Elferrat war entsprechend kostümiert; ein neues Bühnenbild wurde gestaltet.

Über Schlossherren, Bücherwürmer, Lesezirkus und Marktplatz brachten Itsche und unser Elferrat viele Themen auf die Bühne. In dieser Zeit produzierte der Veranstaltungsausschuss den jährlichen Sessionsorden selbst. Im Werkraum von Gerhard Genzler wurden Jahr für Jahr die originell-kunstvollen Emailorden liebevoll hergestellt.

Nach 13 Jahren übergab Itsche Sauerborn 1985 das närrische Zepter an Rudi Schmidt, im „Nebenamt“ auch Präsident des Dähler Bornskrug. Die Tradition selbsthergestellter Orden blieb erhalten.

Im Jubiläumsjahr 1988 (125 Jahre Katholischer Leseverein) wurde Michael Hörter neuer Präsident, er setzt seitdem die Familientradition fort.

Im Jubiläumsjahr hatte sich der Elferrat etwas Besonderes einfallen lassen. Präsentierte er sich in der ersten Halbzeit als alte Herren aus der Zeit des Gründungsjahrs 1863, war er nach der Pause in der Gegenwart angekommen: 11 Punker, meisterlich von Artur Kraeber gestaltet. Das fast fünfstündige Programm stand unter dem Motto:

„Lese-Sitzung-Jubel-Lese, 125 Jahre immer schon gewese.“

Auch in den folgenden Jahren griff der Elferrat Themen auf und stellte die Sitzungen unter ein bestimmtes Motto.

Der „Lese“-Karneval lebt von den Aktiven des Veranstaltungsausschusses, die Jahr für Jahr mit viel Liebe und Freude die Sitzungen vorbereiten. Über viele Jahre war Itsche Sauerborn ihr „Vorsitzender“. Heute ist es Hans Breuer.

1991 wurde eine neue Ordensserie aufgelegt. Die Ära der selbstgefertigten Orden bei Gerhard Genzler ging zu Ende.

Mit der zerstörten Karmeliterkirche beginnend, wurden Koblenzer Gotteshäuser gewürdigt. Wegen des Golfkrieges sagten in Deutschland überall die Karnevalsoberen die fröhlichen Tage ab, so auch die AKK in Koblenz. Der Orden mit der Karmeliterkirche war bereits ausgeliefert, kam aber praktisch nicht zur Verleihung.

Im folgenden Jahr wurde die „frischerhobene“ Basilika St. Kastor dargestellt. Prominenteste Ordensträger waren der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. L. Kada und der Bischof von Stockholm, Dr. H. Brandenburg. Die Serie wurde bis 2001 fortgesetzt und ein begehrtes Sammelobjekt in Kreisen der Karnevalisten. Seit 2002 präsentieren wir alte Orden aus längst vergangenen „Lese“-Tagen in Neuauflage.

Einen Einschnitt ganz anderer Art gab es 1994. Unser Sitzungspräsident Michael Hörter wurde Prinz Karneval. Erstmals in ihrer 4 x 11-jährigen Geschichte stellt die AKK den Prinzen. Peter Burger schrieb zum Ende der närrischen Session: „Die Koblenzer Narrenwelt erlebt eine der schönsten Kampagnen der letzten Jahre. Welch ein Prinzenpaar! Michael Hörter und Karin Jost gelang es mühelos zu beweisen, dass sie alles andere als eine Notlösung waren.“

Koblenz hatte zwar einen Prinzen, die „Lese“ aber plötzlich keinen Präsidenten. Aber wir wären nicht die „Lese“, wenn wir für diese einmalige Situation keinen adäquaten Ersatz gehabt hätten. Unser Vorsitzender Dr. Ewald Thul erklärte sich bereit einzuspringen und präsentierte eine grandiose Sitzung.

1995, der Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle war eindeutig zu klein geworden, die Nachfrage nach der Lesesitzung längst so gestiegen, dass wir in den großen Saal wechseln mussten. Ein neues Bühnenbild wurde erstellt. Toni Scherpe entwarf einen riesigen Clown, der die ganze Bühne der Rhein-Mosel-Halle beherrscht. Der ganze Elferrat – bis zur Unkenntlichkeit geschminkt – steckte in bunten Clownskostümen. Dieses farbenprächtige Bild bestimmt die Lesesitzungen seitdem.

1999 besteigt einer der ganz Großen, nach 10-jähriger Abstinenz, wieder die Bütt: Werner Laube, der Redner der Klamaukpartei. Jahr für Jahr erfreut er nun – ausschließlich in der Bütt der „Lese“ – mit seinen geschliffenen Reden unser Publikum.

Peter Burger titelte in der Rhein-Zeitung nach der Sitzung dieses Jahres: „Katholischer Leseverein präsentierte das Beste aus dem Karneval der Stadt“.

In der Tat kamen und kommen viele Redner gerne zur „Lese“. Sie schätzen die gemütlich-familiäre Atmosphäre.

Unmöglich, alle Namen aufzuzählen! Einige seien doch genannt: Karl Rosenbaum, Rolf Diell, Heinz Grindel, Monika Kräber, Peter Fischer, Karl Wörsdörfer, Dieter Siefarth, Hans Nobel und viele mehr. Auch viele „Eigengewächse“ wie Sonja Werner, das „Lesequatschtett“ (Peter und Sabine Alfter, Nico Thomé und Stefan Helm), Hermann-Josef Wittbecker, Peter Kloke, Peter Iven, Dieter Balzer, Rolf Perscheid und unser neuer Protokollarius Stefan Otto gaben und geben den Sitzungen der „Lese“ eine unverwechselbare Note.

Es sind aber nicht nur die Redner, die gerne zur „Lese“ kommen. Die Koblenzer Tanzgruppen genießen einen hervorragenden Ruf. Viele von ihnen sind Rheinland-Pfalz- oder Deutsche Meister. Sie bereichern jedes Jahr unsere Sitzungen. Seit 2002 begeistert auch die Ballettschule Stützer unser Publikum.

Lassen wir nochmals Peter Burger zu Wort kommen: „Du glückliches Koblenz! Welch tolle Weine wachsen doch an den Rebhängen von Rhein und Mosel. Welch närrische Gewächse sind hier zu Hause. ‚Kellermeister’ Michael Hörter weiß nur allzu gut, in welchem Keller die besten Tropfen lagern. So präsentierte er in der ‚guten Stube der Stadt’ eine Aus-‚Lese’ der Besten des Koblenzer Karnevals.“

Katholischer Leseverein und Karneval – eine alte, doch immer jung gebliebene Tradition, die aus Koblenz nicht wegzudenken wäre.

Fazit: Et war on es immer widder scheen gewese!
H. Breuer

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aus dem Vereinsleben

Omnes Unum – Verband christlich orientierter Bürgergesellschaften

Omnes Unum

1897 haben sich christlich orientierte Bürgergesellschaften im Verband Omnes Unum zusammengeschlossen.
Dem Verband gehören neben dem Leseverein Koblenz die Bürgergesellschaften Köln, Neuss, Dortmund, Essen, Mannheim, Trier, die Gesellschaft Parlament Wuppertal und die Gesellschaft Erholung Remscheid an.
Gegründet wurden diese Gesellschaften überwiegend im 19. Jahrhundert. Der Gedanken- und Erfahrungsaustausch sowie die gegenseitige Unterstützung sind Ziele des Verbandes.

Die beiden folgenden Gesellschaften haben eine Homepage:

Bürgergesellschaft zu Neuss e.V. …..»» weiterlesen

Bürgergesellschaft Köln von 1863 …..»» weiterlesen

Katholischer Bürgerverein 1864 e.V. – Trier …..»» weiterlesen

Auf der Jahresversammlung im Juni 2019 wurde unser Vorsitzender Heinz-Peter Mertens für die nächsten drei Jahre zum Verbandspräsidenten von Omnes Unum gewählt.

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Lesung 2022 – „Die Brüder Karamasow“ mit Hermann Burck

Lesung „Die Brüder Karamasow“ mit Hermann Burck

Ohne Frage, die Veranstaltung war ein Besuch wert gewesen…
so die Meinung der rund 150 Besucher in den Räumen der Evangelischen Kirchengemeinde auf der Karthause.
Es war ein Abend, den die renommierten Gesellschaften in Koblenz, das Casino zu Coblenz, der Katholische Leseverein, die Buchhandlung Reuffel, die Evangelische Kirchengemeinde und die Pfarrgemeinschaft Moselweiß-Karthause, als Gastgeber zu verantworten hatten.

Zum Hintergrund der Lesung: Um das Jahr 1500 brannten die Scheiterhaufen in Sevilla und Europa auf denen die „Hexen und Ketzer“ verbrannt wurden. Da kam Jesus auf die Welt, wurde vom Großinquisitor erkannt und sofort ins Gefängnis geworfen. Dort suchte ihn der Großinquisitor auf und setzte sich in einem langen Monolog mit Jesus auseinander. Jesus schwieg.
Schon die Eingangssätze wie „Warum bist du gekommen, um uns zu stören“, ließen auf den Machtanspruch des Großinquisitors schließen, der für sich und seine Kirche die Verantwortung übernahm, die Lehre Christi den Menschen dosiert zu vermitteln, ihnen die Freiheit zu nehmen und dafür genügend zu essen zu geben.

Im übertragenen Sinne begründete er damit den Anspruch eines jeden Diktators, jedes „Rattenfängers“, mit der „richtigen“ Religion, Ideologie oder Politik die Menschen zu beherrschen, ihnen die Freiheit zu nehmen und ihnen dafür das materielle Leben hinreichend zu sichern.

Heinz-Peter Mertens / Stephan Otto / Gemeindebrief der ev. Kirchengemeinde Karthause

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Geschichte

Im Geiste des großen Görres 

Im Geiste des großen Görres

 Unter diesem Titel verfasste Heinrich Wolf seine Chronik des Katholischen Lesevereins aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Vereins. Sie gibt einen guten Einblick in die Geschehnisse jener Zeit, die zur Gründung unseres Vereins in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts geführt haben. 

Als am 20. November 1837 preußische Truppen das erzbischöfliche Palais in Köln umstellten und Oberpräsident von Bodelschwingh unangemeldet in das Zimmer des Kirchenfürsten drang, um Clemens August von Droste-Vischering zu verhaften und auf die Festung Minden zu bringen, ging ein Sturm der Entrüstung durch die deutschen Lande. Der alte Görres vernahm mit Erschütterung die Worte des Heiligen Vaters, der in einem Schreiben an alle Bischöfe der Welt gegen den Schritt Berlins protestierte. Wie einen Donnerschlag hörte die Welt die wuchtigen Anklagen seines „Athanasius“, einer Schrift, die nochmals die gewaltige innere Kraft des großen Sohnes unserer Stadt spüren ließ. 

Fahne des katholischen Lesevereins

In diese Zeit reichen die geistigen Wurzeln es „Katholischen Lesevereins“ zurück. Aber der Kölner Kirchenstreit war nur ein äußeres Zeichen der tiefgehenden Auseinandersetzungen um die Position der katholischen Kirche in einer veränderten Welt. Starrem konservativem Denken stellte sich der junge Liberalismus gegenüber, der deutsche Katholizismus war in eine Entscheidung zwischen beiden Kräften gezwungen, um seinen eigenen über die Zeitlichkeit hinausweisenden Auftrag erfüllen zu können. Jahrzehnte eines heftigen inneren Ringens begannen, in das auch der Leseverein einbezogen wurde. Es hieße seine Bedeutung verkennen, wollte man in ihm nur eine spätbiedermeierliche Stätte zur Pflege der bürgerlichen Gemütlichkeit sehen. Der „Athanasius“ des großen Görres fand auch bei den Koblenzern ein begeistertes Echo. Männer aller Stände fanden sich in der Erbitterung über den Schritt der preußischen Regierung zusammen. Sie kamen in der „Donnerstagsgesellschaft“ zusammen, die ihrerseits aus einer „Dienstagsgesellschaft“ hervorgegangen war. Man besprach die politischen Ereignisse, ohne dabei allerdings auch einen guten Schoppen zu verschmähen. Es waren eben Rheinländer, die hier tagten. Die „Dienstagsgesellschaft“ fand sich nach der Flucht von Joseph Görres im Jahre 1819 nach Straßburg bei der Wirtin Thibus im „Vater Rhein“, damals Neustadt, zusammen. Die Seele dieser Gesellschaft war der Stadtrat Hermann Joseph Dietz, zu ihrem Kreis gehörten Clemens Brentano, Stramberg, bekannt als Verfasser des „Rheinischen Antiquarius“, Anwalt Adams I, der Maler M. Müller, Settegast und andere mehr. Meist waren es Angehörige der jüngeren Generation, das Alter hielt sich noch zurück. Eine bemerkenswerte Persönlichkeit unter ihnen war auch K. H. Burkart, den der Oberpräsident für den Verfasser des beanstandeten Totenzettels für Joseph Görres hielt. 

Als Dietz und sein Kreis von der Lebensbühne abgetreten waren, setzten J. N. Longard, Anwalt Adams, von Thimus, Dr. med. Duhr und andere ihr Werk fort und setzten sich für die katholischen Belange ein. Man sprach in diesem Kreis oft von der notwendigen Gründung eines Vereins, der auch eine gesellige Komponente haben müsse, wagte sich aber nicht so recht an eine Lösung. Mehrere Lehrer waren es nun, die die Sache tatkräftig in die Hand nahmen. So kamen dann am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1862 in den Abendstunden in der Wohnung des Lehrers Smits im Schulhaus von St. Castor die Lehrer Smits und Richartz und der Kaufmann Schweppenhäuser zusammen, um über die Gründung eines Vereins zu beraten. Das handschriftliche Original der Niederschrift über diese Zusammenkunft ist noch erhalten und befindet sich im Koblenzer Stadtarchiv in der Stadtbücherei. Diese Männer sahen mit politischem Weitblick, wie sich dunkle Wolken türmten und sich ein neuer Kampf gegen die Kirche ankündigte. Sie nahmen Kontakt mit der in der Schlinkschen Wirtschaft tagenden „Donnerstagsgesellschaft“ auf. Advokat-Anwalt Adams II entwarf ein kurzes Programm und die notwendigen Statuten und übergab sie Lehrer Richartz, der sie seinerseits seinen Freunden überbrachte. Diese trafen sich sonntagabends bei der Witwe Grünewald in der Löhrstraße 51. Nach diesen Vorbesprechungen konnte am 2. Januar 1863 im Lokal Grünewald die eigentliche Gründung des Katholischen Lesevereins durch 12 angesehene Bürger erfolgen. Der später so aktive Dr. Duhr „wollte auch erscheinen, war aber plötzlich dienstlich verhindert“. Man beriet ein vorläufiges Statut, das die Versammelten als provisorischer Vorstand am 4. Januar einem größeren Gremium zur Genehmigung vorlegten. 

Am 11. Januar erfolgten dann bei einer Generalversammlung im gleichen Lokal die endgültige Gründung des Vereins und die Wahl eines Vorstandes. Auf der ersten Seite des Protokollbuches steht zu lesen: „Im Namen Gottes, dessen Segen über unserem Bunde ruhen, der unsere Beratungen leiten, unseren Entschließungen das Gedeihen geben wolle!“ Ein ernstes Grundmotiv war damit angeschlagen. Den Gründern mangelte es nicht an Tatkraft, der Vorstand wurde sofort beauftragt, bis zur Mietung eines Gesellschaftshauses Mitglieder aufzunehmen. 56 Koblenzer Bürger traten dem Verein schon am Abend des Gründungstages bei; ihre Namen gehören auch heute noch zu den angesehensten der Stadt . 

In den bald gedruckten Statuten hieß es kurz und bündig: „Der Katholische Leseverein ist ein Verein Gleichgesinnter zu gemeinsamer Benutzung guter Lektüre und geselliger Erholung“. Vorsichtig war im Hinblick auf die Zeitumstände hinzugefügt; „Er bezweckt nicht die Einwirkung in öffentliche Angelegenheiten“. Neue Mitglieder sollten zuerst vom Vorstand, dann von der Generalversammlung „ballotiert“ werden. Man wollte keinen im Verein haben, der nicht innerlich dazugehörte. Schon die Gründungsberatungen ließen erkennen, dass man keinen „Schoppenverein“ anstrebte, sondern zu einem Sammelpunkt des katholischen Lebens in Koblenz werden wollte. Vor allem war man auch bemüht, das „Eindringen fremdartiger Elemente zu unterbinden“. Die Zeichen eines neuen Kirchenkampfes kündeten sich an.

Fahne des katholischen Leseverein

Unter dem Vorsitz des Advokat-Anwalts Franz Adams II begann der Leseverein seine Tätigkeit. Am 18. Januar fand bereits die zweite Generalversammlung statt, bei der der Vorstand über die Schaffung eines Vereinslokals berichtete. Man mietete das Haus des Fuhrunternehmers Meder, Löhrstraße 61, für jährlich 600 Taler. An die Mitglieder, deren Zahl inzwischen auf 76 angewachsen war, wurden Aktien von einem Taler ausgegeben. Unter dem 31. Januar 1863 berichtete die „Coblenzer Zeitung“ über das erste Stiftungsfest. In dem Bericht heißt es u.a.: „Seit dem Beginne dieses Jahres hat sich dahier eine Gesellschaft von Bürgern gebildet, welche unter dem Namen „Katholischer Leseverein“ Gleichgesinnten einen Versammlungsort zu guter Lektüre und geselliger Unterhaltung bieten soll. – 

Die Eröffnung der neueingerichteten Gesellschaftslokale fand am verflossenen Sonntag durch ein Festessen von mehr als 150 Personen statt. Der Festsaal war mit den Bildnissen des Erzbischofs Clemens August und der Koblenzer Bürger J. Joseph von Görres und Hermann Joseph Dietz geschmückt. Fröhliche Lieder, ernste und heitere Reden hielten die Gesellschaft lange in freudigster Stimmung zusammen. Die Anhänglichkeit an den gemeinsamen Glauben, das Streben nach der Erhaltung der echten rheinischen Sitte und die ehrende Anerkennung der fleißigen Arbeit jedes Standes durchdrangen gleichmäßig alle Mitglieder der zahlreichen Versammlung; sie bildeten den Boden, auf dem sich alle zusammenfanden, sie bildeten das Band, welches Alle umschlang und fester aneinander schloss.“ 

Der Berichterstatter von anno 1863 hatte ohne Zweifel die Ziele des Vereins richtig erkannt und dargestellt. Aber die Mitglieder ruhten nicht. Als am 1. Februar die dritte Generalversammlung stattfand, zählte der Verein bereits 152 Mitglieder und hatte einen Fond, von dem der erste Wein gekauft werden konnte. Es war ein Ohm Erdener. Jedes Mitglied zahlte jetzt ein Eintrittsgeld von zwei Talern und einen monatlichen Beitrag von fünf Silbergroschen. Die vierte Generalversammlung am 8. Februar 1863 beschloss die Gründung einer Spar- und Darlehenskasse. Schultze-Delitzsch war hierbei das Vorbild. 1866 betrug die Mitgliederzahl bereits 609. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Handwerker, es folgten 106 Kaufleute, 62 mittlere und untere Beamte, 34 Geistliche, 7 Anwälte und Notare, 7 Richter, 7 Landwirte, 6 Ärzte, 4 Apotheker, 4 Arbeiter, 4 Architekten, 3 Oberlehrer und ein Regierungsassessor a.D. Kein einziger höherer Beamter der Regierung oder des Oberpräsidiums und kein Offizier wurde damals Mitglied. 

Schon in den ersten Jahren des Bestehens nahm der Leseverein Verbindung mit gleichartigen Gesellschaften in anderen Städten auf. So war man mit Abordnungen auf den alljährlichen Generalversammlungen der katholischen Vereine Deutschlands in Frankfurt (1863), Würzburg (1864) und Trier (1865) vertreten. Der 1. Vorsitzende, Adams II, wird wiederholt in den Berichten neben Adolf Kolping, Prälat Thissen und August Reichensperger genannt. In Würzburg regte Adams II die Gründung katholisch-geselliger Vereine in möglichst allen Städten an und hatte damit großen Erfolg. Es kam zu Gründungen in Würzburg, Augsburg, Luxemburg, St. Wendel und Wissen. 

Auf die Dauer ließ sich aber auch die Politik nicht ganz aus dem Vereinsleben verbannen. Bei den Gemeinderatswahlen Ende 1863 war Adams II als Kandidat der 2. Klasse aufgestellt worden. Zu einer Urwählerversammlung war er mit einer beträchtlichen Anzahl von Mitgliedern des Katholischen Lesevereins erschienen. Adams ergriff dabei das Wort und betonte, dass er und seine Freunde sich als „wahrhaft liberal“ bezeichnen könnten, da sie die Freiheit überall, die Freiheit für alle und jeden wollten. Auf dieser Basis sei ein Zusammengehen der einzelnen freisinnigen Parteien möglich, ja wünschenswert. 

Das Jahr 1864 brachte ein Ereignis, das in der Vereinsgeschichte noch lange nachgeklungen ist. Am 19. Juni 1864 fanden sich die Mitglieder mit Angehörigen und Freunden zu einer großen Schifffahrt zum Niederwald zusammen. Die „Coblenzer Zeitung“ veröffentlichte darüber einen langen Bericht, der erkennen ließ, wie starke Eindrücke eine solche Fahrt damals auf die Menschen machte. 

Da die Mitgliederzahl regelmäßig und stetig wuchs, sah sich der Vorstand ermuntert, den Bau eines eigenen Vereinshauses zu planen. Das Heim sollte „Im Herzen der Stadt“ liegen. Am 6. September 1864 wurde der Beschluss gefasst, das Haus des Waffen- und Metallwarenhändlers Paul Schäffer in der Firmungstraße zu erwerben. (Zunächst war der Kauf des Hontheimschen Hauses in der Neustadt vorgesehen.) Den Plan für den Neubau entwarf der Stadtbaumeister Nebel. Eine eigene Baukommission konnte die Planungen so beschleunigen, dass schon am 24. April 1865 die feierliche Grundsteinlegung in der Firmungstraße erfolgte. Das Aufsehen in der Bürgerschaft war groß, und noch heute ist es bewundernswert, wie schnell und zügig der kaum gegründete Verein ein solches Projekt verwirklichte. Schon damals bestand der Wunsch, das neue Vereinshaus möge zu einem Heim für alle katholischen Vereine der Stadt werden. 

Görres Haus

Der Tag der Grundsteinlegung begann mit einem feierlichen Amt in der nahen Kirche zum hl. Johannes (Jesuiten), das Pastor Lorenzi von Liebfrauen zelebrierte. Der noch öde Bauplatz, der inmitten einer blühenden Flur lag, war durch Fahnen, grüne Bäume und Sträucher zu einem wahren Festplatz umgestaltet. Dechant Krementz hielt die Festansprache. Auch Advokat-Anwalt Adams II ergriff das Wort, wobei er u.a. betonte: „Alle die sind unsere Gesinnungsgenossen, denen es wahrhaftig am Herzen liegt, dass der katholische Glauben und die rheinische Sitte hierzulande erhalten bleiben.“ In den Grundstein eingemauert wurden sodann eine Urkunde, auf Pergament geschrieben, eine Münze mit dem Bild des Hl. Vaters Pius IX., ein Krönungstaler mit den Bildnissen des Landesherrn und der Königin Augusta und einen Huldigungstaler mit dem Bild König Friedrich Wilhelm IV. Adams II betonte bei der Grundsteinlegung auch: „Wir legen hinzu ein gutes Bild unserer lieben Vaterstadt Coblenz, wie sie heute ist, damit unsere Nachkommen, wenn sie vielleicht nach mehr als tausend Jahren diesen Grundstein öffnen, nicht nur lesen, was wir gewollt, sondern auch sehen, wie Coblenz im Jahre 1865 gewesen ist.“ In den Grundstein kamen aber auch je ein Schoppen Rhein- und Moselwein. 

Inschrift – Görreshaus

Für den Bau des Vereinshauses war ein Kapital von 42 000 Talern erforderlich. Die Mitglieder vereinigten sich zum größten Teil zu einem Sparverein, der die erforderliche Summe in monatlichen Raten im Laufe von 10 Jahren aufbringen sollte. Diese Regelung fand allgemeine Zustimmung. Kaum acht Monate waren seit der Grundsteinlegung vergangen, als die kirchliche Einsegnung und Eröffnung der unteren Gesellschaftsräume erfolgen konnte. Wieder sprachen Dechant Krementz und Advokat-Anwalt Adams II, wobei letzterer erklärte: „Dieses Haus steht in Gottes Hand, zum Joseph Görres ist’s genannt.“ Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Beschluss gefasst, als bleibende Erinnerung an die Erbauung des Hauses alljährlich Sammlungen durchzuführen und am Christfest sechs Knaben des Waisenhauses Kemperhof ein Geldgeschenk als verzinsliche Anlage auf der Sparkasse zu hinterlegen. Eine sofortige Kollekte erbrachte 40 Taler. 

1866 war der Bau dann fertig. Die ganze Stadt wurde Zeuge der Einweihung des Hauses, die am 28. Januar erfolgte. Drei Jahre hatte der Verein bestanden – und schon verfügte er über ein solches Haus! Wieder war es Advokat-Anwalt Adams II, der zahlreiche Gäste begrüßen und ein Glückwunschschreiben des Trierer Oberhirten, des Bischofs Leopold Pelldram, vorlesen konnte. Aber auch die Tochter des großen Görres hatte geschrieben, und ihr Brief verdient im Wortlaut festgehalten zu werden: 

Verehrter Herr Präsident! 

Görres Denkmal

Mit großer Rührung habe ich, verehrter Herr, Ihr Schreiben gelesen. Dasselbe musste für mich gerade in diesen Tagen um so ergreifender sein, da die Erinnerung an die letzten Stunden und Worte des Verstorbenen dadurch mir wieder so recht vor sie Seele traten. Und wenn vor achtzehn Jahren, gleichsam vom Jenseits aus, der selige Vater den Untergang jener Gesinnung, die Sie, mein Herr, so kräftig vertreten, so schmerzlich beklagte, und an diesen Untergang der Gesinnung auch den Untergang des deutschen Volkes geknüpft sah, und wenn derselbe alsdann sagte: ihm sei nur die Aufgabe gestellt, sein Volk wieder in die Einheit mit Gott zurückzuführen, so werden Sie mir sicherlich nicht verargen, dass Ihr Schreiben in mir den frommen freudigen Glauben erregte: es sei dem Seligen bereits gelungen, am Throne Gottes für das Heil seines Volkes zu wirken, und so sei denn Ihr Haus wirklich im wahren Sinne des Wortes das Haus von Joseph Görres. 

Möge Gott geben, dass die Räume Ihres stattlichen Hauses bald zu enge werden, um alle Diejenigen zu fassen, die in gleicher Gesinnung dort vereinigt sind, um für ihr Heil und das Heil ihres Vaterlandes zu wirken! 

Mit aller Hochachtung 

Ihre ergebenste M. Görres 

München, den 26. Januar 1866. 

Görres Relief

Gemeinsam betrat man dann den großen Saal, der, gemessen an den damaligen Zeitumständen, einen überwältigenden Eindruck machte. Ringsum an den Wänden sah man die Wappen all der Städte, in denen schon Lesevereine bestanden, sie umgaben die Wappen des päpstlichen Stuhles, Kurtriers und Preußens. Über 400 Personen nahmen an dem anschließenden Festessen teil. In der Festrede des 1. Vorsitzenden, noch immer Adams II, klang aber schon die Sorge um den bedrohten Kirchenstaat, das Patrimonium Petri, auf, und in Görres feierte man den mutigen Verteidiger der Freiheit der Kirche. Zahlreiche Glückwunschtelegramme trafen aus den verschiedensten deutschen Städten ein. 

Der „Katholische Leseverein“ war durch seine machtvolle Entfaltung zu einem wichtigen Faktor des öffentlichen Lebens geworden. Die Behörden wurden auf ihn aufmerksam, nicht nur im wohlwollenden Sinne. Am 5. August 1865 schrieb der Polizeidirektor in einem Bericht: „Eine große Bedeutung in sozialer und politischer Hinsicht ist diesem Verein, der gegenwärtig schon 500 Mitglieder zählt, nicht abzusprechen, weil er durch geringes Eintrittsgeld dem Bürger- und namentlich dem Handwerkerstande die Teilnahme ermöglicht und durch Verabreichung billiger Nahrungsmittel und angemessener Lektüre diese Klasse der Bevölkerung von dem gewöhnlichen Wirtshausbesuche abhält, auf der anderen Seite aber immerhin seine Kräfte zu einer gemeinsamen Aktion konzentrieren kann.“ Das behördliche Misstrauen war geweckt. Als der Kulturkampf ausbrach, wurde der Leseverein tatsächlich zu einem Zentrum aller Bestrebungen im Kampf um die Freiheit der Kirche. Am 10. August 1875 wurde der Verein polizeilich geschlossen, weil in seinen Räumen zur „Besprechung öffentlicher Angelegenheiten“ Volksversammlungen stattgefunden hätten. Auch sei im Anschluss an den Verein die „Koblenzer Volkszeitung“ gegründet und gefördert worden. 

Über das Verhältnis zwischen Katholischem Leseverein und „Koblenzer Volkszeitung“ war die Polizeidirektion durch nicht unwahrscheinliche Gerüchte informiert. Danach hatte der Verein aus seiner Spar- und Darlehnskasse Mittel an die Zeitung hergegeben. Auch sollte der Redakteur frei im Leseverein wohnen. Schließlich tagte, so mutmaßte die Behörde, in einem Konferenzzimmer des Vereins täglich die Redaktionsleitung mit den Herren Dr. Duhr, Helle, Dr. Frank, Wirt Grünewald, Pfarrer Weißbrodt (St. Kastor) und Pastor Roderich (Liebfrauen). Die „Koblenzer Volkszeitung“ verlegte daraufhin vorsichtigerweise ihr Geschäftszimmer in die Kornpfortstraße. Der Vereinsvorstand musste die Liste der Mitglieder und seine Akten dem zuständigen Landrat und Polizeidirektor übergeben, der seinerseits die Namen derer an die Regierung weiterleitete, die dort von Interesse sein könnten. Dabei stellte man fest, dass auch hochgestellte Persönlichkeiten wie Kammerpräsident Dr. Settegast, Friedensrichter Mohr und Kreisgerichtsrat Gescher dem Verein angehörten. Das Vereinshaus blieb drei Monate versiegelt und der Vorstand musste wegen „politischer Betätigung und Verbrüderung mit anderen Vereinen“ 300 Taler Strafe zahlen. 

Nach drei Monaten aber setzte die Strafkammer des Koblenzer Landgerichts den Vorstand außer Verfolgung und hob die Schließung des „Görresbaues“ auf. Das Überwachungsrecht der Polizeibehörde blieb aber bestehen. Aus Anlass der feierlichen Wiedereröffnung wurde in St. Castor ein Dankamt gehalten. Gleichzeitig feierte der Verein sein 12. Stiftungsfest. Mit der Beendigung des Kulturkampfes fielen für den Verein die diskriminierenden Einschränkungen. 

Einen Glanzpunkt in der Geschichte des Vereins bildete das Jahr 1876. Am 24. Januar dieses Jahres wurde in seinen Räumen aus Anlass des 100. Geburtstags von Joseph Görres die „Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland“ gegründet. Advokat-Anwalt Eduard Müller hielt bei der Eröffnung die Begrüßungsansprache und feierte Görres als Streiter für Wahrheit, Freiheit und Recht. Das Kernwort seiner Ansprache verdient auch heute noch erwähnt zu werden: „Seit Clemens August litt und Görres stritt, war man wieder stolz, katholisch zu sein!“ 

Zum 20. Stiftungsfest 1883 wurde der große Saal gründlich renoviert. Ein Chronist schrieb damals: „In seiner Vollendung wird der Saal ein Meisterwerk decorativer Kunst genannt werden müssen.“ Die an den Wänden angebrachten Sprüche entstammten den Schriften von Görres. Beim 25. Stiftungsfest galt das Hoch der Festversammlung zwei Ehrenmitgliedern des Vereins: Erzbischof Krementz und Ludwig Windthorst. 

Eine bedeutende Erweiterung erfuhr der Leseverein in den Jahren 1898/99, als man den Gebäudetrakt in der soeben fertiggestellten Eltzerhofstraße errichtete. Die Grundstücke waren bereits 1891 erworben worden. Eine neuzeitliche Kegelbahn im Hof und eine Terrasse darüber schlossen die Bauarbeiten ab. 

Nach Anlegung des Vereinsregisters beim Amtsgericht Koblenz wurde der Katholische Leseverein am 24. Januar 1900 unter Nr. 2 dort eingetragen. Zugleich wurden die Satzungen entsprechend dem Beschluss der Mitgliederversammlung vom 10. Dezember 1899 den Bestimmungen des neuen Vereinsrechts angepasst. 

Am Sonntag, dem 19. Januar 1913, beging der Verein mit großem Gepränge sein 50. Stiftungsfest. Es begann mit einem Pontifikalamt in St. Kastor und gipfelte am Abend in einer glanzvollen Festfeier, in deren Mittelpunkt eine Treuekundgebung zu dem anwesenden Bischof Michael Felix Korum stand, der auch die Festrede hielt. 

Die Vereinsgeschichte verlief jetzt in ruhigen Bahnen. In der Hauptversammlung des Jahres 1920 wurde die Anregung zum Zusammenschluss aller gleichgearteten Vereine gegeben, die zur Gründung des Verbandes „Omnes unum“ führte. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte ein solcher Zustrom an Mitgliedern ein, dass die Neuaufnahme zeitweise gesperrt werden musste. 1924 zählte der Verein fast 1600 Mitglieder. Schwere Schäden erlitt das Vereinshaus durch ein Großfeuer im Jahre 1927. 

Als 1933 eine wesentliche Veränderung der politischen Verhältnisse eintrat, begann auch für den „Katholischen Leseverein“ wieder eine kritische Zeit. Dem Druck der Nationalsozialisten nachgebend, musste man sich 1937 in „Koblenzer Leseverein“ umbenennen. Viele Mitglieder verließen den Verein, um nicht neuen Satzungen folgen zu müssen, andere blieben, um die Entwicklung abzuwarten und im rechten Augenblick wieder bei der Hand zu sein. Die Hauptversammlungen waren meist nicht beschlussfähig, aber instinktiv war man sich bewusst, dass auch dieser Sturm vorübergehen musste. Und er ging vorüber. 1939 wurde das Vereinsvermögen der sogenannten Organisation „Kraft durch Freude“ zugewiesen, das Protokollbuch weist von diesem Tage ab bis zum Zusammenbruch keine Eintragungen mehr aus. Am 28. Dezember 1944 wurde das Haus Eltzerhofstraße 6 a bis auf die Grundmauern zerstört, und auch der Görresbau erlitt erhebliche Schäden. 

Das Ende des Krieges und damit des Nazismus brachte auch für den Leseverein einen neuen Beginn. Im Protokollbuch heißt es unter dem 6. Juni 1946: „Heute fand nach der Befreiung vom Naziterror die 1. Mitglieder-Generalversammlung des wieder mit dem Prädikat „katholischer“ geschmückten Lesevereins statt.“ Treuhänder war Rechtsanwalt Henrich, dem Ausschuss gehörten die Mitglieder Friesner, Jechel, Keil, Linowski, Stein, Stock und Watrinet an. Als Ehrenmitglieder wirkten beim Wiederaufbau des Vereins Prälat Albert Homscheid und Anton Kilzer mit. In den ersten Vorstand wurden (nach Höhe der Stimmen) die Mitglieder Schnorbach, Dr. Chardon, Watrinet, Stein, Keil, Jechel, Geisbüsch, Stock, Linowski und Friesner gewählt. Eine Zeit harten Aufbaus begann. Am 3. Januar 1947 zählte der Verein bereits wieder 481 Mitglieder.

Der Landtag tagt im Görreshaus vom 13.10.1948 – 30.03.1951

Eine interessante Phase erlebte der Verein, als am 21. August 1947 der Landtag von Rheinland-Pfalz den großen Saal sowie weitere Räumlichkeiten des Hauses mietete, um hier seine Plenar- und Ausschusssitzungen durchzuführen. Bis zur Übersiedlung nach Mainz vollzog sich im „Görresbau“ eine wichtige Phase rheinland-pfälzischer Landesgeschichte. Zum 90. Stiftungsfest im Jahre 1953 konnte Ehrendomherr Dechant Homscheid, der den Weg des Lesevereins lange begleitet hatte, das Geleitwort zur Festschrift verfassen. Was er damals schrieb, gilt auch heute noch, auch nachdem der Verein wieder festen Grund in der Koblenzer Bürgerschaft gefunden hat und aus dem Leben der Stadt und ihrer Pfarreien nicht mehr wegzudenken ist:

„Tiefste Lebenskraft, die sich auswirken muß bei aller Lebensgestaltung, ist die Liebe, die im Mitmenschen den Bruder sieht und das Ebenbild Gottes. Auch diese Liebe war ein leuchtender Stern im Wirken des Katholischen Lesevereins und soll es bleiben in einer notvollen Zukunft.“

Joseph Görres: Das Genie zwischen Koblenz und Weltbühne

Festvortrag anlässlich des 250. Geburtstags von Josef Görres

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Lese Fastnacht

Lese-Sitzung 2023

(K)ein Fest, wie jedes andere…
Traditionelle Lesesitzung der krönende Abschluss der Saalfaasenacht

Es war wieder angerichtet, als am Mittwoch vor Schwerdonnerstag der Katholische Leseverein wieder zu seiner Kappensitzung eingeladen hat.
Ein vollbesetzter Saal in der Rhein-Mosel-Halle und ein Programm, was seines Gleichen im Umkreis sucht.
So hätte an dieser Stelle eine imposante Aufzählung eines an Höhepunkten reichen Programms erfolgen können…hätte.
Nachdem Einzug des Elferrates mit dem Jugendcorps der Grün-Weißen aus Kölsch-Büllesbach und den Musikern aus Güls und Lay begrüßte gekonnt und routiniert der Präsident der Lese, Stephan Otto, die Gäste und stellte gleich die erste „Neuerung“ an diesem Abend vor, es sollte nicht die letzte sein.
Nach vielen Jahren hat sich im Elferrat eine Wachablösung vollzogen. Viele der „alten“ Freunde haben Platz gemacht und nicht weniger als „sieben auf einen Streich“ haben sich jetzt neu im Elferrat eingefunden.
Kurzfristig musste Dr. Oliver Tissot wegen Krankheit seinen Auftritt bei der Lese absagen. Eine kleine Klippe, die aber ohne aufzufallen, geschickt bis zum Besuch des Koblenzer Tollitätenpaares umschifft wurde. Der herzliche Besuch von Prinz Sven und Confluentia Lisa mit dem Gefolge der KG Rheinfreunde war für beide Seiten sicherlich ein Höhepunkt. Jetzt sollte sich ein erstes Highlight in der Rednergilde ankündigen….sollte…
Einige Minuten vorher wurde dem Präsidenten mitgeteilt, dass es eben nicht zu einem Auftritt kommen sollte. Corona machte uns einen Strich durch die Rechnung. Was tun?
Wie überbrückt man 25 Minuten eingeplante Redezeit? Vorziehen….Fehlanzeige…..schunkeln….hatten wir schon…..tanzen? Zweimal nach Gang?…..geht nicht…und nun?
Kurzerhand hat der Präsident sich das Handy von Bühnenmeister Olav Kullak geschnappt, wo sein Protokoll abgespeichert war und ab ging’s mit der Bütt nach vorne. So hatte die Lese doch noch sein Protokoll bekommen, einzigartig…wohl kaum einer lässt sein Protokoll vom Handy aus vortragen, bei der Lese schon….
Nach diesen „holprigen“ Anfangszeiten haben die Tanzdarbietungen der Grün-Weißen aus Kölsch-Büllesbach, der Funnys der Fidele Mädcher aus Wallersheim und die Showtanzgruppe des NCW aus Wallersheim die Besucher mitgerissen.
Altmeister Detlev Schönauer präsentierte Alltagsgeschichten und hat den absoluten Höhepunkten, Volker Weininger in seiner Paraderolle als Sitzungspräsident, und Bernd Stelter den Weg bereitet. Ein unterhaltsamer Abend, vielleicht etwas zu lange, war eben kein Abend, wie jeder andere – er war besonders in jeder Hinsicht.

weiter zum Bericht des Sitzungspräsidenten. »» weiterlesen

Das »Next magazin« hat eine Reportage über die Lese-Sitzung 2023 online gestellt.